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Achim, Juni 2020

Ein gutes Jahr später sieht es in dem Gebäude unseres alten Ladens noch genauso aus wie auf den letzten Bildern. Insgesamt macht das gesamte kleine Einkaufszentrum aber einen noch abgewrackteren Eindruck. Was von den Läden noch in Betrieb ist, vermochte ich bei meinem Besuch vor ein paar Tagen nicht zu sagen, aber alle ehemals interessanten Geschäfte (Supermarkt, Frisör, Apotheke, Blumenladen) sind schon lange nicht mehr da.

Ich bleibe bei meiner Meinung, dass das Gebäude irgendwann plattgemacht wird. Dass da noch mal jemand ein ernsthaftes Geschäft betreibt, kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen.




Reklamation zwei Tage alter Erdbeeren

Bei einem Kollegen in der Spätschicht reklamierte ein Mann eine Schale Erdbeeren, die er "erst vor zwei Tagen" gekauft hatte und in der sich schon ganz viele gammelige Beeren befinden würden.

Ich zitieren an dieser Stelle mal das EDEKA-Expertenwissen: "Erdbeeren sind hochempfindliche Früchte, die sich nicht lange lagern lassen. Selbst im Kühlschrank bleiben die leckeren, aber sehr sensiblen Früchte nur etwa einen bis zwei Tage haltbar, bevor sie zu verderben beginnen. […] "

Es gab übrigens keine Gutschrift oder neue Ware. Selbst am nächsten Tag wäre eine Reklamation vermutlich in vielen Läden schon nicht mehr machbar gewesen, aber da hätten wir uns wohl sogar noch kulant gezeigt.

Pilze mit Pilzen

Wir haben Kräuterseitlinge hier im Sortiment, mit denen auch schon einmal eine Kundin wieder zurück in den Laden kam und sie als "verschimmelt" reklamieren wollte. Tatsächlich war im Bereich der Schnittstelle das Myzel einfach weitergewachsen und hatte weiße Wülste gebildet. Das ist vollkommen harmlos, aber ich kann die Bedenken der Kundin nachvollziehen.

Nun hatten wir uns eine Packung Champignons gekauft (in einem anderen Supermarkt) und guckten zu Hause etwas blöde aus der Wäsche: Diese Pilze sahen wirklich mal verschimmelt aus. Die Packung war komplett mit weißen Fäden durchzogen. Da half mir auch mein Fachwissen nicht mehr weiter und die Google-Suche ergab nur Foreneinträge, in denen unisono dazu geraten wurde, die Pilze zu entsorgen. Ist das Schimmel oder hat sich auch hier wieder das Myzel verselbstständigt?

Wie seht ihr das? Sind die noch essbar? Falls aus biologischer Sicht schon, dann aber sicherlich nicht mehr im Kopf des Essenden.


Die Paprika-Arschkarte

Uns hat es mal wieder selber getroffen. Und dabei war diese gelbe Paprika mal gar keine schrumpelige sondern stammte aus einer frischen Lieferung vom Vortag. Aber gut, reingucken kann in die Dinger niemand. Wenn das nun einem (zahlenden) Kunden passiert wäre, würden wir das aber selbstverständlich unkompliziert durch Gutschrift oder Umtausch regeln … So fliegt die Schote schulterzuckend in den Biomüll.


Clementinenumpackerei

Wir hatten eine komplette Kiste mit Clementinen-Netzen, bei der sich in JE-DEM Netz mindestens eine matschige Frucht befand. Woanders fliegt sowas in Bausch und Bogen in den Müll, bei uns hat sich eine Kollegin die Mühe gemacht, alles aus- und nach dem Sortieren und Säubern die noch gute Ware neu einzupacken. Da geht bei einem Discount-Artikel die Rechnung Aufwand zu Ersparnis nicht unbedingt auf, aber es geht nun mal auch darum, brauchbare Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten:


Die Qualitäts-Tomaten-Arschkarte

Uns hat es mal wieder privat erwischt … :-P

(Der Umstand, dass wir natürlich bevorzugt die nicht ganz einwandfreien Sachen herauspicken, forciert natürlich solche Missgriffe. Aber besser ist es, wir haben den Gammel mit nach Hause geschleppt, als dass das unseren Kunden passiert.)


