Ängstlicher Zigarettenkäufer
Ein etwas heruntergekommen wirkender Kunde wollte zwei Stangen Zigaretten kaufen. Da diese bei uns an der Kasse (bewusst und aus verschiedenen Gründen) nicht an der Kasse über eine Warengruppentaste erfasst werden können, buchte mein Mitarbeiter sie auf "Lebensmittel".
Der Man bezahlte mit einer ec-Karte, von der er zielsicher die PIN eintippte – und zog ein besorgtes Gesicht, als der den Kassenbon betrachtete: "Was ist, wenn mich die Polizei anhält? Da steht gar nicht drauf, dass das Zigaretten sind."
Naja, abgesehen davon, dass zwei Posten "Lebensmittel" mit den zufällig den Stangenpreisen entsprechenden Summen schon ein sehr offensichtlicher Beweis sind, könnte die Polizei ja auch direkt hier anrufen und sich den Kauf bestätigen lassen.
Viel mehr beschäftigt meinen Mitarbeiter und mich jetzt, warum der Kerl wohl so eine Sorge vor der Polizei hat...
Der Man bezahlte mit einer ec-Karte, von der er zielsicher die PIN eintippte – und zog ein besorgtes Gesicht, als der den Kassenbon betrachtete: "Was ist, wenn mich die Polizei anhält? Da steht gar nicht drauf, dass das Zigaretten sind."
Naja, abgesehen davon, dass zwei Posten "Lebensmittel" mit den zufällig den Stangenpreisen entsprechenden Summen schon ein sehr offensichtlicher Beweis sind, könnte die Polizei ja auch direkt hier anrufen und sich den Kauf bestätigen lassen.
Viel mehr beschäftigt meinen Mitarbeiter und mich jetzt, warum der Kerl wohl so eine Sorge vor der Polizei hat...
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Comments
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schneckchen on :
md on :
tkeller on :
Bröen on :
Herr Harste geht ja - wie man hier immer wieder lesen kann - auch sehr nach dem Aussehen seiner Kunden. Sieht man gammelig aus, wird man eher respektlos beschrieben (und behandelt).
Dieses Schubladendenken ist so erbärmlich - ungerechtfertigte Vorverurteilungen, die mich immer wieder an dieser beschissenen Gesellschaft verzweifeln lassen. Ja, ich sehe auch manchmal leicht verwahrlost aus und spreche aus eigenener Erfahrung.
CeeDee on :
Bröen on :
Die Grünen - die Polizei - ja, das ist eine Schublade für die Uniformität der Organisation, aber nicht für die Individuen in den Uniformen, die auch sehr nett sein können. Das Schubladendenken - nach dem äusseren Anschein gehen - wird denen doch von oben verordnet und in der Ausbildung antrainiert.
Solche Umschreibungen wie der immer wieder gern erwähnte südländische Typ? Sehr dezent...
1 zahlen, 3 mitnehmen
Es gibt da noch genug andere Beispiele.
krustyDC on :
In welchem Land und zu welcher Zeit soll denn jemals irgendwo und irgendwann nicht in Schubladen gedacht worden sein? Meine Güte, selbst die Tierwelt denkt in Schubladen. In welchem Elfenbeinturm bist du denn geboren?
Bröen on :
2. Seit wann denken Tiere? Ich bin kein Tier.
3. Kein Elfenbeinturm. Du bist doch schon wieder das beste Beispiel, du profilierst dich - fühlst dich bestimmt großartig dabei, vielleicht Stolz, hast mich sofort in eine Kategorie eingeteilt. Ist in Ordnung, du darfst dich gut fühlen.
Drawer on :
Bröen on :
Drawer on :
Es steckt keine böse Absicht dahinter, auch wenn einem das - zugegeben - manchmal so scheinen mag, sondern reine Psychologie.
High on :
Und ganz unschuldig ist man an seinem eigenen Auftreten ja auch nicht, wenn ich mit meiner abgegriffenen Lieblingsjacke in den Elektromarkt gehe ist mir auch klar, dass ich von allen lameras verfolgt werde, vor allem wenn man dann noch die Frechheit besitzt rumzuschauen anstatt zielstrebig zu kaufen.
Bröen on :
Eine art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Ich mag in dem Zusammenhang nicht an Schuld denken. Ich sehe ja nicht absichtlich so aus, mein Auftreten ist keine Provokation oder Protesthaltung. Ich ziehe Kleidung an, bis sie nicht mehr flickbar auseinanderfällt, meine ältesten Hosen sind von Anfang der 90er. Egal.
Psycho on :
Bröen on :
Blogolade on :
Anonymus on :
Daß Leute im öffentlichen Raum aufgrund ihres Äußeren unterschiedlich beurteilt werden, mag nicht in jedem Einzelfall berechtigt sein. Andererseits ist das doch normal und pragmatisch (man reagiert doch selbst so). Insofern kommt mir die Kritik daran hier etwas überzogen und ideologisch vor.
Dompfaff on :
Dompfaff
Till on :
Mapaed on :
Fakt:
Er kauft zwei Stangen Zigaretten. Legal. Mit seiner EC-Karte. Mit der PIN. Bekommt einen Kassenbon dafür.
Frage:
Wieso ist er da dann nervös? Fürchtet er dass er von der Polizei kontrolliert wird?
Mit Kassenbon, auf dem auch die Kartennummer/Bankverbindung draufstehen dürfte ...
So es seine Karte ist ... plus der Möglichkeit der Rückversicherung bei Björn dass "Lebensmittel" auch Zigaretten einschliesst ...
Hmm ... da hat wohl jemand oft genug begründet Ärger mit der Polizei bekommen und ist selbst dadurch selbst bei einem legalen Einkauf immer noch paranoid ob einer potentiellen Verfolgung/Kontrolle.
Dass ein etwas "heruntergekommenes Aussehen" ein Indiz für Ladendiebstahl etc. sein kann ... wer das bestreiten will ist realitätsfremd ...
Das zwingende "wer einen alternativen Zugang zur Körperhygiene hat ist gleich kriminell" ... das gehört ins Reich der Legende. Not true.
Jemand der aber beim legalen Einkauf von zwei Stangen Zigaretten per EC-Karte bezahlt nervös reagiert ... auf kleinsten Anlass ...
Da sind definitiv schlechte Vorerfahrungen vorhanden. Mit nachgewiesenen Diebstählen / Betrügereien ... er als "alter Bekannter" der Jungs in Grün.
knusperzwerg on :
Vincent on :
Natürlich ist das nicht schön. Das hat aber nichts mit Rassismus und vorurteilen zu tun. Da können sich die Betroffenen bei ihren Landsleuten bedanken, die es eben nicht so genau mit Gesetzen nehmen und dadurch - obwohl sie nur einen geringen Anteil ausmachen - den Ruf aller ruinieren.
Wir Deutsche (oder auch allgemein weiße) haben in genügend anderen Ländern auch einen beschissenen Ruf, weil wir eben über einen Kamm geschert werden.
Kurzum: der arme Kerl wird vermutlich einfach schlechte Erfahrungen haben - ob zu Recht oder Unrecht werden wir wohl niemals erfahren - und deswegen ist er so nervös.