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Die betrügerische Linktausch-Masche

Während der Recherche bin ich bei diesem interessanten Artikel gelandet, der erst Mitte Oktober veröffentlich wurde: Linktausch-Masche: Wie Betrüger Redaktionen austricksen

Warum ich recherchiert habe? Nun, ich habe heute diese E-Mail bekommen:

Korrekturantrag – Ungenaue Domain-Verlinkung

Bei der Überprüfung Ihrer veröffentlichten Materialien haben wir einen Link zu unserer früheren Domain festgestellt (mundmische. de). Diese Domain wurde inzwischen an einen externen Anbieter übertragen und enthält nun Inhalte, die nicht mit unserer Mission vereinbar sind und die Leser irreführen oder dem Ansehen unserer Marke schaden könnten.

Aus Gründen der Genauigkeit und Klarheit bitten wir Sie, den Link zu unserer verifizierten offiziellen Website zu aktualisieren:

Alter Link zu unseren Inhalten: mundmische.de

Neuer Link: mundvermischen.de-html.com

Der falsche Link erscheint in: https://www.shopblogger.de/blog/archives/25867-Jan-Eisklar.html

Vielen Dank für Ihre zeitnahe Antwort und Ihr Engagement für eine genaue Berichterstattung.
Geht man auf die genannte Website, bekommt man etwas, das auf den ersten Blick an die Inhalte der alten Mundmische-Website erinnert. Ein Lexikon irgendwelche Ausdrücke – guckt man genauer hin, sieht man, dass es nur ganz rudimentäre Inhalte sind, die nur den Schein wahren sollen. Das war mir zunächst gar nicht aufgefallen, das ich gar nicht die Notwendigkeit sah, mich gerade näher mit der Website zu beschäftigen.

Was ich allerdings komisch fand: Warum soll jemand eine alteingesessene .de-Domain aufgeben (die ja nun wirklich nicht viel kostet) und auf diese "subdomain.de-html.com"-Konstruktion umziehen? Das ergab für mich überhaupt keinen Sinn und so fragte ich kurz ChatGPT, da mal zu recherchieren:

"Lässt sich herausfinden, warum die Website mundmische.de (JETZT ein Onlinecasino oder sowas) auf mundvermischen.de-html.com umgezogen ist? Jetzt jammern die herum, dass der alte Link bei mir (auf mundmische.de) irreführend sei. Warum geben die dann erst ihre de-Domain auf?
Die zusammengefasste Antwort lautete:

Die ursprüngliche Website mundmische.de ist offenbar bereits 2023 verschwunden. Unter der alten Domain wird inzwischen für Onlinecasinos geworben. Warum die ursprünglichen Betreiber ihre Domain aufgegeben haben, ist unklar.

Die angebliche Nachfolgeseite mundvermischen.de-html.com ist allerdings höchst verdächtig. Bereits im Oktober 2026 wurde eine nahezu identische Masche dokumentiert: Betreiber etablierter Websites werden angeschrieben und gebeten, alte Links auf vermeintlich umgezogene Websites zu ändern. Dabei führen die vorgeschlagenen Adressen ebenfalls auf Subdomains von de-html.com.

Das wahrscheinliche Ziel ist, wertvolle Backlinks von etablierten Websites zu erhalten, um die eigene Position in Suchmaschinen zu verbessern.

Dass die neue Website tatsächlich von den ursprünglichen Mundmische-Betreibern stammt, ist nicht belegt. Vieles deutet darauf hin, dass hier lediglich versucht wird, unter einem glaubwürdigen Vorwand einen neuen Backlink zu ergattern.
Genau so schätze ich das auch ein und daher ist der Link im Janee-Blogeintrag nun auch komplett verschwunden und nicht von mir ersetzt worden.

Linda hat mich verstanden! Aber leider falsch …

Ich hasse Chatbots. Nicht grundsätzlich künstliche Intelligenz, ganz im Gegenteil. Aber ich hasse diese dämlichen, als "Kundenservice" getarnten digitalen Türsteher, die einem in den letzten Jahren auf immer mehr Unternehmenswebsites als zusätzliche Serviceleistung angeboten werden und vor allem zuverlässig dafür sorgen, dass man bloß keinen echten Menschen erreicht – ohne einem jedoch bei echten Problem und Anfragen weiterzuhelfen.

