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Tolle Werbung

Arne hat mir eine Mail geschrieben:
Hallo Björn, dein Artikel über das halbe Schwein hat mir ein Foto ins Gedächtnis gerufen, dass ich vor einigen Jahren in Hamburg geschossen habe.
Wenn die 15% einen entsprechend hohen Gegenwert bedeuten, zum Beispiel beim Kauf eines neuen Lamborghini Gallardo, würde ich durchaus mal den Busfahrer bestechen, mich mit seinem Fahrzeug zum Autohändler zu begleiten. ;-)


Incl. Verbrecherfoto

Dass als Kurzbewerbung meistens nur kopierte Zettel eingereicht werden, ist bei mir hier relativ normal und auch eigentlich immer vollkommen ausreichend. Mit etwas Glück hängt ein Foto an der Bewerbung dran, meistens sind die Bögen inklusive Bild mit einem Farbdrucker ausgedruckt worden.

Dieser Bewerber hat ein normales Foto mitkopiert, was die Qualität ansich schon ausgesprochen negativ beeinflusst. Das was man erkennen kann, sieht nach "Schnappschuss auf einem Discoparkplatz" aus: Autos im Hintergrund, Lederjacke und "Du kommst hier ned rein"-Blick. Foto hin oder her – das Bild macht insgesamt nicht nur keinen guten, sondern vor allem einen ausgesprochen abschreckenden Eindruck.

Fragen zum Thema "Containern"

Florian hat ein paar Fragen an mich:
Was hälst du eigentlich vom "Containering"?
Und viel wichtiger wäre ist so etwas bei dir überhaupt möglich?
Ich mein in deinem Laden, könnte ich mich da Nachts "ranschleichen" und mich nach belieben aus deinen Mülltonnen bedienen? Ich mein das ist ja für dich Abfall also könnte dir das ja egal sein! Oder spendest du gleich von vorne herein das meiste an Organisationen wie Tafeln oder ähnliches?
Und noch eine weitere Frage hätte ich, wie ist denn die rechtliche Lage zum Containering? Kennst du dich da aus? Könnte eine solche Aktion Diebstahl oder Hausfriedensbruch oder ähnliches sein?
Ich weiß, was in den Filialbetrieben weggeworfen wird und ich weiß auch, was bei mir im Müllcontainer landet. Daher betrachte ich Containern mit gemischten Gefühlen. In den Filialbetrieben werden mitunter in großem Umfang Lebensmittel weggeworfen, die absolut verkehrsfähig sind. Teilweise schon ein paar Tage vor Erreichen des MHD. Aufgrund der Unternehmensphilosophie sollen die Artikel nicht reduziert verkauft werden und laden im Müll. Eine fürchterliche Verschwendung, die ich auf keinen Fall gutheiße!
Bei mir dagegen landen sehr selten wirklich brauchbare Sachen im Abfall. Zum einen reduzieren wir hier die Artikel meistens rechtzeitig und verkaufen sie teilweise bis über das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Und wenn's für ein paar Cent(!) ist, nur um die Lebensmittel vor dem Müll zu retten. Noch essbares Gemüse spenden wir einem kleinen Verein, der Obdachlose betreut. Was hier bei mir im Müllcontainer landet, würde sogar ich im Normalfall nicht mehr essen. Kühlpflichtige Produkte, über deren Zustand ich nichts weiß, beschädigte Verpackungen die ihren Inhalt nicht vor Verunreinigungen schützen konnten und zum Teil auch besonders leicht verderbliche oder möglicherweise sogar gesundheitsgefährliche Ware aus Rückrufen und ähnlichen Fällen.

Zu den rechtlichen Fragen: Ganz klar Hausfriedensbruch und Diebstahl. Aber ganz ehrlich – wer würde deshalb tatsächlich jemanden anzeigen, der sich auf dem Gelände des Supermarktes nicht auffällig benimmt, Gegenstände beschädigt oder Sachen mitnimmt, die nicht zur Entsorgung vorgesehen waren?

Neue Scheibe kommt

Ein paar Tage müssen wir uns diesen Trümmerhaufen zwar schon noch ansehen, aber die neue Scheibe ist schon so gut wie da.
Die Versicherung ist informiert und der Glaser hat schon ausgemessen. Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass ich noch einmal die Kreditkarten-Aufkleber bekomme.


