Vor ein paar Tagen lief bei
Galileo ein Beitrag, in dem es wohl (auch) um die "Fischschokolade" von Zotter ging.
Obwohl mich ein paar Leute auf die Sendung hingewiesen hatten, habe ich es leider nicht geschafft, sie anzusehen. Aber immerhin gab es eine interessante Folge: Im Onlineshop ist der Verkauf der Sorte "
Fischgummi" ist sprunghaft angestiegen. Teilweise haben Kunden sogar nur eine einzelne Tafel bestellt und nur dafür die Versandkosten in Kauf genommen...
Wie sehr ich in Zeitverzug mit den versprochenen Bildern von den Renovierungsarbeiten hier vor zehn Jahren zu meiner Geschäftseröffnung bin, fällt mir momentan besonders auf. Schnellen Schrittes nähert sich bekanntlich schon die nächste größere Baustelle.
Ich beeile mich, versprochen!
Ein Bekannter blätterte neugierig durch meine monatliche Telefonrechnung und auch den Einzelverbindungsnachweis: "
785 Festnetzgespräche? Davon deutlich über 200 auf deine eigene Nummer? Was soll das denn?!?"
Flatrate eben. Über die beiden ISDN-Kanäle zur internen Kommunikation "missbraucht". Klappt wunderbar.
Der gestern erwartete Trockenbauer war eben da. Okay, geben wir ihm eine Chance. Er wollte ja absagen, hat aber in meine Telefonnummer einen Zahlendreher hineingebaut. Das ist bei meiner Nummer schon einigen Leuten passiert und somit durchaus als Entschuldigung tauglich.
Christian hat mit dieses Foto eines Einkaufswagens geschickt, den irgendjemand auf einen gefrorenen See geschoben hat. Dort steht oder stand er und das Eis wurde dünner und dünner.
Da eine Bergung vermutlich zu gefährlich oder sogar unmöglich ist, dürfte das orange Wägelchen bald auf dem Grund liegen...
Der Typ, der Mitte Dezember sich in der Nacht mit
gezogener Waffe den Inhalt meiner Kasse aushändigen ließ, läuft offenbar wieder frei herum. Da ich nicht glaube, dass die Sache schon verhandelt und mit Freispruch entschieden wurde, gehe ich davon aus, dass einfach nur keine Fluchtgefahr besteht.
Aber ausgerechnet HIERHER zu kommen und sich in aller Seelenruhe und als wäre nie etwas passiert, wieder sein Bier zu kaufen, ist irgendwie dreist. Es herrschte bei meinem Mitarbeiter, der den Mann sofort erkannt hatte, absolut keine Freude über das Wiedersehen. Verständlicherweise, denn der Schreck durch den Überfall sitzt tief.
Als mir am Morgen der nächtliche Rauswurf berichtet wurde, konnte ich der Aktion nur zustimmen. Ich hätte den Mann hier auch nicht mehr weiter einkaufen lassen wollen.
Die Chance ist unentschuldbar vertan.
Das Phänomen, dass Handwerker, denen man mit einem Auftrag droht, sich nicht mehr melden, habe ich ja nun schon häufiger erlebt.
Mit einem Trockenbauer hatte ich für heute "im Laufe des Tages" einen Termin hier bei mir im Markt ausgemacht. Es ging darum, dass er sich die Räumlichkeiten angucken und mir schließlich ein konkretes Angebot für den Einbau einer Rasterdecke erstellen soll. Auftragsvolumen irgendwo im Bereich zehn bis fünfzehntausend Euro.
Offensichtlich hat man das Geld nicht nötig.
Ich glaube, bald stelle ich hier nur noch Schüler und Studenten ein, die deutlich jünger sind als ich. Schon wieder hat einer meiner Kunden mir die Arbeitsweise meine Mitarbeiter auf die Art und Weise verraten, dass er sagte, dass "Ihr Chef das auch so und so macht".
Ich habe keinen Chef.
Dochdoch, diesen großen, grauhaarigen Mann.
Grr.
Dieses Trauerspiel, das übrigens inzwischen noch viel, viel schlimmer aussah, haben wir eben entfernt.
Jetzt blickt man zwar wieder auf die
beklebte und mittlerweile aussagelose Rückseite vom Weinregal, aber die ist wenigstens halbwegs ansehnlich.
Eine Kollegin unterbrach ihre Bestellung, um mich um Rat zu fragen: "Wir haben noch von den beiden Sorten Bio-Flaschenmilch das Regal jeweils bis hinten hin voll und noch jeweils eine Kiste im Kühlhaus stehen. Morgen ist Freitag, die nächste Lieferung kommt erst am Montag. Soll ich bestellen oder nicht, was meinst du?"
