Eine Kundin sollte für eine Flasche Sekt 3,09€ bezahlen.
Das war ihr zu viel und es folgte natürlich die obligatorische Diskussion an der Kasse. Schließlich rief mich meine Mitarbeiterin an und erkundigte sich, ob dieser spezielle Sekt gerade im Angebot sei. Ich verneinte.
Die Kundin behauptete allerdings, dass am Regal 2,99€ stehen würde. Nachdem ich alles überprüft hatte, aber keine Erklärung für den zu hohen Preis finden konnte, wollte ich gerade der Kassiererin sagen, dass sie der Kundin erstmal die 10 Cent wiedergeben soll. Anschließend wäre ich dann ans Regal gegangen und hätte überprüft, ob die Kundin überhaupt auf das richtige Etikett gesehen hat. Aber so weit kam es gar nicht...
...denn plötzlich sagte die Stimme am Telefon: "Schon gut, die Kundin hat ja noch eine Plastiktüte für zehn Cent dabei."
Eine Kundin hat ihre Einkäufe auf das Kassenband gelegt und ihre eigene große Einkaufstasche im Wagen belassen. Die Tasche war offen und relativ einsehbar. Zu sehen waren einige Artikel aus einem anderen Geschäft. Oben guckte der Zipfel einer Papiertüte heraus, die unseren Brötchentüten zumindest sehr ähnlich sah.
Meine Mitarbeiterin sprach sie freundlich und in keiner Weise vorwurfsvoll oder verdächtigend auf die Tüte an. Die Kundin explodierte förmlich, fing an, sich möglichst laut (warum nur immer...) vor allen anderen Kunden zu blamieren darüber aufzuregen, dass wir sie des Diebstahls(!) bezichtigen würden. Schließlich sollte meine freche und unverschämte [sic!] Kassiererin sogar noch ihren Chef rufen.
Ich lief also nach vorne, wußte in dem Moment natürlich noch gar nicht, um was es überhaupt ging, und stand plötzlicher einer laut fluchenden Frau gegenüber. Ich versuchte, sie zu beruhigen, unter anderem damit, dass ihr keiner einen Diebstahl unterstellt hätte. Aber davon wollte sie nichts hören. Sie fluchte vor sich hin, dass das Verhalten der Kassiererin eine Frechheit gewesen wäre, dass sie es bestimmt nicht nötig hätte, ein paar Brötchen zu stehlen, dass sie hier nicht mehr herkommen würde usw.
Währenddessen stopfte sie die Ware in ihre Tragetasche und verließ den Laden. Zurück blieben ein paar kopfschüttelnde Beobachter...
Anwesende Kunden bestätigten übrigens hinterher, dass das Verhalten meiner Mitarbeiterin völlig korrekt war und die Frau einfach nur absolut überreagiert hatte.
Eine Kundin hielt einer Mitarbeiterin zwei Packungen Speisequark vor die Nase und wollte wissen, was denn nun die Aufschriften "Magerstufe" und "20%" bedeuten sollen.
Rasen und Fußbälle: Auch der Müller Joghurt-mit-der-Ecke ist nicht vor der Fußball-WM sicher. Aber das macht nichts. Der Joghurt ist irgendwie lecker ("grün" = künstliches Apfelaroma), die Knusperkugelnbälle dabei recht geschmacksneutral.
Vorsicht: Die Bälle sind mit schwarzer Farbe behaftet. Wer also nach dem Joghurtessen ausspuckt, sollte sich nicht erschrecken! :)
Heute gibt es den Blogeintrag, den ich am 1. März schon einmal veröffentlich hatte. Damals hatte ich den Eintrag wieder ohne weiteren Kommentar entfernt, da in der Angelegenheit zu viele Dinge unklar waren. Vor allem wollte ich nicht einen möglichen Nachfolger schon vorbar damit erschrecken, dass ich aufgrund mangelnden Umsatzes kündige.
