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GUTES FÜR ALLE.

Mitten in der Stadt fiel mir eine große Plakatwand auf. Auf dem Plakat war ein Aldi-Brötchen zu sehen, das fett mit dem Aldi-Preis beworben wurde. 19 Cent. Hammer. Dafür macht Aldi öffentliche Werbung auf jeweils knapp acht Quadratmetern. Und ich wette, alle rennen da hin, weil Aldi günstig ist.



Ja, und? Bei uns kosten die auch 19 Cent. Ohne viel Tamtam, einfach nur so:


Zwiebeliges Walnuss-Feigen-Brot

Fundstück in unserer Plakatdrucksoftware, in die sich mal wieder ein falsches Produktbild auf das Plakat zu einem Artikel geschlichen hat. Das gäbe aber ein Hallo, wenn die Kunden sich auf ein knuspriges Walnuss-Feigen-Brot freuen würden und stattdessen nur in eine olle Zwiebel bissen.

Oder jetzt neu: Das Walnuss-Feigen-Zwiebel-Brot. Mild im Abgang mit Tränenpotential. ;-)


Einseitige Liebe

Wir haben einen Stammkunden, der in einem ganz anderen Teil der Stadt wohnt und damals schon immer bei unserem kleinen Markt in Findorff einkaufen war. Er hat uns geliebt, wollte aber immer ausdrücklich nur von den Männern bedient werden. Wenn nur Frauen anwesend waren, kam er durchaus sogar mal zu einem anderen Zeitpunkt wieder.

Als es hieß, dass wir den Laden auflösen werden, war er vollkommen geknickt. Er liebte unseren Laden, oder zumindest die Mitarbeiter, mit den Frauen konnte er nie etwas anfangen und wollte, wie gesagt, auch nach Möglichkeit nie von ihnen bedient werden. Nachdem er herausgefunden hatte, dass ein Teil meiner Belegschaft, zunächst hatte ich nämlich fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Neustadt mitgenommen und ausdrücklich niemanden gekündigt, verlängerte er seinen Einkaufsweg um mehrere Kilometer und kommt nun seit Ende 2020 immer zu uns in die Gastfeldstraße, um seine Einkäufe zu erledigen.

Aufgrund seiner massiven kognitiven Beeinträchtigung war es wohl die einzig für ihn akzeptable Lösung, den weiten Weg zu uns in Kauf zu nehmen, um seine geliebten Ex-Findorffer weiterhin beim Einkauf sehen zu dürfen. Seit Mitte 2020 haben uns inzwischen fast sämtliche ehemaligen Kolleginnen (und vor allem Kollegen) aus der Münchener Straße verlassen. Der Kunde kommt immer noch, möchte aber an der Kasse ausdrücklich immer nur von Männern bedient werden. Diese ganzen Marotten wären ja gar nicht so stressig, wenn der Herr nicht wirklich den gesamten Betrieb aufhalten würde.

Immer wieder enden seine Einkäufe auf die gleiche Art und Weise – und die ist ungemein lästig. Mit dem vollen Einkaufswagen kommt er zur Kasse und braucht dann immer eine regelrechte Sonderbehandlung. Während des Kassiervorgangs werden erst die finalen Entscheidungen getroffen, welche Artikel er nun wirklich behalten möchte und welche hier bleiben sollen. Teilweise ergibt sich das alles auch erst nach dem Kassieren, so dass Artikel wieder storniert werden müssen. Manchmal ist das, so mein Eindruck, eine willkürliche Entscheidung, manchmal liegt es am Geld, das er nicht ausgeben will oder kann.

Wir geben wirklich jedem eine Chance und wenn es mal etwas länger dauert, dann ist es eben so. Aber wenn ein einzelner Kunde eine von zwei Hauptkassen wenigstens 15-20 Minuten vollständig blockiert und sich an der anderen Kasse eine 15 Meter lange Schlange bildet, an dessen Ende die Leute schon entnervt nach einer zweiten Kasse rufen, dann ist auch unsere Geduld irgendwann am Ende. Der Mann kann einem ja Leid tun und er kann auch sicherlich nichts dafür, dass er so ist, wie er ist, aber … :-|

Wie soll man damit umgehen?