Noch während ich diese Zeilen schrieb, kam eine Kollegin ins Büro und berichtete mir, dass die Glaser da sind. "Blöder Laden", dachte ich noch. "Die waren doch vorhin schon da und haben die Scheibe ausgemessen. Da weiß doch die linke Hand nicht, was die rechte tut."

Aber damit lag ich völlig falsch. Die waren nur ganz besonders schnell. Die neue Scheibe wurde nämlich soeben schon völlig unerwartet eingebaut... :-)


Frage und Antwort

Schön, wenn ich auf diese Händleranfrage an einen Lieferanten
Sehr geehrte Damen und Herren,

eine meiner Kundinnen erkundigte sich nach Ihrem Produkt XYZ, das unser Lieferant vor einer Weile ausgelistet hat.

Auf Ihrer Website habe ich es auch nicht gefunden – wurde die Produktion eingestellt?
eine ausführliche Antwort bekomme, die sich an Endverbraucher richtet. Nicht, dass mir die Antwort nicht weiterhilft – aber irgendwie habe ich doch den Eindruck, dass meine Mail nur grob überflogen wurde... Man freut sich, dass ich den Artikel kaufen möchte und würde mich gerne auch weiter als Verwender sehen. Dann folgte noch eine nichtssagende Erklärung, wieso Artikel ausgelistet und verändert werden und abschließend bekam ich noch eine Liste mit Bezugsquellen hier in Bremen. Exklusive meinem eigenen Laden.

Für die beste Oma...

So stellt man sich doch die beste Oma vor: Durch Mehrfachverwendung des Briefumschlages ihrer kleinen Enkelin werden wertvolle Rohstoffe gespart und dadurch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Danke, Oma. :-)




Kaffeefrage

Rainer hatte folgende Frage:
Sehr geehrter Herr Harste,

vor einiger Zeit hatten Sie eine Erklärung für die merkwürdigen neuen Mischungen, zunächst bei ONKO-Kaffee. Jetzt steht auch auf einer anderen Marke (Eduscho) was von Karamell drauf. Gibt es noch 100%-Kaffee oder mischen bald alle Hersteller geschmacksneutrale Füllstoffe rein?
Ich kenne den Kaffeemarkt und die Hintergründe nicht näher und weiß nur, dass zumindest die Preise im Einzelhandel komplett kaputt sind. Sowohl die "Premium"-Marken als auch bei den Handelsmarken bleibt für den Händler im Grunde nichts übrig. Kaffee zu verkaufen, ist eigentlich (wie bei inzwischen vielen anderen Warengruppen auch) mehr eine zusätzliche Dienstleistung als das Geschäft mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient. Discounter und Verdrängungswettbewerb sei Dank.

Zurück zum Thema: Die Kunden wollen immer billiger und um die Preise für ihre Produkte zu drücken, dürfte den Herstellern jedes Mittel recht sein. Wenn die gestreckten Endprodukte den Kunden auch noch schmecken – wer würde sich da beschweren? Eben. :-(

Die Produkte heißen zwar nicht mehr "Kaffee", aber die Leute kaufen eben die bekannten Marken. Kleinere Röstereien, die auf Qualität setzen (wie z.B. unsere Freunde von Utamtsi hier aus Bremen) haben das Nachsehen. Sie können a) sowieso nicht so billig einkaufen und produzieren wie die großen und werden b) sicherlich keine "gepanschte Ware" anbieten wollen. Dadurch ist der Preisunterschied zu den Markenprodukten gleich erheblich größer.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Aktionen von Onko und den anderen großen Röstereien nur einzelne Schnitzer sind und sich nicht allgemein durchsetzen. Aber solange Sender wie RTL2 und kabel eins noch Zuschauer haben, wird es auch Leute geben, die Kaffee mit 12% Kohlenhydratanteil kaufen und dabei glauben, ein ganz besonders edles Produkt zu konsumieren.

