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Keinen schönen Tag

Ein Ladendieb (es war ein problemloser Vorgang ohne Polizei) wünschte mir, als ich ihn herauskomplementierte, "einen schönen Tag noch".

Keine Ahnung, ob erst gemeinte Freundlichkeit war oder einfach nur unnötiges Gesülze. Eigentlich ist so eine Reaktion nicht meine Art, aber es kam von Herzen: "Den wünsche ich dir nicht."

Wer hier klaut, hat von meinem Standpunkt aus einfach keinen schönen Tag verdient.

Anzeige? Ach, vergiss es …

Ein Typ, der schon mehrmals bei uns erfolgreich geklaut hat, sich aber auch schon etliche Male beim Versuch hat erwischen lassen, war mal wieder im Laden. Kurzerhand haben wir ihn rausgeworfen.

Spontaner Gedanke in dem Moment voller Emotionen: "Wir haben ja seine Daten, der bekommt also eine weitere Anzeige für den Hausfriedensbruch."

Später fiel mir wieder ein, dass wir von der Staatsanwaltschaft Bremen schon diverse Schreiben wegen dieses Täters bekommen haben, alle mit dem selben Inhalt:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

das Verfahren kann zurzeit nicht fortgeführt werden, weil der Aufenthalt des Beschuldigten bisher nicht hat ermittelt werden können. Alle insoweit erforderlichen Maßnahmen sind indessen veranlasst worden.
[…]
Ich spare mir die Zeit, den Strafantrag auszufüllen und das Porto dafür, diesen dann auch noch zur Polizei zu senden und beglücke euch stattdessen mit der Notiz hier, dass der Typ mal wieder da war, eine Anzeige aber wohl vollkommen wirkungslos sein wird. Seufz …

Er braucht kein Dankeschön

Ein Mann hatte fünf Pakete Kaffee geklaut, hatte beim Verlassen des Ladens den Alarm der Warensicherungsanlage ausgelöst und damit die Aufmerksamkeit meiner Mitarbeiter auf sich gezogen. Ein Kollege rannte hinter ihm her und konnte den Dieb in der Seitenstraße stellen. Zwei andere Männer halfen ihm schließlich, den Täter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Einer davon ist Stammkunde bei uns und kommt quasi täglich.

Als ich ihn am nächsten Tag ansprach und mich bedankten wollte, winkte er ab. Selbstverständlich sei das doch, schließlich würde er unseren Laden und uns alle so toll finden und wenn uns jemand beklaut, sei das das Allerletzte. Flasche Wein, anderen Alkohol, Pralinen etc. wollte er alles nicht. Okay, dann hier noch mal ein fettes Dankeschön! :-)

LD BJ 01

Ein junger Mann hatte versucht, einen Smoothie in einer kleinen Flasche für knapp drei Euro mitgehen zu lassen. Dank einer aufmerksamen Kollegin blieb es bei dem Versuch. Er war friedlich und hatte seinen Ausweis dabei und so lösten wir die ganze Angelegenheit in wenigen Minuten.

Nur als ich im Büro am Schreibtisch saß und die persönlichen Daten des Mannes von seinem Ausweis abschreiben wollte, kam ich ins Stocken. "Wieso steht da kein Geburtsdatum drauf?!", wunderte ich mich. Zwischen den ganzen Daten (Ausstellungs- und Ablaufdatum) hatte ich ernsthaft im ersten Moment das Jahr "2001" nicht als ein Geburtsdatum identifiziert. Der Jahrtausendwechsel war doch erst vor ein paar Jahren, da kann 2001 doch nicht das Geburtsjahr eines erwachsenen Mannes sein. Doch, war es.

Ouuuh, wie die Zeit vergeht … :-O

Schuster, bleib bei deinem Leisten!

… und dann war da noch der Ladendieb, der keinen Ausweis oder ein ähnliches Dokument dabei hatte, jedoch mit einem Brief dienen konnte, auf dem ebenfalls seine Daten standen. Um die Sache zu beschleunigen, nahm ich ihm einfach mal ab, dass das wirklich seine Anschrift war.

Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass es ein Brief der Kriminalpolizei Bremen war, in dem es um ein Ermittlungsverfahren wegen Ladendiebstahls in einem Discounter in einem anderen Stadtteil ging.

Wenn die Droge die Gewalt über einen genommen hat und der Entzug zu drücken droht, haben die Leute eben nur noch Ziel vor Augen: Nachschub, egal wie.

7,25 x 2 = 14,50 €

Der größte Bon in der Elepfandspendenbox belief sich in der vergangenen Woche auf 7,25 Euro, die ich natürlich wie immer verdoppelt habe.

Ein Mann, der hier schon längst Hausverbot hat, dem das aber scheißegal ist und dennoch immer wieder klaut, resp. es zumindest versucht, hatte einen Sack voller Einwegflaschen und Dosen mitgebracht und fütterte den Automaten. Als er bei 7,25 Euro angekommen war, wurde er von meinen Mitarbeitern identifiziert und aus dem Laden geworfen.

