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Rabattschlacht

Aus einer Lieferantenrechnung:

"Zahlungsbedingungen: Bis 20.7.09 erhalten Sie 3,0% Skonto"

Am Schluss der Rechnung wurden von der Gesamtsumme schon 3 Prozent "Rechnungsrabatt" und 5 Prozent "Sofortbonus" abgezogen. Und nun überlege ich gerade, ob ich da noch ruhigen Gewissens den Skonto abziehen darf. Ja, werde ich wohl, denn der ist ja schließlich ausdrücklich erwähnt.

Aber insgesamt etwas irritierend.

Die verschwundene, verdorbene Pizza

Gestern Abend hat ein Kunde eine (angeblich) verdorbene Tiefkühlpizza reklamiert. Er hätte vor fünf Tagen eine Packung hier gekauft und zwei Stücke davon gegessen und wäre eine Stunde später gleich noch in die Notaufnahme des Krankenhauses gefahren, weil es ihm danach so elend ging. Man wollte ihn sogar an den Tropf legen.

Es ist ja nicht so, dass ich Reklamationen nicht mit aller Sorgfalt behandle und die Probleme meiner Kunden nicht ernst nehmen würde, aber ich hatte Mühe, im Verlauf des Gesprächs meine Contenance zu wahren.

Erst hatte er nämlich "die Pizza" gegessen, dann waren es nur noch zwei Stücke davon. Der Rest hatte er in den Müll geworfen, aber seine Begleiterin sagte, dass sie die anderen beiden Stücke aufbewahrt hätte. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich bei der Pizza um eine Doppelpackung gehandelt hatte. Er sollte mir dann die andere Pizza vorbeibringen, damit wir irgendeine Basis für weitere Untersuchungen haben. Die hatte er aber auch gebacken und weggeworfen, da sein Besuch plötzlich doch keinen Appetit mehr darauf hatte.
"Ich kann auch noch ganz andere Methoden anwenden, ich kenne meine Rechte." ergänzte der Mann noch zwischendurch. Wir verblieben dabei, dass er mir zumindest die Packung vorbeibringen soll.
Warum man die Reste eine Lebensmittels entsorgt, von dem man nur wenige Stunden nach dem Verzehr sicher ist, sich daran vergiftet zu haben, ist mir schleierhaft. Und das dann erst eine knappe Woche später ohne jegliche Belege im Laden zu reklamieren.
Abgesehen davon hat sich eine Bekannte, die ihn flüchtig privat kennt, am Tag nach der "Vergiftung" mit ihm unterhalten und da ging es ihm offensichtlich sehr gut.

Für mich klingt das sehr nach dem Versuch, irgendeinen (finanziellen) Vorteil herauszuschlagen. Zum einen verdirbt Tiefkühlkost nicht auf diese Art und Weise und zweitens wirkten die vorgetragenen Argumente alles andere als schlüssig.

Mal abwarten, ob er mir die Packung tatsächlich herbringt...

Aufgeschwatzt

Eine ältere Kundin im Gespräch mit einer Kollegin. Die Dame suchte irgendwas zum "mal zwischendurch" trinken, so'n Likörchen am Abend. Aber wenn möglich nur eine kleine Flasche.

"Nehmen Sie doch den Eierlikör. Der ist lecker und außerdem haben wir den auch in dieser kleinen Flasche im Sortiment.", erklärte meine Mitarbeiterin. Die Kundin bedankte sich, stellte die Flasche in den Wagen und setzte ihren Einkauf fort.

Später entdeckten wir genau diese Flasche an der Kasse. Meine Kassiererin erzählte daraufhin, dass eine ältere Kundin die stehengelassen hatte. Sie wäre nämlich sehr verärgert gewesen und fand es eine Unverschämtheit, dass ihr hier im Laden von einer Verkäuferin der Likör regelrecht "aufgeschwatzt" worden sei.

Gnaaaa.

Massig Schotter

Wenn in einem Geschäftsbetrieb von "massig Schotter" die Rede ist, werden die meisten an Münzen und bunte Scheine denken.

Das Geschäft der Firma, die seit gut drei Monaten bei uns auf, in und an der Straße arbeitet, hat auch mit Schotter zu tun. Der wird sogar mit großen Muldenkippern angefahren und momentan befeuchtet, verteilt und verdichtet, denn am Freitag schon soll, wenn alles gut klappt, die Asphaltschicht aufgebracht werden.