Zertrümmerte Scheibe am Samstag Abend

Im Februar 2007 war eines Morgens ein Sprung in der Scheibe meiner Ausgangstür. Vor ein paar Monaten habe ich bei der (versuchten und vergeblichen) Verfolgung eines Ladendiebes die selbe Scheibe erneut demoliert.

Vor etwa einer Stunde war eine fünfköpfige Gruppe mehr bis vielmehr alkoholisierter Heranwachsender hier im Laden. Sie fielen uns durch ihre aggressive und laute Art auf, so dass wir sie während ihres kompletten Aufenthalts hier im Markt über die Videoanlage beobachteten. Ohne weitere Zwischenfälle schafften sie es jedoch tatsächlich bis an die Kasse, bezahlten ihren Alkoholnachschub und gingen raus. So weit, so gut.

Eigentlich.

Was auch immer ein Mitglied des Quintetts dazu bewegt hat, mit einem beherzten Fußtritt meine Eingangstür aufzukatapultieren, werden wir wohl nicht erfahren. Fakt ist aber, dass die Scheibe den Tritt nicht überstanden hat.
Nach einer umfangreichen Suche mit der Polizei fanden wir den Täter tatsächlich in einer wenige hundert Meter entfernt liegenden Seitenstraße. Vielen Dank auch an die bei der Suche mitwirkenden Kunden.


Der Täter, bzw. alle Jungs bestritten vehement, hier überhaupt im Laden gewesen zu sein. Die Aussage unserer Videoaufzeichnung war allerdings glaubwürdiger und so bekommt der junge Mann nun eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.

Meine Versicherung wird's freuen, dass es diesmal einen Verursacher gibt, von dem sie sich das Geld wiederholen kann.


Coladusche an der Kasse

Ein Kunde wollte eine 1-Liter-Flasche Cola kaufen. An der Kasse fiel sie im zu Boden. Die PET-Mehrwegflasche hat den Aufprall aus rund 1,5m Höhe unbeschadet überstanden.

Besorgt erkundigte sich mein Kassierer:
Wollten sie die gleich trinken? Dann holen Sie sich doch eben eine neue Flasche, die nicht durchgeschüttelt ist.
Der Kunde entgegnete jedoch nur, dass alles okay sei. Dann bezahlte er, drehte sich um und öffnete die Flasche, um den ersten Schluck noch gleich im Laden zu nehmen.

Tzja...

Suchspiel

Na, was steht da falsch? Und warum erkennt IHR das, aber nicht mein Mitarbeiter, der es da einfach hingestellt hat?!? :-O


Fünnef

Eine ältere Kundin rief an und erkundigte sich nach unserem Lieferservice. Um alles zu vereinfachen, gab ich ihr die Telefonnummer unseres Boten durch. Da es im Lager recht laut war (wer den Leergutautomaten schonmal in Natura erlebt hat, weiß, was ich meine...), diktierte ich die Handynummer so, wie ich es einst im 96-stündigen Lehrgang BOS-Funk gelernt habe: "Nuhl - Ainss - Sehchs - Draai - Vieah - Sehchs - Siebänn - Zwoh - Aacht - Fünnef - Aacht". Garantiert verständlich, selbst wenn der Sprecher in einer lauten Fabrikhalle steht und in ein lädiertes Funkgerät nuschelt.

Die Kundin bedankte sich und wollte noch wissen, bevor sie auflegte: "Haben Sie mal im Telegrafenamt gearbeitet?"

Ich verneinte wahrheitsgemäß.

"Achso. Meine Mutter war dort nämlich lange Jahre und die hat auch immer "Fünnef" statt "Fünf" gesagt."

Sieben Jahre im Telegrafenamt wären sicherlich gemütlicher, aber wahrscheinlich auch nicht so interessant wie die Zeit beim Katastrophenschutz gewesen. :-)

EINSELF!!! (Na, ihr wisst schon...)

Nein, lieber Kunde, du hast keinen Rechtsanspruch darauf, einen Artikel, den irgendjemand irgendwo abgestellt hat, für den Preis auf dem sich zufällig darunter befindlichen Preisetikett zu bekommen.

Der Flut von Briefen sehe ich gelassen entgegen. Sein Anwalt, das Ordungsamt und auch die Gewerbeaufsicht werden sich zumindest für diesen Fall herzlich wenig interessieren.