Skip to content

TOMRA R1

Leergutautomatenhersteller TOMRA hat ein neues Gerät am Start, das eine außergewöhnlich pragmatische Lösung zur Leergutrücknahme anbietet: Klappe auf, Leergut reinkippen, Klappe zu. Theoretisch genial! Entgegen erster Vermutungen kann das Ding sogar Glasflaschen wohl verarbeiten. Zumindest wird im Video auf dem Display auch die Option "Glas" angezeigt:



Interessant wäre jetzt mal zu wissen, was passiert, wenn da nicht ein Sack voll sauberer "Laborgebinde" in dem Gerät landet, sondern der aus unserem Laden bekannte, durchschnittliche Flaschensammler sein Geraffel dort hineinkippt: Plattgewalzte Dosen, Glasflaschen, unbepfandete PET-Flaschen, Flaschen ohne oder mit beschädigtem Etikett, Konservengläser, eine halbe Weinflasche, dazwischen Zigarettenkippen, Korken, Taschentücher, Erde und am Schluss noch zum krönenden Abschluss einen Liter stinkende, vergorene Getränkereste aus dem Tütensumpf hinterher.

Hey, Kommentator "TOMRA", heißt du nur hier im Blog so oder arbeitest du auch tatsächlich bei / für Tomra? Sag du doch mal was zu diesem Gerät. :-D


Zählen mit Traudl

Ein Kunde gab Leergut ab, begutachtete seinen Bon und betätigte schließlich den Knopf unserer Klingel, um einen Mitarbeiter zu rufen. Ich ging hin und der Mann erklärte mir, dass er zwar eine vollständige Mineralwasserkiste in den Automaten geschoben, dieser ihm aber nur neun statt zwölf Flaschen gutgeschrieben hat.

Beides war richtig. Da habe ich Traudl wohl noch etwas Mathematik-Nachhilfe zu leisten. Oder wir fangen mal ganz vorne bei den Grundlagen an. Dass wir hier nicht nur neun Flaschen haben, sollte ja sogar ein blinder Pfandflaschenrücknahmeautomat mit Krückstock erkennen. :-P


Wo man gerade steht …

Nachdem man sein Leergut in den Leergutautomaten gegeben hat, kann man die Tüte ohne großen Aufwand in den bereitgestellten Mülleimer werfen. Oder man macht es wie dieser Zeitgenosse und lässt seinen Scheiß einfach dort fallen, wo man gerade steht …


Hinter den Kulissen eines Leergutautomaten

Was passiert mit den Flaschen, wenn man sie in einen Leergutautomaten steckt? Meistens sieht man als Kunde nur die Frontseite mit einem Loch. Und dann? In diesem Video zeige ich euch, was mit den Flaschen im Hintergrund passiert. Viele Teile kennt man natürlich schon hier irgendwie aus dem Blog, ich habe mich einfach mal bemüht, euch das alles im Zusammenhang zu zeigen.

Ging nun mit dem Video doch schneller, als ich dachte. Habe gestern den freien Tag genutzt, das viele Videomaterial aufzuarbeiten und mal die Texte einzusprechen. Das kann man sicherlich alles besser und "professioneller" machen, aber ich verdiene mein Geld nun mal nicht mit Youtube-Videos und für die paar hundert Betrachtungen sollte das reichen. :-)


Zielversuch

Ein Mann gab etliche leere (oder auch weniger leere) Bierflaschen ab, die er in einer Plastiktüte mitgebracht hatte. Der ursprüngliche Inhalt der eingangs erwähnten weniger leeren Bierflaschen schwappte inzwischen am Grund der Tüte. Nach dem er fertig war und den Leergutbon aus dem Automaten genommen hatte, hielt er die Tüte über den Eimer für die Getränkereste und drehte sie um, damit der Inhalt …

… zum größten Teil neben den Eimer schwappte und als große, klebrige Pfütze vor dem Leergutautomaten zurückblieb.

Ich kam in dem Moment gerade vorbei und konnte mich nicht zurückhalten und schleuderte ihm ein "Das war jetzt ja mal nicht so prickelnd" entgegen.

"Ich habe ja versucht, zu zielen, aber das hat nicht geklappt."

