Wednesday, April 6. 2005Aldi, Lidl und die RestepostenTrackbacks
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"Ist die Ware nämlich dann zu früh vergriffen, fühlt sich der Kunde schnell betrogen." (Aus dem FAZ-Artikel)
Allerdings. Vor allem dann, wenn - wie bei meinem Stamm-PLUS üblich - die Ware bereits in den letzten Verkaufsstunden des Vortags (vor dem offiziellen Verkaufstermin) eingeräumt und dann am nächsten Tag vormittags schon vergriffen ist.
Hmm, also bei Lidl hatten Sie gestern noch Pferdedecken im Angebot. *kopfschüttel*
Reiterbedarf gab es letzte oder vorletzte Woche bei Aldi. Demnächst ist wohl wieder PLUS oder Tschibo dran, und dann geht's im Herbst wieder von vorne los damit. Ist halt der neue Breitensport und ein gaaanz anderes Thema ...
Genau den wollte ich auch gerade ansprechen - ich wohne hier in Berlin und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer hier Pferdedecken kauft, noch dazu bei einem Discounter: Wer es sich leisten kann, Reiten zu gehen (macht hier auch schonmal kaum einer weil er dafür in die Außenbezirke/Umland fahren müsste), der hat für sowas seine eigenen (sicher besseren) Bezugsquellen.
Noch lustiger finde ich, daß *alle* LIDL-Filialen diese Pferdedecken im Angebot haben müssen - und u.a. die Filiale bei mir um die Ecke einen Kundenkreis bestehend aus Türken, Arabern und ein paar nicht allzu wohlhabenden weiteren Mitbürgern besitzt. "Meine" Filiale hat davon sicher max. 1-2 Stück verkauft, der Rest wird wieder zurückgehen - ich möcht mal wissen wer sich das hat einfallen lassen.
#2.2
on
2005-04-07 00:51
Na und? Dann fährst du halt ins Umland. In Berlin leben vermutlich mehr Reiter als im Umland. Ein eigenes Pferd kostet knapp 400 EUR im Monat, komplett inkl. Versicherungen und allem anderen. Nicht tragbar? Und warum sollen Besserverdienende nicht sparen wollen?
Das Angebot von Lidl war in der Hinsicht echt günstig. Bis auf den Hufbalsam (der hat gleich das doppelte gekostet wie im Fachhandel) waren die anderen Artikel gleich um die Hälfte günstiger.
Tchibo bietet sowas ja auch an. Zumindest in Karlsruhe, in bester Lage (oder auch nicht) in der Postgalerie. Ab und an schlendere ich durch um zu lachen
1001 in Mannheim werde ich wohl auch mal besuchen. Ist ja nur ein paar Minuten Autobahnfahrt weit weg!
Zitat aus dem FAZ.NET: "Sehr viele Händler sind dennoch mit den Erträgen dieser Aktionen sehr unzufrieden, und steigende Mengen an Restposten machen diese Aktionen wirtschaftlich noch unattraktiver."
Seltsam, dass bei den Überlegungen der Konzernstrategen das Wort "Kunde" so selten vorkommt. Dieser muß sich nämlich durch den sich mit Ramschware immer mehr anfüllenden Laden zwängen. Ein Aldi-Tempel mit vier Gängen läßt sich eben gerade NICHT durch aufstellen von weiteren Regalen in der Gangmitte in einen mit sieben Gängen upgraden. Versucht man es trotzdem, endet das zunächst im Chaos - und dann wird der Umsatz der reduzierten Kundenaufnahmekapazität der Gänge angepaßt. Gibt genügend Filialen auch anderer Unternehmen in der Gegend, die das Geld genauso gern nehmen...
#4
on
2005-04-07 02:27
Konzerne kennen keine Kunden, sondern Konsumenten. Und der Konsument hat gefälligst zu konsumieren. Macht er das nicht, dann ist er böse. Der Konsument hat dankbar zu sein, daß ihm sein Geld im Laden abgenommen wird. Dafür bekommt er ein paar Glasperlen oder anderen Tand. Bitte keine Beschwerden, Reklamationen oder gar K-u-n-d-e-n-w-ü-n-s-c-h-e.
