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Adressiert an die Weinabteilung

Von einem Weingut haben wir Post mit Werbung für deren Sortiment bekommen. Ist nichts für uns, aber die gewählte Anschrift war interessant: Das Schreiben sollte direkt an die Weinabteilung gehen.

War leider zu ungenau und unsere Poststelle gnadenlos überfordert. Hätte da jetzt gestanden "Weinabteilung, Weißwein aus Rheinland-Pfalz" oder "Weinabteilung, Rotweine aus der Pfalz", dann wäre die Zuordnung ja leicht gewesen. Aber so rätselte ich minutenlang unentschlossen, was mich mit dem Brief anstellen soll und habe ihn dann aus reiner Verzweiflung selber geöffnet.

Sie haben mir unterschiedlichen Sorten Sprizz auf Weinbasis angeboten. Da hätten sie ja direkt auch die richtige Adresse angeben können: "Getränkeabteilung, Spirituosen und Mixgetränke". Aber mit so einer diffus formulierten Anschrift werden wir hier nichts.


DHL Germany hat Sie leider nicht angetroffen

Anzutreffen wäre hier auf jeden Fall jemand mitten am Tag gewesen, also kann der Fahrer den in der Lieferadresse angegebenen Laden einfach nur nicht gefunden haben.

So einen EDEKA-Markt zu identifizieren ist aber ja auch immer wieder eine neue Herausforderung für die Paketfahrer …


Der älteste Fahrer

Anruf eines kleineren Lieferanten. Sie haben erheblichen Personalmangel und haben einen älteren Herren aktiviert, der eigentlich schon in Rente ist.

"Das ist unser ältester Fahrer, aber der kann körperlich nicht mehr so. Vielleicht können Sie ihm dann beim Abladen der Kisten helfen, das wäre nett."

Kriegen wir wohl hin. :-)

Pappe mit Ausschnitt

Von unserem Bio-Wein-Lieferanten haben wir die Ware auf einer Palette geliefert bekommen. Unten standen die goldenen Mehrwegkisten, darauf waren die Pappkartons gestapelt. Zur Stabilität lag dazwischen ein großes, flaches Stück Pappe.

Da es eine Mehrwegkiste mehr war, als in eine Lage auf die Palette passen, insgesamt 17 goldene Rahmen, hat jemand im Versandlager unseres Lieferanten die Pappe genau für die eine Kiste passend ausgeschnitten.

Schön, wenn Leute kreativ sind. :-)


KASTEN

Das Bier "BIER" kommt in Getränkekästen daher, die einfach nur mit "KASTEN" beschriftet sind. So sehr pragmatisch, dass daraus inzwischen eine eigene Marke geworden ist. Über das Bier, das keinen Namen hat, erfahrt ihr hier noch etwas mehr.

Zugegeben: Irgendwie funktioniert es. Der Kasten mit der Aufschrift "KASTEN" fiel mir im Lager zwischen all dem anderen Leergut sofort auf.

Auf der Website des Herstellers steht übrigens, warum das Bier keinen Namen hat:

Die Grundidee entstand 2008 an einem gemeinsamen Abend in der heimischen Küche. Wir hatten mehrere Biersorten vorrätig und wollten herausfinden, ob wir unser Lieblingsbier am Geschmack erkennen konnten. Das Ergebnis überraschte uns: im Blindtest konnte keiner von uns seine Lieblingssorte herausschmecken. Im Gegenteil: oft schmeckte das Lieblingsbier jetzt gar nicht mehr!

Doch warum konnte es es allein in Deutschland über 5.000 Biermarken geben, wenn (wie wir) die meisten Verbraucher noch nicht einmal ihr Lieblingsbier am Geschmack erkennen können? Und warum sagt man trotzdem, Marke XYZ sei das eigene „Lieblingsbier“?

Unsere Schlussfolgerung: Geschmack ist Einbildung! Er wird durch Werbung und Vorbilder geprägt und schließlich zur Gewohnheit – denn anders als anhand des Markenbildes kann ein Normalverbraucher die Getränke gar nicht unterscheiden.
Die Idee hinter "BIER" ist ja lustig, aber der Aussage kann ich überhaupt nicht zustimmen. Alle Produkte schmecken irgendwie mehr oder weniger unterschiedlich und ganz sicher beeinflusst der aufgedruckte Markenname auch die eigene Wahrnehmung und Erwartungen an ein Produkt.

Klar, für die einen ist es nur "Bier" und es gibt sicherlich genug Menschen, denen feine Unterschiede beim Geschmack egal sind oder die erst gar keine Unterschiede schmecken. Und vielleicht schmecken viele Marken auch (sehr) ähnlich, so dass einem mit weniger fein ausgeprägtem Geschmacksempfinden die Unterschiede gar nicht auffallen – aber pauschal zu behaupten, dass Geschmack Einbildung ist und nur durch den Markennamen im Kopf entsteht, finde ich reichlich gewagt. Und, sorry, diesen Begriff ausgerechnet von mir verwendet zu sehen, extrem arrogant.