Das ist angesichts der gelblich schillernden Lache offensichtlich. :-|

Frage nach dem LgAtm-Video

In diesem Kommentar zu diesem Blogeintrag hatte Christian vor knapp zwei Jahren mal nach einem Video gefragt, wie der Automat funktioniert.

Ich hatte mir die Frage nicht ganz grundlos zu meinen Notizen gepackt. Aber dann kamen unsere ganzen Umbauvorbereitungen, dann ist ganz viel liegengeblieben und da ich nun gerade dabei bin, die ganzen Altlasten abzuarbeiten, ist nun dieses kleine Projekt in Arbeit.
Dazu habe ich nun erst mal einen ganzen Haufen Videos von allen möglichen Stellen des Automaten produziert, an denen man den Weg der Flaschen sehen kann. Bislang insgesamt knapp 5 Gigabyte Material. Da fehlt jetzt noch der Blick in den Cruncher und auch, wie es unten drunter aussieht (kommt noch), aber das wollte ich nicht mit meiner guten Kamera machen. In den Siff werde ich die Actioncam im wasserdichten Gehäuse stecken.


Pilz- und Flaschensammler

Ob diese Serviceleistung heute noch so angeboten wird, weiß ich nicht, aber vor einiger Zeit war es wohl so, dass es in vielen oder einigen Verbraucherzentralen die Option gab, gesammelte Pilze von einem Pilzsachverständigen durchsehen zu lassen, damit man sich nicht das eine oder andere versehentlich eingefangene giftige Schwammerl in die Pilzpfanne schnippelt. Vor sehr vielen Jahren habe ich mal irgendwo einen Artikel darüber gelesen und darin wurde ganz arg kritisiert, dass sich aus dieser Serviceleistung eine ganz blöde Angewohnheit bei vielen Pilzsammlern entwickelt hatte: Sie haben einfach alles abgeschnitten, was nach Pilz aussah und dann die gesammelten Werke beim Sachverständigen aussortieren lassen, wobei dann teilweise beachtliche Mengen an giftigen und ungenießbaren Pilzen im Müll landeten. So war das Angebot natürlich von den Verbraucherzentralen auch nicht gedacht gewesen.

An diesen Artikel musste ich denken, als ein Pärchen mit zwei großen Müllsäcken voller gesammelter Werke vor dem Leergutautomaten stand. Einweg, Mehrweg, unbeschädigt und eingedrückt, Glas, PET, Dosen, Konservengläser, Saftflaschen, Wodkaflaschen – gefühlt befand sich so ziemlich jede Art von Behältnissen in den beiden Säcken.

Wie bei den Pilzsammlern bei der Verbraucherzentrale hatten sie einfach diesen riesigen Haufen angeschleppt und ließen den automatischen Pfandsachverständigen aus dem Hause Trautwein aussortieren: Mööp, Annahme verweigert, das war ein Risspilz. Champignon erkannt, 25 Cent auf den Bon. Grüner Knollenblätterpilz, Gebinde unbekannt, Annahme verweigert. Fliegenpilz, Annahme verweigert. Morcheln, 8 Cent pro Stück, rauf auf den Flaschentisch gleich neben die Seitlinge. Oh, ein Satansröhrling, bitte Umdrehen. Ach, jetzt als ein Hexenröhrling erkannt; Annahme erfolgreich für 15 Cent das Stück.

So landete das meiste an Flaschen und Dosen im Leergutautomaten, jedoch füllte sich zusehends auch der Müllsack mit allerlei vom Gerät verweigerten Dingen.

Pilz- und Flaschensammler verbindet wohl eine lange Tradition. :-P

Leergut-Kostenrechnung

Börnd wollte hier wissen:

Mich würde die grobe Kostenrechnung für den Kreislauf "Leergut" interessieren. Wer bezahlt den Automaten und die Reparatur? Ich nehme an du. Wie rechnet sich das (für dich)?

