Saturday, January 31. 2009
Blogleser Gregor hat folgende Frage: Hallo Björn,
gelegentlich schreibst Du, dass ein Mitarbeiter von der Kasse in Dein Büro kommt, um Dich auf irgendwelche Leute/Ladendiebe hinzuweisen. Jedes mal frage ich mich, wie das praktisch funktioniert: Steht der Kassierer dafür zwischendurch einfach auf und verlässt seinen Kassenplatz (und hinterlässt fragende Gesichter in seiner Schlange)? Oder wie läuft das ab? Meistens ist meinen Blogeinträgen ja von "anrufen" die Rede. Dazu nutzen wir entweder die Möglichkeit der internen kommunikationsmöglichkeiten unserer Telefonanlage oder rufen uns alternativ schlicht und einfach (Festnetz-Flatrate sei Dank...) über die reguläre Telefonnummer an.
In ganz besonderen Fällen kann es natürlich mal vorkommen, dass mein/e Mitarbeiter/in von der Kasse aufspringt, nach hinten läuft und die verblüfften Kunden warten lässt. Aber das ist natürlich eher die Ausnahme.
Ich spiele wirklich nicht viel am PC. Vor ein paar Jahren habe ich mir mal ein Spiel als Original gekauft und nun nach langer Zeit ein nicht einmal mehr allzu neues Spiel, bei dem man eine Art Stadtdirektor spielt.
So wie sich DVD-Käufer über die Raubkopierer-sind-böse-Spots ärgern und sich bei kopierten Filmen darüber freuen, dass sie die lästigen Spots nicht ansehen müssen, geht es mir gerade bei den Spielen ähnlich.
Vom erstgenannten Werk habe ich schon seit langer Zeit den Crack auf meinem Rechner installiert. Die gecrackte Version von neu gekauften Spiel wird folgen. Dann kann ich die Originalmedien sicher verpackt ins Regal stellen. Warum das alles? Weil die Cracks nämlich lauffähig sind, ohne dass ständig die Original-CD, bzw. -DVD im Laufwerk liegt.
(Beitrag abgeändert.)
Was "Material 80" sein soll, habe ich bislang zwar immer noch nicht genau herausfinden können, aber Blogleser Heiko hat mir mal zwei Bilder der Red-Bull "PET-Dose" geschickt.
Geschickt gemacht jedenfalls, um auch nicht Dosen verkaufenden Geschäften zu dem Energydrink zu verhelfen.
Anruf einer älteren Frau: "Guten Tag, ich habe da mal eine etwas ungewöhnliche Frage: Ich habe hier eine Flasche Wein von 1993, ist die noch gut, kann ich die noch verschenken?"
Die Frage kann man ohne hellseherische Fähigkeiten kaum aus der Ferne beantworten. Immerhin hatte sie die Flasche liegend gelagert, also ist die Möglichkeit, dass der Korken austrocknet und die Flasche Luft zieht (was bewirkt, dass der Wein "umkippt") schonmal nicht gegeben.
Die Weine, die man regulär im Supermarkt bekommt, sind normalerweise nicht für lange Lagerzeiten gedacht. Daher konnte ich der Dame nur den Tipp geben, die Flasche zu öffenen und zu probieren. Eine andere Chance, den Inhalt zu bewerten, hat sie im Grunde nicht. Daher wäre es für sie in diesem Fall sicherer, eine neu gekaufte Flasche zu verschenken.
Friday, January 30. 2009
Eine Kundin rief verzweifelt ins Lager. Ich hörte ihre Rufe, lief hin und erfuhr, dass eine ihrer Flaschen im Annahmeschacht des Leergutautomaten liegengeblieben sei und nun das ganze Gerät blockieren würde.
Ich ging hin, guckte und sagte der Kundin, dass sie die Flasche einfach wieder hätte herausnehmen können. " So.", sagte und zeigte ich, während ich in die Maschine griff.
Die Kundin schrie auf: " Ich fass' da nicht rein!!! Am Ende ist meine Hand noch ab!"
Hey, jede Küchenmaschine ist gefährlicher.
Ein Mann ging hinter den an der Kasse wartenden Kunden vorbei und wollte den Laden verlassen. Damit, dass die Warensicherungsalage Alarm schlägt hatte er wohl nicht gerechnet. Leider hat meine Kassiererin nicht ganz korrekt reagiert und ihn alleine in den Laden geschickt, um einen Mitabeiter zu suchen, der ihm bei der Suche nach der Ursache für den Alarm behilflich sein könnte.
In aller Ruhe untersuchte ich den Typen im Lager mit unserem Handchecker. Normalerweise brauche ich nur wenige Sekunden, um fündig zu werden. Diesmal brachte auch eine längere Suche keinen Erfolg. Der Mann war die ganze Zeit relativ nörgelig und tat so, als wenn ich ihm eine große Ungerechtigkeit zufügen würde. Schließlich verließ er, immer noch den ungerecht Behandelten spielend, den Laden.
Als er raus war, sah ich mir die Videoaufzeichnung der vergangenen Minuten an. Als meine Kassiererin ihn nach hinten in den Laden geschickt hatte, entledigte sich der Mann an unauffälliger Stelle im Laden schnell zweier Kaffeepakete, die er kurz zuvor erst unter seiner Jacke verschwinden lassen hatte und die schließlich den Alarm auslösten.
Aber ich bin ja der Böse, der ihn Beschuldigt.
