Eine kleine Gruppe von Arabern, drei Typen im mehr oder weniger jungen Erwachsenenalter, hielten sich eben im Laden auf. Wie immer auffällig laut und keine Rücksicht auf andere nehmend. Aufmerksam geworden, beobachtete ich die drei über die Videoanlage. Als sie an die Kasse gingen, sah ich noch, wie sie zwei Schachteln Zigaretten aus dem Automaten zogen. Dann sprang ich auf und lief nach vorne, um sichergehen zu können, dass die beiden Schachteln auch tatsächlich den korrekten Weg nach draußen finden.
Als ich an die Kasse kam, lag nur eine Schachtel auf dem Band. Nach kurzer verbaler Schlacht wurde mir schließlich die zweite Schachtel entgegengeworfen. Unter der Androhung, die Polizei zu holen, verließen die drei dann laut und agressiv pöbelnd den Laden.
Als ich mir hinterher die Videoaufzeichnung noch einmal genau ansah, erkannte ich, dass sie sogar drei Schachteln gezogen hatten. Die dritte Packung haben sie so mitgehen lassen. Ich wünsche ihnen hiermit, dass die am Qualm der Marlboros ersticken.
Post von einer Staatsanwaltschaft aus dem Bremer Umland: Ein Verfahren gegen irgendjemanden, dessen Name mir überhaupt gar nichts sagt, wurde wieder aufgenommen. Wegen Beleidigung.
Hm. Kann nicht so sehr an meiner Ehre gekratzt haben, dass ich das nach knapp einem Jahr wieder komplett vergessen habe...
Der letzte Abend vor der Eröffnung. Wir hatten doch tatsächlich die Tierfutterspendenbox von Anfang an. Hätte ich jetzt nicht gedacht. Oh, und der Packtisch hatte unten mal so eine Art Fußleiste. Die fehlt schon inzwischen ziemlich lange, seit sich mal jemand auf die Leiste gestellt hat.
Die Kasse. Nagelneu ohne Kratzer und Gebrauchsspuren.

Dieses kleine Regal an dem dicken Pfeiler hinter der Kasse, war eine echte Besonderheit: Früchte in Schokolade zur Selbstbedienung. Wurde auch zunächst von den Kunden ganz gut angenommen, aber gehörte zu Firma Gubor und ist später gänzlich aus dem Sortiment verschwunden.
Edler Anblick: Unsere ersten beiden Vitrinen für hochwertige Spirituosen. Inzwischen haben wir sechs solcher Schränke hier direkt neben der Kasse stehen. Urspünglich dazu gedacht, die Diebstähle einzugrenzen, dienen die Vitrinen heute, im Zeitalter unserer Warensicherungsanlage, eigentlich nur noch als zusätzliche Platzierungsfläche.
Übrigens: Die Schränke heißen "Detolv" und sind, man ahnt es bei dem Namen schon fast,
bei IKEA erhältlich. Trotz des recht günstiges Preises sind die Vitrinen übrigens sehr stabil. Obwohl fast vollständig aus Glas, hatten wir in den vergangenen zehn Jahren nicht einen Schaden. Trotz des harten Alltags hier im Laden. Und: In jeder Vitrine steht für einige hundert Euro Ware.
Viele haben im Laufe der letzten Wochen nun in den Kommentaren durchklingen lassen, dass sie gerne nicht nur die Bilder von der Renovierung und Einrichtung des Marktes sehen, sondern auch gerne ein paar Hintergrundinformationen zu den Themen Finanzierung, Personal, Organisation etc. hätten.
Wer dazu konkrete Fragen hat, soll sie mir bitte zukommen lassen. Ich werde sie sammeln und demnächst mal en-bloc beantworten! Das wird dann der abschließende Beitrag der Serie.
Manche scheinen den Nervenkitzel einfach zu brauchen. So wohl zumindest die Bäckerei, die wir damals mit einer Filiale hier aufgenommen haben. Am
letzten Tag vor der Eröffnung kamen hier
am Nachmittag plötzlich ein paar Trockenbauer und Elektriker an: "
Wir sollen hier einen Backshop aufbauen!"