(Genaue Zahlen sind nicht nötig)
Da ich auch gar nicht mit genauen Zahlen aufwarten kann, hat sich das ohnehin erledigt. Eigentlich kann nicht nicht mal ungenaue oder auch nur grob geschätzte Zahlen liefern, daher hier einfach mal ein paar Gedanken zu dem Thema:

So ein großer Leergutautomat liegt übrigens bei ca. 25.000 Euro, dazu kommen Wartung und Reparaturen, über die Laufzeit vielleicht 2000 Euro pro Jahr. So ganz aus reinem Spaß an der Freude kauf man sich sowas also nicht. Bei mir waren es mehrere Gründe, die dazu geführt haben, dass ich im Oktober 2007 (das ist schon 12 Jahre her!), den ersten Leergutautomaten gekauft habe. Zum einen gab es teilweise erhebliche Differenzen mit den zentral in den Zählzentren erfassten Einweggebinden, zum anderen wurde das Leergutaufkommen, gerade auch während der Jahre mit 24-Stunden-Öffnung, immer mehr. Das hat teilweise zu kompletter Unproduktivität bei mir geführt, da ich zeitweise nur noch zwischen Büro und Leergutannahme gependelt bin. Zu Spitzenzeiten saß ich noch nicht mal wieder am Schreibtisch, als schon die Klingel wieder durch den Laden tönte. Ich hatte das Phänomen hier im Blog mal Leergutklingel-Tinnitus getauft.

Aber nicht nur meine Arbeitszeit, sondern auch die der Mitarbeiter war immer mehr an die Leergutannahme gebunden. Dabei war es nicht die reine Zeit, die Flaschen zu zählen und einen Bon zu drucken, es war das selbe Problem wie im soeben verlinkten Beitrag von 2009: Arbeit unterbrechen (ggf. sogar mehrere Mitarbeiter gleichzeitig), zur Leergutannahme laufen und nach dem Leergut wieder in die Arbeit reinfinden. Und das teilweise für nur eine oder zwei Flaschen.
Dazu kommt noch ein weiterer Faktor, den jeder verstehen kann, der schon einmal mit bloßen Händen in eine Plastiktüte gefasst hat, in der Flaschen in irgendwelchen stinkenden Pfützen aus Bier und anderen Getränkeresten, vielleicht noch mit Dreck, Zigarettenkippen und toten Fliegen durchsetzt, schwimmen. Dieser Ekelfaktor holt uns selbst heute noch immer wieder ein, wenn die Maschine mal aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert.

Das ließe sich bestimmt alles ganz genau in Zahlen und dann auch in Geld darstellen. Habe ich nie getan, aber egal wie die Antwort lautet: Ich würde nicht mehr auf den Automaten verzichten wollen und selbst wenn der B500 irgendwann mal abgängig ist, würde ich (zumindest nach der derzeitigen Leergut-Situation) wieder das Geld investieren und einen neuen Rücknahmeautomaten anschaffen.

MW-Etikett auf EW-Flasche

Mal wieder ein Versuch, das Etikett einer Mehrwegflasche mit Klebestreifen auf einer etikettenlosen Einwegflasche zu befestigen. Ob das in betrügerischer Absicht oder aus purer Verzweifelung passiert ist, stand jedoch nicht dran. :-)


Kupplung und Freizeitausgleich

Unser heiliger Leergutautomat läuft mal wieder nur zu einem Teil, denn die Kupplung des Crunchers hat sich erneut in Schall und Rauch und Wohlgefallen aufgelöst. Techniker ist defekt informiert.

Ein Kunde gab eben Leergut ab und während ich seine Einwegflaschen wegräumte, versuchte er es mit etwas Smalltalk und fragte, ob der Automat kaputt sei. Ja, ist er und das ist auch der Grund, weshalb der große Zettel an der Tür des Gerätes hängt. Ich hätte mit "Ja" antworten können, spann mir aber einen Satz ähnlich des folgenden zurecht: "Nein, kaputt ist der nicht. Aber er muss gerade die von der Berufsgenossenschaft verordnete Ruhezeit einhalten und so muss ich hier ran."

