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Kritik an der Spontankündigung

Eine Kollegin hat sich darüber beschwert, daß ich einfach jemanden gehen lasse, ohne die Kündigungsfrist zu nutzen.

Natürlich sind ihre Argumente berechtigt. Aufgrund meines spontanen Entgegenkommens haben wir hier kurzfristig einen personellen Engpass gehabt. Ja, nun - andererseits hätte jeder andere von mir dieses Entgegenkommen ebenfalls bekommen, wenn sich von heute auf morgen die Chance ergeben hätte, im Wunschberuf eine Anstellung zu bekommen. Das sollten sich bitte alle kritisierenden Mitarbeiter stets vor Augen halten.

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PLUS EINS am : Kündigungsfrist immer sinnvol?

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Nun, hätte Bjoern in diesem Fall auf die Einhaltung der Kündigungsfriste bestanden, was wäre damit erreicht? Gar nichts. Die Folge wäre entweder ein Krankenschein oder mindestens eine demotivierte Mitarbeiterin gewesen, also eher hinderlich als nützlich. Der Personalengpass entstand genau zu dem Zeitpunkt als seine Mitarbeiterin kündigte, nicht als Bjoern sie gehen liess. In dem Fall war die Entscheidung ...

Kommentare

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Sebas am :

Du bist im Zweifel immer der Arsch. Bestehst Du auf die Frist, bist Du der fiese Arbeitgeber, der die arme Frau am Fortkommen hindert, tust Du's nicht, bist Du auch blöd. Es gibt Positionen, da hat man selten die Möglichkeit, es "richtig" zu machen.

Fabian am :

Ich finde es in Ordnung, dass sie sich beschwert. Darf sie, ist auch gut so.

Aber du hast deinen Standpunkt und du hast das Recht, diesen Standpunkt durchzusetzen ;-)

Versuchs nicht immer allen recht zu machen...

nordfuchs am :

Wer gehen will, den sollte man ziehen lasse. Wenn man auf die Einhaltung der Kündigungsfrist besteht, hat man fast immer am nächsten Tag den gelben Schein auf dem Tisch und bleibt auf etwa 40% der Lohnkosten sitzen. Dazu muß auch noch die Arbeit der fehlenden Person erledigt werden. Seltsammerweise beschweren sich die anderen Mitarbeiter dann fast nie. Wie man es auch macht, es ist immer schwierig. Bei beruflicher Veränderung, insbesondere in den Wunschberuf, würde ich auch niemanden behindern. Haste genau richtig gemacht!
Gruß, Volker

RobT am :

Stichwort: Auflösungsvertrag

Ohne Kündigungsfristen und ohne, daß eine Seite das Gesicht verliert.

Tommy am :

Man sollte natürlich auch bedenken, daß es "nur" eine Anstellung im Supermarkt ist, also keine, auf die insbesonders junge Menschen gleich eine Lebensperspektive aufbauen, sondern es eher als Nebenjob oder aber Übergangslösung ansehen.
Ich denke es ist richtig, bei diesen Mitarbeitern ganz andere und großzügere Maßstäbe anzusetzen, da ein Nebenjob niemals der eigenen Entwicklung im Weg stehen sollte.

Sordon am :

Na ich finde es von der Mitarbeiterin etwas merkwürdig, erst einen Tag vorher Bescheid zu geben, das sie einen neuen Job hat. Was ist das denn für ein Laden, wo sie so kurzfristig erfährt das sie den Job hat. Oder, wie erwähnt hattet ihr da ja drüber gesprochen, nicht schon früher angkündigt, das sich da was tun kann. Sollen sie sich daher eher bei der ehemaligen Kollegin beschweren.

Björn Harste am :

@Sordon: Doch, das war schon okay. Ihre neue Firma ist relativ klein und brauchte dringend einen neuen Mitarbeiter. Neben ihr gab es noch einen Bewerber, der (auch) sofort anfangen konnte. Hätte ich da auf eine Kündigungsfrist bestanden, hätte sich der neue Job erledigt gehabt.

Sordon am :

OK, dann ist es verständlich. Tja man sollte immer erst urteilen, wenn man alle Fakten hat. ;-)

Trantor am :

"Flexibilität ist ein Zeichen von Intelligenz" pflegte ein Ausbilder von mit immer zu sagen. Welchen Wert hat es, wenn man auf die Kündigungsfrist besteht, dem Arbeitnehmer die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz verdirbt, der AN nur noch lustlos auf die Arbeit kommt oder gleich den gelben Urlaubszettel bringt? Damit ist keinem geholfen.

Quirinus am :

Der Fall ist klar.

1. Daß Leute heute von einem auf den anderen Tag einen neuen Job bekommen oder auch gefeuert werden, wird allmählich zur Regel. That's the American way of life.

2. Der Shopblogger hat richtig gehandelt.

3. Wenn sich eine Kollegin darüber beschwert, daß sie sich eines Engpasses (also einer Unbequemlichkeit) wegen über menschlich korrektes Handeln des Arbeitgebers beschwert hat, dann stimmt etwas mit der Kollegin nicht. Ich tippe auf heimlichen Neid derjenigen gegenüber, die die neuen Job bekommen hat.

