Mir war so, als wenn ich heute Nachmittag einen Interviewtermin für ein Bremer Stadtmagazin hätte. Entweder habe ich mich im Datum geirrt, sie haben mich vergessen oder kommen erst noch. Aber um diese Zeit ist das eigentlich auch eher ungewöhnlich.
Vor einiger Zeit bewarb sich hier jemand mit einem Ausbildungszeugnis einer bekannten Warenhauskette. Ich habe ihn nicht eingestellt. Nicht einmal zum Vorstellungsgespräch habe ich den Bewerber eingeladen.
Warum? Sag ich nicht.
Aber hier das Zeugnis:
[...]
Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind, wurden Herrnm ___ vermittelt und durch innerbetriebliche Schulungen erweitert.
Dazu gehörten unter anderem umfassende Kenntnisse der Waren, der Liefer- und Zahlungsbedingungen und der Handelsbräuche.
Herr ___ hat die notwendigen Fachkenntnisse.
Er hat alle Aufgaben, die ihm gestellt wurden, erledigt.
Herr ___ war stets ehrlich.
Seine Zusammenarbeit mit anderen Stellen unseres Hauses war gut.
Das Ausbildungsverhältnis wurde zum xx. Februar 19xx im gegenseitigen Einvernehmen gelöst.
Für die Zukunft wünschen wir Herrn ___ persönlich und beruflich alles Gute.
Eigentlich eine Strafe, sich damit bewerben zu müssen.
Na, wie ist wohl seine Ausbildung verlaufen?
Nachtrag:
Okay, nach so vielen Meinungen möchte ich euch meine Meinung nicht vorenthalten. Das Ausbildungsverhältnis wurde in "gegenseitigem Einvernehmen" gelöst. Das ist eine freundliche Umschreibung von "wir haben ihn rausgeschmissen". Einem Azubi kann man normalerweise nicht einfach kündigen - außer, er hat z.B. die Firma bestohlen. Die ausdrückliche Betonung von "Er war stets ehrlich.", die wie schon erwähnt oft Gegenteiliges bedeutet, bestätigt mich in meiner Meinung. "Andere Stellen des Hauses" waren wahrscheinlich entweder die Personal- oder die Rechtsabteilung.
Für mich klingt es so. Das kann man so natürlich interpretieren, muß man aber auch nicht.
Das Netzwerkkabel für mein neues Büro ist schon zur Hälfte verlegt.
Hurrah - und das war jetzt der Teil, in dem schon Kabelkanäle vorhanden sind. Für die anderen 15 Meter muß ich noch weitere Vorarbeiten leisten. Aber das wird schon...
(für 2 Personen)
300g Schweine- oder Putenfleisch in schmale Streifen schneiden und in etwas Öl anbraten. Mit Pfeffer, Salz und Paprikapulver würzen und herausnehmen. Je 2 rote und gelbe Paprika in Streifen, 2 Zwiebeln in Ringe und 200g Champignons in Scheiben schneiden. In der Pfanne die Zwiebeln glasig dünsten. Fleisch, Paprika, Champignons und 2 TL italienische Kräuter zufügen und 10 min schmoren. 100g Erbsen (TK) dazugeben und 5 min weitergaren. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.
Meine auf gut Glück formulierte Rechnung über Schadenersatz habe ich eben einfach in sechzehnfacher Auführung an alle Ladendiebe der vergangenen zwölf Monate geschickt.
Wenn auch nur einer von denen die 50 Euro bezahlt, habe ich immerhin schonmal die Portokosten und den Zeitaufwand wieder raus.
Augefallen sind sie mir in den letzten Wochen schon oft, diese Streifen mit abreißbaren Rezepten für Weihnachtsgebäck, die hier noch rund um unser Backzutatenregal im Laden hingen. Und irgendwie bin ich immer wieder davon abgekommen, sie auch tatsächlich zu entfernen.
Ich habe dann einfach mal die Weihnachtszeit hier im Laden offiziell beendet, wenn es Recht ist. ;)
Ende Oktober vergangenen Jahres rief mich ein Callcenter an, das Sponsoren für eine Schule, bzw. deren Sportveranstaltungen suchte.
Gerade eben rief wieder ein Callcenter an. Wieder Sponsorensuche und wieder für die selbe Schule.
Wer ist denn bei Ihnen der richtige Ansprechpartner, wenn es um Sponsoring geht?
Wir leider nicht.
Dann beteiligen Sie sich an sowas gar nicht mehr?
Nein, leider gar nicht.
Da kann man leider nichts machen. Schönen Tag noch... [klick]
Ob ich mal bei der genannten Schule anrufe und mich erkundige, ob die Anrufe auch wirklich echt waren? Vielleicht nennt ja nur ein dubioser Abzockerladen eine Schule aus dem "Zielgebiet" um authentisch zu wirken?
