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MHD: 28.08.2011

Eine Frau, Typ "Supermami", war mit ihrer etwa knapp dreijährigen Tochter hier im Laden. Die Kleine wollte Neger… Mohren… Schaumzuckerküsse haben, die Mutter griff ins Regal, sah sich die erste Packung von allen Seiten an und legte sie wieder weg. Dann nahm sie die zweite Packung, betrachtete diese – und legte sie wieder weg. Die dritte, die vierte, die fünfte und schließlich nahm sie die letzte Schachtel aus dem Regal, betrachtete sie und legte sie wieder weg. Da meldete sich die Tocher: "Darf ich die nicht haben?"

"Nein!", entgegnete ihre Mutter energisch. "Die laufen am 28.8. ab. Die sind schlecht, die kannst du nicht mehr Essen!"
Genau. Gleich wegwerfen!!!111EINSELF

Don't buy this!

Ein Kunde war mit einem offenbar anglophonen Freund oder Bekannten hier bei mir im Laden. Sie gingen eine ganze Weile durch die unterschiedlichsten Gänge und er erklärte bei (fast) jedem Regal grob, was sein Begleiter dort finden würde.

Als sie vor dem Tiernahrungsregal standen, schnappte einer meiner Mitarbeiter zufällig folgenden Gesprächsfetzen auf: Mein Kunde machte er eine Geste mit dem Arm, zeigte einmal am Regal entlang und erklärte ausdrucksstark und ganz pauschal: "Don't buy this!"

Einfach, aber wirkungsvoll. :)

Wenn's einem nicht nur Spanisch vorkommt

Ein Mann stand an der Kasse und wollte irgendetwas. Nur was, haben wir beim besten Willen nicht herausgefunden. Er gestikulierte unidentifizierbar und sprach leider nur Spanisch. Von den hier anwesenden Mitarbeitern hat leider niemand ein Wort verstanden.
Als ich ihn seinen Wunsch aufschreiben lassen wollte, um mit der Notiz via Online-Sprachtool herausfinden zu können, was der Mann möchte, war er schon wieder aus dem Laden verschwunden.

Okay, dann eben nicht.

Verwirrt?

Ein Kunde mittleren Alters wirkte etwas "neben sich". Zuerst gab er etwas Leergut am Automaten ab. Als er damit fertig war, begann er seinen Einkauf. Zunächst ein paar Pakete Frischmilch. Danach ging er in die Getränkeabteilung und füllte seine Tasche mit den selben Bierflaschen auf, von denen er zuvor Leergut abgegeben hatte.

Danach ging er wieder zum Leergutautomaten zurück, öffnete seine Tasche und stopfte zunächst die Bierflaschen in das Ding. Irgendwann kam er bei den Milchpackungen an, die er – oooh – ebenfalls in das Annahmewerk des Gerätes legte. Natürlich verweigerte der Automat die Annahme und blockierte komplett.
Nachdem der Mann noch ein paar Minuten versuchte, noch mehr Tetrapacks und Bierflaschen zu dem Bereits im Rücknahmeautomaten liegenden Paket zu stopfen, kam ein Mitarbeier vorbei, der schließlich helfend eingriff.

Das Schlimmste ist, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass der Mann das alles ganz und gar nicht in böser Absicht getan hat. :|

7287 / 7587

Ein älterer Kunde reklamierte einen Kassenbon von Anfang letzter Woche. Er hatte doch nur zwei Gemüsezwiebeln gekauft, aber ihm wurde bei mir hier an der Kasse eine Schale Möhren berechnet.

Das war natürlich schwer nachzuvollziehen. Da die Preisdifferenz (und damit ein möglicher Schaden für mich) doch eher gering war und ich dem Herren auch nicht unbedingt böse Absichten unterstellen würde, schrieb ich ihm die Preisdifferenz gut. Als Maßstab nahm ich zwei durchschnittlich große Gemüsezwiebeln, ermittelte die Differenz und zahlte ihm das Geld aus.

An der Kasse fiel mir schließlich auf, warum die Verwechslung wohl passiert sein könnte: Die Zwiebeln haben bei uns die Artikelnummer 7287 und die Möhren die Nummer 7587 – da reicht ja unter Umständen schon ein winziger Ausrutscher mit dem Finger auf der Tastatur und schon werden die Möhren rund, dick und mehrhäutig. :)

Pils, ehrlich!

Einer der Momente, in denen man zunächst "Häh?!?" denkt, im zweiten Moment ebenfalls und später, wenn man sich die Sache nochmal durch den Kopf gehen lässt, kommt wieder nur ein "Häh?!?" dabei heraus.