Den Bon mit der Summe steckte ein Kollege in die Spendenbox.

Nein, Mitleid braucht der Typ deswegen nicht. Der hat mit seinen Diebstählen hier insgesamt Ware für mehrere hundert Euro aus dem Laden getragen, von denen wir keinen Cent jemals wiedersehen werden. Und selbst dieses Geld geht nicht in meine Richtung, aufgrund meiner Verdoppelung eher sogar im Gegenteil. Aber es ist ja für die Elis. :-)

WTF-Diebstahl

Immer wieder kommt es auch mal vor, dass man sich nicht ganz sicher ist, ob jemand tatsächlich etwas eingesteckt hat. Manchmal hilft dann eine kleine List: Entweder ich alleine oder auch mit Kollegen postieren wir uns in der Nähe der Kasse und / oder des Ausgangs und heucheln zufälliges Herumstehen oder sogar ernsthafte Arbeit, während wir tun so, als würden wir immer wieder gaaaanz unauffällig zum vermeintlichen Ladendieb gucken. Es hat schon oft genug funktioniert, mit dieser Technik Leute dazu zu bewegen, die tatsächlich eingesteckte Ware wieder auszupacken.

Wenn der potentielle Täter den Laden schon verlassen hat, hilft es durchaus auch schon, hinter den vermeintlichen Ladendieb betont auffällig hinterherzugehen, gerne auch zügig. Wenn er dann wegrennt, hat man zumindest die Gewissheit, dass da irgendetwas nicht ganz koscher war.

So auch in diesem Fall. Ein junger Mann verließ den Laden durch die Schranke. Noch einen Augenblick bevor er das tat, hatte mir eine Kollegin bereits Bescheid gesagt, dass da ein "komischer Typ" im Laden sei und dass ich doch bitte mal auf dem Video hinterhergucken solle. In dem Moment, als ich auf den Bildschirm blickte, verließ der Mann bereits durch den Eingang unseren Laden. Um noch eine Chance zu haben, lief ich sofort los und hinter ihm her. Als er mich in der Seitenstraße erblickte, gab er Hackengas und rannte davon. Die knapp 100 Meter Vorsprung, bedenkt, dass ich beim Blick auf die Videoanlage in meinem 50 Meter vom Eingang entfernten Büro saß, konnte ich nicht mehr aufholen. Egal, lass ihn rennen – und er rannte wie ein Irrer.

Zumindest wollte ich noch wissen, ob er tatsächlich etwas gestohlen hatte. Und natürlich auch um was es sich dann ggf. dabei handeln würde.

Die typischen Klauprodukte Kaffee, Alkohol, Süßwaren oder Drogerieprodukte hatte er nicht mitgenommen. Ich staunte jedenfalls nicht schlecht, als ich ihn auf der Videoaufzeichnung dabei beobachtete, wie er sechs Flaschen Coca-Cola in seinem Rucksack verstaute. Coca-Cola.

Kleine Schadenfreude

Wenn man im Laden einen herrenlosen Leergutbon findet und sich dann beim Blick auf die Videoaufzeichnung herausstellt, dass dieser einem erwischten Ladendieb gehörte, ist eine gewisse Schadenfreude wohl erlaubt.

Waren zwar nur acht Cent, aber die wandern nun in die Elepfandspendenbox.

Getäuscht

Ich ging zu Ines, die gerade Wein packte, hielt ihr meine Hand entgegen. Sie schlug ein und mit einem ganz förmlichen Händeschütteln sagte ich zu ihr: "Ich gratulieren Ihnen zu dieser hervorragenden Menschenkenntnis. Sie guckte mich mit ganz verwirrt und mit großen Augen an.

Was war geschehen?

Nun: Am Vormittag kam ein Mann zum Leergutautomaten, den Ines ganz spontan als VP, verdächtige Person, einsortierte. Wir klemmten uns an die Videoanlage und sahen ihm einen Moment zu. Den mitgeführten "Hackenporsche" hatte er verschlossen und er nahm sich in den folgenden Augenblicken einige recht unverdächtige Artikel aus dem Laden. Eine Packung Kekse, eine Flasche Cola. Danach ging er augenscheinlich nach vorne, vermutlich direkt zu Kasse.

"Der ist harmlos", mutmaßte ich etwas zu leichtfertig und wir setzten die Arbeit am Weinregal gemeinsam fort, ohne den Mann weiter zu beachten.

Einige Stunden später entdeckte ich im Regal mit den Körperpflegeprodukten zwei abgerissene Sicherungsetiketten unserer Warensicherungsanlage. Woher sie kamen ließ sich mit Hilfe der Videoaufzeichnung recht schnell herausfinden: Der Mann hatte zwischen Getränkeabteilung und Kasse noch mal eben zwei Flaschen Duschgel eingesteckt. Bei der Menge vermutlich eher für den Eigenbedarf, was ich immer besser ertrage, als wenn die "Profis" einem zur Drogenbeschaffung den Laden leerräumen, aber ärgerlich ist es dennoch.

