Na, diesmal ist es doch wirklich leicht zu erraten gewesen, was der (vermutlich) ostasiatischstämmige Kunde vorhin hier im Laden gesucht hat, oder?
Eine Kundin reklamierte gestern Mittag bei mir dieses Glas Konfitüre, das sie vor Ostern gekauft hatte. Nach den ersten Löffeln stieß sie auf ein blaues Stück Kunststoff, das so ganz und gar keine Ähnlichkeit mit den auf dem Etikett aufgedruckten Wildkirschen hatte:
Natürlich nahm ich das Glas ohne Diskussion zurück und versprach, die Sache unverzüglich an den Produzenten weiterzuleiten. Vorher zupfte ich noch den blauen Fetzen komplett aus dem Glas heraus, woraufhin dieser sich als ein relativ großes Stück blaue Folie entpuppte:
Ich schrieb sofort danach den Hersteller an und reichte auch diese beiden Fotos in größerer Auflösung mit. Sicherlich gibt es (global betrachtet) schlimmere Dinge als ein Plastikfetzen in einem Marmeladenglas. Wenn
ich Lebensmittelhersteller wäre, hätte die Klärung dieser Angelegenheit für mich oberste Priorität gehabt. So kenne ich es auch von anderen Betrieben, die das Fundstück bislang
immer haben wollten, um dessen Herkunft möglichst präzise herausfinden zu können.
Das blaue Plastikstück scheint da offensichtlich weniger spannend zu sein – bislang hat sich jedenfalls niemand bei mir gemeldet und nach genaueren Informationen gefragt.
Der Fahrer eines bekannten Paketdienstes kam mit einem mittelgroßen Karton unter dem Arm in den Laden. Die Sendung war gar nicht für mich bestimmt, der Fahrer suchte nur Hilfe bei mir:
Ich soll das Paket hier in einer der Seitenstraßen zustellen, aber es gibt da keine Hausnummer 274. Da dachte ich, ich frage hier mal nach, vielleicht weiß das ja jemand.
Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass es in der kleinen Straße auch nur annähernd dreistellige Hausnummern geben würde. Der Name der Empfängerin sagte mir gar nichts, aber netterweise hatte der Absender, ein kleiner Onlineshop für Textilien, seine kompletten Daten inklusive Telefonnummer auf dem Päckchen hinterlassen. Also rief ich kurzerhand dort an.
Der Shopbetreiber freute sich sehr darüber, dass wir uns hier so eine Mühe für ihn, bzw. seine Kundin machten. Ich nannte den Namen der Kundin, er sah kurz in die entsprechenden Auftragsdaten und hatte auch prompt die Verantwortliche dafür gefunden, dass das Paket nicht korrekt zugestellt werden konnte: Seine Mitarbeiterin. Die hat den Paketaufkleber nämlich ausgefüllt – und zwar handschriftlich. Und so wurde aus "
27A" eine deutlich erkennbare Zahl "
274". Gnaaaa.
Kim hat mir ein paar Seiten mit einem Artikel über das "Containern" zugeschickt, die er aus einer christlichen Jugendzeitschrift herausgerissenen hat. Nicht nur ihn stört die etwas einseitige Berichterstattung. In dem Text findet man ausschließlich Hinweise darauf, wie unglaublich lohnenswert und spaßig Containern ist und was für Mengen an unansehnlichen bis einwandfreien Lebensmitteln einfach weggeworfen werden.
Ich will an dieser Stelle nicht abstreiten, dass es
nicht so ist, das Thema hatten wir schon oft genug. Aber auf eine Textstelle möchte ich dennoch eingehen:
"[…]erzählt von Glücksfunden – und einer großen Menge Eins-komma-fünf-Liter Weißweinflachen […]"
Da ist er wieder: Der Punkt, an dem ich über Containerer (trotz der durchaus löblichen Grundeinstellung) nur den Kopf schütteln kann.
Der Wein ist ein gutes Beispiel dafür. Mag ja sein, dass der Wein nicht schädlich war und auch noch gut geschmeckt hat. Aber: Wein hat kein MHD und wenn der gesamte Bestand des Ladens weggeworfen wird, könnte der Grund dafür darin liegen, dass sich irgendwelche (im schlimmsten Fall gesundheitsschädliche) Fremdstoffe in den Flaschen befinden. Und die sind im schlimmsten Fall nichtmal sicht- und schmeckbar.
Brr…
Unser Brotlieferant stapelte mir etliche große Kartons mit sogenannten "halbgebackenen" Brötchen vor die Nase. Das Volumen lang etwa bei einer mehr als 1m hoch gefüllten Europalette. Was zum..? Habe
ich die ernsthaft gestern bestellt?
Offensichtlich. Die Faxvorlage lügt nicht: Ich bin in der falschen Zeile gelandet und hatte daher ein paar Dinge übersehen.
Ist zum Glück kein Beinbruch. Kühlhaus sei Dank.