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Kartenterror

Kleine Premiere: Dies ist der erste Blogeintrag, der ausschließlich von meinem Handy aus entstanden ist. :-) Wenn nicht an der mit (x) markierten Stelle der Editor meines Handys voll gewesen wäre. Also hatte ich zwischengespeichert und nun in der Firma ergänzt...

Wir sitzen gerade zu Hause und haben uns über den vergangenen Tag unterhalten. Dabei kamen wir auf Kunden zu sprechen, die immer Recht haben, bzw. dies zumindest ganz fest glauben. :-)

Eine Kundin gab heute gestern Nachmittag Leergut ab. Als diese Kundin etwas später an der Kasse stand, befand sich die Mitarbeiterin, die das Leergut annahm ebenfalls gerade an der Kasse.

Kundin: Ich hätte gerne noch (x) eine Telefonkarte für 15 Euro.

Kassierer: Es ist gerade sehr voll hier an der Kasse. Abziehen kann ich die Karte zwar, aber es wäre sehr nett, wenn Sie sich die eben selber hinten an der Lagertür abholen würden.

Kundin, sich extrem aufregend: Ihre Kollegin dort hat gesagt, dass ich die Karte hier vorne an der Kasse bekommen würde.

Kollegin: Das habe ich nicht gesagt. Sie haben mich ja nicht einmal nach einer Telefonkarte gefragt, sondern lediglich ihren Leergutbon entgegengenommen.

Die Kundin drehte sich daraufhin um und fluchte noch irgendetwas vor sich hin. Ja, es ist schon unangenehm, wenn man beim Schwindeln erwischt wird. :-)

Cola und Bonbons

In dieser Woche hatten wir Coca-Cola (und natürlich alle verwandten Artikel, also Fanta, Sprite, Mezzo Mix und alle Light- und sonstigen Unterarten des Herstellers) im Angebot.

Coke Light Koffeinfrei war nun dummerweise ausverkauft doch genau diesen Artikel wollte eine Kundin vorhin haben. Nachdem es mein Mitarbeiter nicht geschafft hatte, sie davon zu überzeugen, dass wirklich keine Literflaschen der koffeinfreien Cola mehr da waren, wollte die Frau mit dem Chef sprechen. Also erklärte ich der Kundin noch einmal, dass wir leider keine Coke Light Koffeinfrei mehr vorrätig hätten:

Ich fürchte, die ist alle.

Ja, und?

Ich hab' keine Cola mehr da...

Und wie lösen wir das Problem nun?

Ich kann Ihnen die nicht verkaufen, da ich keine da habe.

Plötzlich hielt mir die Kundin eine Tüte Bonbons, die sie die ganze Zeit schon mit sich führte, wortlos direkt vor die Nase. Ich war etwas irritiert und reagierte nicht sofort. Griff dann aber nach einigen Sekunden nach dem Beutel, und sagte noch verdutzt "Danke.", bevor die Kundin mit den Worten "Die brauche ich dann auch nicht." aus dem Laden rauschte.

Ich kann natürlich verstehen, dass die Kunden verärgert war. Was ich aber nicht verstehe, ist dieser Dialog, bzw. dieses nach einer Lösung suchen. Was ist denn an "Ausverkauft." so schwierig zu begreifen?

Dunkel war's...

Ich staune immer wieder, wie Kunden in aller Seelenruhe den Laden betreten und einkaufen können, obwohl nur ein kleiner Bruchteil der Deckenbeleuchtung eingeschaltet ist. Können natürlich schon, aber es muss einem doch auffallen, dass große Teile des Ladens noch im Dunkeln liegen.

Morgens schalte ich aus Gewohnheit immer nur die nötigsten Lampen an, damit der Brotlieferant und ich im Zeitungsregal etwas sehen können. Selbst, wenn die Eingangstür dann schon aufgeschlossen ist, verirren sich eher selten Kunden in den Laden. Spätestens beim Anblick der Dunkelheit ziehen die meisten den Kopf wieder aus der Tür.

Die meisten, nicht alle. :-)

Sie stinkt

Es geht um eine gute Stammkundin. Als "gut" würde ich sie, auch wenn wir sie hier schon seit Jahren kennen, auf keinen Fall bezeichnen. Sie hat hier vor Monaten etwas geklaut und hatte mich anschließend darum gebeten, hier wieder einkaufen zu dürfen. Ich bin zu gutmütig...

Diese Frau stinkt jedenfalls zum Himmel und wahrscheinlich noch viel, viel weiter... Und zwar vor allem nach altem Urin. Es ist nicht nur zu bemerken, wenn man direkt neben ihr steht. Nein, sie hinterläßt eine regelrechte Spur ihrer Ausdünstungen im Laden.