Ich und mein Tesla Model Y (11)

Ich hatte bislang noch nie ein Auto mit Rückfahrkamera, kann daher auch nicht sagen, ob man in anderen Fahrzeugen nur eine allgemeine Sicht nach hinten oder auch ein Stück vom Auto mit drauf hat. Bei unserem Tesla sieht man auf jeden Fall unten die Kante der Heckschürze und damit auch den Kugelkopf der Anhängerkupplung:



Anhänger ankuppeln nach Lehrbuch: So dicht wie sicher machbar vor den Hänger fahren, (ggf. Motor ausstellen), Fahrzeug sichern und den Anhänger schließlich von Hand auf die Anhängerkupplung bugsieren und ankoppeln.



Anhänger ankuppeln mit Kamera: Präzise mit der Kugel unter die Kugelkupplung fahren, (ggf. Motor ausstellen), Fahrzeug sichern, Anhänger ohne ihn noch einmal bewegen zu müssen am Stützrad herunterkurbeln und die Verbindungen herstellen.

Nicht, dass die andere Methode bislang nicht funktioniert hätte, aber bei einem sehr vollen Anhänger und/oder unebenem Untergrund ist es so auf jeden Fall sehr viel einfacher. Sehr cool. :-)


Gefühlte Beobachtung

Ines und ich standen privat bei uns im Gang mit den Knabberartikeln und meine bessere Hälfte guckte etwas gedankenverloren ins Chipsregal, während sie überlegte, welches Produkt wir mit nach Hause nehmen könnten.

Plötzlich grantelte ein junger Mann auf der Rückseite des Regals los, der dort auf auf der Suche nach einem bestimmten Sekt war. Unsere Regale haben keine geschlossenen Rückwände sondern nur ein Metallgitter, so dass man von einer Seite auf die andere gucken kann. Tatsächlich stand der Kunde wohl tatsächlich in Ines' Blickfeld, aber sie hatte ihn überhaupt nicht wahrgenommen, da wir wirklich nur auf der Suche nach Kartoffelchips für unseren Fernsehabend waren.

Er Kunde fühlte sich jedenfalls beobachtet und hatte aus diesem Gefühl direkt einen Angriff extrapoliert, konkret eine Unterstellung, dass er bei uns zu klauen gedenken würde. Diesen Gedanken trötete er auch lautstark heraus, so dass auch möglichst viele andere Kunden dies mitbekamen. Die waren jedoch auf unserer Seite und schüttelten nur mit uns lachend den Kopf.
Da der Kunde, den wir nicht beobachtet hatten, aber immer noch eine Frage zu einem Artikel hatte, kam kleinlaut wieder an und fragte um Hilfe. In dieser etwas abgeklungenen Atmosphäre schaffte ich es dann auch, ihn davon zu überzeugen, dass wir eben "nur so" da hingeguckt und ausdrücklich nicht ihn gemeint hatten.

Kaffee-und-Brötchen-Dieb

Dieser junge Mann hatte sich zunächst eine Tüte mit zwei frischen Brötchen unter die Jacke gestopft, ein noch durchaus hinnehmbarer Schaden, dann aber von einer Sorte Kaffee-Tassenportionen den kompletten Regalbestand in seinem Rucksack verschwinden lassen. Das war dann schon ein schmerzhafter Diebstahl.

Aufgefallen ist uns die Tat wie so oft, da eine Kollegin wusste, dass das Regal am Tag zuvor noch gut gefüllt war …


KüTü statt HaTü

Seit ein paar Jahren bekomme ich über die Abo-Funktion von Amazon regelmäßig die Handtuchrollen für unsere Einweghandtuchspender in die Firma geliefert. Die Menge ist inzwischen ganz gut eingepegelt und so kommen wir Monat für Monat immer ganz gut hin. Eigentlich versuche ich ja immer, Amazon zu vermeiden, aber diese Abofunktion ist ungemein praktisch.

