Im Markt in Findorff nehmen wir zwangsläufig auch Einweg-Leergut an, allerdings deutlich weniger als hier in der Gastfeldstraße. Um die Verluste durch die Zählzentren zu vermeiden, stecke ich die Flaschen und Dosen hin und wieder in meinen Automaten, der sie entwertet und direkt für eine Gutschrift sorgt.
Eben stand ich wieder einmal mit einem vollen Sack voller Einweggebinde vor der Maschine und ging der monotonen Aufgabe nach, als eine Kundin mit Leergut daherkam. Kunden gehen vor und so unterbrach ich die Arbeit und gab den Automaten frei.
Noch während ich die letzte Flaschen dort hineinsteckte, inspizierte die Kundin den neben dem Automaten stehenden Mülleimer, allerdings erfolglos. Es befanden sich keine weggeworfenen Pfandflaschen darin.
Als sie ihr eigenes Leergut im Automaten versenkt hatte, entdeckte sie ein paar Flaschen, die ich auf die Fensterbank gestellt hatte. Sie griff sie alle, bemerkte aber, dass ich sie dabei beobachtet hatte und fragte mich, was damit wäre. Nachdem ich ihr dabei half, festzustellen, dass das nicht ihre sind, stellte sie die Flaschen wieder zurück.
Eine weitere Kundin hatte zwischenzeitlich ebenfalls ihr Leergut am Automaten abgegeben und ich wollte mich gerade wieder dem Zeugs aus Findorff widmen, als mich die erste Kundin wieder ansprach: "Schenken Sir mir davon welche?" Ich verneinte und die Frau guckte mir vollkommen fasziniert zu.
"Verkaufen Sie mir welche von den Flaschen?"
[WTF?!?]
Noch ehe ich protestieren oder ihr den Unsinn einer solchen Aktion begreiflich machen konnte, hielt sie mir 1,34€ vor die Nase. "Stimmt so", sagte sie und ich ließ sie sich fünf Flaschen aus dem Sack heraussuchen.
Nachdem die Frau die fünf Behältnisse in den Automaten gesteckt hatte und ihren Pfandbon in der Hand hielt, strahlte sie und ging zur Kasse, um ihn gegen 1,25€ in Bargeld einzulösen.