Tzja – wenn sie bestellt, müssen wir am Montag vermutlich pro Sorte mindestens zehn Flaschen reduzieren. Wenn wir nicht bestellen, ist die Milch vermutlich heute Abend schon ausverkauft. Ist ja immer so, dank Murphys Omnipräsenz.
Wir haben nicht bestellt.
In den letzten Wochen hat sich hier im Lager wieder ein großer Stapel Gemüsekisten voller Bierflaschen angesammelt, da ich nicht genug leere Kisten habe, um sie wegschicken zu können.
Wir haben Winter. Frost, Schneefall. Wie soll das erst im Sommer werden? Ich denke mit Grausen an die mehreren tausend Flaschen, die hier vor ein paar Jahren im Lager lagen...
Nach mehreren vergeblichen Versuchen, leere Kisten zu bestellen, sah das Fax an unseren Getränkelieferanten nun so aus:
Momentan und bisher sind folgende Punkte in Planung:
· Decke streichen oder sogar eine Akustikdecke im ganzen Markt oder auch nur teilweise, um einzelne Bereiche hervorzuheben.
· Dementsprechend komplett neue Beleuchtung
· Neue Einkaufswagen
· Wände streichen
· Warengruppenspezifische Bilder in Großformat über die Regale und Platzierungen an den Außenwänden
· Komplette Neugestaltung des Eingangsbereichs
· Automatik-Schiebetür statt der bisherigen Schwenktüren
· Komplette Neugestaltung der O&G-Abteilung
· Kassentische umstellen
· "Technisches Design" in der Getränkeabteilung
· Auflösung der Sackgasse in der Weinabteilung
· Die ersteigerte SPAR-Tanne unterbringen
Eine Kundin hatte ein Problem mit dem Leergutautomaten. Ich hatte das "
Pieppiep!" schon im Büro gehört und vorsichtshalber auf den Monitor der Überwachungsanlage geguckt.
Sie schaute kurz ins Lager, stellte sich wieder neben den Automaten und guckte vertäumt in die Gegend. Okay, da braucht jemand Hilfe. Ich packte meine Sachen zusammen und ging zur Leergutannahme.
Na, zickt der Automat herum?
Ja, der will hier eine Flasche nicht.
Kein Problem, die kann ich auch so annehmen. Aber da hätten Sie lange stehen können, wenn ich das nicht zufällig mitbekommen hätte.
Ich habe Sie ja gesehen...
Ich antwortete darauf nichts, stellte der Kundin ihren Leergutbon aus und verabschiedete Sie freundlich.
Wenn ich sie nochmal hier im Laden wiedersehe, werde ich aufpassen, was ich in dem Moment gerade mache. Wer weiß, was ihrem Röntgenblick noch alles nicht entgehen wird.
Das Telefon klingelte, die Anruferin stellte sich recht rüde mit dem Namen einer Rechtsanwaltskanzlei vor und schlug mir ziemlich direkt und nicht weniger freundlich um die Ohren, dass sie meine Adresse benötigen würde.
Warum?
Da wir Ihnen ein Schreiben zustellen wollen.
Ach, und um was geht es?
Um den Unterhalt für ein Kind.
Ähh..?
Sagen Sie mir jetzt Ihre Adresse? Ich bekomme die auch über das Einwohnermeldeamt heraus und dann werden wir Ihnen gleich eine Anzeige zustellen.
Gastfeldstraße 29...
Das ist ihre Firmenanschrift.
Genau, reicht doch auch.
Ihre Adresse werde ich trotzdem herausbekommen. Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen.
Und um was geht es nun eigentlich genau?
Um Kindesunterhalt für ein Kind.
VERDAMMT NOCHMAL, ICH HABE KEIN KIND!!!
Die Anruferin wurde auf einmal wieder ruhiger und redete mit normaler Stimme und relativ freundlich mit mir weiter. Offenbar hat sie jetzt erst bemerkt, dass sie gar nicht mit mir, sondern mit mit einer anderen Person unter dieser Anschrift sprechen wollte.
Aber einen so anzugiften. Sie hätte mir auch ins Gesicht spucken können, hätte sich vermutlich ähnlich angefühlt. Ich sollte mir den Namen der Anwaltskanzlei merken, damit ich die nicht irgendwann mal versehentlich mit einen Mandat beglücke.