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Die Brieftasche der alten Dame

Als meine Putzfrau vor ein paar Tagen den Mülleimer ausleerte, der gewöhnlich vor dem Laden steht, entdeckte sie darin ein dünnes Lederetui. Geld befand sich keins darin, aber ein paar Fotos und das Impfbuch, Edoprothesen-Pässe, ihr Schwerbehindertenausweis, Blutgruppen-Pass, Röntgen-Pass, Allergie-Pass, Diabetes-Pass und das Bonusheft vom Zahnarzt – also sämrlichen medizinischen Dokumente, die sie benötigt.
Ich vermutete spontan, dass die Unterlagen der über siebzigjährigen Frau gestohlen worden waren. Zum Glück stand in einem der Dokumente die Telefonnummer der alten Dame und so rief ich dort an.
Ich erklärte, wer ich bin und von welchem Geschäft aus ich anrufe und dass wir ihre Brieftasche hier im Mülleimer gefunden hätten. "Da war ich eben einkaufen.", freute sich die Frau und berichtete, dass ihr die Papiere im Vorbeigehen von jemandem aus der Jackentasche gestohlen worden sind. Allerdings hatte der Taschendieb ausschließlich ihre Dokumente erwischt, denn das Geld, Bankkarten und Ausweis bewahrte sie wohl grundsätzlich in einer verschlossenen Innentasche ihrer Jacke auf.
Sie freute sich sehr, bedankte sich und sagte mir, dass sie am Folgetag kommen wolle.

Das war Ende letzter Woche.

Vorhin fiel mir auf, dass das Mäppchen immer noch hier im Büro liegt und so beschloss ich, erneut bei ihr anzurufen. Hätte ja sein können, dass sie es vergessen hat. Das Gespräch verlief etwa folgendermaßen:

Meiermüllerschulz.

Guten Abend, Harste mein Name vom SPAR-Markt in der Gastfeldstraße. Ich hatte vor ein paar Tagen schon einmal angerufen, weil wir hier ihre Brieftasche gefunden haben.

Sie haben hier nicht angerufen.

[...wtf?]

Aber Sie sind doch Frau Meiermüllerschulz?

Ja, genau.

Dann haben wir auch vor ein paar Tagen miteinander telefoniert. Wir haben hier im Laden das Etui mir ihren Papieren gefunden.

Ich war da und mir wurde gesagt, dass nichts gefunden worden ist.

Das wundert mich. Ich hatte meinen Mitarbeiter, der mich vertritt, ausdrücklich darauf hingewiesen. Mit wem haben Sie denn hier gesprochen?

Das weiß ich nicht mehr. Wer sind Sie denn?

Mein Name ist Harste vom SPAR-Markt in der Gastfeldstraße.

Was soll das? Was wollen Sie von mir? Haben Sie meine Sachen? Sind sie der Dieb und wollen mir die nun zurückgeben?

Ich bin nicht der Dieb. Ich bin vom SPAR-Markt!

Von welchem SPAR-Markt?

Den in der Gast-feld-straße. Da gibt's nur einen.

Den an der Ecke?

Meinen Sie den Penny-Markt?

Ja, genau, da wurde mir die Brieftasche bei meinem Einkauf aus der Tasche gestohlen.

Ich bin aber vom SPAR-Markt.

Nee, da bin ich ja nie. Wie kommt die denn da hin?

Hat der Dieb wohl hier weggeworfen als er gesehen hat, dass kein Geld drin war.

Ich hol die dann morgen ab.

Da bin ich aber mal gespannt. :-)

Cutter mit Warensicherung

Ein Mann mit Malerbekleidung löste an der Kasse den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Seine mitgeführte Tasche war nicht dafür verantwortlich und mit dem Handchecker ließ sich schließlich das Alarm auslösende Teil auf eine Tasche seiner weißen Latzhose eingrenzen.

Er holte ein bisschen Kleingeld, einen Bleistift und einen gewöhnlichen Cutter aus der Tasche und hielt die Sachen mit einer Hand fest. Ich legte überprüfte die Tasche erneut mit meiner "Kelle" – doch kein Alarm ertönte.

Ich habe keine Idee, wieso das Messer im Gehäuse mit einem Warensicherungsetikett versehen war. Eine sogenannte Quellensicherung auf einem derart niedrigpreisigen Artikel fand ich ausgesprochen erstaunlich.

Maria und Josef III

Der kleine Junge, der hier Anfang des Jahres Weihnachtslieder johlend durch den Laden lief ist mir gerade eben schon wieder aufgefallen. "Ihrkin dalein kohmed, okohmed all." tönte es eben grandios kakophonisch während des gesamten Einkaufs des Muttertieres.

Ich weiß, ich wiederhole mich... :-O

Im APRIL. Pah!!!

(Ja, es war das selbe Kind.)