Gerade DASS es viele unterschiedlich schmeckende Biere gibt, hat mich überhaupt erst vor knapp 20 Jahren an Bier herangeführt. Für mich war Bier immer ein "Mag ich nicht"-Produkt. Bis mir ein ehemaliger Mitarbeiter mal ein Überraschungspaket mit vielen unterschiedlichen Bieren aus ganz Europa geschenkt hatte und Ines und ich aus der Not heraus einfach vorne angefangen haben, uns durchzuprobieren. Dabei kam irgendwann die Erkenntnis, dass es durchaus interessante und leckere Sorten gibt und ich schwöre, dass die Markennamen in diesem Fall vollkommen egal waren.

Aber ausgerechnet von einem Bierbrauer den Spruch zu hören, dass Geschmack nur Einbildung ist, finde ich schon ziemlich hart. (Und würde jetzt einfach mal frech den Einwand in den Raum werfen, dass denen keine Alternative blieb, weil ihr Produkt einfach im Vergleich mit anderen Sorten nicht mithalten kann.)


Nanu, keine bestellbaren Ventilatoren?

Im heißen Sommer waren plötzlich keine Ventilatoren mehr lieferbar. Kein Wunder, vermutlich waren sie in sämtlichen Edeka-Märkten ausverkauft und unser Großlager in der Folge komplett leer.

Nachschub haben wir bis jetzt nicht bekommen und soeben staunte ich, als ich unseren digitalen Bestellunterlagen nachgesehen habe – Ventilatoren aller Art sind komplett ausgelistet.

Das ist so nun erst einmal schade. Ich hatte nämlich die Idee, davon eine größere Menge zu bestellen und einzulagern (wozu hat man denn den Lagerplatz in dieser "Halle") und mir nächsten Sommer eine goldene Nase damit zu verdienen.

Aber der Gedanke ist ja nicht vom Tisch und ich werde regelmäßig reingucken, ob da wieder Ventilatoren zu bekommen sind. :-)

Zwergenaufstand im Ökoland – Teil 2

Vor ziemlich genau 20 Jahren hatten wir das Thema schon einmal: Produkte von Ökoland sollten wir nicht weiter bekommen, da man gerne nur im Bio-Fachhandel zu finden sein möchte.

Keine Ahnung, was in der Zwischenzeit passiert war. Ob es irgendwann keinen mehr interessiert hat oder ob es eben doch okay war, dass wir die Produkte, Fertiggerichte in Dosen und Würstchen (Frisch und im Glas), hier angeboten haben.
Inzwischen ist man auf jeden Fall wieder zu dem Schluss gekommen, dass man die Produkte doch nicht hier sehen möchte und so werden wir seit einer Weile schon von unserem Großhändler nicht mehr mit den Produkten dieser Marke beliefert.

Ich nehme das inzwischen schulterzuckend hin, denn:

1. Bin ich älter geworden – mich regt sowas einfach nicht mehr auf.

2. Natürlich waren diese Produkte eine interessante Bereicherung für das Sortiment, aber hinsichtlich der Absatzzahlen eher eine zu vernachlässigende Randnotiz. Man könnte sagen, wir haben wertvollen Regalplatz dafür geopfert, nur um diese Artikel auch zeigen zu können und den Trend zu mehr Bio zu unterstützen. Woanders wären die Artikel im Rahmen von Sortimentsoptimierungen längst aus den Regalen verschwunden.

3. Wenn Ökoland den Umsatz nicht mitnehmen will, soll es nicht mein Problem sein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind so viele Produkte in Bio-Qualität auf den Markt gekommen, gerade auch als Eigenmarke der Edeka, dass ich das Verschwinden von Ökoland-Produkten aus unseren Regalen nicht mehr bedaure.

4. Betrachtet man die beiden vorherigen Punkte, ergibt sich durch die Auslistung eine ganz klare Win-win-Situation für beide Parteien: Wir machen mit anderen Produkten mehr Umsatz – und Ökoland muss sich nicht länger der unerträglichen Zumutung aussetzen, auch von ganz gewöhnlichen Supermarktkunden gekauft zu werden.

Vertreter für Lebensmittel aus Osteuropa

Ich war gerade dabei, den von mir selbst bestellten Bio-Wein zu packen, als mich ein junger Mann mit Aktentasche und diversen Papieren in der Hand ansprach.

