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Zwergenaufstand im Ökoland – Teil 2

Vor ziemlich genau 20 Jahren hatten wir das Thema schon einmal: Produkte von Ökoland sollten wir nicht weiter bekommen, da man gerne nur im Bio-Fachhandel zu finden sein möchte.

Keine Ahnung, was in der Zwischenzeit passiert war. Ob es irgendwann keinen mehr interessiert hat oder ob es eben doch okay war, dass wir die Produkte, Fertiggerichte in Dosen und Würstchen (Frisch und im Glas), hier angeboten haben.
Inzwischen ist man auf jeden Fall wieder zu dem Schluss gekommen, dass man die Produkte doch nicht hier sehen möchte und so werden wir seit einer Weile schon von unserem Großhändler nicht mehr mit den Produkten dieser Marke beliefert.

Ich nehme das inzwischen schulterzuckend hin, denn:

1. Bin ich älter geworden – mich regt sowas einfach nicht mehr auf.

2. Natürlich waren diese Produkte eine interessante Bereicherung für das Sortiment, aber hinsichtlich der Absatzzahlen eher eine zu vernachlässigende Randnotiz. Man könnte sagen, wir haben wertvollen Regalplatz dafür geopfert, nur um diese Artikel auch zeigen zu können und den Trend zu mehr Bio zu unterstützen. Woanders wären die Artikel im Rahmen von Sortimentsoptimierungen längst aus den Regalen verschwunden.

3. Wenn Ökoland den Umsatz nicht mitnehmen will, soll es nicht mein Problem sein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind so viele Produkte in Bio-Qualität auf den Markt gekommen, gerade auch als Eigenmarke der Edeka, dass ich das Verschwinden von Ökoland-Produkten aus unseren Regalen nicht mehr bedaure.

4. Betrachtet man die beiden vorherigen Punkte, ergibt sich durch die Auslistung eine ganz klare Win-win-Situation für beide Parteien: Wir machen mit anderen Produkten mehr Umsatz – und Ökoland muss sich nicht länger der unerträglichen Zumutung aussetzen, auch von ganz gewöhnlichen Supermarktkunden gekauft zu werden.

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Comments

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Nobody on :

Du musst unbedingt mal den Gewinn/Regalmeter berechnen… das könnte ein spannender Index sein.

nicht der andere on :

Ist eigentlich in eurem IT-System eine Eingabemöglichkeit der Regal(zenti)meter der einzelnen Produkte vorhanden, sodaß Umsatz/Kosten/Ertrag pro Regal(zenti)meter angezeigt bekommen kann? Zum Beispiel beim Branchenprimus Aldi kann ich mir nicht vorstellen, daß die das nicht systematisch erfassen und auswerten. Tante Emma hingegen wird das mittels Erfahrung, Aufmerksamkeit, Gefühl und Symphatie regeln. Ist sowas vorhanden oder gar Standard?

Björn Harste on :

Doch, wir können sowas auch genau auswerten. Der große Unterschied zwischen uns und Aldi ist, dass dort alles auf maximalen Profit ausgelegt ist. Aldi (und die anderen Discounter) optimiert sein Sortiment konsequent darauf, dass jeder Regalplatz möglichst viel Umsatz bringt. Ein klassischer Supermarkt wie der unsere funktioniert etwas anders: Bei uns dürfen auch Produkte ihren Platz haben, die nur wenige Kunden kaufen – einfach eben, weil eine große Auswahl auch bedeutet, Dinge anzubieten, die nicht jeder braucht.

Nicht jeder Artikel muss sich täglich hundertmal drehen. Manches führen wir schlicht deshalb, weil man in einem guten Supermarkt eben möglichst alles bekommen können soll. Aber wenn der Hersteller schon nicht will, dass wir es verkaufen, dann kann ich auch nicht mehr helfen. :-)

nicht der andere on :

Danke!

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