Asphalt! Wir haben bald wieder eine Straße vor dem Haus!!! :-)


PC und Etiketten

Dem einen oder anderen Kunden dürfte bereits aufgefallen sein, dass mittlerweile im kompletten Laden neue Regaletiketten stecken. Die alten Schilder aus Thermopapier und mit dem SPAR-Streifen (hier zu sehen) sind im Grunde gänzlich verschwunden; nur an ein paar (kurzzeitigen) Sonderplatzierungen kleben sie noch.

Authentischer als die schlichten Etiketten mit dem gelben Feld waren sie allemal, aber eine andere Wahl habe ich leider nicht. Unsere SPAR-Zentrale gibt es nicht mehr und bestellen kann ich nur noch mit den neuen Artikelnummern und so haben wir in den letzten Wochen, seit der neue PC mit dem Warenwirtschaftssystem im Kassenbüro aufgebaut wurde, den kompletten Laden mit neuen Schildern versehen. Zu meiner Freude stelle ich fest: Die Artikelpflege bei unserem Hauptlieferanten ist ausgesprochen gut. Im Grunde ist jeder Artikel, der irgendwie mal irgendwann geliefert wurde, teilweise auch von fremden Lieferanten, im System zu finden. Das macht ausgesprochen viel Spaß, denn diesbezüglich sind wir hier in der Vergangenheit nicht wirklich verwöhnt worden.

Telefonieren oder Kopfhörer im Ohr

Lars aus Köln hat eine Frage:
Eben war ich im Supermarkt meines Vertrauens und wurde durch ein Kundenverhalten wieder daran erinnert, das ich dir schon lange zwei Fragen stellen wollte. Die Kundin hinter mir war während des Kassiervorgangs am telefonieren und hab mir überlegt wie man sowas als Kassenkraft empfindet wenn der Kunde gegenüber von jemandem entweder telefoniert oder die Kopfhörer im Ohr hat und Musik hört. Ich höre auch Musik während des Einkaufens aber ich nehme die Stöpsel raus wenn ich bezahlen muss weil ich das irgendwie als unhöflich meinem gegenüber empfinde genauso wie ich das Telefongespräch dann auch unterbreche.

Wie ist das bei dir und deinen Kollegen? Empfindet ihr das auch so oder seid ihr mittlerweile abgehärtet?
Ich habe mich darüber noch nie mit Kollegen ausgetauscht, beschwert hat sich bei mir auch noch niemand darüber und gefordert, gegen solche Kunden vorzugehen. Ich denke, das macht jeder mit sich selber aus, ob es ihn stört oder nicht.

Kopfhörer im Ohr empfinde ich persönlich übrigens unhöflicher als ein Handy am Ohr. Die telefonierenden Kunden sind meistens nur abgelenkt, interagieren aber zumindest mit einem. Manche Leute mit "Knopf im Ohr" sagen nichts, gucken stuhr geradeaus und reagieren auf gar nichts. Und das definiere ich eindeutig schon als unhöflich. Kommt zum Glück nur ausgesprochen selten vor.

Kleingeld

Eine Kundin wollte wissen, ob sie auch mit ein paar selbstgerollten Kleingeldrollen bezahlen könnte. Normalerweise nicht, zumindest nicht ohne genauere Kontrolle, aber da es sich nur im "kleine" Rollen mit 1-, 2-, 5- und 10-Cent-Münzen handelte, beschloss ich, sie anzunehmen. Selbst wenn sich die Kunden verzählt haben sollte, könnte sich die Differenz nur im kleinen Centbereich bewegen.

Weit gefehlt.

Überraschung: Von Cent war nämlich gar nicht die Rede. Die Kundin hat zwar die aktuellen Rollenpapiere verwendet, aber ihre alten 1-, 2-, 5- und 10-Pfennig-Münzen darin eingewickelt. Da war's dann schon etwas mehr Sortiererei... Gut, dass wir die nicht ohne Kontrolle angenommen haben. Dann dätte die Frau ihren Bargeldbestand nämlich glatt verdoppelt...