Wuchernder Edelschimmel

Ein Kunde sprach einen Kollegen an und wies ihn auf vermeintlich verdorbene Salami hin. "Verdorben" ist die Wurst bestimmt nicht, da ist ja ohnehin ein Überzug aus Edelschimmel drauf. Bei einigen Packungen ist der Schimmel aber gewachsen und bildet rund um die Scheiben einen dickeren und deutlich sichtbaren Rand.

Was macht man damit? Wegwerfen auf keinen Fall. Nach einigen Überlegungen habe ich nun beschlossen, dass die erst mal im Regal stehen bleiben, denn unbedenklich ist die Ware ja schließlich. Und je nach dem, wie sich das entwickelt, können wir dann immer noch reagieren. Wenn die Scheiben in ein paar Tagen komplett weiß überwuchert sind, werden wir die Packungen wohl doch aussortieren. Aber vielleicht kauft sie ja auch jemand und freut sich über den zusätzlichen Bewuchs, wer weiß das schon? :-)

(Nachtrag: Entsorgt!)


Ist das lax?

Mein Mitarbeiter von der Kasse rief mich an und teilte mir mit, dass eine Kundin verschimmelten Lachs reklamieren würde, aber keinen Kassenbon dabei hat. "Ist okay", sagte ich. "Sie soll sich einfach eine neue Packung nehmen."

Wir legten auf und ich begann, darüber nachzudenken, welcher Lachs denn da verschimmelt sein könnte. Tiefgefrorener Fisch war wohl auszuschließen, aber auch Räucherlachs verschimmelt nur äußerst selten. Ich beschloss, mir die Ware mal persönlich anzusehen und ging nach vorne.

Tatsächlich: Auf dem Lachs prangte an einer Seite eine kleine Schimmelstelle. Aber noch etwas anderes fiel mir an der Verpackung auf:

"Der ist ja schon vor knapp zwei Wochen abgelaufen. Da kann es mal passieren, dass so ein Fisch mal verdirbt."

"Ach. Dabei haben wir den erst vor einer Woche gekauft."

"Liegt der auch schon so lange geöffnet bei Ihnen im Kühlschrank? Dann kann das nämlich schon passieren. Die Haltbarkeitsdaten gelten ja immer noch bei korrekter Lagerung in der originalverschlossenen Verpackung."

"Nein, nein, so alt ist der nicht. Den haben wir ja erst vor zwei oder drei Tagen hier gekauft." [Ach?!]

Wir gingen zum Kühlregal, in dem sich noch mehrere Packungen (eine einstellige Menge) dieses Produkts befanden – allesamt noch rund zwei Wochen haltbar.

Mein Gefühl sagte mir, dass der Fehler nicht bei uns lag, aber dennoch drückte ich der Frau eine neue Packung in die Hand und ließ sie damit aus dem Laden.

Das sind diese Momente, in denen man sich überlegt, lieber zwei Euro zu verschenken, oder unbedingt auf seinem (eventuell ja auch gar nicht vorhandenen Recht) zu beharren und einen Kunden (oder dann auch Ex-Kunden) unglücklich zu machen, bzw. direkt zu vergraulen.

Wein-Fass

Unser Weinfass hatten wir vor gut einem Jahr bei uns zur Halle gefahren und dort in einem Gebäudeteil abgestellt, der zwar vor Regen und Wind geschützt ist, aber dennoch eine hohe Luftfeuchtigkeit hat.

