In den letzten Wochen hatte ich hier eine noch bis heute laufende Oster-Ausmalbilder für Kinder ausliegen. Wer das bunt ausgemalte Blatt abgegeben hat, bekam eine kleine Überraschung, meistens in Form eines kleinen Schokoriegels, und das Bild wurde hier im Laden aufgehängt.
Den "Kinderriegel", den eine Kollegin einem etwa drei- bis vierjährigem Jungen in die Hand drückte, nahm er dankbar und mit leuchtenden Augen, aber komplett wortlos entgegen.
Seine Mutter konnte das so natürlich nicht hinnehmen und stubbste ihren Nachwuchs vorsichtig in die gewünschte Richtung: "Naaa, was sagt man zu der Tante?"
"Arschloch."
Auf dem Monitor der Videoanlage erblickte ich zwei Personen, die ich aus irgendeinem Grunde direkt als "VP" (interne Abkürzung bei uns für "Verdächtige Person") einstufte. Möglicherweise waren ihre aufgeblähten Lederjacken Schuld daran, da unsere "Lieblingszielgruppe" (die in dieser Gegend stark vertretenen, in Gruppen auftretenden und extrem gewaltbereiten Heranwachsenden) diese auch gerne trägt.
Irgendwann fiel mir bei einem der beiden Männder der Schriftzug "POLIZEI" auf dem Rücken auf und bei genauerer Betrachtung passte auch der Rest dazu.
Kann ja mal vorkommen.
Die meisten Ausdrucke, die ich hier im Format A1 erstelle, sind meine Fensterplakate mit den wöchentlichen Angeboten – und die sind überwiegend weiß mit etwas Text drauf.
Und dann möchte ich einmal ein richtig fett bedrucktes Plakat für eine spezielle Werbeaktion erstellen, mit ganz viel Schwarz und kräftigen Farben, und dann ist doch nach rund 4/5 die Papierrollte zuende. Also noch einmal...
Und für die interessierten mitlesenden Kunden:
Die folgenden Bilder sprechen wohl für sich. Während die Regale bestück wurden, hat sich niemand mehr die Mühe gemacht, die Pappe zu entsorgen. Wichtig war, dass die Ware platziert wird und so flogen sämtliche Kartons erstmal einfach auf den Boden.
Fertiggerichte und Nährmittel:
Blick nach hinten in die zukünftige Getränkeabteilung. Rechts im Bild sieht man schon das teilweise eingeräumte Waschmittelregal.
Blick durch einen der beiden Hauptgänge direkt in Richtung Kasse. Es lag wirklich
alles mit Pappe voll, die das Packteam der SPAR in den Gängen verteilt hat. Abends kamen wir dann und haben den Kram weggeräumt. Tagsüber war dazu einfach keine Ruhe...
Vorhin, es war gerade kurz nach fünf Uhr, lief ich hier durch eine der Seitenstraßen. Noch nicht ganz wach, Hände in den Taschen, Netbook unter dem Arm und in Gedanken noch im warmen Bett. Plötzlich hörte ich über mir jemanden rufen: "
Hallo. Tanz mal."
Die Rufe ignorierend ging ich weiter. Warum sollte ich mich auch angesprochen fühlen? Da rief die Stimme wieder: "
Hey, du da. Tanz doch mal bitte."
Ich blieb stehen und sah nach oben. Da stand eine nicht unhübsche Frau auf dem Balkon und erklärte, dass sie jemandem zum tanzen bringen soll und bat darum, dass ich für sie auf der Straße tanze. Wenigstens ein bisschen. Oder vielleicht nur auf dem Kreis drehen, mit den Armen nach oben, das würde auch reichen.
"
Och, nöö, nicht morgens um fünf", sagte ich zu ihr. Sie bettelte weiter: "
Dann eben nur ein bisschen mit dem Hintern wackeln. Das würde mir schon reichen."
Nee. Auch das nicht. Vielleicht zu einer anderen Tageszeit. Aber nicht so früh am Morgen, wenn man gerade mühsam die Bettschwere gegen Arbeitseifer auszutauschen versucht.
Inzwischen sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass hier endlich die Ansätze eines Lebensmittelladens erkennbar sind: Die ersten Regale füllen sich mit Waren.
Hier hat uns die jahrelange Berufserfahrung vor der Selbstständigkeit geholfen: Noch bevor wir die Ware bekamen, hatten wir im Grunde sämtliche Regalböden schon so eingebaut, wie sie später hängen sollten. Ziemlich genau hatten wir im Kopf, welche Produkte wo stehen sollen und auch, wieviel Platz sie benötigen würden.
Auf diese Weise konnten wir im Vorfeld schon über 90 Prozent der Fachböden einhängen, so dass das eigentliche Einräumen der Regale angenehm zügig vonstatten gehen konnte.
So eine riesige Auswahl Dosenbier (und auf dem Foto fehlen ja noch etliche Artikel) gab es damals. Heute, im Einwegpfandzeitalter, sind die hierzulande erhältlichen Sorten (zumindest gefühlt) deutlich weniger geworden...
Links im Bild unser erstes H-Milch-Regal. Das ist dann im Laufe der Jahre mehrmals gewandet. Das einzige Sortiment hier im Laden, dass so oft und so weit "umgezogen" ist.
Nachdem die Renovierungsarbeiten nun größtenteils abgeschlossen sind, wird immer mehr Material angeliefert. Hier sind die beiden Eistruhen, die wir von Langnese gestellt bekommen haben. Die Linde-Truhe mit den Glaswänden haben wir heute noch im Einsatz.
Full House, oder in diesem Fall: Full Lot. Kältemonteure, SPAR-Mitarbeiter, Vertreter, diverse Handwerker und wir selber haben unsere Autos dort abgestellt. Den Anblick habe ich hier in der Form immer noch mindestens
einmal pro Woche.