Dies sage ich nach 13 1/2 Jahren im Einzelhandel und den entsprechenden Erfahrungen mit der sog. Kollegensolidarität auch und gerade unter Frauen.

Es grüßt, Trantor zustimmend und sich mit dem Shopblogger solidarisierend, Quirinus aus Bremen.

Quirinus, nochmal am :

Oh! da'ss mir n peinlicher Fehler passiert. Die Wörter "darüber beschwert, daß sie sich" sind zu tilgen. Weiß ich.

Peter am :

Ich finde auch, dass Björn richtig gehaldelt hat. Wenn man allerdings die Regeln relativiert (in diesem Fall die Regeln des Arbeitsvertrags), dann sollte man tunlichst aufpassen, dass man nicht unglaubwürdig wird. Sonst tanzen einem die Mitarbeiter ganz schnell auf der Nase herum...

rene am :

menschlich genau richtig gemacht.

mfg

Peter am :

Jaja "menschlich richtig" auf jeden Fall. Björn ist aber Geschäftsmann und nicht der barmherzige Samariter. Deswegen sollte man eben vorsichtig sein.

Quirinus am :

@ rene:

"Björn ist aber Geschäftsmann und nicht der barmherzige Samariter."

Du hast es sicherlich nicht so gemeint; doch die Übersetzung dieses oft gehörten Arguments ins Gegnewärtige Deutsch würde lauten: "Björn ist aber Geschäftsmann und daher nicht für andere, sondern nur für sich und seinen Laden und seine Angestellten verantwortlich."

So aber wird stets argumentiert, wenn 32.000 oder auch 'nur' 8.000 Arbeitsplätze um der Rendite willen vernichtet werden sollen. Es nützt dem jeweiligen Unternehmen kurzfristig, schadet aber bekanntlich der Gesellschaft, mit Folgen, die für alle, die auch nur 1 Gramm Hirn im Kopf haben, längst absehbar sind.

Merke: Auch Geschäftsleute haben Samariter zu sein, sprich: sich sozial zu verhalten, nämlich im Sinne jener lebensklugen Moral, von der die Gelehrten vor 2000 Jahren mehr wußten als heute alle BWL-Fuzzis zusammengenommen. Deshalb sei das Gleichnis hier noch einmal wärmstens zur Lektüre empfohlen.

Peter am :

Mensch, konnte ich mal wieder nicht verheimlichen, dass ich BWLer bin. Asche auf mein Haupt.

Spaß beiseite. Da du mir erklärt hast, wie das Gleichnis wohl gemeint ist, sage ich es nochmal: Björn hat menschlich richtig gehandelt. In diesem Fall macht das nichts aus. Wenn er das allerdings zu oft (ZU OFT) macht, dann besteht die Gefahr, dass er irgendwann die Glaubwürdigkeit als Chef verliert. Deswegen sollte man vorsichtig sein.

Was anderes hab ich nicht gesagt. BTW: Das Gleichnis habe ich auch davor schon verstanden.. :-)

simoench am :

Die besten Chefs haben Autorität UND sind menschlich.
Bei dir klingt's als ob Menschlichkeit eine Schwäche sei.

Peter am :

Das habe ich nicht geschrieben. Wie kommst du darauf, dass ich das meine?

simoench am :

Es klingt in diesem Satz an:
"Wenn er das (menschlich handeln) allerdings zu oft (ZU OFT) macht, dann besteht die Gefahr, dass er irgendwann die Glaubwürdigkeit als Chef verliert."
Für mich klingt das nach Menschlichkeit contra Glaubwürdigkeit, also Autoritätsverlust. Und da finde ich, das beides geht und Björn so lange menschlich sein darf wie er will. Solange er nur konsequent ist.
Wenn du das nicht meinst musst du das nochmal anders erklären.

Peter am :

Nee, ich erklärs nicht mehr. Du hast es mit *Autorität und Menschlichkeit* perfekt ausgedrückt. Das meinte ich...

Adi-Puma-Proll am :

>> im Wunschberuf eine Anstellung zu bekommen.
>> Das sollten sich bitte alle kritisierenden Mitarbeiter stets
>> Augen halten.

:applaus: Bist ein guter chef!

Michael am :

Irgendwie wird mir ein Teil deiner Mitarbeiterschaft durch diverese Blogeinträge immer undsympatischer... :/
Hoffentlich sind die nicht wirklich so wie ich mittlerweile denke, dass sie sind ohne sie zu kennen.

Anonym am :

Da ich von vorn herein mit Björn darüber gesprochen habe, bin ich froh, dass er mir die Möglichkeit zu diesem Job gegeben hat. Ausserdem war der Job bei Spar nur Übergangsweise gedacht.
Es gibt manchmal Mitarbeiter, die die Chance mit dem gelben Schein, aber auch ohne gelben Schein oft nutzen und dass wollte ich nicht tun.

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