Eine Kundin brauchte Hilfe in der Getränkeabteilung. Ein Kollege ging hin und zeigte der Frau, die "Beck's Pils im Sechserträger" haben wollte, den gewünschten Artikel.
Hier, bitteschön.

Ich suche aber Pils.

Das ist das normale Beck's Pils.

Ich weiß nicht…

Doch, das ist so.

Hmm, vielleicht möchte ich doch lieber ein anders Bier. Ich suche Pils, wissen Sie?
Der Kollege kam etwas verzweifelt ins Büro zurück:
Geh' du mal hin.

Wieso, was ist denn?

Frag' nicht…
Tat ich auch nicht, sondern ging selber zu der Kundin:
Was suchen Sie?

Beck's Pils, aber in den kleinen Flaschen.

Die haben wir hier als einzelne Flaschen und gleich daneben als Sixpacks, Sechserträger.

Ich suche aber Pils.

Ja, das ist Pils. Schon immer gewesen.

Was günstigeres als Beck's haben Sie nicht? Was ist denn das billigste Pilsbier, das Sie haben?

Da könnte ich ihnen unsere Eigenmarke "Ratskrone" anbieten.

Nee. Haben Sie noch andere günstige Sorten?

Ja, einige! Haake Beck, Bitburger, Hasserö…

…nee, das alles nicht.

Tzja, die Entscheidung kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Dann bleibe ich wohl doch beim Beck's. Aber ich hatte sonst immer Pils, wissen Sie? Das mögen meine Freundinnen auch lieber als das Beck's, was Sie mir da eben gezeigt haben.

DAS IST PILS! Wirklich! Glauben Sie's mir einfach.

Da steht aber nichts drauf.

Doch, ganz klein auf den Flaschen.

Aha. Ach, ich weiß nicht so recht.
Ich hatte das Gefühl, so nicht weiterzukommen und ließ sie mit einem freundlichen Gruß und dem Hinweis, dass ich ihr nun alles gezeigt hatte, in der Abteilung stehen. Immerhin: Letztendlich kam sie mit einem Träger Beck's Pils an die Kasse. Juhu. :)

Wenn wir das anbieten…

Ein älterer Kunde wollte unseren Lieferservice nutzen. Ich kann seine Enttäuschung darüber, dass er nun vergeblich hergekommen ist, verstehen. "Wenn Sie das anbieten, dann müssen Sie die Leistung auch bringen!", ranzte er mich an.

Ja, wir werben damit. Aber nicht dafür, dass das ein täglicher Sofortdienst ist. Und ausgerechnet heute ist eine Lieferung nunmal nicht möglich. Wenngleich mein Bote ja ansonsten immer sehr flexibel ist und auch mal zu ungewöhnlichen Zeiten die Waren ausliefert.

Sahne zu saurer Sahne

Ich hoffe irgendwie schon, glaube allerdings nicht, dass mich der Mann mittleren Alters foppen wollte, als er mich in wirklich ernstem Tonfall fragte, ob er einfach normale Schlagsahne eine Weile in der Küche stehenlassen könnte, um schließlich saure Sahne zu bekommen.

120 Eurodollar

Warum macht sich jemand die Mühe und druckt eine 100-Dollar-Note auf einen 20-Euro-Schein? Die Frage lässt sich vermutlich gar nicht so genau beantworten. Die Intention "wollte ins Blog" würde ich vom Gefühl her aber trotzdem ausschließen. :O


Grußlose Begegnungen

Irgendwie immer wieder frustrierend (und verwundernd – so viel zum oft zitierten "unfreundliches Supermarktpersonal"), wenn man Kunden grüßt und keine Reaktion zurückkommt. :|

Weitersabbeln

Eine Stammkundin ist wieder aufgetaucht. Sie war ist nicht tot, sondern war lediglich ein paar Tage im Krankenhaus.

Große Erleichterung im Kollegenkreis. Wir flüchten zwar immer alle vor ihr, weil sie so unendlich kommunikativ ist (und haben auch immer dabei ein schlechtes Gewissen) – aber andererseits haben wir sie ja auch gern. Nicht, weil sie hier Umsatz macht (okay, doch, deswegen natürlich auch), sondern vor allem, weil sie echt 'ne ganz liebe ist. :)

Bier, mehr Bier!

Eine Frau mittleren Alters wollte drei Sechserträger Bier kaufen. Mein Mitarbeiter Gregor wies sie an der Kasse freundlich darauf hin, dass sie, wenn sie eine komplette Kiste mit 24 Flaschen kaufen würde, insgesamt sogar weniger zahlen müsste, zusätzlich sechs Flaschen mehr hätte und noch einen praktischen Rahmen dazubekäme.

