Eine ehemalige Praktikantin möchte ihre Bewerbungsunterlagen wiederhaben. Ich habe keine Unterlagen von ihr. Sollte sie die tatsächlich abgegeben haben, sind die Papiere irgendwie abhanden gekommen.
Sie besteht aber darauf, die Dokumente zurückzubekommen, zumal da ein paar Zeugnis-Originale dabei gewesen sein sollen.
Gestern Abend auf dem Weg nach Hause ist mir eingefallen, daß ich vergessen hatte, die Bestellung für einen Bio-Lieferanten (hier in Bremen ansässig) zu verschicken. Ein kurzer Anruf beruhigte mich: "Nee, das kannst Du ruhig morgen früh faxen. Das schaffen wir schon. Brauchst nicht zum Laden zurückzufahren."
Die Story ist zwar schon ein paar Tage her, sollte aber nicht unerwähnt bleiben: Ein Kunde suchte offenbar etwas. Er konnte sich nicht genau artikulieren, radebrach immer wieder folgenden Satz: "Aaaaai!" und faßte sich dabei schwungvoll ans Gemächt.
Das Regaletikett für den Baby-Schnuller soll mir eigentlich nur mitteilen, daß der dazugehörige Sauger aus Silikon besteht und ein extra großes Loch hat, damit auch Brei durchpaßt.
Eine Kundin ist mit ihrem Einkaufskorb an einem Aufsteller mit Berentzen "fruchtigen Spirituosen" hängengeblieben und hat gleich ein paar Flaschen zu Boden gerissen.
Der Sachschaden hielt sich zum Glück in Grenzen, da nur zwei Flaschen zu Bruch gegangen sind.
"Nur" zwei Flaschen - das sind immerhin 1,5 Liter Flüssigkeit. Die kann sich sehr großzügig verteilen. :(
Vor zwei Wochen habe ich testweise einen Wasserspender angeboten bekommen. Inzwischen sind die Becher alle und der erste Kanister leer und seit dem steht das Ding hier im Lager und wartet darauf, abgeholt zu werden.
Gerade kam der entsprechende Anruf: "Wie gefällt er ihnen?"
Wahrheitsgemäß antwortete ich, daß er mir gut gefällt. Abgesehen davon erzählte ich ihm aber auch, daß ich es zum einen für eine irrsinnige Verschwendung halte, für jeden Schluck Wasser einen Plastikbecher wegzuwerfen, zum anderen aber auch den Preis von 75 Cent pro Liter nicht einsehe. Da verkaufe ich ja sogar Volvic noch deutlich günstiger.
Er hatte keine Chance bei mir, ich teilte ihm unmißverständlich mit, daß ich das Gerät nicht behalten möchte. Er wurde daraufhin etwas knapper in der Wortwahl, aber es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit meiner Meinung abzufinden. Da half auch das großzügige Angebot nicht mehr, den Wasserpreis auf 61 Cent zu reduzieren, denn selbst das liegt noch in der Volvic/Vittel-Klasse.
Hab gerade gesehen, daß wir letzten Samstag lt. Kassenzähler 999 Kunden hatten.
Hätte da nicht noch irgendjemand irgendeinen blöden Bon produzieren können? Hätte zwar nicht viel gebracht, aber die "1000" macht trotzdem mehr her. :)
Ob da wohl eine Maschine zu schwungvoll gearbeitet hat? Möglicherweise ist der Deckel auch schief aufgesetzt und dann festgezogen worden. Mit etwas Phantasie könnte man sich sogar vorstellen, daß dort zwei Schraubverschlüsse gleichzeitig draufgedreht wurden...
Ich kann's nicht sagen, habe aber vollstes Verständnis für die Kundin, die die Flasche nicht mit bloßen Händen aufbekommen hat.
Wenn morgens der erste Kunde gleich drei große Säcke mit gemischtem Leergut, unter anderem massenhaft gammeligen Dosen und anderen Einwegverpackungen, herbringt, ist das mitunter nervig, aber gehört nunmal dazu.
Die Kollegin, die das Zeugs sortierte, war jedenfalls heilfroh, daß sie dabei Handschuhe getragen hat. In einer der Tüten lagen nämlich zwei benutzte(!) Kondome.
Leider erzählte sie mir das erst, nachdem der Flaschensammler wieder weg war. Ich hätte ihm gerne selber mitgeteilt, daß er beim nächsten Mal das Zeugs bitte woanders abgeben möchte. Ich lasse mir hier wirklich viel gefallen, aber alles hat seine Grenzen.
Ich saß gerade im Laden und war dabei, eine Plazierung im Regal zu basteln, als ein Kunde mich vorsichtig ansprach:
"Also, nur mal angenommen, ich würde Sie fragen, wo denn die Taschentücher stehen würden, wo wären die denn dann?"
Ein Vertreter wollte mir eben einen Artikel verkaufen, den ich aber nun partout nicht haben wollte.
Er fing dann an, mit "Geld verdienen" und "hohe Spanne" zu argumentieren und außerdem sollte ich den schon deshalb bestellen, weil die Kunden den hier kaufen werden, denn $MITBEWERBER-A und $MITBEWERBER-B haben den nicht im Sortiment.
Da diese Mitbewerber zu einem der größten in Deutschland gehören, fiel mein Gegenargument recht eindeutig aus: "Die werden schon wissen, warum."
Nachtrag: Es handelte sich um die drölfzigtausende Teesorte...
Langsam mache ich mir doch Sorgen: Inzwischen buddeln die nicht mehr mit Schaufeln im Fußweg vor meinem Laden herum, sondern haben einen kleinen Bagger dort stehen.
Wehe, das Loch ist Freitag nicht zu. Dann kommandiere ich die Jungs vom Straßenbau dazu ab, die Getränkepaletten abzupacken und die Ware hier einzeln reinzuschleppen. Und wehe, da verschwindet auch nur eine Kiste Bier in den Bauwagen... ;)