Der alte Leergutautomat hat ein paar Probleme. In den letzten zwei Wochen haben wir nur noch die allernötigsten Wartungen durchgeführt und ganz akut ist das Hauptproblem, dass er aufgrund eines kleinen lebenserhaltenden Umbaus einige Flaschentypen gar nicht mehr annimmt und andere sich im Inneren verkeilen. Egal, wir regen uns nicht mehr auf.
Wir nicht.
Die Kunden schon noch und so versuche ich es momentan immer mit ein paar aufheiternden Sprüchen. Schon dutzende Male habe ich heute erzählt, dass der Automat in $stunden_bis_mitternacht in Rente geht. Komischerweise lachen dann alle immer, als hätte ich mir gerade den neuesten Schenkelklopfer ausgedacht. Vom Gefühl her hat mir das höchstens ein Drittel der Leute geglaubt…
Ich will ja nicht sagen, dass es heute besonders warm ist – aber eben waren die Brötchen schon fast zu dunkel, nachdem ich sie nur aus der Kühlung genommen, auf das Blech gelegt und kurz an der Raumluft stehen gelassen hatte.
Endlich ist es geschafft: Heute ist der letzte offizielle Arbeitstag unseres alten UniCycle-Leergutautomaten. Am Montag Morgen heißt es zwar noch kurz "Arbeitsplatz aufräumen", aber dann war's das. Dann gibt es eine goldene Pfandflasche und einen getränkerestfeuchten Händedruck und dann verlässt uns unser nicht immer gesunder Kollege für immer. Er gibt uns allen übrigens ein persönliches Motto mit auf den Weg. Es heißt: Viel Feind, viel Ehr! – damit dürften die letzten gut 7,5 Jahre ausreichend beschrieben sein.
Eine Röhre ist schon vor einer Weile ausgefallen, aber nun hat noch die zweite Röhre im selben Segment den Geist aufgegeben und darum besteht nun auch an dieser Baustelle akuter Handlungsbedarf. Wie sieht das denn aus…
Bis vor ein paar Jahren hat mich eine Firma mit Bonbons in Dosen beliefert, die wir hier im Markt in einem Metalldrehständer hatten. Zu Beginn der Belieferung hatten wir einen ganz schlanken Metallständer, der sich hervorragend an exponierter Stelle vor der Kasse unterbringen ließ und bei dem wir ständig die Bonschen haben nachfüllen müssen.
Dann haben wir irgendwann den großen Drehständer ("da passt mehr Ware drauf!") bekommen, der allerdings aufgrund seiner Ausmaße einen neuen Platz bekommen musste. Und schon verkauften sich die Dosen nicht mehr annähernd so gut wie vorher. Irgendwann kam dann der Vertreter gar nicht mehr und irgendwann danach haben wir dann die ablaufenden Reste zum Sonderpreis abverkauft und das Gestell eingemottet.
Das ist jetzt bestimmt drei oder vier Jahre her. Und nun ruft die Firma an und fordert das Metallgestell zurück bzw. würde es jetzt, falls ich es nicht mehr hätte, mit knapp 100€ in Rechnung stellen. Natürlich ist es deren Eigentum – aber in über zwei Jahrzehnten Einzelhandel habe ich sowas zum allerersten Mal erlebt. Solche Aufsteller sind Verschleißteile. Metall oxydiert, Anstriche verkratzen, Rollen setzen sich fest, in allen Ritzen und Kanten hängt der Dreck und so weiter… Solche Teile werden eigentlich immer und überall nach einer Weile entsorgt, da dies meistens in beiderseitigem Interesse ist. Man möchte ja als Hersteller auch keinem neuen Kunden einen unansehnlichen Aufsteller in den Laden stellen.
Ich glaube aber, das Teil steht noch bei mir in der Halle. Werde ich in den nächsten Tagen mal nachsehen. (War übrigens auch ganz putzig. Als ich dem Anrufer sagte, dass er sich Ende nächster Woche nochmal melden solle, wurde er ganz hektisch. Jungejungejunge, da melden die sich jahrelang nicht und dann soll man innerhalb von zwei Tagen eine Antwort abliefern…)
Und hier die Interpretation eines Obdachlosen in Florida, die ich persönlich bedeutend tiefgängiger finde. DAS ist Musik, die wirklich unter die Haut geht:
Ich rief zu Ines, die gerade in der letzten halben Stunde Melonen aufgeschnitten und eingepackt hat: "Soll ich dir mal Fruit Ninja auf dem Handy installieren? Findet die Kleine bestimmt lustig."
Mit meinen Mitarbeitern und dem Brotlieferanten standen auch zwei ziemlich kaputte Typen mit mehreren Tüten Leergut vor dem Laden. Dudeldick waren sie und schliefen augenscheinlich vor dem Leergutautomaten schon fast im Stehen ein.
Der eine lief vor dem Spirituosenregal hin und her überlegte, was er für sie beide zum Nachtanken kaufen könnte. Seine Wahl fiel schließlich auf das Produkt mit dem besten Preis-Dröhnungs-Verhältnis – "Klarer", also letztendlich Alkohol, der mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt wurde.
