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Zeitverwirrt

Eine Kunde fragte mich gerade eben nach einem bestimmten Artikel, der gerade ausverkauft, allerdings auch schon wieder nachbestellt ist.

"Der müsste mor..." – ich stutzte. "Äh, also heute. Nachher... wieder geliefert werden." Ich kam mir vor wie ein Sprachverwirrter. Aber irgendwie wusste ich zuerst auch nicht so recht, was ich sagen sollte.

Das sind also die kleinen Tücken der Non-Stop-Öffnung.

Sacktheorien

So unterschiedlich sind sie, die Leute. Angenommen, es kommen zwei Kunden nacheinander an die Lagertür und jeder von ihnen hält eine Karte mit vier Coupons für "gelbe Säcke" in der Hand.

Kunde 1 möchte nur ausdrücklich nur eine Rolle haben. "Können Sie den einen Coupon ausschneiden?" Auf die Frage, ob er nicht alle vier mitnehmen möchte, erfährt man, dass er sich die lieber einteilt und einen nach dem anderen haben will.

Kunde 2: Vorgewarnt fragt man vorsichtg, wieviele Rollen er denn gerne hätte. In dem Fall lautet die Antwort natürlich "Alle vier, ich will schließlich nicht mehrmals laufen müssen."

Wie immer... Man kann's keinem Recht machen. :-)

Kunststoff-Stopfen

Seit Jahren schon sammeln wir hier im Laden im Rahmen der Korkampagne des NABU gebrauchte Korken.

Immer mehr Winzer gehen dazu über, Stopfen aus Kunststoffmaterial in die Flaschen zu stecken. Hoffentlich stören die nicht allzu sehr, wenn sie zwischen den echten Korken liegen. Auf den ersten Blick sehen die Dinger aber auch zu echt aus:


Endlich in der Grauzone

Deutlich nach unserem offiziellen Ladenschluss haben sich eben noch zwei Polizisten durch die Ausgangstür in den Laden geschummelt. An der Kasse leitete mein Mitarbeiter das Gespräch mit einem lockeren "Durch den Ausgang reinkommen war jetzt aber schon in der Grauzone." ein.

Der Polizist war schlagfertig. "Endlich mal!", grinste er breit. :-)

Begrüßung am Telefon

Anruf einer Frau:
"Frohe Weihnachten. Ich hätte gerne mal gewusst, ob sie noch frische Enten da haben."
Hatten wir.

Aber ich überlege nun schon die ganze Zeit, ob die Anrede "Frohe Weihnachten." originell höflich oder einfach nur unhöflich war...

Tag der Verrückten

Auf der Preisangabe steht als Grundpreis null Euro.

Wo denn? Dann werde ich das sofort überprüfen.

Ach. Wo, wo, wo. Das habe ich hier schon so oft gesagt. Mir doch egal jetzt wo. Ich werde Sie jedenfalls bei der Gewerbeaufsicht melden.

Mich wundert heute gar nichts mehr, glaube ich. :-O

Zerebrale Diarrhoe

Ein Kunde will uns jetzt bei der Handelskammer anzeigen, weil die Thermometer an meinen Tiefkühltruhen nicht einsehbar sind, ohne sich zu bücken.

Wünschen wir dem armen Mann doch einfach mal, dass er nicht allzu sehr unter seinen Schmerzen leidet.

>6kg-Gans

Eine Kundin Frau, die gerne Kundin werden würde, rief an und erkundigte sich, ob ich große Weihnachtsgänse bekommen würde. Die Betonung lag auf groß, denn sie suchte Gänse ab sechs Kilogramm Gewicht. Ich musste gestehen, dass ich dabei nicht weiterhelfen konnte, da bei uns bei "Babyputen" und "jungen Gänsen" Schluss ist.

Wir redeten noch etwas uns sie klagte mir ihr Leid, dass sie bislang nirgends eine so große Gans bekommen konnte und dass sie das Gefühl hat, dass es von Jahr zu jahr schwieriger wird, ein Tier in der Größenordnung zu erstehen.

Es ist ja nun tatsächlich so, dass Familien immer kleiner werden. Im "großen Kreis" wird immer seltener gefeiert und unbestreitbar ist, dass eine Ente oder Babybute für eine dreiköpfige Familie durchaus ausreicht. Aus meiner Sicht als Einzelhändler würde ich diese Aussage sofort unterschreiben. Dass wir auf den großen Viechern in der Vergangenheit schon mehrfach "sitzengeblieben" sind, war der Auslöser dafür, dass wir sie schließlich gänzlich aus dem Sortiment verbannt haben.

Wie seht ihr diese Entwicklung?

