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Festival sauberhalten

In diesem Müllsack hat ein Kunde sein Leergut abgegeben. Ich fand den doppelsinnigen Aufdruck so gut, dass ich ihn gleich abfotografieren musste! :-)


Nanu, Malzbier?

Ich habe hier eine relativ große Auswahl an Bier in Dosen. Dazwischen steht etwas unpassend, aber ursprünglich auf die Schnelle provisorisch platziert, Malzbier in Flaschen.

Zwei etwas heruntergekommen wirkende Kunden bedienten sich am Dosenregal, kramten unmittelbar danach an ihrem Rucksack herum und gingen zur Kasse. Dort legten sie zwar ein paar Flaschen auf das Band, aber keine Dosen. Die haben doch wohl nicht..?

Nein, haben sie nicht. Malzbier haben sie gekauft. Ist natürlich deren gutes Recht – aber mit der vielen Erfahrung, die ich hier im Laufe der Jahre mit allen möglichen und unmöglichen Kunden gemacht habe, kann ich sagen, dass ich mit allem, aber nun ausgrechnet nicht damit gerechnet habe. :-)

Ihre Mutter?!?

Eine ziemlich alte Stammkundin, die sich von uns schon seit einigen Jahren beliefern lässt und die ich bislang immer auf mindestens Mitte achtzig geschätzt habe, suchte eine bestimmte Sorte Kaffee.

"Ach.", seufzte sie ins Telefon. "Den kauft meine Mutter doch auch immer so gerne bei Ihnen."

Ööh. :-O

Welker Basilikum

Ein Mann hielt mir einen Topf mit frischem Basilikum vor die Nase: "Hier, den bekomme ich doch bestimmt zum halben Preis, weil der schon total welk ist!?!"

Wie? Total welk? Der ist heute Morgen frisch geliefert worden und dass die unteren Blätter etwas weniger üppig ausgebildet sind, ist doch vollkommen normal. Der Rest der Pflanze war frisch, knackig und super gediehen.

Aber wer sich einmal in den Kopf gesetzt hat, um den Preis zu feilschen, dem braucht man auch mit triftigen Argumenten nicht mehr zu kommen. Irgendwann habe ich den Kunden einfach stehengelassen, weil mir die Diskussion zu blöde wurde.

Nun – er hat das Kraut dann zum normalen Preis gekauft.

Ansturm

Als ich eben die Eingangstür aufgeschlossen habe, fühlte ich mich in die vergangenen Sommermonate zurückversetzt. Exakt 16 Leute warteten zunächst vor und stürmten schließlich in den Laden.

Kann gerne so bleiben. ;-)

Herumzicken für... Gar nichts!

Wir sind hier offizielle Verteilerstelle für "gelbe Säcke". Gegen Vorlage der Gutscheine geben wir die Rollen sowohl an der Lagertür als auch an der Kasse aus. Letzteres wird normalerweise von Kunden genutzt, die sowieso einkaufen. Manche stellen sich auch einfach an die Schlage an der Kasse an, wenn sie nur gelbe Säcke haben wollen.

Genau so eine Kundin stand an dritter Position in der Warteschlange. Vor ihr stand eine Frau mittleren Alters und an erster Stelle stapelte gerade ein älterer Mann seine Artikel auf das Förderband.

"Dürfte ich wohl eben schnell vor?", erkundigte sich die Frau, die nur Wertstoffsäcke haben wollte, bei der Kundin vor ihr. "Ich brauche nur zwei Rollen gelbe Säcke."

"Nein, warum sollte ich Sie vorlassen? Ich musste auch warten!", folgte die eher unfreundliche Reaktion der Angesprochenen.

Inzwischen waren die Artikel des älteren Kunden gescannt und er begann, umständlich und langsam sein Kleingeld aus dem Portemonnaie zu suchen.