Ich hatte mit einer belustigten Reaktion gerechnet, stattdessen folgte ein erstauntes "oh, das hätte ich jetzt nicht gedacht" von dem Herrn. Hihi. :-)

Gut gemeinte Pfandspende

Eine Frau hatte eine größere Menge Leergut, dabei waren unter anderem auch viele zerdrückte und klebrige Einwegflaschen und Dosen. Dies führte dazu, dass der Automat mehrmals die Annahme abbrach und jeweils einen Bon über die bis dahin aufgelaufene Summe ausdruckte. Diese legte sie säuberlich gestapelt auf die kleine Fensterbank neben dem Automaten.

Am Schluss wandte sie sich an einen Kollegen im Lager, damit dieser ihr die Gebinde, die Traudl komplett verweigert hatte, händisch abnehmen konnte. Die gesammelten Bons ließ sie in dem Moment vor dem Fenster liegen.

Während sie nun mit dem Rücken zum Automaten an der Lagertür wartete, kam ein anderer Kunde daher, der Leergut abgeben wollte. Als er mit allem fertig war, entdeckte er vor den Glasbausteinen die augenscheinlich vergessenen Leergutbons. Da er sie dort nicht einfach liegen lassen wollte, aber den Anstand besaß, sie nicht selber einzustecken, stopfte er die Bons in unsere Pfandspendenbox, drehte sich um und ging. Während er noch in der Nähe der Leergutannahme war, vermisste die Frau schon ihre gesammelten Werke.

Glücklicherweise klärte sich das schnell auf und anhand der auf die Pfandbons aufgedruckten Uhrzeiten ließen sich auch die fälschlicherweise gespendeten Bons schnell wieder aus der Sammlung heraussieben.

Dann eben nicht dein Pfandbon

Ich hörte im Lager das Surren des Druckers unseres Leergutautomaten, Augenblicke später lag ein automatisch gedruckter Bon im Ablagefach. Dies passiert nach 30 Sekunden automatisch, wenn man Leergut abgibt und hinterher nicht die Bontaste drückt. Ein Kollege versicherte mir, dass das "die junge Frau mit den Kopfhörern" war, die auch ich nur Sekunden vorher noch in der Nähe des Automaten stehen sah.

Also ging ich zu ihr hin und sprach sie an. Als Antwort bekam ich aber nur, dass sie kein Leergut gehabt hätte. Wird sie wohl selber am besten wissen. Da sich auch sonst niemand ausfindig machen ließ, vernichtete ich den Bon und fügte den Betrag unserer virtuellen Trinkgeldkasse hinzu.

Klebedosen

Ein Man kam mit einem blauen Müllsack an die Leergutannahme, der bis oben hin mit leeren Red-Bull-Dosen gefüllt war. Er steckte eine Dose nach der anderen in unseren Automaten, der aber ständig Fehlermeldungen von sich gab.

In diesem Fall stand das Problem aber auch mal wieder vor dem Gerät. Die Dosen waren so klebrig, dass man viele von ihnen einfach irgendwo hätte hinpappen können. Da sie dazu auch noch sehr leicht sind, blieben sie schlichtweg immer wieder innerhalb des Gerätes irgendwo hängen.

Aber da ist dann zumindest mal nicht der "scheiß Automat" Schuld. Ich vermute mal, dass sie den Sack dauerhaft nutzen, um darin die leeren Dosen zu sammeln. Und dass es dabei oft genug vorkommt, dass die Reste aus den Dosen auslaufen und sich über dem restlichen Inhalt der Tüte verteilen.

Technisches Gedankenlesen

Gedanke, während ich durchs Lager ging: "Wenn der Kunde, der gerade vor dem Leergutautomaten steht, fertig ist, sollten wir mal den Einweg-Container leeren. Der müsste langsam mal voll sein und dann haben wir am Nachmittag erst mal Ruhe."

Die Leergutannahme brach ab, der Kunde rief ins Lager: "Hallo, hier steht, dass der Container voll ist. Können Sie mal gucken?"

Ja, man kennt seine Gerätschaften irgendwann ganz gut … :-)

Hundischer Besuch

Anstatt vor der Tür auf sein Herrchen zu warten, schlich sich der kleine Bello erst in und dann durch den Laden und schnüffelte sich schließlich durch unser Leergutlager.

Sein Herrchen stand nichts ahnend an der Kasse und war zutiefst erstaunt, als wir ihm vom Besuch in unserer Leergutannahme berichteten. :-)