Entsorgung vorzeitig geplünderter Adventskalender

Ein Mann betrat eben den Laden, unter einem Arm hielt er zwei große, flache Kartons.

Er ging direkt zum Leergutuautomaten und stopfte die beiden großen Schachteln, die sich als komplett geplünderte, relativ große Adventskalender entpuppten, in den Müllsack, nahm sich ein Bier und bezahlte es.

Müsste man eigentlich hinterhergehen und ihm seinen Müll wieder vor die Haustür legen. :-)

Nicht auf die Schuhe achten

Eine flüchtige Bekannte war im Laden. Auf zwei Krücken Unterarmgehstützen bahnte sie sich den Weg durch die Gänge. Irgendwann hatte dann, Dank ihrer mitteilsamen Art, wirklich jeder mitbekommen, dass sie einen Bänderriss hat und deshalb nicht richtig laufen könne. Die meisten Kunden machten Platz und nahmen Rücksicht auf die Frau mit den vier Beinen.

Nur die mindestens 6-8cm hohen Absätze an ihren Schuhen zogen die Dramatik, die die Frau an den Tag legte, etwas ins Lächerliche.

Noch ein kaputtes Honigglas

Eigentlich könnte ich zu diesem Foto den selben Text nehmen, wie auch schon am 19. März dieses Jahres.

Diesmal ist die klebrige Masse zwar nicht über Reisschachteln gelaufen, aber dafür hat es sich der Honig in allen Ritzen der am Fachboden des Regals angebrachten Preisschiene gemütlich gemacht. Auch eine scheiß Arbeit, das wieder sauberzubekommen... :-O


Blinklicht am Hinterkopf

Im ersten Moment dachte ich, die Warensicherungsanlage hätte ausgelöst. Dann sah ich, dass es kein Alarm war. Ich musste aber schon noch etwas genauer hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um eine umschnallbare Rückleuchte handelte, die ein Kunde auf Inlinern sich um die Stirn gebunden hatte.

Sehr irritierend. :-)


Weinkennerin

Diese Geschichte hat mir gerade mein Mitarbeiter Ingo berichtet. Er stand gerade mitten im Laden als ihn eine etwa gleichaltrige (beide Mitte 20) Kundin in einem nicht zur Erscheinung ihrer Person passenden, geradezu überheblichem Tonfall ansprach:

Entschuldigung, darf ich sie etwas fragen?

Ja, aber sicher...

Wo sind denn hier die Weine des Hauses?

Mein Mitarbeiter zeigte ihr den Weg, begleitete sie in die Abteilung und zeigte ihr schließlich, um das Beratungsgespräch einzuleiten, den groben Überblick über Weiß-, Rot- und Rosé-Weine.

Danke, ich komme zurecht. Ich kenne mich aus.

Möge ihr der ausgesuchte Viala schmecken.

Verwundert

Ich staune ja immer wieder darüber, wenn Leute sich völlig anders verhalten, als man es ihnen durch ihre Erscheinung voruteilig zugeschrieben hätte.

So auch zwei junge Männer, die vorhin hier im Laden waren. Mit ihrer etwas – öhm – verwahrlosten Erscheinung, beinahe schon wie Junkies wirkend, erregten sie unsere Aufmerksamkeit und wir sprinteten regelrecht ins Büro, um jeden ihrer Schritte zu beobachten.

Davon ließen wir aber schon bald ab, denn umso erstaunter waren wir, als die beiden sich einen Einkaufswagen schnappten und völlig normal einkauften. Dabei in Hausfrauenmanier die Qualität der Eier überprüften. Hier verglichen, da abschätzten und schließlich ganz normal bezahlten.

So kann's gehen, wenn man durch die täglichen Erfahrungen hier auf der Fläche vorgeschädigt ist. :-|

Ehrlich

Ein junger Mann, etwa Anfang zwanzig, sprach mich etwas unsicher wirkend an der Lagertür an. Er fragte, ob ich ihm einige Dinge von seinem Einkaufzettel zeigen könne. Klar konnte ich und folgte ihm durch den Laden.

Auf dem Weg zum ersten Artikel gestand er, dass er "in der Schule nicht aufgepasst hätte" und nicht, bzw. schlecht lesen könne und deshalb etwas Hilfe benötigen würde.

Den Einkauf hatten wir innerhalb weniger Minuten problemlos und komplett zusammen.
Aber schwer beeindruckend fand ich, wie der Kunde mit seinem Defizit umging und einfach (?) zugegeben hat, dass er nicht lesen kann. Ich denke, die meisten Erwachsenen mit mangelhaften oder nicht vorhandenen Lese-, bzw. Rechtschreibkenntnissen, würden das nicht gegenüber einem Fremden einfach so zugeben.