#4.1
on
2005-04-07 07:28
Ich nenne das immer die "Tschiborisierung" des Handels. Tschibo hat das angefangen: Durch non-food Aktionsware den Kunden in den Laden holen, der dann auch noch ein Paket Kaffee mitnimmt. Andere Lebensmitteldiskcounter haben nachgezogen. Jedoch hatten die das Prinzip nicht verstanden: Denen war eher wichtiger endlich mal was an einem Artikel zu verdienen und die Mini-margen im Lebensmittelhandel aufzubessern. das ging auch eine ganze Zeit ganz gut. Aber nun, wo jeder Kunde schon 50 Tupperdosen und 100 Kleiderbügel zu hause hat, bleiben die Discounter auf den Dingern immer öfter sitzen.
Meine Einschätzung: Es wird wieder eine Konzentration geben. Nicht jeder Discounter kann 1000 Fillialen und mehr wirtschaftlich betreiben. Das hat beispielsweise hier bei uns dazu geführt, dass die Kommunalpolitiker (und Bürger) in jedem kleinen Ort/Stadteil einen "Nahversorger" fordern und in den Bebauungspläne festschreiben. Vollkommender Irrsinn. Erste Anzeichen gibt es schon. Es ist ein irrwitziger Preiskampf im Food-Breich zu beobachten. Das geht nicht ohne Opfer ab. So engagierte Händler wie der shopbloger werden aber wohl immer ihr Auskommen finden.
#5
on
2005-04-07 10:49
Bei uns im Dorf hatten Norma und Schlecker (iirc) gemeinsam einen Nonfood-Restpostenmarkt betrieben.. ich bin da ein paarmal durchgeschlendert, aber trotz der ueberall haengenden "-70%!!!"-Schilder waren v.a. Elektro-Kleingeraete immer noch um Ecken teurer als in diversen Versandhandeln. Und das teilweise fuer geoeffnete und entsprechend ramponierte Wuehltischware - urx.
#6
on
2005-04-07 13:35
Zum Thema Aktions-Aktionsware: Ich habe mal im TV einen Bericht über einen Laden gesehn, der auf Lebensmittel spezialisiert war, die gerade kurz überm Verfallsdatum liegen. Die haben das von umliegenden Supermärkten aufgekauft. Dort kauften dann die ganz armen Schweine, die sich nicht mal Aldi-Standard-Ware leisten konnten. Echt ein gruseliger Gedanke.
Ich weiß nicht, was Du für Vorstellungen von Berlin hast, aber die überwältigende Mehrheit der hier ansässigen Leute leben nicht gerade im Luxus - wer es sich leisten kann wohnt bereits im Umland (Pendler; die innerstädtischen Viertel verkommen rapide) und ist damit aus dem Einzugsgebiet der von mir gemeinten Lidls, Aldis & Co. raus. Zum Einkaufen bei einem Discounter fährt bestimmt niemand 15km stadteinwärts; die Ware wird dort also sehr wahrscheinlich fast komplett liegen bleiben.
Mit "besseren Bezugsquellen" meinte ich, daß es Spezialhändler gibt, bei denen sicher öfter vom angesprochenen Kundenkreis gekauft wird, da dieser ein konstanteres und größeres Sortiment hat, welches auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sein dürfte. Wie gesagt dürfte unser Lidl vielleicht trotzdem 1-2 Stück losgetreten haben - ich kenne durchaus jemanden, der in die Außenbezirke zum Reiten fährt; allerdings auch nur 3x im Monat. Ich bezweifle also stark, daß diese Person ein eigenes Pferd besitzt. 400 Euro im Monat sind zudem nicht wenig, denn wie gesagt: Wer es sich leisten kann, zieht in die Außenbezirke oder Vororte und baut sich dort ein Haus. Gehen da 400 Euro monatlich (das sind rund 5000 Euro jährlich!) kann man sich gleich wieder von diesem Traum verabschieden.
#8
on
2005-04-07 16:50
gibt es sowas? ein neu aufgebauter LIDL (stuttgart/degerloch) bietet ausdruecklich KEINE aktionsware an. nicht diese woche, nicht naechste, immer. was kann die dahinter sein? gibts sowas sonstwo noch? und warum?
gruesse - heinz -
#9
on
2005-11-01 14:05
gibt es eine seite wo man die aktuellen angebote vom 1001 aldi discount markt online abfragen kann ?
habe eine lange anfahrt nach mannheim.
#10
on
2006-01-08 12:50
#10 Ja
#10.1
on
2010-04-12 11:45
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