Er stellte sich vor als Mitarbeiter einer Firma, die Lebensmittel aus Osteuropa importiert, dabei wohl vor allem aus Polen und aus der Ukraine.

Während er mir dies erklärte, drückte er mir deren nicht ganz dünnen Katalog in die Hand. Mit einer ausschweifenden Geste fasste ich unseren kompletten Laden ein und antworte wahrheitsgemäß, dass wir einfach keinen Platz für ein derartiges zusätzliches Sortiment hätten und dass wir aufgrund unserer Größe mit den Artikeln, die wir über unser Edeka-Großlager beziehen können, mehr als ausreichend versorgt sind.

Das Sortiment des Importeurs war umfangreich und umfasste mindestens Tiefkühlprodukte, Getränke und viele Artikel aus dem Trockensortiment. Mit einem bedauernden Kopfschüttelnd gab ich ihm den Katalog dennoch wieder zurück. Er wollte ihn mir zwar überlassen, aber der dicke Papierstapel hätte hier nur herumgelegen und wäre früher oder später ungenutzt im Altpapier gelandet. Dafür war der mindestens einen Zentimeter dicke Katalog nun wirklich zu schade, auch wenn es mich natürlich nichts gekostet hätte.

Warum sollte man diese Ressourcen nicht sparen und unnötiges Altpapier vermeiden?

Aufgebaute Lego-Fun-Packs-Treuepunkteaktion

Für die Durchführung der aktuellen Treuepunkteaktion hatten wir ein fertig konfektioniertes Display bekommen, von dem wir nur noch den Deckel zu entfernen brauchten.

Momentan ist die Nachfrage noch sehr verhalten, aber die Leute müssen ihre Punkte ja auch erst einmal sammeln. Ich denke, dass die Lego-Aktion besser laufen wird, als zum Beispiel bei den Produkten von Blackroll, die wir zuletzt hatten. (Alle lieben Lego, falls man nicht gerade Fan vom Held der Steine ist. ;-) )


FRoSTA und die Harddiscounter

Aktuell findet man bei Aldi einige Fertiggerichte von FRoSTA im Angebot. Das erinnerte mich an eine Werbung (B2B), die FRoSTA mal in Fachmagazinen geschaltet hatte. Ist schon ein paar Jahre her, da waren die Produktverpackungen noch sehr viel bunter, aber der erste Satz des blauen Texts unter der Kernaussage lautete "Unser Name steht für Qualität und Markenwert!"

Ich glaube, die Anzeige (links im Bild) hatte ich 2017 mal entdeckt, es ist also schon ein paar Jahre her und man kann und darf seine Meinung natürlich ändern. Gerade auch im hart umkämpften Lebensmittelmarkt hier in Deutschland …

Rechts im Bild ist ein Screenshot der oben verlinkten Seite zu sehen:


Unheilig

Nach unserem "heiligen Testballon" mit den Holy-Startersets sollte deren Verkauf darüber entscheiden, ob wir mal einen ganzen Aufsteller mit weiteren Produkten und auch den Startersets bestellen.

Den Testballon hatten wir Ende Mai gestartet.

Die drei Sets waren nach zehn Tagen verkauft.

Vom Vertreter habe ich nie wieder etwas gesehen oder gehört …

Neue Gestaltung Fensterplakate

Nachdem unsere Fensterplakate mit den Wochenangeboten seit ein paar Jahren so schön bunt und mit Produktabbildung sind, wurden sie offenbar im selben Atemzug mit der "Entfärbung" der O&G-Schilder zentralseitig überarbeitet.

Seit letzter Woche schon sehen die Plakate so aus wie hier beispielhaft (echte Angebote aus dieser Woche) dargestellt:



Produktabbildungen gibt es nicht mehr, da die Bezeichnungen der beworbenen Artikel aber unverändert klein gedruckt werden, muss man nun sehr genau hingucken, um herauszufinden, was da überhaupt beworben wird.

Ich finde es nicht gut. Vielleicht bin ich aber auch nur inzwischen zu alt für diese Branche und die Kunden im Jahr 2026 wollen einfach anders angesprochen werden. Ich als Kunde wüsste immer zuerst gerne, was da beworben wird. Das liegt aber vielleicht an meiner Werberesistenz, ich gucke mir auch im Grunde niemals die allwöchentlich ins Haus flatternden Handzettel von irgendwelchen Läden ab. Warum sollte ich? Wenn ich nichts brauche, hilft auch die Werbung nicht.

Aber da ticken andere Menschen eben vielleicht doch anders und da funktioniert das mit der Informationshierarchie nicht so wie bei mir.

Um die Plakate mal von links nach rechts durchzuarbeiten:

"AKTION 2,99" – "Interessant, wofür denn? Kann ich das gebrauchen? Mal gucken!"