Es kitzelt einen ja manches Mal in den Fingern, aber man kann/darf ihr doch nicht sagen, dass sie sich bitte mal waschen möchte... :-(

Bis morgen?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich verhört habe oder ob die Kundin sich von mir eben tatsächlich mit den Worten "Bis morgen." verabschiedet hat. Morgen ist nunmal Sonntag.

Und, nein, ich werde diese Kundin nicht privat treffen. :-)

Schon komplett

Ein Kunde kaufte eine Flasche Alkohol. An der Kasse entfernte mein Mitarbeiter wie immer und zwangsläufig das Warensicherungsetikett.

Plötzlich fing der Kunde an, sich zu beschweren und auf meinen Mitarbeiter einzureden, das Etikett wieder an der Spirituose zu befestigen. Auf Nachfrage erklärte er, dass er die Flasche verschenken und deswegen schon gerne komplett im Originalzustand mitnehmen wolle.

Mein Kassierer hatte reichlich Mühe, dem Herren zu erklären, dass der Anhang nicht zur Flasche gehört. :-)

Eis-Tee

Ob diese Flasche jemand mutwillig in die Truhe gelegt oder sie auf der Suche nach Tiefkühlprodukten einfach nur abgelegt und vergessen hat, kann ich nicht sagen...

Aber eines steht fest: Das ist echter Eistee. :-)


Rohrzucker

Da kostet ja ein Kilogramm Zucker zwölf Mark!

Nein, denn diese Währung benutzen wir hier schon seit einigen Jahren nicht mehr.
Ich konnte mir den Spruch nicht verkneifen. :-)

Diese zwei Zeilen sind allerdings nur ein kleines Fragment einer scheinbar nicht enden wollenden Diskussion mit einer Kundin. Sie hielt mir zwei Packungen Rohrzucker vor die Nase und wollte von mir wissen, wie sich der Preis begründet. Die Situation war folgende: Die 500-Packung Bio-Rohrzuckers eines Herstellers, den ich seit Anfang an im Sortiment habe, kostet etwas über drei Euro. Für 3,49€ gibt es allerdings auch ein 1kg-Paket es anderen Bio-Rohrzuckers, der dazu aus Fairem Handel stammt. Die Kundin benötigte nach eigener Aussage nur ein kleines Paket, war aber nicht gewillt, dafür den quasi doppelten Preis zu zahlen.

Ich stand etwas hilflos da und wusste nicht, wass ich auf die sich immer wiederholende Frage nach dem "Wie kann das sein?" antworten sollte. Unterschiedliche Lieferanten haben nunmal unterschiedliche Abgabepreise. Qualitätsunterschiede sind nur einer der vielen Faktoren, die diese entscheiden. Permanent machte mir die Kundin klar, dass sie davon ausgeht, dass ich diesen Preis offenbar willkürlich festgelegt hätte und das unbedingt überprüfen müsste.

Beide Produkte sind übrigens mit vollkommen korrekten Preisen versehen, wie ich anschließend überprüft habe. Die Fairtrade-Produkte unterliegen sowieso alle einer Quasi-Preisbindung (man hält sich dort einfach an die empfohlenen Preise) und der Zucker der Marke Rinatura dürfte anderswo eher noch teurer gehandelt werden.

Alter Mann

Ein ca. 5-6jähriger hat mich gerade im Laden mit folgenden Worten angesprochen:

Na, alter Mann.

Boah... Das hat gesessen. :-|

Treffen

Eine Kundin traf hier im Laden auf eine (gute) Bekannte. Ein freudiges "Was machst duuu denn hier?!?" drang über die Regalreihe bis zu mir durch.

Ich wettete spontan mit mir selbst um die Antwort der Angetroffenen. Die Spannung stieg ins Unermessliche, eine knappe Sekunde Zeit, die mir vorkam wie eine Ewigkeit. Schließlich die unfassbare Antwort:
"Ich kauf' hier ein."
Wer hätte das gedacht? :-)

Beef

Ein Kunde wollte wissen, ob wir so etwas ähnliches wie Corned Beef hätten.

Nur eben aus Rindfleisch. :-)

Just-in-time

Eben haben wir Bier hier quasi just-in-time verkauft: Ein Kunde blickte enttäuscht durch die leere Getränkeabteilung und entschloss sich schließlich dazu, eine aus den Resten, ergänzt durch ein paar Dosen, zusammengewürfelte Kiste Bier in seinen Wagen zu stellen.

Während dieser Kunde wartend an der Kasse stand, fuhr der LKW unseres Lieferanten vor. Ich sprach den Kunden natürlich darauf an und berichtete ihm, dass er eine komplette Bierkiste bekommen könnte, wenn er denn nur ein paar Minuten warten würde.

