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Kleingeld

Eine Kundin wollte wissen, ob sie auch mit ein paar selbstgerollten Kleingeldrollen bezahlen könnte. Normalerweise nicht, zumindest nicht ohne genauere Kontrolle, aber da es sich nur im "kleine" Rollen mit 1-, 2-, 5- und 10-Cent-Münzen handelte, beschloss ich, sie anzunehmen. Selbst wenn sich die Kunden verzählt haben sollte, könnte sich die Differenz nur im kleinen Centbereich bewegen.

Weit gefehlt.

Überraschung: Von Cent war nämlich gar nicht die Rede. Die Kundin hat zwar die aktuellen Rollenpapiere verwendet, aber ihre alten 1-, 2-, 5- und 10-Pfennig-Münzen darin eingewickelt. Da war's dann schon etwas mehr Sortiererei... Gut, dass wir die nicht ohne Kontrolle angenommen haben. Dann dätte die Frau ihren Bargeldbestand nämlich glatt verdoppelt...


Wasser ist Wasser

Gespräch mit einem Kunden: Beim Kauf von Mineralwasser käme es ausschließlich auf den Preis an, denn Wasser sei schließlich Wasser, da gäbe es keine Geschmacksunterschiede.

Das alleine schon die verschieden hohen Anteile an Natrium- und Kaliumchlorid in den unterschiedlichen Quellen für erhebliche Geschmacksunterschiede sorgen, ist ja auch völlig egal. Aber manchmal lohnt es sich nicht, über sowas zu diskutieren...

Auswirkungen des Sommers

Eben war ein Pärchen im Laden. Er mit Bermudas und nacktem Oberkörper, sie mit Hot Pants und knappem Oberteil. In Anbetracht der aktuellen Temperaturen kann man das schlichte Outfit nachvollziehen. Die beiden waren ständig am knutschen und konnten einfach die Hände nicht voneinander lassen.

Wir haben ja auf mehr gehofft mit allem gerechnet. Aber dafür fehlte den beiden wohl der Mut. :P

Der REWE-Einkaufswagen

Zufällig beobachtete ich, wie ein mit unbekannter Mann einen großen Einkaufswagen in meinen Laden schob und direkt meine Einkaufswagenbox ansteuerte. Irgendwie kam mir der Wagen nicht weniger unbekannt vor als sein momentaner Besitzer – und so ging ich nach vorne, um zu verhindern, dass man mir mal wieder einen fremden Wagen unterjubelt.

"Hallo?!?"

"Ich versuche gerade, den Euro da rauszubekommen."

"Aber bitte nicht hier, der Wagen ist nicht von mir."

"Wo kommt denn der her?"

"REWE. Und hier ist SPAR, das passt nicht."

Das sah er dann zum Glück auch ein und hat den Wagen – wenn auch etwas zähneknirschend – wieder mitgenommen und ihn sogar zumindest bis zur nächsten Straßenecke geschoben.

Wenn ich genug Platz hätte, wär's mir ja egal. Dann würde ich nebenberuflich noch in den Schrotthandel einsteigen... ;)

Ey!!!

Nachdem wir bemerkt hatten, dass es sich an der Kasse staute, aber noch bevor ein weiterer Mitarbeiter nach vorne gehen konnte, stellten sich noch ein paar Kunden an die Schlange an.

Eine Frau, die vorher zwei PET-Einweg-Bierflaschen vom Discounter am Leergutautomaten geschreddert hatte, stand keine fünf Sekunden am Ende der Schlange, als sie mich entdeckte und mir mit gellender Stimme und in voller Lautstärke durch den Laden zu rief: "Ey!!! Mach' mal 'ne zweite Kassen auf!"

Das "Ey, sei mal etwas leiser!", quer durch den Laden zurück, musste ich einfach bringen. :)

Aktive Sicherheit

Was sollen wir mit einem Türsteher?

Hier standen die ganze Nacht ein paar (Stamm-)Kunden vor der Tür und haben sich angeregt unterhalten. :)

Bevor man in's Fettnäpfchen tritt

Kurz vor Mitternacht standen eben zwei Männer vor der verschlossenen Tür und gestikulierten etwas herum, offenbar wollten sie herein.