Diese Dinge sind inzwischen geklärt und somit gibt es jetzt mit ein paar Wochen Verzögerung den Blogeintrag "Eine schwerwiegende Entscheidung":
An dieser Stelle lüfte ich ein bislang großes Geheimnis über ein Problem, das ich hier noch nie erwähnte: Der Markt in Achim wird geschlossen. Denn trotz der anfänglichen Euphorie, mit der wir an das neue Konzept herangegangen sind, blieben die Umsätze sogar noch deutlich unter den mindestens erhofften Zahlen. Nicht zuletzt durch die enorm vielen Ladendiebstähle hat der Markt bislang monatlich mehrere tausend Euro vernichtet.
Hinzu kam, dass wir von Anfang an unter dem "SPAR ist teuer"-Image gelitten haben. Die Preisstruktur war zwar zu deutlich über 80% auf Harddiscount gesenkt, aber wir sind ja SPAR und darum angeblich teuer. Punkt. Und so habe ich tatsächlich von einer Nachbarin gehört, dass viele Leute den Laden deshalb gar nicht erst betreten haben.
In den letzten Wochen habe ich sehr viel darüber nachgedacht und auch einige Rettungsversuche unternommen. Darunter einige kleinere Energiesparmaßnahmen durch die Abschaltung der Kühlhäuser und weitere Kostenersparnis durch die Reduzierung der Öffnungszeiten. Aber auch das scheinen nur die sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein zu sein.
Letztenendes sehe ich nur eine Lösung für sinnvoll an. Auch wenn es sehr demotivierend ist. Dieses schreiben ist heute ab meinen Vermieter gegangen:
Kündigung des Mietvertrages für das Objekt Friedrichstraße 35/37, 28832 Achim
Sehr geehrter Herr R.,
ich kündige fristgerecht zum 31. Juli 2006 den Mietvertrag zwischen mir und der REWE für den Markt in der Friedrichstraße 35/37 in 28832 Achim.
Umsatz und Rentabilitätsgründe zwingen mich dazu, diese Kündigung auszusprechen.
Mit wöchentlichen Umsätzen von unter xx.xxx Euro und einem Rohgewinn von knapp xx% läßt sich kein Standort, trotz geringer Miete, rentabel betreiben. Der ursprüngliche Versuch, einen Markt mit der preislichen Gestaltung eines Discounters zu betreiben, erbrachte keine rechenbaren Umsätze.
In der Anlage erhalten sie eine Kopie der betriebswirtschaftlichen Auswertung des Monats Dezember 2005 und der bis dahin aufgelaufenen Werte. Ich denke, die Zahlen sprechen für sich.
Die Bevölkerungsstruktur in dem entsprechenden Stadtteil Achims läßt mir keine Aussicht auf Besserung.
Ich würde sehr gerne vorzeitig das Mietverhältnis beenden und hätte auch schon einen Nachmieter. In dieser Angelegenheit ist auch schon Kontakt mir dem Vermieter, Herr Z., entstanden. Ich denke, dem steht nichts im Wege.
Ich bitte um umgehende Rückantwort.
Mit freundlichem Gruß,
Björn Harste
Diese Kündigung ist natürlich inzwischen längst bestätigt. Wir arbeiten daran, den Warenbestand in dem Markt zu verringern. Dazu wird es in den nächsten Wochen sicherlich noch viele Details geben...
Diese beiden Bierflaschen aus England hattte ein Kunde in seiner Tüte mit gemischtem Leergut. Eigentlich gibt es für die Flaschen ja kein Pfand, aber so hat er sich gefreut, dass er sie losgeworden ist - und ich hatte was für's Blog. :)
Eine Stammkundin erkundigte sich danach, ob sie bei uns mit Dollar bezahlen könne. Sie erklärte, dass es sich dabei um echte US-Dollar handeln würde und sie dringend noch zwei Schachteln Zigaretten benötigen würde.
