Ist es die Angst vor
Daisy?
Wir haben seit Stunden zwei Kassen im pausenlosen Einsatz und das ist erfreulich wie ungewöhnlich.
Hier in Bremen braucht wohl niemand ernsthaft Angst davor zu haben, komplett eingeschneit zu werden. Wenngleich der seit zwei Wochen liegende Schnee schon ausgesprochen ungewöhnlich ist.
Der an dieser Stelle
schon einmal erwähnte "
Combi"-Markt hier im Stadtteil ist für mich nicht nur irgendein Mitbewerber, sondern der, zu dem ich den besten "Draht" habe. Ein Mitarbeiter des Marktes wohnt hier um die Ecke und ist entsprechend häufig auch mal als Kunde bei mir – und nicht nur das: Einer meiner eigenen Mitarbeiter hat dort noch einen kleinen Nebenjob. (Den er schon vor der Vollzeitbeschäftigung bei mir hatte und nicht aufgeben wollte, weil es ihm Spaß macht.) So habe ich immer wieder mit Combi zu tun und darum hänge ich natürlich auch dieses Flugblatt hier auf. Wenngleich die Chancen, die Täter damit zu erwischen, sehr gering sind.
Seit gut drei Jahren haben wir an der Kasse eine
Spendendose für das Kinderhilfswerk hängen. Gerade auch seit der 24-Stunden-Öffnung wurde die Dose gerne genutzt. Viele unserer Nachtkunden mögen offenbar kein Kleingeld.
Mittlerweile steht die Dose seit über einem Monat bei mir im Büro. Mehrere Anrufe beim Kinderhilfswerk in Berlin, die leider nur mit einem Text auf dem Anrufbeantwortet endeten, blieben erfolglos. Das ist zwar kein Vermögen, aber trotzdem sind das schon ein paar Kilogramm Kleingeld.
Inzwischen kam mir ja sogar schon der Gedanke, die Dose zu öffnen, das Geld zu zählen und die Summe einfach auf das auf der Dose angegebene Konto zu überweisen. Mag man aber auch nicht tun. Nicht, dass einem da noch irgendwelche "krummen Dinge" unterstellt werden. Und so steht die Dose hier und steht und steht...
Einer der ersten Beiträge in diesem Blog handelte von einem Pappaufsteller der Firma Berentzen, der hier einige Zeit im Laden stand: "
Nicht von Pappe. Oder doch?" war der Titel.
Damals haben mich viele Leute gefragt, ob sie den Aufsteller haben dürften. Viele Kunden, aber nach dem Blogeintrag auch einige Leser, stellten diese Frage. Ich wollte den aber nicht abgeben. Irgendwann habe ich die Dame aber aus Platzgründen zusammengefaltet und bei mir im Büro hinter dem Regal verstaut.
Jetzt möchte ich die Lady tatsächlich verschenken. Fairerweise möchte ich darauf hinweisen, dass das Ding aus
Pappe ist und hier längere Zeit in einem Laden stand, den täglich im Durchschnitt 1500 Kunden durchqueren. Will sagen: Der Aufsteller hat etwas gelitten, gerade im unteren Bereich. Wischwasser, Einkaufswagen, Staub etc. haben ihre Spuren hinterlassen. Wer sie haben will, möge sich bitte vorher per E-Mail melden, damit sich nicht jemand vergeblich den Weg hierher macht.
Mit einem Mitarbeiter über die Eiszapfen gechattet. Es ging dabei auch um die zu erwartenden Kommentare. Hier ein kleiner Auszug aus dem Chatprotokoll:
1. Kommentar: Erster!
2. Kommentar: Wieso brennt die Lampe bei Tag? Was ist denn mit dem Klimawandel, Herr Harste? Denkt denn keiner an die Kinder?
3. Kommentar: Warum ist da nicht geräumt? Da könnte jemand stürzen.
4. Kommentar. Wie gammelig das aussieht. Wie wär's mal mit streichen.
5. Kommentar: Glasbausteine, wie hässlich.
6. Kommentar: Was ist eigentlich aus der 10000-Euro-Sache geworden?
7. Kommentar: Das Eis wollte nur ins Blog.
Jetzt werden sogar die Kommentatoren arbeitslos.
Wer hier raucht, setzt sich gleich mehreren Gefahren aus. Am besten nur an die geteerte Lunge denken und nicht nach oben gucken.