Wir hatten schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Vor allem in dem Moment, als alle mit langen Gesichtern feststellten, dass der Tresen nicht durch unsere Tür passt.
Also wurden kurzerhand sämtliche Einkaufswagen weggeschoben und die Einkaufswagenbox auseinandergebaut:
Aber sie haben es tatsächlich geschafft, bis zum frühen Abend alles zusammenzubauen und anzuschließen. Die komplette Ware wurde erst am Eröffnungstag ganz früh morgens geliefert.
Ich habe gerade von einem "Premium"-Mitarbeiter zwei Flaschen Premium-Cola als Muster bekommen und bei der Gelegenheit auch gleich fünf Kisten bestellt. Wer also hier in der Gegend schon lange eine Bezugsquelle sucht: In wenigen Tagen ist das Getränk nun also auch bei mir zu bekommen. Der genaue Preis ist übrigens noch unbekannt. Vermutlich aber 99 Cent pro Flasche.
Mein Jogurt hat 'ne Ecke,
'ne Ecke mit was drin.
Doch guckt man sich das Bild an,
macht der Spruch kein' Sinn:
(Oder hat der Alois nur wieder mal eine neue Methode gefunden, auf Kosten anderer
Geld zu scheffeln?)
Das schöne Wetter der letzten zwei Tage hinterlässt seine Spuren: Die Leute sind lieber draußen, als einkaufen zu gehen und hier im Laden passiert derzeit im Grunde nichts Spannendes.
Wird wieder!
Der letzte Tag vor der Eröffnung. Eine der Arbeiten, die erst sehr nahe vor dem "großen Tag" erledigt werden konnten, war das Einräumen der Bedienungstheken. Ganze Käselaibe ließen sich zwar schon vorher in den Tresen legen, aber letztendlich musste ja auch Käse schon aufgeschnitten werden, damit es eine ansprechende Platzierung in der Auslage gibt.
Mit der Hilfe unserer entsprechenden Fachberater der SPAR entstand so im Laufe mehrerer Stunden ein komplett gefüllter und ansprechender Tresen.
Was wir zu dem Zeitpunkt leider noch nicht ahnten: Bei unserem Vorgänger war die Abteilung, zumindest wenn ich entlichen Kundenstimmen glauben darf, extrem schlecht. Da wir hier den selben Tresen an der selben Stelle verwendet haben, waren vermutlich viele Kunden abgeschreckt. Obwohl wir hier sehr gute Ware hatten, wollte sich in der Abteilung leider überhaupt kein Erfolg einstellen, so dass wir sie im Oktober, nichtmal ein halbes Jahr nach der Geschäftseröffnung, eingestellt haben.
Dabei macht Käse verkaufen richtig Spaß. Keine Ahnung, warum das ein Ausbildungsberuf ist, den man zwei Jahre lernen muss. Ich habe das hier im Laufe von wenigen Wochen mehr oder weniger autodidaktisch lernen müssen und es hat wunderbar funktioniert.
Fast vergessen: Die "Von Kunde zu Kunde"-Wand musste auch noch wieder aufgestellt und befestigt werden.
Sehr ich das richtig? Haben die Fliesenleger damals tatsächlich in der Ecke sieben alte Bodenplatten stehengelassen und haben drumherum die neuen gelegt? Was für ein Aufwand. Das war vermutlich teuer, als wenn man alles rausgestemmt und noch sieben weitere neue Fliesen verlegt hätte. Naja, damals war für solche Details kein Platz im Kopf.
Ich saß selber an der Kasse, um eine aufgestaute Schlange abzuarbeiten. Wenn's schnell gehen soll verzichte ich auch nicht auf Begrüßungen und Verabschiedungen oder "Bitte" und "Danke", aber weiterführende Floskeln fallen da schonmal weg. "Schönes Wochenende", "Schönen Abend noch" oder auch bestimmte Grüße zu den Festtagen zum Beispiel.