Auch wenn ihr ein Mitarbeiter von mir das angeblich vor ein paar Tagen zugesagt haben soll, blieb ich sehr beharrlich bei meiner Aussage, dass wir hier im Euroland sind. :)
Nachtrag:
Ich habe den Eintrag mal umbenannt. Offenbar machen die $-Zeichen im Titel bei einigen Probleme.
Ein Kunde wollte zwei Red-Bull-Dosen abgeben. Davon eine mit aufgedrucktem Pfandwert und eine, die entweder aus der Zeit vor dem Einwegpfand stammte oder nicht für den Verkauf in Deutschland bestimmt war.
Eine Kollegin sagte ihm, dass die Dose ohne Pfand wäre und sie die nicht annehmen könne und bot an, sie zu entsorgen.
Kunde: "Nein, die nehme ich wieder mit. Die werde ich schon noch woanders los."
Zwei Heranwachsende geben neuerdings spätestens alle paar Tage massenhaft Leergut ab. Immer komplette Getränkekisten und immer im Gesamtwert von 20-30 Euro.
Das wäre nicht weiter auffällig, wenn diese Kisten zumindest halbwegs sortenrein wären. Mich stört tatsächlich gewaltig, dass der Inhalt der Getränkisten bunt gemischt ist. Also so richtig bunt gemischt. Sammelsurien, wie sie bislang in jeder mir bekannten Leergutannahme entstanden sind, wie man sie aber nie zu Hause in dieser Art und vor allem Menge produziert.
Ich würde jede Wette eingehen, dass das Leergut irgendwo gestohlen ist. Nicht bei uns, auch wenn ich schon bei so manchem Mix ein sehr vertrautes Gefühl hatte, aber doch schon irgendwo.
Ich glaube, wenn die beiden das nächste Mal hier sind, werde ich einfach mal fragen, woher sie das Leergut bekommen.
Pünktlich zum Sommer Juni wurde endlich die Heizung hier im Markt in der Gastfeldstraße wieder gangbar gemacht. Alleine das Schaltgerät kostet schon 260,- € - die gesamte Rechnung beläuft sich auf knapp 500 Euro.
Ich werde die Rechnung einfach mal direkt an meinen Vermieter weiterleiten. Ansonsten bin ich ja recht pflegeleicht. :)
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal den Kommentar von Lino zum Thema "Lästig aufgreifen:
Ich habe noch ein paar Asterisk Maschinen hier... wenn du also eine Sprachansage haben willst
Wenn Sie Kunde sind drücken Sie bitte die 1
Wenn Sie lästig sind drücken Sie bitte die 2
Wenn Sie messer schleifen drücken Sie bitte die 2
Wenn Sie Hackklötze schleifen drücken Sie bitte die 2
Das läßt sich für meine Firma eigentlich noch beliebig erweitern:
- Wenn Sie Lose verkaufen wollen, drücken Sie bitte die 2
- Wenn Sie einen Sponsor suchen, drücken Sie bitte die 2
- Wenn Sie Bonrollen für's ec-Terminal verkaufen wollen, drücken Sie bitte die 2
- Wenn Sie einen Anzeigenplatz verkaufen wollen, drücken Sie bitte die 2
- Wenn Sie mir generell etwas verkaufen wollen, ohne dass eine bestehende Geschäftsverbindung existiert, drücken Sie bitte die 2
- Wenn Sie einen Job im Lager suchen, drücken Sie bitte die 2
Wir haben einn paar neue Produkte im Sortiment: Bio-Pizza von Wagner. Davon habe ich eben die Sorte "Vegetaria" getestet und war hellauf begeistert!
Geschmacklich ist die Pizza top. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war, dass die Pizza tatsächlich so aussieht, wie es die Abbildung auf der Verpackung darstellt. In den meisten Fällen unterscheiden sich die Ansichten ja erheblich, meistens zu Gunsten des Fotos.