Pfand nur gegen Namen und Adresse

Den Hinweis auf diesen Blogeintrag von Udo Vetter habe ich heute gleich mehrfach via E-Mail bekommen:
Aus dem E-Mail-Eingang:
Heute war ich in einem Getränkemarkt und musste für eine Barauszahlung von 19 € meine Adresse + Name angeben. Keine AGB, nichts. Einfach auf die Rückseite des Bons. Es wäre bei jeder Auszahlung von 10 € normal.

Ich will dafür meine Adresse nicht angeben. Das find ich wirklich sehr bedenklich. Bin ich dazu verpflichtet?
Verpflichtet sicherlich nicht; und außerdem – wie auch schon in den Kommentaren im Lawblog geschrieben – könnte man dort auch x-beliebige Daten angeben.

Dazu gibt es für mich nur eine Erklärung: Belegbarkeit hoher Auszahlungen gegenüber des Finanzamtes. Oder als Nachweis gegenüber Vorgesetzten, dass das Geld nicht in der Tasche des Mitarbeiters gelandet ist.

Immerhin wird mit Leergut direkt Bargeld aus der Kasse entnommen – was ja nun in der Vergangenheit (und leider mehrmals auch schon bei mir) oft genug Leute dazu verleitet hat, sich hemmungslos aus der Kasse zu bedienen.

Bei mir im Laden werde ich sowas jedenfalls nicht einführen. Ich als Kunde empfände das nämlich als ausgesprochen lästig. Und selbst wenn ich nur falsche Daten aufschreiben würde, hätte ich zumindest den Zeitaufwand für die Schreiberei...

Temperaturprobleme in der Münchener Straße

Letztes Jahr haben wir an meinem Markt in Findorff eine große Markise über der gesamten Schaufensterfront installiert bekommen.

Das Ding ist nur leider relativ wirkungslos. Nachdem wir in den letzten Tagen im Verkaufsraum wieder Temperaturen im Bereich von 34 bis 37 Grad Celsius gemessen haben – und zwar nicht unmittelbar hinter dem Schaufenster sondern in einer schattigen Ecke vom Markt – hat nun unser Hausverwalter ein Schreiben bekommen, in dem wir erneut auf die immer noch vorhandenen Temperaturprobleme hinweisen. Bin gespannt, was diesmal dabei herauskommt. Spätestens Ende dieses Monats muss dazu jedenfalls eine Lösung erbracht worden sein.

Noch mehr Nachtschichtler

Eben habe ich eine Bestellung zu unserem Lieferanten für türkische Lebensmittel gefaxt.

Keine zwei Minuten später kam das Fax zurück. Ein Posten war eingekringelt und mit einem Fragezeichen versehen.

Schön zu sehen, dass es "da draußen" auch noch Leben gibt. Juhu, wir sind nicht alleine in der Nacht. :-)

Wasser ist Wasser

Gespräch mit einem Kunden: Beim Kauf von Mineralwasser käme es ausschließlich auf den Preis an, denn Wasser sei schließlich Wasser, da gäbe es keine Geschmacksunterschiede.

Das alleine schon die verschieden hohen Anteile an Natrium- und Kaliumchlorid in den unterschiedlichen Quellen für erhebliche Geschmacksunterschiede sorgen, ist ja auch völlig egal. Aber manchmal lohnt es sich nicht, über sowas zu diskutieren...

"Beck's Eis"

Vor ein paar Tagen wurde ich von meinem Mitarbeiter an der Kasse darauf hingewiesen, dass in der Kleineistruhe eine Flasche Beck's eingefroren und geplatzt sein soll. Ich rechete mit dem Schlimmsten, aber zum Glück war durch den Druck nur der Kronkorken abgeplatzt und das gefrorene Bier ragte oben aus der Flasche. Die Sauerei hielt sich in Grenzen, ich brauchte nur die Flasche und einen Brocken "Bier-Eis" einzusammeln.

Ich erachtete das Ereignis nicht für weiter bloggenswert und damit war das Thema für mich erledigt.



Nun habe ich gerade eine E-Mail entdeckt, die aus irgendeinem Grund im Spamfilter hängengeblieben war. Jacob hat mir ein Foto geschickt – na, was wohl? :-)
Ich war heute bei euch im Markt einkaufen und habe etwas kurioses entdecken können.
Eigentliche eine Sauerei..das schöne Bier...aber es könnte eventuell als Bildchen für den Blog dienen.

Becks-Ice mal anders.
Eindeutig. :-)