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Brötchen und Bananenschalen

Eine ältere Frau mit Rollator, die ich schon seit mindestens zehn Jahren als Kundin (und früher auch als Lieferkundin) kenne, hat sich ziemlich unkundlich verhalten. Vor ein paar Monaten hatte sie sich ein relativ teures Bio-Brötchen aus dem Regal genommen, im Laden angeknabbert (nicht mal ganz aufgegessen) und den Rest des süßen Kartoffelbrötchens irgendwo in ein Regal gelegt.

Das fiel erst hinterher auf, als eine Kollegin den Brötchenrest entdeckte und sich an die Kundin erinnerte. Sie hatte nämlich zufällig selber mitbekommen, wie die Frau das Brötchen aus einem der Fächer unseres Brotregals genommen hatte. Wir haben die ältere Frau nie darauf angesprochen, nahmen uns aber vor, etwas aufmerksamer zu sein.

Mindestens einmal wöchentlich war die Kundin seit dem bei uns, wir waren zwar immer etwas argwöhnisch, haben sie aber weder intensiv beobachtet, noch irgendwelche merkwürdigen Fundstücke in den Regalen entdeckt, die wir mit ihr in Verbindung bringen konnten.

Bis vor ein paar Wochen. Aufgefallen war mir selber, dass sie auf der Sitzfläche ihres Rollators saß und sich eine (natürlich noch nicht bezahlte) Banane einverleibte. Ein paar Minuten später sah ich mir die Situation vor Ort erneut an. Sie war inzwischen aufgestanden und hatte ihren Gehwagen weitergeschoben, auf halber Strecke lag eine leere Bananenschale hinten im Keksregal.

Darauf (und auch auf das Brötchen) angesprochen stritt sie alles ab und wirkte dabei aber so nervös wie ein Teenager, der sich heimlich das verbotene Handy außerhalb der erlaubten Zeiten aus der Schublade genommen hatte. An der Kasse bezahlte sie die ausgewählten Bananen plus eine weitere und bekam von uns anschließend freundlich aber bestimmt die Information mit auf den Weg, dass wir so ein Verhalten nicht noch einmal erleben wollen, da sie sich ansonsten eine neue Einkaufsstätte aussuchen müsse.

Ob's ihr nun peinlich war oder sie uns nun tatsächlich für die Bösen hält, die es zu abzustrafen gilt, weiß ich nicht – aber seit dem haben wir sie bei uns nicht mehr wieder gesehen.

Rampe beim Eingang?

Eine Frau im Rollstuhl, die hier im Stadtteil wohnt, hat mich auf der Straße angesprochen und gefragt, ob es nicht möglich wäre, eine Rampe beim Eingang dauerhaft zu installieren, damit sie und andere bereifte Kunden hier leichter oder generell überhaupt mal selbstständig in den Laden kommen könnten.

Leider ist das nicht so leicht zu machen. Wir haben nun mal die Stufe vorne im Eingang. Diese schräg oder zu einem Teil schräg auszuführen, ist nicht möglich, da sich genau darunter Kellerräume befinden und diese Stufe Teil der Kellerdecke ist. Wenn wir da so viel Material entfernen, kämen wir in Konflikt mit der Statik – falls wir damit nicht sogar gleich zusätzliche Oberlichter in den Keller bauen würden. Kurz: Das geht einfach beim besten Willen nicht. Dies wurde vor ein paar Jahren auch schon einmal (noch vom vorigen Eigentümer veranlasst) von einem Baubüro untersucht und bestätigt.

Einer meiner lieben Kollegen hatte nun die Idee, dass man ja mal bei der Stadt beantragen könnte, dass der Gehweg im Bereich unseres Eingangs angehoben wird, so dass ein nahtloser Übergang bei uns in den Laden entsteht. Ob so eine Anfrage überhaupt einen Versuch wert ist? Und wer müsste die Kosten dafür tragen? Hmm …

Rollator und Einkaufswagen

Ein alter Stammkunde fragt schon seit wir mit dem Umbauprojekt angefangen haben, ob wir denn auch dann endliche neue Einkaufswagen bekommen würden. Klar bekommen wir die und das habe ich ihm auch von Anfang gesagt.

Seit fast einem halben Jahr schon kommt der Mann nun mit seinem Rollator zu uns, in dem er auch seine Waren deponiert. Er fragt aber immer noch regelmäßig nach den Einkaufswagen, wenngleich er die schon, seit dem er mit dem Gehwagen kommt, überhaupt nicht mehr benutzt.

Vielleicht steigt er ja wieder um, wenn er die coolen neuen Wagen sieht. :-D

Lob für die neue Getränkeabteilung

Eine ältere Kundin sprach mich mitten im Laden an und hat unsere neue Getränkeabteilung [sic!] in höchsten Tönen gelobt.

Ich stand da, im Geiste am Kopf kratzend, und meinte ganz bescheiden zu ihr, dass wir doch zunächst nur die eine Wand gestrichen hätten und selbst da wären wir noch nicht komplett fertig.

"Aber, nein, die Platzierung ist jetzt viel übersichtlicher und die Gänge sind breiter, was gut ist für meinen Rollator. Und auch die Ware steht nicht mehr so hoch, so dass ich jetzt alleine an mein Wasser komme und nicht mehr um Hilfe bitten muss. Das war immer so mühsam", entgegnete sie.

Im Geiste war die Stelle in der Kopfhaut schon blutig gekratzt. Habe das Lob dann einfach mal dankend angenommen und ihr mit auf den Weg gegeben, dass es überall noch viel schöner wird. :-)