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Die Meinung

Eine ältere Frau rief an und erkundigte sich nach bestimmten Artikeln und ob wir die für sie beiseite stellen könnten. Ihre Haushaltshilfe würde die Sachen dann später abholen.

Klar, das ist ja kein Problem. Während ich mit dem am Telefon durch den Laden lief, überbrückte sie die Wartezeit damit, mir den Grund für den Anruf und ihre Meinung über ihre Haushaltshilfe ausführlich mitzuteilen: "Das ist so ein junger Mann, der ist total dumm. Der bekommt das nicht hin, egal was ich dem aufschreiben. Ich sage dem Idioten, dass er nach den Sachen fragen soll und dann geben Sie ihm die bitte. Sowas unfähiges, was die mir da geschickt haben …"

Subjektive Meinung zur (Tiefkühl)kette

Übrigens, und das hat auch nichts speziell mit Fabian und seiner Pizzakartonfrage zu tun: Ich finde, dass um die Einhaltung der Tiefkühlkette von manchen Leuten ein ziemlicher Bohei veranstaltet wird. Wir haben z.B. eine Kundin, die sich fast schon hektisch ihre Tiefkühlware als letzte Handlung vor der Kasse in verschließbare Kühltaschen packt und an der Kasse, wenn wir die Sachen für den Kassiervorgang natürlich einmal rausnehmen müssen, immer schon Herzrasen bekommt und alles genauso hektisch wieder in die Tüten stopft. Leute, so schlimm ist das alles nicht!

Ich bitte darum, das nicht falsch zu verstehen!!! Natürlich arbeiten wir hier im Geschäftsbetrieb mit der nötigen Verantwortung. Warum das auch zwingend nötig ist, schreibe ich gleich noch. Aber…

Fangen wir mal mit dem wichtigen Teil an:

1. Dass die Temperaturen eingehalten werden und nicht unterbrochen werden, ist ganz wichtig, um die (vermehrte) Bildung von Keimen zu bremsen und somit gewährleisten zu können, dass die Artikel zumindest bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums in einwandfreier Qualität verkauft werden! Wenn kühlpflichtige Produkte (Egal, ob tiefgefroren oder aus der "Pluskühlung") einmal zu warm geworden ist, ist die Chance, dass das Produkt (unbemerkt) verdirbt, deutlich größer. Bei allem, was man durchgaren muss, ist das unter Umständen nur ein geschmackliches Problem, bei Eis, Kuchen und ähnlichen Produkten kann es aber tatsächlich schon zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.

2. Es ist eine optische und teilweise auch sensorische Sache. Zerlaufene Torten, verformtes Eis am Stiel, Eiscreme in der falschen Konsistenz oder voller Eiskristalle sind allesamt nicht wirklich appetitlich. Dazu kommt, dass sich durch den langsameren Einfrierprozess zu Hause (In der Industrie werden die Produkte schockgefroren) in den Zellen größere Eiskristalle bilden, welche die Zellen zerstören (können). Fleisch kann zäh werden und Gemüse matschig. (Beides habe ich sehr selten erlebt.)


Jetzt der unwichtigere (und, ich erwähne es noch mal ausdrücklich: ganz subjektive!) Teil dieser Überlegungen:

Es ist sowas von sch…egal, ob die Sachen ein bisschen warm werden oder nicht. Ich habe noch nie (Außer Eis im Sommer, siehe oben bei Punkt zwei!) meine privat verwendeten Produkte in irgendeinem Kühlbehältnis nach Hause gebracht. Joghurt, Milch, Käse, Wust sind zwar empfindlich, werden bei uns aber schnell genug gegessen. Vielleicht ist mal eine frische Milch schneller sauer geworden, als sie sollte – aber das ist eher die Ausnahme. Tiefgefrorene Brötchen tauen auf der Fahrt nach Hause meistens komplett auf und werden zu Hause wieder neu eingefroren. Gemüse, Pizza und andere Dinge tauen meistens an, aber auch da ist und war es noch nie ein Problem, die Sachen wieder einzufrieren. Im schlimmsten Fall bildet sich etwas Eis an den Rändern.

Dieser Mythos, dass "aufgetaute Tiefkühlware nicht wieder eingefroren werden darf", hält sich hartnäckig. Diese Aussage hat aber vor allem damit zu tun, dass man das Haltbarkeitsdatum damit kaputtmacht und hinterher möglicherweise tatsächlich einer reellen Gesundheitsgefährdung entgegensieht. Generell wird die Ware aber nicht schlagartig giftig und auch nicht anderweitig ungenießbar.

Vielleicht hilft dies dem einen oder anderen, demnächst etwas entspannter an seinen Lebensmitteleinkauf heranzugehen. ;-)