Da die Kommunikation durch die geschlossene Tür nicht einfach ist, überlegte ich kurz, die Aussage "Wir öffnen um 0 Uhr." dadurch zu signaliseren, dass ich erst auf mein Handgelenk tippe und dann mit Daumen und Zeigefinger eine Null zeige.

Da die beiden Herren geschätzer südeuropäischer Herkunft waren, verworf ich aber den Gedanken recht schnell wieder und begnügte mich mit einem Kopfschütteln. Das war zwar weniger aussagekräftig, ist aber im Zweifelsfall wenigstens nicht als "Deine Zeit ist abgelaufen, Arschloch." zu deuten. ;)

Biernot

Rund 4,5km (!) hat ein Pärchen vorhin zwei leere Getränkekisten und eine Tüte voller leerer Bierflaschen zu Fuß durch die Nacht geschleppt – nur um sie bei mir abzugeben und schließlich das Pfandgeld in neue Biervorräte zu investieren.

Das ist wohl unser Vorteil gegenüber den Tankstellen: Wir nehmen hier rund um die Uhr Leergut an. :)

Keine Hilfe erwünscht

Eine Kundin suchte hektisch wie systematisch das Spirituosenregal ab. Nur wenige Sekunden später fluchte sie: "Scheiße." – und beendete die offenbar erfolglose Suche nach einem bestimmten Produkt.

Da ich gerade zufällig im selben Gang stand, bekam ich die Situation mit und erkundigte mich, ob ich ihr helfen könne und ob sie ein bestimmtes Produkt suchen würde. Das verneinte sie.

Keine Ahnung, was da los war...

Die Welt ist ein Irrenhaus...

...und hier ist die Zentrale!

Der Spruch ist alt, ich weiß. Was ich nicht weiß, ist, was hier heute Nach los ist. So viele verrückte Leute sind mir selten hier im Laden begegnet. Ist Vollmond? :O

Solche und solche Kunden

Ein Großteil unserer Kunden packt Tiefkühlpizza hier im Laden aus den Umkartons aus und lässt uns die Pappe zur Entsorgung hier.

Andere Kunden fragen, ob sie die Pizza günstiger bekommen können, weil die Umverpackung etwas beschädigt ist.

Brötchenbestellung

Seit zwei Tagen hängt ein Zettel am Backofen: "Bestellt: 20 krosse Brötchen um 9 Uhr, für Frau Meiermüllerschulz"

Und an welchem Tag nun? :O

Zum gleichen Preis

Woher stammt eigentlich der Irrglaube, dass ein Einzelhändler, wenn eine Ware nicht mehr vorrätig ist, eine hochwertigere zum Preis der günstigereren abzugeben habe?

Bookcrossing im SPAR-Markt

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Foto von einem in einem Regal liegenden Buch zeigen. Und mit Regal meinte ich in diesem Fall auch kein Bücherregal, sondern eines meiner Stahlregale. Aber leider war ich zu langsam und so ist das Buch, das erst noch im Regal lag, schon wieder weg.

Also berichte ich ohne Buch. Ein paar Bookcrossing-Freunde haben offenbar meinen Laden als Tauschplattform entdeckt. In letzter Zeit finden sich immer wieder die verschiedensten Bücher in mehreren unserer Regale für ökologische Produkte, die auch nie lange liegenbleiben. Finde ich irgendwie schön, hier innerhalb meines Ladens so eine Tauschplattform zu haben. :)

Mehr dazu direkt bei bookcrossing.com


Ein frohes, neues Jahr

Wir wissen nicht, warum – aber eine Kundin wünscht uns schon seit Jahren "frohe Ostern" an der Kasse zur Verabschiedung.

Eben war sie wieder da, bezahlte und sagte nur: "Einen schönen Sonntag noch."

Meine Mitarbeiterin konnte es sich nicht nehmen lassen und erkundigte sich: "Wie? Heute kein 'frohe Ostern'?"

Kundin, toternst: "Stimmt. Aber ein frohes, neues Jahr."

Häh?!? :O