Mal gucken, ob er sich noch einmal hertraut. Jetzt haben wir sein Gesicht ja einmal bewusst gesehen und nach der Aktion dürfte er sich relativ sicher sein. So lange sie sich sicher fühlen, kommen sie immer wieder.
Eine Gruppe aus sechs männlichen Schülern stand vor dem Schokoladenregal. Naja, eigentlich standen sie dort nicht nur herum, sondern liefen wild durcheinander, fassten hier ins Regal, legten die Ware da wieder ab. Wir hatten zu zweit vor dem Überwachungsmonitor einige Mühe, bei den vielen Händen noch den Überblick zu behalten. Auf jeden Fall hatten wir ein komisches Gefühl und wir überlegten schon, ob wir sie alle oder zumindest alle bis auf einen auffordern, den Laden zu verlassen.
Plötzlich sah einer direkt zu uns in die Kamera. Er besprach irgendwas mit dem Jungen, der neben ihm stand. Dieser stutzte erst und guckten dann auch vorsichtig zur Kamera hoch. Unsere Anspannung wuchs, aber bevor wir reagieren konnten, verließ die gesamte Meute kollektiv den Laden.
Hatten wohl Angst, beobachtet zu werden.
"Old Gold", ein Produkt der schwedischen Spendrups-Brauerei. Dazu schreiben sie: En äkta tjeckisk pilsner trots sitt helsvenska ursprung, en premiumpilsner av högsta klass. Det är ett av Sveriges beskaste öl som lagras i åtta veckor innan det möter sin publik. Det passar mycket bra till smakrika maträtter. Was das heißt? Keine Ahnung. Ich sympathisiere zwar bekanntermaßen mit Schaufeln tragenden Paarhufern, aber Schwedisch spreche ich kein Wort.
Szene im Laden:
Kundin zu einem Kollegen: " Können Sie mit bitte diese Käsepackung öffnen?"
Kollege: " Warum denn?"
Kundin: " Weil ich die essen will!!!"
Ich hoffe, erst nach dem Bezahlen.
Thursday, January 29. 2009
Hier schreibt Taxi-Blogger Torsten: Und dann ist da noch das Ding mit meiner “Identität”. Dadurch, daß ich unter echtem Namen blogge, hab ich inzwischen (teilweise aus schlechten Erfahrungen resultierend) eine dermaßen riesige Schere im Kopf, daß 90% aller blogbaren Sachen einfach nicht blogbar sind. Das nervt. Könnte ich nochmal starten, dann ausschließlich unter Pseudonym. Ich kann es ihm in gewisser Weise nachempfinden. Das Problem mit der Schere kenne ich, denn viele Dinge sind für mich einfach nicht blogbar. Und dabei bin ich – behaupte ich jetzt einfach mal – schon sehr freizügig mit meinen Äußerungen von Gedanken und Erlebtem.
Ob ich bei einem theoretischen Neuanfang anonym oder unter meinem echten Namen bloggen würde? Ich glaube, ich würde mich dennoch wieder für das "beschnittene" Blog unter wahrer Identität entscheiden. Anonym kann man zwar unzensiert über alle Dinge berichten, aber ich finde den Gedanken sehr angenehm, hinter den Geschichten auch eine greifbare Person zu haben. Ich bin hier im Laden und wer mich und den Laden kennt und schonmal hier war (und das sind in den vergangenen Jahren ja nun auch schon etliche Blogleser gewesen) oder sogar regelmäßiger Stammkunde ist, kann meine Berichte noch besser verstehen und nachvollziehen.
Sich hinter einem Pseudonym zu verstecken wäre richtig schade. Hier kann ich auch einfach mal "nur" Björn sein.
Mann, mann, mann....
Da hat man über 2TB Festplattenspeicher unter dem Schreibtisch und sucht dann einen Notizzettel in der Schublade.
Drei Halbstarke standen an der Kasse und drückten die ganze Zeit wild auf den Wahlknöpfen des Zigarettenautomaten herum. Bei der ersten Schachtel hätte ich ja noch geglaubt, dass sie die bezahlen wollen – aber nachdem sie ein knappes Dutzend Zigerettenschachteln zwischen die Kassensüßwaren gesteckt hatten, war ich mir sicher, dass sie nichts Gutes im Schilde führten.
Nachdem ich die Schachteln wieder im Automaten verstaut hatte, übergab ich die eine Packung, die die Jungs (angeblich) kaufen wollten, direkt meiner Kassiererin. Vorsichthalber wartete ich in Kassennähe. Während ich da so stand, konnte ich mir die ganze Zeit die Provokationen der Jungs anhören. "Biiiiiööööööörn", sprachen sie die ganze Zeit meinen Namen nach.
Dieses ständige gebrabbelte "Biiiiiööööööörn" klang exakt so, wie ich die drei von Anfang einschätzte: Komplett hirntot.
Blogleser Lars hat mich auf das Buch "Die Leiden einer jungen Kassiererin" ( hier bei amazon.de) aufmerksam gemacht: Anna Sam hat Literatur studiert und war 8 Jahre lang gezwungen, sich als Kassiererin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Mit trockenem Humor und scharfer Beobachtungsgabe beschreibt sie Szenenbilder, die sich in der Atmosphäre liebloser Achtlosigkeit der Supermärkte entwickeln. Ich hab's mir bestellt und bin schon auf den Inhalt gespannt.
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