"40 ExtraPunkte" – "Oh, wofür das denn? Das kaufe ich mir gleich!"

"MEHRWEG" – "Super! Welches Produkt, vielleicht brauche ich das sowieso gerade?"

"APP-ANGEBOT / APP-PREIS" – "Sehr gut, ich hab ja die App, mal kaufen!"

Da möchte die Edeka offenbar die unterschiedlichen Verkaufsmechaniken stärker bewerben als jeweils das einzelne Produkt. Offenbar geht es um:

· App-Nutzung steigern
· Payback hervorheben
· Mehrweg kommunizieren
· hohe Rabatte sichtbar machen

Aus Marketingsicht ist das natürlich schon nachvollziehbar. Aus Sicht eines Kunden (Aus MEINER Sicht eines Kunden), der einfach schnell erkennen möchte, was im Angebot ist, halte ich das jedoch schon für einen Rückschritt. Die bunten Schilder mit den Abbildungen waren einfach besser – aber das ist eben nur meine subjektive Meinung.

Vielleicht ist das nur Gewöhnungssache. Wie findet ihr die Umstellung?

Bedienthekenpass-Stempel

In den letzten Tagen endete die Aktion "Bedientheken-Pass" der Edeka. Der Pass war ein klassisches Bonusheft, in das man Stempel bekommen konnte, für jeden Einkauf ab 5 Euro an einer Bedientheke in einem Edeka-Markt hat man einen Stempel bekommen, waren die 10 Stempel voll, gab es zusätzliche 5 Euro Rabatt auf den nächsten Einkauf.

Wir haben zwar kein Bedientheke, sind aber eben doch ein Edeka-Markt und hatten deshalb auch zu Beginn der Aktion das Material bekommen – etliche dieser Pappkärtchen und eben auch eine Handvoll Stempel. Diese Stempel sind kleine Stempel von COLOP mit integriertem Stempelkissen, mit denen man einen etwa 1cm kleinen Kreis stempeln kann, in dem stellvertretend für die vier verschiedenen Bedientheken in einem Supermarkt ein Fisch, ein Brot, ein Stück Käse und mutmaßlich ein Stück Fleisch abgebildet sind.

Die Papierdinger sind egal, Altpapier. Aber um die Stempel finde ich es irgendwie schade. Nagelneu und nie benutzt wäre es eine schmerzhafte Ressourcenverschwendung, sie einfach so zu entsorgen. Andererseits: Was soll man damit anfangen? Selbst ein Kind wird die Dinger nach ein paar Stempelungen auf der heimischen Tapete langweilig finden …

(Da ich nicht weiß, ob sie nicht vielleicht doch bei einer neuen Aktion wieder benutzt werden sollten, werde ich sie schließlich doch in den Müll werfen und nicht verschenken. Das Missbrauchspotential wäre immens und ich werde mir nicht nachsagen lassen, das unterstützt oder gar provoziert zu haben.)


Die Mindestbestellmenge von Ingwer-Shots

Ein junger Mann kam vor einer ganzen Weile in den Laden und stellte mir sein Produkt vor: Ingwer-Shots in kleinen Flaschen fürs Kühlregal. Inzwischen haben wir den Artikel schon lange nicht mehr im Sortiment, ich habe ihn nie wieder gesehen und weiß auch schon gar nicht mehr, wie die Firma und das Produkt hießen – aber die folgende Anekdote ist unvergessen.

Im Laufe des Gesprächs teilte mir der Vertreter mit, dass die Mindestbestellmenge für die Shots bei vier Kartons liegen würde. Wie groß die Kartons oder wie teuer die einzelnen Flaschen oder wie knapp die MHDs bemessen waren, weiß ich nicht mehr. Ich (Ingwer-Fan) wollte ihm eine Chance geben, sagte aber, dass ich nur zwei Kartons nehmen würde. Er zögerte und stammelte etwas davon, dass die Mindestmenge wegen der Versandkosten eingerichtet sei. Gut, das verstand ich natürlich. Schade.

Der Außendienstler wollte mir die Sache aber doch noch einmal schmackhaft machen und versuchte es mit dem Argument, dass ich seine Produkte aber ohne Wartezeit auf die Lieferung anbieten könne: "Ich hab die Ware im Auto, könnte ich sofort reinbringen."

Häh?! Was?! Wie?!

"Wo ist dann der Aufwand, wenn ich nur zwei Kartons nehme? Oder ist eure kleine Manufaktur ein Weltkonzern, der durch den fortschreitenden SAP-Einsatz über keinerlei Flexibilität mehr verfügt?"

Zähneknirschend ging es dann erstaunlicherweise doch – ich habe aber auch nie wieder etwas von dieser Firma gesehen oder gehört …