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Hennessy

Vier Männer, alle Anfang zwanzig, kamen in den Laden und gingen einige Zeit scheinbar ziel- und planlos hin und her. Alle waren sie etwas dunklere Gestalten und trugen relativ weite Kleidung. Zwei von ihnen fanden sich vor dem Spirituosenregal wieder und über die Videoanlage beobachtete ich, wie sie ausgiebig die an den Flaschen angebrachten Warensicherungsetiketten erkundeten.

Die vier trafen an der Kasse wieder aufeinander und einer nahm eine Flasche Hennessy Cognac aus der Vitrine. Mit dieser Flasche gingen sie nun wieder in den Laden, bauten sich vor dem Süßwarenregal auf und schienen sich mit ihren Jacken zu beschäftigen.
Das alles war mehr als verdächtig und so ging ich eilig zur Kasse. Ich fühlte mich mehr als bestätigt, als der Mann mit dem weiten Mantel, der die Flasche aus der Vitrine genommen hatte, diese nicht mehr in der Hand hielt. Er war gerade am bezahlen, seine drei Begleiter standen weiter hinten in der Schlange. Der Adrenalinfluß ließ sich nicht mehr aufhalten und so fragte ich ihn gewohnt kurz angebunden, wo denn die Flasche hin sei. Es folgte ein kurzer Wortwechsel aus dem meine Unterstellung deutlich hervorging. Tzja, nur hatte inzwischen ein anderer den Cognac in der Hand. Vor dem Süßwarenregal, auf dem Monitor nicht zu erkennen, haben sie wahrscheinlich getauscht. Es ist ja zum Glück nichts weiter passiert und ich entschuldigte mich drei mal bei den Leuten. Die hatten sich aber auch wirklich zu auffällig verhalten und waren sich dessen ganz sicher auch bewußt.

Hätte ich persönlich mitbekommen, wie sie in den folgenden Minuten die Kassiererin noch laustark beschimpft und unter anderem vor allen Kunden als "Schlampe" bezeichnet haben, hätte ich die Typen trotzdem noch vor die Tür gesetzt.

Eine Mark

Eine ältere Kundin bestand vorhin darauf, genau dieses Markstück von einer meiner erfahrensten Kassiererinnen erhalten zu haben. Nicht direkt vor dem Gespräch, sondern gestern schon. Und zwar anstelle eines 1-Euro-Stücks. Und sie bestand auch darauf, dass ich es ihr in Euro umtauschen muß. Einen ganzen, versteht sich - und nicht bloß 50 Cent.

Weiß der Geier, wo die Frau die Münze noch ausgegraben hat. Gerade die genannte Kassiererin ist jedenfalls sehr aufmerksam und hätte mit aller Sicherheit nicht ein Markstück mit einem Fünfziger verwechselt.
Die Kundin argumentierte, dass ja "noch sehr viel altes Geld im Umlauf sei", doch das konnte ich für meine Kassen und Kunden nicht bestätigen. Alle Jubeljahre mal, dass noch jemand ein paar Pfennige im Portemonnaie liegen hat. (Und gerade Pfennige sind mitunter in der Eile wirklich schwer von Centstücken zu unterscheiden. Aber doch nicht das alte "Silbergeld".)

Wir haben uns dann darauf einigen können, dass ich ihr die Münze in ein 50-Cent-Stück umtausche.