Bei meiner Hausbank wollte ich eine eigentlich recht einfache Frage klären: Ich hatte Geld auf ein Sparbuch überwiesen und war mir danach plötzlich gar nicht sicher, ob dieses überhaupt noch existiert. Was passiert mit dem Geld, wenn das Sparbuch inzwischen aufgelöst wurde? Wird der Betrag automatisch zurückgebucht? Wir hatten vor einer Weile den Inhalt des Kinder-Sparbuchs unserer Tochter für einen neu eingerichteten Bausparvertrag verwendet. Unklar war mir nach einem Jahr, ob wir das Sparbuch nur geplündert oder komplett aufgelöst hatten und so buchte ich kurzerhand fünf Euro von meinem Girokonto auf besagtes Sparbuch. Nach ein paar Tagen war das Geld noch nicht wieder auf meinem Konto gutgeschrieben worden. Die Chance, dass es auf dem Sparbuch gelandet ist, war also durchaus gegeben. Andererseits sind die Wege von Kreditinstituten bekanntlich unergründlich und wer weiß, was mit den fünf Euro sonst so passiert sein könnte … Aufgrund der Öffnungszeiten der beiden verbliebenen Filialen der Bank, bei der wir das Sparbuch haben, habe ich derzeit keine Chance, dort mal vorbeizufahren und eventuelle Buchungen in dem Heftchen nachtragen zu lassen.

Aber wenn die Filialen schon immer weniger werden, so rüsten die Banken zum Glück bei allen anderen Kontaktmöglichkeiten auf. Meine Frage hätte ein menschlicher Bankmitarbeiter vermutlich in wenigen Sekunden beantworten könnte.

Aber ein menschlicher Bankmitarbeiter war nicht greifbar und so fragte ich Linda, die digitale Servicekraft meiner Bank: "Ich habe Geld auf ein Sparbuch überwiesen, von dem ich nicht sicher bin, ob es aufgelöst wurde. Würde ich das Geld in dem Fall zurück auf mein Girokonto bekommen?"

Und die digitale Servicemitarbeiterin Linda antwortete prompt: "Ich habe verstanden, dass Sie einen Betrug vermuten oder bemerkt haben."

Nein, Linda. Hast du nicht. Nicht einmal ansatzweise!

Anschließend wollte "sie" noch wissen, ob der vermeintliche Betrug mit einer Karte, einer Lastschrift, dem Onlinebanking oder einer verdächtigen Nachricht zusammenhängt.

Ich wollte eigentlich nur wissen, wo mutmaßlich mein Geld abgeblieben bleibt. Linda hatte jedoch andere Pläne, ignorierte mein Anliegen geflissentlich und witterte offenbar eine ganz große Sache.

Ich hasse diese Chatbots wirklich! Noch niemals konnte so ein Ding mein Anliegen zufriedenstellend lösen. Vielleicht geht das bei anderen Kunden und ich habe einfach immer nur die falschen Probleme, das will ich nicht vollständig ausschließen. Aber diese elendigen KI-Chats … Sie verstehen die Fragen schon nicht, liefern folglich gänzlich unpassende Antworten und halten einen mit vorgefertigten Auswahlmenüs erfolgreich davon ab, jemanden zu erreichen, der eventuell tatsächlich helfen könnte – aber Hauptsache, auf der Website steht irgendwas von innovativem, KI-gestütztem Kundenservice.

Früher hing man zwanzig Minuten in der Warteschleife und bekam irgendwann aber doch eine Antwort. Heute bekommt man sofort eine Antwort, aber die hat nichts mit der Frage zu tun. Fortschritt kann so schön sein.

Screenshot KI-Chat auf der Sparkassen-Website

Es läuft die Zeit …

Ein Außendienstler, der gerade hier im Hause war, und ich blockierten gerade einen Gang, durch den ein älterer Stammkunde gerade wollte. Ich scherzte: "Wir schon wieder, immer diese Mitarbeiter, stehen immer nutzlos im Weg herum …"

Der alte Herr nahm es augenscheinlich sehr gelassen, zuckte nur mit den Schultern und erwiderte: "Keinen Stress, meine Zeit läuft sowieso irgendwann ab."

Ein Schicksal, dass wir alle wohl irgendwie teilen. :|