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Goldene Weinkisten

Vor etlichen Jahren hatten wir mal eine Zeitlang das Phänomen, dass wir immer wieder bergeweise leere Mehrweg-Weinkisten als Leergut bekommen haben, jedoch ohne Flaschen. Dass man so eine Kiste mal irgendwo findet, mag ja angehen. Vielleicht sind die Flaschen auch abhanden gekommen, wurden zweckentfremdet oder sind vorab schon nach und nach einzeln als Leergut zurückgegeben worden.

Aber viele Kisten ohne Flaschen auf einmal, dazu von wenig vertrauenerweckenden Leuten? Das wirkt nicht so, als ob da alles mit rechten Dingen zugehen würde. Ging es wohl auch tatsächlich nicht, denn die goldenen Rahmen wurden wohl augenscheinlich vom Gelände unseres Weinlieferanten hier in Bremen gestohlen. Das Areal ist zwar eingezäunt, aber nun auch nicht gerade ein Hochsicherheitstrakt. Damals war dann plötzlich wieder Ruhe und jahrelang gab es keine Versuche mehr, diese Kisten abzugeben.

Nun stand vor ein paar Wochen morgens plötzlich ein Typ in der Leergutannahme, den ich persönlich sofort selber als "VP" (verdächtige Person) einstufte, und wollte eine leere Wein-Mehrwegkiste bei uns abgeben. Ich nahm sie zwar entgegen und zahlte ihm das Geld aus, fragte aber dennoch, wo er sie her hätte. "Die habe ich am Sodenmattsee gefunden", erklärte er. Das ist durchaus möglich, könnte ja sein, dass Strandbesucher sie vergessen haben.

Ein paar Tage später gab er wieder morgens acht leere Wein-Rahmen bei uns ab. Ich war nicht da und habe das Ergebnis erst hinterher gesehen. Angeblich hätte er diese Kisten wieder am See gefunden, denn das sagte er meinem Mitarbeiter. Das war nicht mehr glaubwürdig. Und ich kommunizierte über unsere WhatsApp-Gruppe, dass ich nicht mehr möchte, dass diese Kisten ohne Flaschen angenommen werden.
Bekam leider nicht jeder Kollege mit, ja wir haben noch ein paar Mitarbeiter ohne besonders ausgeprägte Smartphoneaffinität, und so standen am nächsten Tag noch einmal weitere acht leere Rahmen hier im Lager. Seufz …

Das könnte mir ja eigentlich egal sein, den Weinhändler juckt ein möglicher Diebstahl ebenso wenig und die Kisten sind hier ein durchlaufender Posten (Umsatzsteuer-Plus und die Arbeitszeit mal außer Acht gelassen) – aber alleine der Gedanke daran, dass sich da eine dubiose Type mit ziemlich sicher geklauten Dingen bereichert, regt mich auf.


Frage nach dem LgAtm-Video

In diesem Kommentar zu diesem Blogeintrag hatte Christian vor knapp zwei Jahren mal nach einem Video gefragt, wie der Automat funktioniert.

Ich hatte mir die Frage nicht ganz grundlos zu meinen Notizen gepackt. Aber dann kamen unsere ganzen Umbauvorbereitungen, dann ist ganz viel liegengeblieben und da ich nun gerade dabei bin, die ganzen Altlasten abzuarbeiten, ist nun dieses kleine Projekt in Arbeit.
Dazu habe ich nun erst mal einen ganzen Haufen Videos von allen möglichen Stellen des Automaten produziert, an denen man den Weg der Flaschen sehen kann. Bislang insgesamt knapp 5 Gigabyte Material. Da fehlt jetzt noch der Blick in den Cruncher und auch, wie es unten drunter aussieht (kommt noch), aber das wollte ich nicht mit meiner guten Kamera machen. In den Siff werde ich die Actioncam im wasserdichten Gehäuse stecken.


