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Field Service Director

Ich habe auf Visitenkarten schon die beeindruckendsten Berufsbezeichnungen gelesen für die Leute, die sich früher "Vertreter" nannten. Key Account Manager ist heute ja schon fast normal.

Den Höhepunkt lieferte vor ein paar Tagen eine Dame, auf deren Karte unter ihrem Namen die Bezeichnung "Field Service Director" prangte

Bin ich eigentlich der einzige, der bei sowas nicht ehrfürchtig auf die Knie fällt?

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Comments

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Neuhauser on :

Unpassend empfindet das nur der nicht der Weltsprache Mächtige. Wer irgendeinen Laden betritt, weiß doch, was auf ihn zukommt.

Immer Besser Manuell on :

Field Service ist/war die IBM-Bezeichnung für einen Wartungstechniker. Quasi On-Site-First-Level-Support für IBM-Wartungskunden. Auch gern als "Field Circus" verballhornt.
Field Service Director wäre also jemand, der die ganzen Wartungstechies unter sich hat. Unterste Managementebene, sozusagen.

silentbob79 on :

Naja, aber wenn du vom Key Account Manager betreut wirst, heißt das doch, dass du ein Key Account bist, oder?

Und wenn du vom Field Service Director anstatt vom Field Service Agent (???) betreut wirst, musst du doch ein wichtiger Kunde sein. Kann aber natürlich auch sein, dass die regionale Field Service Division nur aus dem Field Service Director besteht

Kannst dir ja Visitenkarten mit CEO, CFO, CTO, C*O machen. Am besten alles auf einmal.

:-D

Jack Black on :

Field Service hiess früher “Bauer”.

Ingo on :

Ich wollte mir privat eigentlich schon mal Visitenkarten mit "Master of Thunder and Lightning" oder "Head of illusional creations" drucken lassen. :-)

Dauerkeks on :

Bei mir steht nur drauf "Experte". Reicht :-D

hartmut on :

Nein, wenn schon dann: Spezial-Experte

matthiasausk on :

Ich bezeichne mich gerne als MdK.

Mitglied der Krankenkasse.

0815 on :

Da ich relativ häufig mit englischsprachigem Klientel zu tun habe, ist es so, dass auch meine Karte entsprechend übersetzt werden sollte. Das hauseigene Marketing wollte daraus ein wüstes Geschwurbel machen, was ich nach langen Debatten unterbinden konnte. Jetzt steht dort in englisch exakt das was mein Business ist. Ohne irgendwelche aufplusternden Zusätze. Die Partner, mit denen ich zu tun habe, wissen zu welchen Themen ich ihr Ansprechpartner bin und das ist völlig ausreichend. Etliche andere Kollegen (vor allem auch Frauen, was mich doch verwundert hatte anfangs) führen Bezeichnungen, dass mir die Augen tränen. Es ist wohl so, dass eine klangvolle Visitenkarte oft mehr aussagt, als der / die Betreffenden können oder verantworten. Ich habe selbst erlebt, wie es bei einer Bekannten wirkt, die eine Niederlassung führt. Sie ist ein ganz normaler, liebenswerter Mensch. Aber ihr Umfeld (die eigene Familie z.B. !) erstarrt vor Ehrfurcht, weil auf der V-Card „Branch-Manager“ steht ...

Seb on :

Die Geschichte mit der Bekannten verstehe ich nicht. Für eine Niederlassungsleiterin ist Branch Manager die korrekte englischsprachige Bezeichnung - ganz ohne Übertreibungen und Beschönigungen.

Zeddi on :

Da hast du vollkommen recht - der "Branch-Manager" ist die absolute korrekte Übersetzung eines Niederlassungsleiters oder Filialleiters o.ä.. Selbst wenns nur ein sehr kleiner Laden mit 2 Personen oder so ist.

Das Problem ist hier eher das wir "Manager" mit "Manager" versuchen zu übersetzen.

Manager sind hier in D. in der Umgangsprache die "oberen 1% eines Unternehmens", die oberen Entscheidungsträger in Schlips und Kragen "unter" denen oft viele hunderte oder tausende Mitarbeiter "folgen".

Im Englischen ist das einfach nur ein eine Abteilungsleiter oder vorgesetzter oder auch nur schlicht eine art vorarbeiter.

Ein Service-Desk-Manager im Englischen könnte einer von drei Mitarbeitern am Service-Punkt eines großen Supermarktes sein, sagen wir mal so real-größe der Waren zurücknimmt, Kundenbeschwerden bearbeitet und von diesen 3 Mitarbeitern nur der "Leiter" oder "Entscheider" ist. Bei allen "Größeren" sachen geht der aber dann auch zum Store-Manager oder Branch Manager oder so. Also kein "Weltbewegender Posten.

Damit möchte man aber nicht durch "Coole Namen" beeindrucken sondern sind einfach normale Hierarchieformen in Amerikanischen Unternehmen. Idr. sind Amerikanische Unternehmen auch etwas hierachischer & bürokratischer aufgebaut - selbstständige Entscheidungen dürfen idr. nicht getroffen werden, die "Manager" haben dann ganz leicht höhere Befugnisse, sind dafür aber auch in den Strengen Unternehmensleitrichtlinien geschult.

0815 on :

Zeddi hat es auf den Punkt gebracht. Vielen Dank!

Bitte entschuldigt die sprachliche Unschärfe, die sich auf den ersten Blick nicht von selbst erklärt.

Es ist tatsächlich so, dass man zumindest in DE einen „Manager“ nicht als Leiter einer noch so kleinen Niederlassung wahrnehmen würde.

Bestes Beispiel ist der „mächtige“ VW-BR-Vorsitzende, den viele auch als „Manager“ wahrnehmen, was rechtlich weder gewollt noch zutreffend ist. Die Medien transportieren aber exakt diese Annahme.

Thomas' on :

Danke für die Erörterung hier. Mich nervt auch ständig, dass in Deutschland Leute das Wort "Manager" in Berufsbezeichnungen lesen und einfach 1:1 übersetzen.

Ebenso ein Klassiker ist die Fehlübersetzung von Vice President, der eben nicht ein Geschäftsführer ist, sondern nur ein Ressortleiter.

NormalZeit on :

COI – Chief of Outgoing Income

Amsel on :

Ein einfaches "Tndependently" würde auf Björns Visitenkarte reichen und trifft es genau.

Amsel on :

Ich meine natürlich Independently, sch... Handytastatur

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