Der andere nahm sich derweil ein Eis aus der Eistruhe und aß es gleich noch im Laden auf und knüllte sich die Verpackung in die Tasche. Ich wusste schon, warum ich die beiden die ganze Zeit vom Büro aus beobachtet hatte.
An der Kasse ließ ich sie das Eis mitbezahlen. Weitere Diskussionen und Erklärungen sparte ich mir allerdings, denn ich glaube, dass sie von all dem nicht ernsthaft viel mitbekommen haben. Sie wirkten auf mich tatsächlich schon so, als wären sie kurz vor nicht mehr ansprechbar.
Und es gibt wirklich noch Leute, die darauf reinfallen?!
Von Peter Ruen. Ref: Hinterlegungsnummer: 3326JX26548 Ich bin der Abschlussprüfer und Leiter der EDV-Abteilung von ABN-AMRO Bank in der Niederlande, und ich hatte das Glück, ein Konto eröffnet, um eine Zugehörigkeit zu entdecken Kunden meiner Filiale während unseres zweiten Quartal die Überwachung auf 5. Mai 2015 Ich bin total Schock zu entdecken, dieses Konto war DORMANT für eine so lange Zeit. Als ich tief untersucht, indem der zugeordneten nächsten Angehörigen ich auch gefunden, dass die nächsten Angehörigen auf dieses Konto war ein indonesischer, die in gelebt London für mehr als 61 Jahre, starb auch und niemand hat auf diesem Konto nach dem Tod des Verstorbenen betrieben. Ich beschloss, meine Position bei der ABN AMRO-nutzen, um mit Ihnen zu kommunizieren, so dass wir die Mittel zu erreichen und übertragen zu Ihrem Land reibungslos. Wir führen jede profitable Anlage der Mittel in Ihrem Land legal. Alle offiziellen Dokumente für die Ansprüche wird erhalten in Ihrem Namen, um mit den internationalen Transfer Vorschriften zu erfüllen, so brauchen Sie nicht zu fürchten. Wenn das Geld in Ihrem Konto, ich werde herunterkommen nach drei (3) Monate, meinen Anteil zu empfangen und auch mit Ihnen besprechen, auf die Investition. Der Verstorbene Kontostand Summe ist $31,000,000 USD. De Konto ein USD Konto mit der ABN-AMRO Bank betrieben. Bitte antworten Sie sofort durch meine private E-Mail (peterruen@aim.com), wenn Sie wirklich daran interessiert, mit mir bei dieser Transaktion zu arbeiten. Ich werde meine Position und Einfluss zu nutzen, um die rechtliche Zulassung und Weitergabe dieses Fonds in Ihrem Konto mit den entsprechenden Freiraum von Auslandszahlungsabteilung zu bewirken. Sie stehen bis zu 40% erhalten, während 60% für mich und meine zuversichtlich Kollegen im Büro sein. Ich gebe Ihnen mehr Details über Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Peter Ruen.
Hier im Markt in der Gastfeldstraße sind in nächster Zeit (Im Idealfall noch im Laufe dieses Jahres!) noch einige Baumaßnahmen und Investitionen geplant:
· Neuer Leergutautomat
· Notausgänge / Brandschutz optimieren
· Neuer Kassentisch, inkl. Zigarettenspender
· Komplett neue Kühlanlagen
· Zusätzliches Kühlregal für Salate und empfindliches Obst
· Alle Getränkekühler zu einem Regal zusammengefasst
· Neue O&G-Abteilung
· Komplett neue Elektroinstallation
· Neue Videoanlage, LAN-Technik
· Neugestaltung Getränkeabteilung, inkl. Regale
· Neue Einkaufswagen
· Neuanstrich der Wände und der Decke
· Neugestaltung der Backwarenregale
· Evtl. Anbau im Außenbereich für z.B. Leergutlager
· Komplette Beleuchtung auf LED umstellen
· Evtl. Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen
Ein Stammkunde klingelte an der Leergutannahme. Ich ging hin und sah ihn vor dem Leergutautomaten stehen und mir ein paar paar Einweg-Plastikflaschen entgegenhalten. Am UniCycle leuchtete die grüne Lampe und es stand auch keine Fehlermeldung auf dem Display, augenscheinlich war alles okay.
"Nimmt der Automat die nicht?", erkundigte ich mich.
"Der funktioniert nicht", erklärte der Mann.
"Haben Sie es schon probiert? Was passiert denn da?"
Während er in die Öffnung für die Flaschen schaute, zeigte er auf mehrere Punkte an und in dem Gerät und begründe detailliert, warum der Automat nicht funktionieren würde. Eine Lampe würde nicht leuchten, ein Förderband sei nicht an der richtigen Position und so weiter.
"Tun Sie mal eine Flasche rein."
Er tat's, aber bekräftigte dabei noch einmal, dass das definitiv nichts bringen wür… nanu…? Das geht ja. Na, sowas.
…und wenn der Automal mal fehlerfrei funktioniert, kommt einer daher und behauptet, dass er kaputt sei. Wenigstens ist das in der Zeit mit unserem Rücknahmegerät auch nochmal passiert. Was kommt als nächstes?