Pilz- und Flaschensammler

Ob diese Serviceleistung heute noch so angeboten wird, weiß ich nicht, aber vor einiger Zeit war es wohl so, dass es in vielen oder einigen Verbraucherzentralen die Option gab, gesammelte Pilze von einem Pilzsachverständigen durchsehen zu lassen, damit man sich nicht das eine oder andere versehentlich eingefangene giftige Schwammerl in die Pilzpfanne schnippelt. Vor sehr vielen Jahren habe ich mal irgendwo einen Artikel darüber gelesen und darin wurde ganz arg kritisiert, dass sich aus dieser Serviceleistung eine ganz blöde Angewohnheit bei vielen Pilzsammlern entwickelt hatte: Sie haben einfach alles abgeschnitten, was nach Pilz aussah und dann die gesammelten Werke beim Sachverständigen aussortieren lassen, wobei dann teilweise beachtliche Mengen an giftigen und ungenießbaren Pilzen im Müll landeten. So war das Angebot natürlich von den Verbraucherzentralen auch nicht gedacht gewesen.

An diesen Artikel musste ich denken, als ein Pärchen mit zwei großen Müllsäcken voller gesammelter Werke vor dem Leergutautomaten stand. Einweg, Mehrweg, unbeschädigt und eingedrückt, Glas, PET, Dosen, Konservengläser, Saftflaschen, Wodkaflaschen – gefühlt befand sich so ziemlich jede Art von Behältnissen in den beiden Säcken.

Wie bei den Pilzsammlern bei der Verbraucherzentrale hatten sie einfach diesen riesigen Haufen angeschleppt und ließen den automatischen Pfandsachverständigen aus dem Hause Trautwein aussortieren: Mööp, Annahme verweigert, das war ein Risspilz. Champignon erkannt, 25 Cent auf den Bon. Grüner Knollenblätterpilz, Gebinde unbekannt, Annahme verweigert. Fliegenpilz, Annahme verweigert. Morcheln, 8 Cent pro Stück, rauf auf den Flaschentisch gleich neben die Seitlinge. Oh, ein Satansröhrling, bitte Umdrehen. Ach, jetzt als ein Hexenröhrling erkannt; Annahme erfolgreich für 15 Cent das Stück.

So landete das meiste an Flaschen und Dosen im Leergutautomaten, jedoch füllte sich zusehends auch der Müllsack mit allerlei vom Gerät verweigerten Dingen.

Pilz- und Flaschensammler verbindet wohl eine lange Tradition. :-P

MW-Etikett auf EW-Flasche

Mal wieder ein Versuch, das Etikett einer Mehrwegflasche mit Klebestreifen auf einer etikettenlosen Einwegflasche zu befestigen. Ob das in betrügerischer Absicht oder aus purer Verzweifelung passiert ist, stand jedoch nicht dran. :-)


Äpfel im Mehrwegnetz

So lange ich in meiner Zeit im Einzelhandel zurückdenken kann, so lange gab es auch Äpfel im Beutel. Meistens eine kleinere Sortierung, die dann zu 1,5 oder 2 Kilogramm in Plastiktüten abgepackt und meistens auch um einiges günstiger als die lose Ware war, ein typisches Discounter-Produkt.

Bei uns gab es da jetzt eine kleine Veränderung. Zugegebenermaßen sieht man die Ware nicht mehr ganz so gut, denn die einst durchsichtigen Plastiktüten wurden durch Stoffnetze ersetzt. Aber diese lassen sich als (auf dem Etikett auch für die Kunden sichtbar ausgewiesener) Mehrweg-Artikel für zukünftige Gemüseeinkäufe wiederverwenden, was natürlich deutlich nachhaltiger als die seit Jahrzehnten verwendete Methode ist. :-)


Cola in großen Glasflaschen

Momentan noch ohne festen Platz hier in der Getränkeabteilung, aber dafür ab sofort verfügbar: Wir haben jetzt endlich im Markt in der Neustadt die langersehnten, neuen 1-Liter-Glasflaschen aus dem Hause Coca-Cola im Sortiment! :-)

Im praktischen 6er-Tragekasten. Wenn ich an die alten, schweren, gelben 12er-Kisten denke, in denen die Glasflaschen früher ausgeliefert wurden … Die waren zwar legendär aber auch sagenhaft schwär schwer.