Die beiden Pakete mit den Papierrollen werden unterschiedlich geliefert, manchmal stecken sie in einem großen Karton, oftmals werden sie aber in zwei kleineren Kartons geliefert, teilweise sogar an unterschiedlichen Tagen.

Bei dieser Lieferung gab es das eine Paket bereits ein paar Tage zuvor. Einen Tag nachdem ich die Versandbestätigung für das zweite Paket erhalten hatte, kam eine Kollegin zu mir ins Büro und berichtete, dass "da eben ein sehr großes Paket von Amazon gekommen ist".

"Was heißt 'sehr groß' bei dir? Du meins etwas größer als die Pakete mit unseren Papierhandtüchern?", wollte ich wissen.

"Nein, sehr, sehr groß", erwiderte die Kollegin.

WTF?! Ich sprang auf und sah selber nach. Da stand ein ungewöhnlich großer Karton im Lager, in den die Handtuchrollen locker zweimal reingepasst hätten. Ich rätselte, was da drin sein könnte, dann eigentlich hatte ich nichts bei Amazon bestellt. Siehe oben.

Da hatte sich wohl beim Kommissionieren unserer Ware irgendjemand vertan. Statt der 12 Rollen mit Papierhandtüchern gab es insgesamt 36 Rollen parfümierte Küchentücher, abgepackt in sechs Sechserpacks, die zu einer großen Umverpackung in Folie eingeschweißt waren.

Wegen der paar Rollen machen wir jetzt keinen Aufriss und schicken die auch nicht zurück. Sind zwar keine Artikel, die wir bei uns im Laden als Handelsware verkaufen können, aber die werden schon ihre Verwendung finden. Parfümierte Küchenrollen?! Was es alles gibt …


Lustige Strichcodes – 778

Auf der "Würzmischung mit Gemüse" von Vegeta hatte Susanne diesen Strichcode gefunden, der auf einer Bratpfanne serviert wird. Vielen Dank für die Zusendung.

Von beiden Seiten leicht angebraten sind die mitteldicken Striche am bekömmlichsten. Oder so ähnlich zumindest. :-P


Falscher Hummus

"Wieviel kostet der 'Hummus pikant'", wollte die Kollegin wissen, die mich von der Kasse aus angerufen hatte, "der ist nicht scanbar."

"Von welcher Marke ist denn der", erkundigte ich mich.

"Dennreh oder so."

Dennree ist die Eigenmarke der gleichnamigen Bio-Märkte. Wir verkauften der Kundin das Produkt nicht und verwiesen auf die Alternativen bei uns aus dem Sortiment.

Was bleibt, ist ein großes Fragezeichen: Woher kommt der Topf Hummus? Hat ein Kunde ihn mitgebracht und gedankenverloren abgestellt? Ist es mit irgendeiner Handelsware, die wir regulär verkaufen, hier in den Laden gekommen? Werden wir wohl nie erfahren …

Leergutbon in der Kistenannahme

Etwas bedröppelt klingelte eine Stammkundin an der Lagertür. Ich eilte hin und sie berichtete mir, dass ihr der Leergutbon runtergefallen und genau dort … An der Stelle überlegte sie eine Weile, wie das wohl heißt, was sie meinte. "Na, da, wo man die Kisten reinstellen kann. Da ist der reingefallen."

Das wäre eigentlich auch gar kein Problem gewesen, aber offenbar hatte der Bon die Lichtschranke getroffen, so dass das Förderband für die Kisten anlief und den Bon direkt nach hinten in den Automaten transportiert hat.

Da der Weg von vorne immer noch kürzer als von hinten war, steckte ich den Kopf durch die Öffnung, machte einen langen Arm und angelte den verlorenen Leergutbon wieder hervor.

"Ich darf da ja nicht einfach reinklettern", konstatierte die Kundin.