Dann bleibe ich doch lieber der von mir mit Trainingsanzügen ausgestatteten Damenfußballmanschaft meiner Azubine treu. Da weiß ich, wer mit "meinen" Anzügen herumläuft. :)
Eine Mitarbeiterin hatte nicht genügend Geld für eine Schachtel Zigaretten dabei. Sie meldete sich bei mir ab, damit sie eben zu einem Kiosk in der Nachbarschaft laufen könnte. "Da sind die Zigarettenschachteln zwar auch nicht billiger.", sagte sie, "Aber der verkauft die Zigaretten einzeln für 25 Cent pro Stück."
Ich glaube kaum, dass das so legal ist. Zum einen zerstört der Kioskbetreiber damit ganz klar die Preisbindung für Zigaretten und Tabak, zum anderen könnte er auf diese Weise z.B. auch billige Importware sehr lohnenswert und kaum kontrollierbar in den Handel bringen.
Bin mal gespannt, was die Vertreter der Zigarettenindustrie dazu zu sagen haben. Ansprechen werde ich die Herrn bei ihrem nächsten Besuch hier im Markt auf jeden Fall.
Andererseits: Genau solche Läden verkaufen auch Getränkedosen ohne Pfand und niemand belangt sie dafür. Dreist kommt weiter. :(
Eine Kollegin hat mir gerade berichtet, dass ihre Nachbarn ihr ganz stolz davon erzählt haben, wie und was sie hier alles schon gestohlen haben.
Echt schön, was man so erfährt. :(
Und auch schön, wenn die Leute das nächste Mal diesen Laden betreten und von mir einfach ohne weiteren Kommentar mit einem ausgesprochenem Hausverbot nach draußen befördert werden.
Der Schuttcontainer wurde gerade schon abgeholt. Leider weiß ich gar nicht genau wann. Irgendwie innerhalb der letzten 1-2 Stunden dürfte der LKW dagewesen sein.
Der Fahrer mußte sich ja auch nicht ankündigen. Einfach auf den Hof fahren, den Container aufnehmen und wieder wortlos verschwinden. Eine Sache von 2-3 Minuten.
Und so gibt's eben kein Foto von der vollen Mulde auf dem LKW.
Unabhängig von der Diskussion darüber, ob und wie eine an einen Ladendieb gestellte Schadenersatzforderung oder Fangprämie formuliert sein muß, ging dieses Schreiben gerade an den Blättchen-Dieb von gestern raus. Meine Mitarbeiter bekommen ja eine Fangprämie von mir. Ein Anspruch, der wie in dem frag-einen-anwalt-Fall, durchaus zu belegen ist.
Rechnung
Sehr geehrter Herr V.,
am 20. März 2006 haben Sie bei mir im Geschäft einen Ladendiebstahl vollzogen.
Mit Betreten meines Geschäfts haben Sie sich bereit erklärt, im Falle eines Ladendiebstahls Schadenersatz in Höhe von € 50,- an mich zu zahlen.
Bitte zahlen Sie den genannten Betrag auf das unten angegebene Konto.
Zur Zahlung dieser Forderung sind Sie verpflichtet.
(Urteil vom 12.07.2001 / AG Dülmen)
Hochachtungsvoll,
Ich glaube nicht, dass der Typ bezahlen wird - aber ich möchte es wenigstens versucht haben. Ob ich mal alle Ladendiebe der vergangenen Monate anschreibe? Vielleicht kommt ja tatsächlich der eine oder andere 50er wieder in die Kasse. Für den Arbeitsaufwand wär's nur gerecht.
Vor allem, weil ich die Fangprämien an die Mitarbeiter bislang aus meiner eigenen Tasche bezahlt habe...
Der Ladendieb von gestern wird jedenfalls der erste sein, dem ich eine offizielle Rechnung über die 50 Euro Fangprämie zuschicken werde. In der Vergangenheit hatte ich mich nie weiter darum bemüht, die Prämie einzutreiben - aber: Sie ist Bestandteil einer deutlich sichtbar aushängenden Abmachung. Sinngemäß: Wer klaut, schuldet mir 50 Euro. Unanfechtbar. Und warum soll ich mir nicht die viele Arbeit, die ich mit Ladendieben habe, bezahlen lassen?
Ich glaube, mit einer mutigen Fahrt durch den kalten Wind von der Firma nach Hause (knapp 20km) werde ich einfach mal meine persönliche Fahrradsaison 2006 eröffnen.
Die Sonnenstrahlen heute Nachmittag haben mich motiviert. ;)