1-Liter-Coca-Cola-Glasflasche

Coca-Cola will in Deutschland die 1-Liter-Glasflasche wieder einführen. (Oder gibt es die sogar schon? Wir haben sie noch nicht im Sortiment.) Kurioserweise stand diese 1-Liter-Glasflasche mit italienischem Aufdruck in den letzten Tagen hier bei uns auf dem Fußboden vor dem Leergutautomaten.

Wird cool, ganz sicher!


Einweg und Mehrweg

Seit Anfang des Jahres besteht ja nun die Verpflichtung, "Einweg" und "Mehrweg" direkt bei der Preisauszeichnung zu kennzeichnen. Mit vielen Jahren Erfahrung in der Leergutannahme und der Tatsache, dass viele Kunden bei "Einweg" automatisch an "nicht bepfandet" denken, hatte ich zu Beginn dieser Kennzeichnung damit gerechnet, vielen Leuten die Unterschiede detailliert erklären zu müssen.

Aber das ist bislang nicht eingetreten. Entweder, weil die Leute erfahrungsgemäß ohnehin keine Schilder lesen, oder weil sie diese Verpackungen nun (noch häufiger) einfach wegwerfen und gar nicht mitbekommen, dass sie auch dafür (schon lange) Pfand zahlen mussten …


Cola-Kiste: Defekt!

Fundstück bei uns im Lager auf einer Leegutpalette: Eine leere Cola-Kiste, deren Griff auf einer Seite gebrochen ist und auf die jemand mit schwarzer Schrift einen kleinen Warnhinweis geschrieben hat.

Ich weiß aber nicht, ob wir die schon so bekommen haben (mit dem Vollgut oder als Leergut) oder ob ein für Notizen und Zettel berühmter Mitarbeiter meines Unternehmens sich dort wieder graphologisch ausgetobt hat. :-D


Mehrweg-Gemüsenetze

Nach dem letzte Woche eine Kundin danach gefragt hatte, haben wir diese maschinenwaschbaren und damit immer wieder verwendbaren Obst- und Gemüsenetze auch im Sortiment. (Edeka-Standardpreis: 4,99 €)

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung! :-)


NO! EINS!

Es ist doch wirklich kein Wunder, dass das Mehrweg-System immer weiter kaputtgeht, wenn die Hersteller mit ihren vielen individuellen Kisten und Flaschen die Logistik dahinter täglich mühsamer und aufwändiger machen.

Wir verkaufen diese Flaschen mit dem "gedrehten" Hals zwar nicht, haben aber vor einer Weile mehrere als Leergut zurückbekommen. Und dann wird herumgejammert, dass Einweg immer stärker wird, obwohl das doch vor etlichen Jahren mit dem Einwegpfand sogar reduziert werden sollte. Ich kann's aber auch verstehen: Alle Gebinde praktisch und maschinell plattgedrückt in den großen Container kippen. Kein Lagerplatz für leere Rahmen, keine Arbeit, irgendwas zu sortieren. Arbeitszeit gespart, Geld gespart. Aber das soll jetzt ausdrücklich nicht bedeuten, dass ich das gutheiße!


Die Brunnenflaschensammlung

Dass wir beinahe alljährlich Bierflaschen in Gemüsekisten zwischenlagern ist im Grunde schon Normalität geworden, nicht nur bei uns im Laden.

Nun haben wir aus der Not heraus tatsächlich angefangen, Mineralwasserflaschen in Gemüsekisten zu sammeln, da uns auch dafür die leeren Rahmen ausgegangen sind und wir einfach keinen Nachschub von unserem Getränkelieferanten bekommen. Hoffentlich werden das über den Sommer nicht dutzende Kisten. :-O :-(


Und dann noch Erfolg gehabt!

