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Intimes für alle

Ein Pärchen im Alter von ca. Mitte zwanzig betrat den Laden. Er war ein südländischer Macho-Typ, der wunderbar die Klischees pflegte: Gegelte Haare, Bärtchen, Goldschmuck und Feinripp-Shirt. Sie hatte blonde, lange Haare und passte somit zumindest äußerlich einigermaßen gut in die "Blondinen"-Schublade. Alles in allem ein der typisches Paar. Sie trug den Einkaufskorb, die beiden suchten einige Sachen zusammen.

Plötzlich rief er aus einigen Metern Entfernung etwas zu ihr herüber. Man könnte meinen, dass manche Dinge nicht alle Leute etwas angehen, aber zumindest ihm war es ziemlich egal, dass Mitarbeiter und Kunden anwesend waren.
Wir müssen noch zur Apotheke! Die "Pille danach" besorgen!
Keine Ahnung, ob ihr es egal war, dass er solche Dinge vor allen Leuten ausbreitet. Sie hat seine Aussage nur bestätigt. Ich hätte an ihrer Stelle jedenfalls Riesenterror gemacht. Spätestens zu Hause, wenn es nicht mehr jeder mitbekommt.

Vetrauen oder Verzweiflung?

Eine Stammkundin war einkaufen und wollte sich von uns die Ware nach Hause liefern lassen. Da es ihr gar nicht gut ging und sie heute sogar noch eine Operation vor sich hatte (zumindest hatte ich das so verstanden), wollte sie möglichst schnell wieder los.

Ich bot ihr an, dass sie auch bei der Lieferung direkt an der Haustür zahlen könne. Daraufhin zog sie ihre ec-Karte aus der Tasche und drückte sie mir mit den Worten "Ihnen kann ich ja wohl vertrauen." in die Hand. Mitsamt ihrer Geheimzahl.
Klar konnte sie mir vertrauen. Nicht einen Cent mehr als notwendig buchte ich über unser ec-Terminal von ihrem Konto ab und legte alle Belege sorgsam ihrer Ware bei.

Hoffentlich übersteht sie die nächste Zeit ohne größere Probleme. Sie sah nämlich nicht so aus, als ob es ihr auch nur annähernd gut gehen würde.