Den ganzen Abend über schon strömen gutgelaunte Jugendliche und Heranwachsende in kleinen und großen Gruppen herein und decken sich mit Knabberartikeln, Bier und Spirituosen ein – und dabei ist doch gar kein Wochenende.
Aber heute war hier in Bremen der letzte Schultag vor den Sommerferien. Das erklärt manches...
Im wahrsten Sinne des Wortes "dumm gelaufen" ist ein Kunde gestern Abend. Ein junger Mann in sehr "einschlägiger" Erscheinung (schwarzes Basecap, Rucksack und leicht alkoholsiert) löste an der Kasse den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Er hatte nichts gekauft und sich einfach an der Schlange vorbeigequetscht, was meinem Mitarbeiter natürlich besonders auffiel. Er rief mich an, damit ich die Sache kläre und bat den Mann, zu warten.
Doch der rannte los wie ein Wahnsinniger. Geistesgegenwärtig sprinteten zwei Kunden hinter ihm her und verfolgten ihn durch mehrere Straßenblöcke, wo sie ihn schließlich stellen konnten. Dabei stolperte der Flüchtige und schürfte sich die Haut an den Knien auf. Zu dritt kamen sie wieder zurück. Den beiden Verfolgern drückte ich als Dank für den Einsatz 50 Euro in die Hand und kümmerte mich danach in Ruhe um den Alarm auslösenden Kunden.
In seinem Rucksack hatte er mehrere gesicherte CDs. Ältere, bgegriffene Cover, in denen noch aktive Sicherungsetiketten klebten. Sonst nichts, jedenfalls nichts, was mit Warensicherungsetiketten gesichert war und schon gar nichts von uns.
Der Ärmste wollte einfach nur eine Flasche Wasser kaufen, allerdings hatte er eine Verabredung und deshalb wenig Zeit. Da die Schlange gestern Abend gerade relativ lang war, wollte er den Laden so wieder verlassen. Als dann der Alarm losging, hat er schlicht und einfach Panik bekommen, fürchtete einen Polizeieinsatz und die damit verbundenen Folgen und dabei wollte doch einfach nur pünktlich zu seinem Treffen kommen.
Er saß bei uns im Lager wie ein Häufchen Elend. Die Anstrengung mit vorhergehendem Alkoholkonsum war wohl zu groß. Er war völlig durch den Wind, entschuldigte sich immer und immer wieder für das, was er "getan" hat. Dabei hatte ich sogar das schlechte Gewissen, denn schließlich hat ihn meine Warensicherungsanlage in meinem Laden so in Panik versetzt. Für seine Überreaktion kann ich zwar nichts, aber trozdem...
Meine Fragen, ob ich irgendetwas für ihn tun könne, verneinte er konsequent. Aber wenigstens das angebotene Wasser hat er dankbar entgegengenommen.