Irgendjemand hat um eine (wertlose) Einwegflasche das Etikett einer Mehrwegflasche gewickelt. Was die Leute nicht alles versuchen …

In diesem Fall hat unser Leergutautomat die Flasche aus irgendeinem Grund wohl als (Mehrweg-)Pfandflasche erkannt und angenommen. Ich konnte das nicht reproduzieren, der Kunde hatte wohl einfach Glück – und geht vermutlich jetzt davon aus, den Trick gefunden zu haben, Geld zu drucken. :-P

Traudl, du ruinierst mich …


Grenzüberschreitendes Leergut

Ein Kunde stand vor dem Leergutautomaten und hatte unter anderem zwei Glas-Einwegflaschen (mit DPG-Symbol), die unsere "Traudl" natürlich verweigerte. Wir verkaufen zwar Einwegverpackungen, aber eben nur Dosen und PET-Flaschen. Warum man Glasflaschen als Einwegflaschen produzieren muss, erschließt sich mir ohnehin nicht, da es (zumindest für Getränke) ja ganz hervorragende Mehrwegsysteme gibt.

Mein Mitarbeiter bot ihm an, diese beiden Flaschen gegen Erstattung von acht Cent (statt eigentlich 25) pro Flasche anzunehmen. Nicht, weil wir uns damit bereichern wollen, sondern wirklich nur als Angebot an die Kunden, damit diese ihre Flaschen nicht wieder mitschleppen müssen und auch nicht ganz leer ausgehen. Wir bringen die Flaschen dann nämlich nicht zu einem Laden, wo wir sie (gegen 25 Cent) loswerden können, sondern stopfen sie einfach in die Mehrwegkisten rein, über die wir dann selber natürlich ebenfalls nur 0,08€ erstattet bekommen.

Der Kunde wusste es aber besser: "Sie verkaufen doch auch Einweg, dann müssen Sie ja auch alles annehmen."

"Nein, müssen wir nicht", erklärte ich ihm.

"Aber das gilt doch grenzüberschreitend?"

Okay, ich weiß natürlich, wie er das gemeint hatte. Aber Korinthen kann ich auch kacken, sogar dickere: "Nein, das Pfandsystem ist nur innerhalb Deutschlands gültig."

"Ich meinte, wenn ein Geschäft Getränke in Flaschen mit diesem Zeichen verkauft, dann ist der Laden auch verpflichtet, alles mit diesem Zeichen zurückzunehmen."

"Nein, das ist nicht richtig. Das ist nicht abhängig vom Zeichen, sondern von dem Material, aus dem eine Verpackung besteht. Wer Dosen verkauft, muss Dosen zurücknehmen, wer Plastikflaschen verkauft, muss Plastikflaschen zurücknehmen und Glasflaschen brauchen nur die Läden zurückzunehmen, die Glasflaschen verkaufen. Und genau das tun wir hier nicht." (*)

Der Kunde murmelte noch was von "ob das so richtig ist" und der Tonfall suggerierte mir, dass er der Meinung war, dass ich ihm Quatsch erzählt und gegen geltendes Recht verstoßen hätte.

Tut mir Leid, ich bin eben ein bisschen dumm.

(*) Unter einer bestimmten Ladengröße gilt sogar das nicht mehr. Dann brauchen nur noch die leeren Gebinde von Sorten angenommen zu werden, die man selber verkauft. Aber über dieser Größe liegen wir hier deutlich drüber.

Spirituosen im Mehrwegflasche

Einiges Verrücktes aus dem Bereich Mehrwegverpackungen habe ich schon gesehen im Laufe der Jahre. Heute ist mir erstmals eine Spirituosenflasche in die Hände gefallen, die zwar auf den ersten Blick genauso aussieht wie die beliebten eckigen Korn- und Likörflaschen - aber sich bei genauerer Betrachtung als Mehrwegflasche entpuppt.