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Grenzüberschreitendes Leergut

Ein Kunde stand vor dem Leergutautomaten und hatte unter anderem zwei Glas-Einwegflaschen (mit DPG-Symbol), die unsere "Traudl" natürlich verweigerte. Wir verkaufen zwar Einwegverpackungen, aber eben nur Dosen und PET-Flaschen. Warum man Glasflaschen als Einwegflaschen produzieren muss, erschließt sich mir ohnehin nicht, da es (zumindest für Getränke) ja ganz hervorragende Mehrwegsysteme gibt.

Mein Mitarbeiter bot ihm an, diese beiden Flaschen gegen Erstattung von acht Cent (statt eigentlich 25) pro Flasche anzunehmen. Nicht, weil wir uns damit bereichern wollen, sondern wirklich nur als Angebot an die Kunden, damit diese ihre Flaschen nicht wieder mitschleppen müssen und auch nicht ganz leer ausgehen. Wir bringen die Flaschen dann nämlich nicht zu einem Laden, wo wir sie (gegen 25 Cent) loswerden können, sondern stopfen sie einfach in die Mehrwegkisten rein, über die wir dann selber natürlich ebenfalls nur 0,08€ erstattet bekommen.

Der Kunde wusste es aber besser: "Sie verkaufen doch auch Einweg, dann müssen Sie ja auch alles annehmen."

"Nein, müssen wir nicht", erklärte ich ihm.

"Aber das gilt doch grenzüberschreitend?"

Okay, ich weiß natürlich, wie er das gemeint hatte. Aber Korinthen kann ich auch kacken, sogar dickere: "Nein, das Pfandsystem ist nur innerhalb Deutschlands gültig."

"Ich meinte, wenn ein Geschäft Getränke in Flaschen mit diesem Zeichen verkauft, dann ist der Laden auch verpflichtet, alles mit diesem Zeichen zurückzunehmen."

"Nein, das ist nicht richtig. Das ist nicht abhängig vom Zeichen, sondern von dem Material, aus dem eine Verpackung besteht. Wer Dosen verkauft, muss Dosen zurücknehmen, wer Plastikflaschen verkauft, muss Plastikflaschen zurücknehmen und Glasflaschen brauchen nur die Läden zurückzunehmen, die Glasflaschen verkaufen. Und genau das tun wir hier nicht." (*)

Der Kunde murmelte noch was von "ob das so richtig ist" und der Tonfall suggerierte mir, dass er der Meinung war, dass ich ihm Quatsch erzählt und gegen geltendes Recht verstoßen hätte.

Tut mir Leid, ich bin eben ein bisschen dumm.

(*) Unter einer bestimmten Ladengröße gilt sogar das nicht mehr. Dann brauchen nur noch die leeren Gebinde von Sorten angenommen zu werden, die man selber verkauft. Aber über dieser Größe liegen wir hier deutlich drüber.

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Kommentare

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Erbse am :

Es war einmal in einem edeka, zig red bull und eine lipton dose per hand (automat nahm nur flaschen) abgegeben, die lipton mit den worten „verkaufen wir nicht“ zurückbekommen.
Diskussion brachte nichts, ein anruf in der zentrale aber schon. Eine woche später wurden in dem laden auch keine red bull dosen, welche das einzige dosengetränk dort war, mehr verkauft. Geht doch :-)

Ulf am :

Diese Flaschen werden hauptsächlich von Tankstellen (Alkopops) und Lidl verkauft. Andere Geschäfte führen hingegen nur Plastikeinwegflaschen bzw. Dosen und müssen somit auch nur diese beiden Sorten (kleinere Geschäfte sogar nur die Marken, die sie selber führen) zurücknehmen. Problemlos wird man die bei Lidl los, die haben Dreikammerleergutautomaten für Glas, Plastik und Dosen.

Tobi am :

Bei Importbier machen Einwegflaschen durchaus Sinn, leere Flaschen quer durch Europa oder gar die halbe Welt zu bugsieren führt das Mehrwegsystem nämlich ad absurdum. Das ist innerhalb Deutschlands ja schon oft problematich genug.

MSG am :

Tobi, inhaltlich geb ich dir recht.

Was sich mir allerdings nicht so ganz erschließt ist, warum man Bier aus anderen Ländern trinken möchte. Noch schlimmer ist das bei den ganzen Lifestyle-Mineralwässern aus Italien und Frankreich. Als ob wir in Deutschland keine guten hätten....

Thomas am :

Dabei ist (*) eigentlich nur bei Mehrweg relevant und dort auch größenunabhängig.
Dem Einwegautomaten ist ja egal, was für eine Flasche gerade zerdrückt wird, solange sie aus Kunststoff ist.
Einwegglasflaschen sind in der Tat sinnfrei und schwierig zurückzugeben. Mir ist das paar Mal aus Versehen passiert, dass ich so ein Ding gekauft hatte. Tipp: Lidl. Die haben regelmäßig komisches Bier in Einwegglas.

Heinz Wäscher am :

Ein schwedisches Möbelhaus hat bzw. hatte hierzulande auch eigenes Bier in Einwegglasflaschen im Angebot.

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