Die Kundin zögerte einen kleinen Moment.

Plötzlich sprach offenbar eine etwas ältere Bekannte von ihr, die unmittelbar hinter ihr stand: "Hedwig, stellste einfach bei Fatzebuck rein: 'In der Neustadt geht die Post ab.' Dann wirste den Rest auch noch los."

Ich sach ja: Je oller, je doller. 8)

Die vergessene Handtasche

Eine junge Frau hatte gestern Abend ihre Handtasche hier im Laden vergessen, die sie während ihres Einkaufs an der Kasse deponiert hatte.
In der Hoffnung, etwas darin zu finden, was uns die Möglichkeit gibt, die Frau zu kontaktieren, öffneten eine Kollegin und ich vorhin die Tasche und staunten ncht schlecht: Zwei Handys, Portemonnaie (leider ohne Ausweis), ein paar Briefe, Schlüssel und viel Kleinkram. Vor allem aber offenbar keine Unwichtigkeiten. Umso erstaunter waren wir, dass sie sich nach knapp einem Tag nicht schon längst danach erkundigt hatte.

In der Geldbörse lag eine kleine Hülle mit Visitenkarten diverser Ärzte. Versuch Nummer ein: Ein Anrufbeantworter sagte mir, dass ich außerhalb der Sprechzeiten anrufen würde. Versuch Nummer zwei: Eine sehr freundliche und leider viel zu naive Sprechstundenhilfe meldete sich und wollte mir gleich Adresse und Telefonnummer der Dame herausgeben:
Ich habe hier eine Handynummer…

Ich fürchte, dann sprechen wir uns gleich wieder. Hier liegen nämlich auch zwei Handys in der Tasche.

Oh, eine Festnetznummer habe ich auch. Eins. Zwo. Drei. Vi…
Ich unterbrach Sie dabei:

Ich denke, Sie sollten da für mich anrufen.

Wieso das?

Naja, wenn mich Frau Y. fragt, woher ich die Nummer habe, wird's peinlich.

Meinen Sie, ich sollte die Ihnen nicht sagen?

Genau das. Sie kennen mich nicht. Die Geschichte, die ich Ihnen erzählt habe, stimmt zwar – aber es könnte ja auch Leute mit weniger guten Absichten geben.
Das sah sie ein. Wir unterbrachen das Gespräch für ein paar Minuten, in denen sie versuchte, die im System hinterlegte Telefonnummer zu erreichen. Dann rief sich mich zurück:
Der Anschluss existiert offenbar nicht mehr. Ich fürchte, da kann ich Ihnen auch nicht mehr weiterhelfen.
Schade. Ich bedankte und verabschiedete mich. Und nun?

Ach, scheiß drauf. Not kennt kein Gebot.
Also schnappte ich mir die beiden Handys. In einem waren gar keine Namen hinterlegt, nur Nummern in der Anrufliste. Nicht hilfreich. (Wer macht denn sowas?)

Im anderen Handy war ein kurzes Telefonbuch hinterlegt. Viele Standardnummern, von der Apothekenhotline über Jugendschutz und Taxiruf bis zu Vodafone-Stars. Ich begann einfach ganz oben, die Leute anzurufen. Nummer eins war eine Frau, die ganz überrascht war: "Der Name Y. sagt mir gar nichts. Nie gehört.

Nummer zwei: Ein junger Mann, der offenbar Handys verkauft und sich als ein Freund von der jungen Frau zu erkennen gab. Er brauchte gar keine weiterführenden Informationen und meinte, dass er ja die Vertragsdaten hätte und damit auch über alle relevanten Informationen verfügen würde.
Zwei Stunden später klingelte des Handy. Irgendeine Stimme sagte mir, dass wir rangehen sollten. Volltreffer. Es war die Eigentümerin der Tasche und sie war überglücklich, dass wir uns so viel Mühe gemacht haben.

Dann hat sich der Aufwand doch wenigstens gelohnt. :)

98,00 Euro

Dass Kunden die Möglichkeit der ec- und Kreditkartenzahlung gerne auch zum Geldabheben benutzen, ist inzwischen nicht mehr weiter ungewöhnlich. Entweder wird der Einkaufsbetrag um oder auch auf eine runde Summe aufgestockt oder Leute kommen einfach so an die Kasse und möchten sich nur Bargeld auszahlen lassen. In dem Fall normalerweise auch immer volle Eurobeträge, die meistens auf Null oder manchmal auch auf Fünf enden.

Die abgehobenen 98,-€ von vorhin waren da nun schon tatswahrhaftig außergewöhnlich. :)