Kollegin: Wo ist denn der Mopp?
Kollege: Steht draußen mit Fackeln und Mitstgabeln bewaffnet vor der Ladentür.
Kollegin:
Alle Anwesenden lagen auf dem Boden vor Lachen.
Auf
Wunsch Befehl Anordnung der neuen für uns zuständigen Tante der Lebensmittelüberwachung habe ich nun in den Toiletten Spender für Einweghandtücher installiert.
Die Frottee-Handtücher waren meiner Meinung nach nicht schlecht. Immerhin hantieren wir hier in dem Bereich nicht mit offenen Lebensmitteln herum, so dass die "Mehrweg-Handtücher" auf Dauer die günstigere Lösung waren. Naja, ich tröste mich damit, dass wir die Tücher auf private Kosten zu Hause gewaschen haben und zumindest die ab jetzt benötigten Papierrollen als Firmenausgaben absetzen können.
Gute Idee:
Den Datenbestand im Warenwirtschaftssystem aufzuräumen und dabei alle "nutzlosen" Artikel ohne hinterlegte Artikelnummern oder mit in der Praxis nicht verwendeten Kurznummern (
PLU) konsequent zu löschen.
Schlechter Nebeneffekt:
Wenn man auf diese Weise auch die Warengruppentasten an der Kasse stilllegt, da diese technisch auch nur PLU-Nummern aufrufen. Nummer, die man normalerweise eben nicht benötigt.
Zum Glück konnte ich den Fehler finden und die Artikel neu anlegen. Aber mit sowas rechnet man doch auch nicht.
Eine Kundin stand vor dem Leergutautomaten und verzweifelte allmählich, da das Gerät nicht so wollte, wie sie es sich erhofft hatte. Nun: Sie warf die Flaschen regelrecht in den Annahmeschacht hinein, so dass sie bis über den Stopper rutschten, Dies löste jedes Mal eine Fehlermeldung aus, da die Flaschen dort nicht nur nicht gelesen, sondern auch nicht weitertransportiert werden können.
Ich erklärte und zeigte ihr, wie sie die Flaschen in den Automaten geben sollte: Einfach hineinlegen.
Rumms! Möööp!
Ich erklärte ihr erneut, dass sie die Flaschen einfach nur langsam, bzw. mit normaler Geschwindigkeit, in die Öffnung hineinzulegen und nicht so schwungvoll zu werfen braucht.
Rumms! Möööp!
Legen. Einfach reinlegen!
Rumms! Möööp!
Offenbar war jede Diskussion zwecklos und so ließ ich sie einfach weitermachen und hoffte, dass der Automat ihr Gefluche nicht allzu persönlich nimmt.
Mich haben bis jetzt schon mehrere Leute auf den neuen Blog-Untertitel angesprochen und sich nach der Bedeutung erkundigt.
Ganz pauschal: Der Spruch hat keine tiefere Bedeutung. Ich wollte an der Stelle einfach mal wieder einen neuen Text stehen haben und das war die erstbeste Möglichkeit, die mir eingefallen ist.
Mitte Dezember
verkündeten wir, dass hier bei mir im Markt selbstgebackene Kekse für die Obdachlosen abgegeben werden können, die von der
IFOB betreut werden. Ich hatte angenommen, dass mit Weihnachten auch die Plätzchenbackerei vorbei sein würde. Fehlanzeige: Gestern Abend hat eine Kundin hier viele liebevoll eingepackte Tütchen mit Keksen in ganz vielen verschiedenen Variationen abgeliefert. Auf dem kleinen Foto kann man die Details gar nicht erkennen, aber das muss sehr viel Arbeit gewesen sein.
Anruf eines Mannes. Er wollte wissen, ob wir noch Streusalz oder anderes Streumaterial hätten.
Huahuah.
Ein paar Jugendliche kamen mit der Preisauszeichnung an einer der Tiefkühltruhen nicht zurecht. So wandten sie sich an einen Kollegen, der ihnen half. Nachdem alles geklärt war meinten die Mädchen: "
Wir sind halt doof."
Auf so eine Aussage kann man auf verschiedene Arten reagieren. Mit der Reaktion meines Mitarbeiters hätte wahrscheinlich niemand gerechnet: "
Tja, tut mir richtig Leid für euch." – in todernstem Tonfall.
(Und sie haben's nichtmal bemerkt...)