Eine jüngere Kundin kassierte ich ab, verabschiedete sie mit einem "
Ciao!", wandte mich dabei schon dem Kunden hinter ihr zu, der mich mit einem "
Nabend!" begrüßte.
Offenbar laut genug, dass die Kundin vor ihm das noch mitbekam, aber offensichtlich nicht deutlich genug. Sie drehte sich jedenfalls noch einmal um und wünschte mir auch einen schönen Abend.
Okay.
Der vorletzte Abend vor der Eröffnung. Wesentliche Elemente sind fertig, der Laden sieht im Großen und Ganzen wie ein Supermarkt aus:

(Hätte ich damals nur schon ein Weitwinkelobjektiv besessen.)
Links im Bild ist das Wurstregal zu sehen. Die großen Lücken werden noch unmittelbar vor der Eröffnung mit abgepacktem Frischfleisch gefüllt werden, das natürlich nicht länger als nötig im Laden liegen sollte.
Noch einmal die Getränkeabteilung. Anfangs noch ohne das hinter den Kisten stehende Regal, auf dem heute die Sechserträger mit Bier stehen. Dafür mir drei Kistenstapeln pro Sorte hintereinander. Sah zwar schön voll aus, war so aber keine Dauerlösung. Aber, mal ganz ehrlich, das interessierte zwei Tage vor der Neueröffnung nun wirklich nicht.
Alle Löwen unter uns werden enttäuscht sein: Kein Zebra. Nur Hühnchen in einer zur Fußball-WM passend auf Afrika getrimmten Verpackung.
Hmm, Rossbratwürsten aus Zebrafleisch könnte man ja eine gewisse Dekadenz nicht abstreiten.
Getränkepreisschiene V1.1. Version 1.1 deshalb, da 1.0 noch während der Umbau- und Renovierungsarbeiten von den Malern gekillt wurde. Ihr müsst euch vorstellen, dass ich in den ersten zwei Wochen der Umbauzeit selber noch bei meinem alten Arbeitgeber beschäftigt war. Ich konnte immer nur kurz in der Mittagspause nachsehen, ob alles so weit in Ordnung war und am Abend ein paar Stunden arbeiten.
So habe ich an einem Abend recht mühsam in der Strohputzdecke die Dübel für die Getränkepreisschiene befestigt. Und ich meine
mühsam.
Und am nächsten Abend waren die Löcher alle wieder weg. Die Maler haben die Haken rausgedreht und die Löcher zugespachtelt. Zum Glück haben sie auch in dem Moment so schlampig gearbeitet, wie auch im Rest der Baustelle. Sie hatten die Dübel daher nicht rausgezogen, sondern einfach mit Spachtelmasse aufgefüllt. Also hatte ich etwas Glück im Unglück und konnte einfach die neuen Haken wieder eindrehen.
So sieht das fertig bestückte Tiernahrungsregal aus. Schon früh bemerkten wir, dass der Platz in dem 4m langen Regal nicht reichen würde – aber dennoch mussten wir damit in der ersten Zeit leben:
Jetzt wird's ernst: Die Lieferung mit dem weniger empfindlichen Obst & Gemüse ist angekommen. Zwiebeln, Kartoffeln, Kohl, Äpfel, Zitrusfrüchte. Alles Waren, die man nicht erst unmittelbar vor der Eröffnung platzieren muss, da sie nicht innerhalb von einem Tag unansehnlich werden oder ihre Frische verlieren. Der empfindliche Rest, also z.B. Salate und Früchte, wird erst am Abend vor der Eröffnung geliefert werden.
Und die nächsten Regale sind fertig aufgebaut.
Bierdosen. Über 30 Sorten Bier hatten wir zu Anfang in Getränkedosen im Sortiment. Das ist mit der Einführung des Dosenpfandes zu einem großen Teil verschwunden. Irgendwie schade, irgendwie aber auch positiv. Man kann ja immer alles von zwei Seiten betrachten.
Hier noch einmal das fertige Saftregal:
Und hier der Coca-Cola-Block. Oha, damals gab es ja noch Fanta "Pink Grapefruit". Und die Secherträger mit den kleinen Einweg-Glasflaschen.