Er bezahlte dann an der Kasse die Kiste und bekam sie draußen direkt vom LKW heruntergereicht. :-)

Schalotten

Eine ältere Stammkundin reklamierte Schalotten. Zwei Zwiebeln wäre völlig vertrocknet gewesen, der Rest des geflochtenen Zopfes allerdings brauchbar.

Zopf? Geflochen? Das kann nicht sein, denn wir verkaufen unsere Schalotten als lose Ware in Beutel abgepackt. Das war schon immer so. In Zöpfen hatte ich eine Zeitlang Knoblauch, aber auch den biete ich seit Monaten schon als einzelne Knollen an.

"Doch, in ein Netz waren die Schalotten schon eingepackt. Aber trotzdem zu einem Zopf gebunden."

Ich wurde immer irritierter und vergewisserte mich nochmals ausdrücklich bei der Kundin. Sie bestätigte mir erneut, dass die Zwiebeln zu einem Zopf zusammengebunden waren, der in einem Netz lag.

Bevor ich wegen 89 Cent mit einer Kundin diskutiere, verzichte ich lieber auf das Geld. Auch, wenn diese Kundin scheinbar Unrecht hatte. "Der Beutel, den ich gekauft hatte, war aber auch viel größer."

Mag sein, dass mir entgangen ist, dass beim Zwiebelbauern die Schalotten, bevor sie in Netze abgefüllt wurden, noch zu Zöpfen zusammengetüdelt wurden - aber größere Beutel hatte ich definitiv hier in den letzten Wochen nicht da.

Sie hat das von mir angebotene Netz mitgenommen, versprach aber, zu Hause nach dem Kassenbon zu suchen. Ich würde jede Wette eingehen, dass diese Zwiebeln nicht bei mir gekauft wurden...

Dann nicht...

Eine Kundin hielt mir eine etwas welke Tomatenpflanze vor die Nase und murmelte etwas von "ganz trocken, ich kann's im Garten noch versuchen, wie sieht's denn mit dem Preis aus, die können Sie ja sonst auch nicht mehr verkaufen"

Die schenke ich Ihnen und damit Sie es damit nicht so schwer haben, trage ich ihnen den Topf sogar nach Hause und planze die Tomate sogar selber ein. Dass ich mich bis zur Ernte selbstlos bis zu mehrmals täglich um das Gewächs kümmere ist doch selbstverständlich. Nein, das kostet nichts extra und wenn die Tomaten reif sind, ernte ich sie sogar und schneide Ihnen einen Salat daraus. Ohne Aufpreis.

Klar, weg damit. Ohne Diskussion erließ ich ihr rund den halben Preis (von -,99€ auf 0,50€). Ihr Gesicht wurde lang, sie fing und sprach dabei vor sich hin, dass sie die Tomate eben hierlassen würde.

Das war ihr wahrscheinlich zu teuer. Damit kann ich leben. Wenn das Pflänzchen sonst keiner haben möchte, pflanze ich es notfalls noch mit in meine großen Betonkübel auf dem Hof. :-)

Besserwisserkunden

Wir verkaufen hier, wie die meisten anderen Lebensmittelgeschäfte auch, Erdbeeren. Diese Erdbeeren sind in Schalen zu jeweils ca. 500 Gramm verpackt. Meistens sind die Schalen mehr als gut gefüllt und das Gewicht beträgt bei frisch gelieferter Ware oftmals mehr als 500 Gramm.

Die Erdbeerschalen, die ich hier derzeit habe, sind nicht mit einer Folie überzogen, sondern offen. Es folgt natürlich das, was in diesem Fall schon immer folgte: Kunden probieren Erdbeeren, andere Kunden sortieren die Früchte um und/oder füllen sich ihre eigene Schale besonders voll. Das passiert, das ist normal und eigentlich lebt man als Händler damit, so wie auch die meisten Kunden damit leben.

Gerade eben war ein Oberlehrer Kunde an der Kasse, der seine Schalen an der Kasse, während seine Frau bezahlte, nachgewogen hat. Das werfe ich ihm nicht vor, das ist sein gutes Recht. Wenn wir "500g" auszeichnen, möchte er natürlich für sein Geld auch wenigstens 500 Gramm Ware bekommen. Wie gesagt: Es kann bei offener Ware immer vorkommen, dass ein paar Gramm fehlen. Dafür gibt es aber eine einfache Lösung:

Sollte in einer Schale weniger als die ausgezeichnete Menge drin sein, füllen die Kunden einfach aus einer anderen Packung nach. Das geschieht normalerweise einfach ohne weitere Diskussion und gehört eben dazu.

Sollte in einer Schale weniger als die ausgezeichnete Menge drin sein, plustert man sich vor allen anderen Kunden an der Kasse auf, erzählt etwas von "Preisauszeichnungsverordnung" und "Betrug" und glaubt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Ich kann solche Leute nicht ab. Echt nicht. :-(