Meine Kassiererin wartete.
Die Kundin, die keinen vorlässt, wartete.
Die Kundin, die nur gelbe Säcke haben wollte, wartete.
Der alte Mann suchte das passende Kleingeld.

Schließlich fasste sich meine Mitarbeiterin ein Herz und hielt der letzten Kundin in der kurzen Reihe zwei der begehrten Rollen entgegen. Die Rollen und Coupons tauschten die Besitzer und schon war die Warteschlange wieder etwas kürzer. Die verbliebene und immer noch auf den Mann vor ihr wartende Kundin setzte gerade an, um sich offenbar noch weiter aufzuregen, sah aber wohl im letzten Moment noch ein, dass das spätestens jetzt nicht nur unnötig sondern auch gänzlich unangebracht gewesen wäre.

Keine Ahnung...

gerade gestern habe ich übrigens gesehen das ein thermometer deines kühlregals mit lebensmitteln die bei max +7 grad zu lagern sind +9,5 grad angezeigt hat, wenn ich jetzt daran denke das dsa thermometer schon 100 jahre alt ist (so sieht es zumindest aus) dann waren es vielleicht sogar 11,5 grad, keine ahnung....
Seit ich dieses Blog führe, habe ich gelernt, diesen Drang, mich für alles und jenes rechtfertigen zu müssen, sehr zu unterdrücken. In diesem Fall juckte es einfach mal wieder in den Fingern.

Entscheidend ist die sogenannte Kerntemperatur der Ware. Die relevanten Thermometer sind bei mir die Temperaturlogger (und nicht die eingebauten mechanischen Thermometer) und die sind gerade mal rund 1,5 Jahre alt.
Dass die Thermometer mal über 7 Grad anzeigen, kann nicht nur vorkommen, sondern ist vollkommen normal. Bis zu mehrmals täglich schalten die Kühlgeräte in den Abtaumodus, der den Verdampfer von anhaftendem Eis befreit. Dazu wird kurzzeitig die ganze Einheit mit Heizstäben aufgewärmt, was natürlich auch auf den Thermometern zu sehen ist – wenn man zufällig gerade im richtigen (oder falschen, je nach Betrachtungsweise) Moment hinsieht. Der Ware schadet das nicht, denn sonst würden derartige Kühlmöbel wohl kaum in fast jedem Lebensmittelgeschäft zu finden sein.

Aber lecker!

Eine Kundin sprach eine Kollegin an: "Die Fischfrikadellen hier, ist das die Billigmarke von SPAR?" Ihr Tonfall wirkte dabei unglaublich abfällig, als hielte sie nicht eine Packung mit Lebensmitteln sondern widerliches Gewürm in den Händen.

"Ja, genau, das sind die. Das ist unsere Eigenmarke."

"Super! Die will ich haben. Sind total lecker."

Ah, ja. :-)

Meckern und schweigen

Zwei Heranwachsende öffneten vor meinen Augen, nur getrennt durch die Videoanlage, eine Packung Saft, schnupperten daran, stellten die geöffnete Packung einfach wieder ins Regal und gingen weiter.

Meinen Missmut über so ein Verhalten brachte ich direkt zum Ausdruck. Ich versuchte dabei sogar, freundlich zu bleiben: "Ihr könntet wenigstens so viel Anstand besitzen, den Saft, den ihr aufgemacht habt, auch zu bezahlen."

"Wollten wir ja auch." erwiderten sie grinsend. Glaubte ich aber nicht. Eine unbeteiligte Kundin offenbar aber schon, denn die sprach vorwurfsvoll eine meiner Mitarbeiterinnen an: "Was für ein Ton!"

Die Reaktion meiner Kollegin war gut: "Würden Sie gerne geöffnete Packungen kaufen, in die Fremde schon ihre Nasen gehalten haben?"

Es folgte – wen wundert's – keine Antwort.

König(s) Pilsener

Mir ist gerade aufgefallen, dass viele (oder sogar die meisten?) Kunden das Bier "König Pilsener" immer als "Königs Pilsener" bezeichnen.