"Ooooch", lachte ich, "wenn es gut läuft, zieht der Automat Sie dann einfach ein und schiebt Sie nach hinten durch und die Kundin hinter Ihnen freut sich über das zusätzliche Pfandgeld".

Das fand die Frau hinter ihr lustiger als die Kundin selber. :-P

Fruchtkaramellen-Aufsteller

Wir haben derzeit einen Aufsteller mit Fruchtkaramellen im Markt stehen. Die Bonbons kennt vermutlich jeder: Flache, quadratische Kaubonbons in bunt-silbernem Papier, die in unzähligen Mengen zu diversen Festumzügen verteilt werden.

Schmunzeln musste ich bei der Beschriftung des Sockels:

"Die haben einen Namen?", ja haben sie. Aber "Frukas" habe ich noch nie gehört gehabt, aber meinetwegen, dann sollen sie eben ab jetzt "Frukas" heißen. Für mich bleiben es "Fruchtkaramellen".

Und bei euch so? :-)


Die Mail an das Sielaff SiVario Team

Hier trudelte eine etwas ungewöhnliche E-Mail ein. Adressiert war sie an bjoern@harste.info, angesprochen wurden der oder die Empfänger mit "Guten Tag Sielaff SiVario Team" – die E-Mail kam mir folglich schon nach den ersten fünf Wörtern mehr als sonderbar vor.

Ich zitiere mal in Ausschnitten:

[…] ich bin auf eurer Webseite aufmerksam geworden und habe gesehen, dass ihr Robotik- und Handling-Systeme für industrielle Anwendungen realisiert. Der Fokus auf effiziente und sichere Automatisierung wirkt sehr überzeugend.

[…]

Wir bei […] beschäftigen uns intensiv mit Rust als moderner, speichersicherer Ergänzung zu C/C++ sowie mit KI-Coding-Agenten wie Copilot für die Softwareentwicklung. In unseren Trainings zeigen wir Entwicklerteams praxisnah, wie sie Rust im Umfeld von Embedded- und Systems-Programmierung einsetzen können und wie sie KI-Agenten in ihren bestehenden Entwicklungs-Workflow integrieren können, ohne die Kontrolle über den Code zu verlieren.

Nutzt ihr in eurem Entwicklungsteam bereits Rust, C/C++ oder KI-Agenten wie Copilot in der Softwareentwicklung, oder habt ihr darüber nachgedacht, solche Technologien in eure Automatisierungssoftware einzusetzen?

Wenn das Thema für euch interessant ist: Wäre ein intensiver Crashkurs für euer Entwicklerteam noch vor Anfang des neuen Jahres, also innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen, eine Option? […]
So lautet meine Antwort:

Moin,

vielen Dank für die E-Mail, als Antwort gibt es einen kleinen Hinweis aus der Praxis: Bevor man anderen das effiziente Arbeiten mit Rust, C++ oder allgemein irgendwelchen KI-Agenten beibringen möchte, sollte man erst einmal sicherstellen, dass man eine ganz normale E-Mail an die RICHTIGE Firma senden kann.

Ich bin NICHT Sielaff, ergo schon gar nicht das Sielaff SiVario Team, ich verkaufe keine Leergutautomaten und stelle sie auch nicht her. Ich besitze so ein Gerät und berichte zeitweise in meinem Blog darüber. Aber nehmen Sie sich die Verwechslung nicht allzu sehr zu Herzen, ich wurde von einer Amtsrichterin auch schon für das Sozialgericht Bremen gehalten – nur, weil ich in einem Blogeintrag darüber berichtet hatte.

Aber wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gerne einen Workshop anbieten: "Grundlagen der digitalen Kommunikation: Wie man das Adressfeld richtig nutzt." (Crashkurs, 5 Minuten) Erst die, danach die Rust-Schulung. ;-)

Einen passenden Ansprechpartner finden Sie bestimmt hier: https://sielaff.de/impressum
Es tut mir Leid, ich MUSSTE es einfach tun. :-)