Das hatte ich damals leider so überhaupt nicht bedacht und nun ist unser schönes Fass überhaupt gar nicht mehr so schön: Die Metallteile haben Rost angesetzt, die Ringe haben sich gelöst und sind verrutscht oder ganz runtergefallen und die Holzoberfläche des Fasses trägt teilweise eine dünne graue Schimmelschicht. :-(

Mal gucken, was wir damit machen. Natürlich kann man das relativ problemlos wieder herrichten, ich denke auch, dass es früher oder später darauf hinauslaufen wird. Zum wegwerfen finde ich das Ding zu schade, zumal es nicht ganz günstig und bis jetzt überhaupt nur kurze Zeit hier im Laden im Einsatz war.


Kaum Neuigkeiten aus Achim

Durch diesen Kommentar vor ein paar Tagen wurde ich wieder an unser Projekt "Achim" erinnert und bin nach nun etwas mehr als zwei Jahren einfach mal wieder hingefahren und habe mir den aktuellen Stand angesehen.

Das kleine Einkaufszentrum steht noch, aber außer Frisör, Blumenladen und Imbiss ist da augenscheinlich kein Leben mehr drin. Unser alter Laden sieht noch so aus wie Anfang 2017, nur dass die "Zu vermieten"-Schilder mittlerweile alle im Gebäude auf einem Haufen liegen …



Der Blick durch die Fenster offenbart den schlimmen Zustand der Immobilie: Der Schimmel in den Wänden bestätigt, was der Dreck auf dem Fußboden schon verrät: Hier gab es in der Zwischenzeit mindestens ein größeres Problem mit eindringendem Wasser, von wo auch immer. Jetzt bin ich mir sogar noch ein wenig sicherer, dass der nächste große Schritt an dieser Stelle ein Abriss der alten Gebäude sein dürfte. Ich bleibe aber dran und werde ab und zu mal dort vorbeisehen. Auch wenn das Kapitel nun schon seit fast 13 Jahren (!) abgeschlossen ist, war es doch ein bedeutender (zeitweise aufgrund der roten Zahlen sogar ein existenzbedrohender!) Abschnitt in der Geschichte meiner Selbstständigkeit und damit natürlich meines Lebens.





Apropos Abriss: Der Betreiber des Comet-Marktes, den es zu unserer Zeit in der Gegend gab, hatte ja noch während unseres Bestehens und schon kurz nach seiner Renovierung den Geschäftsbetrieb eingestellt. Danach stand das Gebäude eine Weile leer, dann war ein Raiffeisen-Markt darin. Inzwischen hat sich das auch erledigt, demnächst entsteht dort eine Anlage für betreutes Wohnen.


Squash Banana

Kann bei Bio-Bananen mal passieren. Hat aber schon echt einen Ekelfaktor, wenn rund 80% des Inhalts eines Banankartons (ihr seht auf dem Bild ja nur die schöne obere Lage) sich in schwarze Matsche verwandelt hat.

Asante sana!
Squash banana!
We we nugu,
mi mi apana!



Schimmelschwarzbrot

Hat man auch nicht so oft: Der gesamte Regalbestand (ca. 20 Packungen) einer Sorte Schwarzbrot, ist verschimmelt. In wirklich jeder einzelnen Packung ist eine mehr oder weniger große weiß-grüne Schimmelstelle. Und dabei sind die Brote laut Aufdruck noch bis Mitte März 2019 haltbar.

Aufgrund der Häufung haben wir da mal eine Reklamation draus gemacht und eine Retoure veranlasst. Bei sowas kann ich mir kaum vorstellen, dass wir der einzige Kunde sind, bei dem das Problem auftritt:


Ach, da ist ein Wasserschaden?

Interessant, was sich da unter der alten Tapete im Ex-Büro offenbart: Durch das Lüftungsrohr (ganz in der Ecke mit dem Gitter davor) ist offenbar durch den Wind Regenwasser gedrückt worden und hinter der Gipskartonwand bis zum Fußboden herunter gelaufen.

Der Rest ergab sich dann von alleine. :-O