Geht das irgendwie leichter über die Lippen? Umgangssprache?
Keine Idee...

Lecker

Morgens um zwanzig nach Sechs erstmal einen Liter Wein aus dem Tetrapak. Für einen belebenden Start in den Tag. :-O

(Nein, nicht für mich. Ich gehe jetzt schlafen.)

Heute oder morgen?

Anruf eines Kunden, der seine Handschuhe an der Kasse vergessen hatte und darum bat, dass diese sicher verwahrt werden. "Klar, kein Problem." sagte ich. "Ich bringe die ins Büro, da kommen sie nicht weg."

"Danke. Ich hole sie dann morgen Nachmittag raus."

"Morgen? Oder heute? Also Dienstag oder Montag?"

"Äh... Ach, ja, heute. Wir haben ja schon Montag."

Ja, das ist der Preis für Nachtschichten: Man kommt mitunter sehr mit den Wochentagen und vor allem den Begriffen "heute" und "morgen" durcheinander. Die Thematik habe ich ja hier schon häufiger angesprochen. :-)

Die kleine Kornflasche

Ein Kunde kaufte einen "Flachmann", eine kleine Flasche Korn, und steckte sie noch während des Bezahlvorgangs in seine innere Jackentasche.

Nachdem alles erledigt war, drehte er sich um und machte Anstalten, zu gehen – und stand nach einigen Sekunden wieder an der Kasse. Die Kundin hinter ihm hätte die Flasche eingesteckt, behauptete er. Damit ging er wieder zum Regal mit den kleinen Flaschen, nahm sich wie selbstverständlich eine neue und wollte mit dieser gehen. Immerhin würde sie ihm zustehen und dass eine andere Kundin "seine" Flasche eingesteckt hätte, könne ja nicht sein Problem.

Nach kurzer, heftiger Diskussion fand sich dann die erste Flasche doch wieder bei ihm an. Und wir fragen uns? Betrugsversuch oder völlig verpeilt..?

Nur den Chef

Diese oder ähnliche Situationen finden immer wieder statt: Einer meiner Mitarbeiter kommt zu mir ins Büro und teilt mir mit, dass mich ein Kunde oder eine Kundin sprechen möchte. Meine normale Reaktion: Ich bitte darum, zu fragen, um was es denn gehen würde.

Wenn ich die Antwort bekomme, gibt es normalerweise drei Möglichkeiten: Entweder kann ich meinem Mitabeiter sagen, wie er dem Kunden helfen kann oder ich kümmere ich selber darum, was z.B. bei schwereren Reklamationen der Fall sein kann.

Die dritte Option besteht darin, dass der Kunde ausdrücklich nur mir persönlich sagen möchte, was er will. Auch auf erneute Nachfrage bleibt es dabei.
Macht aber normalerweise nichts, wenn ich in solchen Situationen stur im Büro bleibe. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kunden, die mich ausdrücklich persönlich sprechen wollen und sich weigern, das Anliegen einem meiner Mitarbeiter zu schildern, lediglich auf Kredit kaufen wollen. Und den gibt es hier sowieso nicht.

Foto im Müll

Im Mülleimer vor dem Leergutautomaten lag ein Bilderrahmen. Um ihn darin zu entdecken, bedurfte es keiner tiefgründigeren –ähm– "Forschungsarbeit", denn das Foto lag ziemlich weit oben.

In dem kleinen Rahmen steckt ein schwarzweißes Foto einer recht hübschen Frau, die ich spontan zwar nicht für eine Kundin, aber doch tatsächlich für eine Ex von mir selber gehalten habe. Bei näherer Betrachtung war sie es dann aber doch nicht.

Da muss aber jemand sehr böse oder enttäuscht gewesen sein. Die Kleine ist echt niedlich. ;-)


Apropos Ex: G.U., liest du hier zufällig noch hin und wieder mit?