Im ursprünglichen Konzept hatten wir hier die Filiale einer Bäckerei mit im Markt. Der Backshop musste komplett neu gebaut werden, angefangen bei den Leitungen für Wasser und Abwasser. Hier sieht man die Leitungen schon und später werden daran zwei Waschbecken und der Backofen hängen.
Ein Kunde stellte mir ein paar Fragen bezüglich unserer Öffnungszeiten in den nächsten Tagen. Ich hatte das Gefühl, er wollte nur seine Meinung bestätigt haben – umso enttäuschter schien er, als ich ihm die Wahrheit sagte.
Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sind nunmal Feiertage und daran, dass wir an den Tagen nicht öffnen dürfen, ändert auch unserer regulärer Rund-um-die-Uhr-Betrieb nichts.
Morgen geht es hier im Blog vollautomatisch mit Teil 57 und Teil 58 der Bilderserie weiter und von mir gibt es frischen "Stoff" wieder am Samstag. Ich halte hier in der Firma heute noch rund zwei Stunden durch wünsche euch allen schonmal morgen einen schönen und erholsamen Feiertag.
Aufmerksame Blogleser haben sie inzwischen schon häufiger gesehen: Meine Pappmaché-Kuh, im ersten Augenblick schon liebevoll
Berta getauft. Warum sie ein weißes und ein schwarzes Horn hat, habe ich nie herausgefunden. Und ich habe auch nie daran etwas geändert. Berta ist eben so. Basta.
Wenn man einen leeren Laden zum erten Mal mit Ware auffüllt, unterscheidet sich das vom routinierten Nachfüllen deutlich. Die Platzierungen existierten noch gar nicht, darum mussten wir uns erstmal einen Überblick verschaffen, was alles geliefert worden war und dann die Artikel irgendwie in den Regalen unterbringen.
Um sich irgendwie einen Überblick verschaffen zu können, haben wir zunächst
sämtliche Ware thematisch sortiert vor die Regale gestellt. So wie auf diesem Bild sah es im Grunde im ganzen Laden aus:
Sie gehören dazu, aber eigentlich möchte ich den Anblick lieber vergessen: Auszeichner. Gut, wir haben heute immer noch welche im Einsatz. Vor allem, um Artikel mit Sonderpreisen zu versehen.
Die Zeiten, dass wir
jeden Artikel im Laden mit einem Preisetikett versehen mussten, sind zum Glück längst vorbei. Diesen Krampf habe ich mir hier ein halbes Jahr angetan, dann habe ich aufgerüstet und das Warenwirtschaftssystem mit Scannerkassen angeschafft.
Unter den Auszeichnern sieht man übrigens die große energiefressende Tiefkühltruhe, die inzwischen auch schon nicht mehr existiert.
Eben rief ein Mann an und erkundigte sich nach der Kühltruhe, die ich zu verkaufen hätte.
Wie, Kühltruhe?
Er erklärte, dass er im Internet gesehen hat, dass ich hier Tiefkühltruhen zu verkaufen hätte. Wo er das genau gesehen hat / haben will, konnte er mir nicht sagen ("im Internet"), aber wie auch immer – hier ist keine Kühltruhe zu verkaufen.
Könnte ja auch ein Aprilscherz gewesen sein, aber eigentlich wirkte der Anrufer nicht so, als ob er die Anfrage nicht ernst gemeint hätte.
Und wieder eine große Lieferung: Im 7,5-Tonner der Tischlerei stapeln sich viele Holzteile mit hellgrauer Beschichtung.
Wenige Stunden später formten sich daraus die beiden Unterbauten für die Gemüseabteilung. Von der Idee war das damals toll, gerade auch das "Dach" zwischen den beiden Stützen finde ich nicht schlecht.
Leider hat das "Dach" auch einen gewaltigen Nachteil gehabt. Davon abgesehen, dass die Gesamtfläche zur Obst- und Gemüsepräsentation einfach nicht ausreichend war, sind die Kunden am Gemüse schlicht und einfach vorbeigelaufen, weil sie nur eine Seite gesehen haben. Die Rückseite vom Dach und das einseitige Teil dahinter, wurde häufig übersehen – wenn man nicht gerade mindestens 1,75m groß war.
Im Jahre 2004 verschwand diese Konstruktion und wurde gegen das bekannte "U" ausgetausch, das wiederum bei meinem diesjährigen Umbau ebenfalls wieder abgebrochen werden wird.
Tataaaaaa: Der erste SPAR-LKW vor unserer Tür!
Oha, damals hatten wir hier noch Parkuhren an der Straße stehen. Die sind aber schon ziemlich lange weg. Ich kann mich gar nicht mehr an die Zeit vor dem Parkscheinautomaten erinnern.
Das war damals sehr aufregend. Mit jedem abgeladenen Rollbehälter ließ ich erstmal einen Blick über die Kartons wandern. Nicht für die Wareneingangskontrolle, sondern rein informativ. Es gab so viele Produkte, die wir teilweise gar nicht kannten und nur anhand des Namens bestell haben.
Es folgte das, was folgen musste – und was uns in den Jahren danach glücklicherweise nur sehr, sehr selten passiert ist:
Trit0r möchte wissen:
Was ist eigentlich aus Deiner "Hauskatze" geworden, die während der großen Baustelle auf der Strasse ständig in den Laden kam???
Du meinst vermutlich Lilly, die ich z.B.
hier und
hier und
hier erwähnt habe.
Ehrliche Antwort? Keine Ahnung. Seitdem die Baustelle weg ist, habe ich die kleine Miezmau nicht wieder gesehen. Hoffen wir einfach mal, dass ihr auf der befahrenen Straße nichts zugestoßen ist...