1:0 für meine Gattin, würde ich sagen …

Nett und beleidigend!

Am Vorabend wollte jemand, der hier ohnehin Hausverbot hatte, noch um ziemlich genau 22 Uhr in den Laden. Ein Kollege hielt ihn davon ab: "Wir haben eigentlich Feierabend. Nette Menschen würde ich noch reinlassen, aber du gehörst nicht dazu."

"Ich bin auch nett", antwortete dieser. Aber bei Ladendieben sind wir nachtragend und bis wir da jemanden wieder als "nett" durchgehen lassen, muss einiges passieren. Mein Mitarbeiter ließ ihn dennoch nicht rein, was der Typ als Anlass nahm, sich vermutlich unbeabsichtigt von seiner Aussage "nett" zu sein, ganz weit zu distanzieren. Er warf mit Beleidigungen um sich ("Hab' ich dir was getan, Du Hurensohn?!") und tat noch so, als würde er draußen gegen unsere Wand schiffen wollen.

Für den bleibt unsere Tür auch noch länger zu.

Neues Diebesgut: Nesquick

Selbst wir staunen immer wieder darüber, was Leute so klauen. Das "alles" geklaut wird, ist inzwischen ja hinlänglich bekannt. "Alles" wird aber dann meistens in kleineren Mengen aus einer Laune oder welchen Beweggründen auch immer "mal eben eingesteckt".
Größere Mengen einer Ware werden dagegen meisten gestohlen, um diese irgendwie zu Geld zu machen. Beliebte Anlaufstellen sind Kioske und Quickshops hier in der Stadt, die Hehlerware aufkaufen und so vor allem Drogenabhängigen zu ihrem Geld für die nächsten Dosen verhelfen.
Der vergessliche Dieb nimmt vorsichtshalber seine Klauliste mit, andere entscheiden spontan, was sie am besten mitbringen könnten. Beliebt sind dabei vor allem Tabakwaren, Alkohol, Drogerieartikel, Schokolade, Red Bull, Butter, Kaffee und Nüsse.

Dass einer 20 Nachfüllpackungen Nesquick Kakaopulver einsteckt, haben wir in all den Jahren auch noch nicht erlebt. Er wurde jedoch von einem Kollegen als "bekannter LD" identifiziert und folglich blieb die Ware bei uns und der Mann hat eine weitere Anzeige in seiner Akte. Wie viele Fälle er da hat, weiß ich nicht – aber bei seiner Schlagzahl dürften das regelmäßig mehrere Dutzend sein, wenn es nicht sogar schon dreistellige Zahlen sind. Statt, dass man so einen mal wegsperrt und die Allgemeinheit schützt, werden die Personalien aufgenommen und der Täter laufengelassen … :-(

1 x Kerrygold

"Guck mal bei dem Typen hinterher, der gerade vorm Brotregal steht", rief Ines mir zu, als sie in mein Büro kam. "Der sieht irgendwie so heruntergekommen aus", ergänzte sie, während ich bereits die Software für die Videoüberwachung aufrief.

Der junge Mann stand immer noch vor besagtem Regal und angelte sich gerade zwei Brötchen aus der Schütte. Er benutzte dafür sogar die Zange, brav.

Weniger brav war, dass er sich beim Weg durch die Getränkeabteilung versucht unauffällig ein Paket Kerrygold-Butter in die linke Hosentasche stopfte.

Es folgte das übliche Prozedere in Form der Kombination Anzeige und Hausverbot.

Merci für 23,45 €

Zack! Da verschwindet mal eben Merci-Schokolade im Verkaufswert von über 23 Euro in der Umhängetasche des Mannes. Die Ware löste zwar an der Kasse den Alarm der Warensicherungsanlage aus, aber der Typ rannte so schnell weg, dass mein Kassierer, der spontan aufsprang, keine Chance mehr hatte. Verflixt. :-(


Klischeeerfüller

Ein Mann kam vom Brotregal in Richtung Getränkeabeteilung gelaufen. In der Hand hielt er eine unserer Brötchentüten. Er hatte sie auf dem Weg zu den Getränken schon ziemlich eng zusammengerollt und dann hatte ich nur kurz eine Bewegung gesehen, die irgendwie nach einem Kratzen oder Zurechtrücken der Kleidung aussah.

"Der hat die eingesteckt!", fuhr Ines hoch. Bis wir das mit Sicherheit geklärt hatten, war der Mann bereits mit seinen beiden Begleitern aus dem Laden gegangen uns saß mit ihnen in einem Kleinbus, der auf dem Parkstreifen geparkt hatte. Nach kurzer Diskussion stieg der Dieb zusammen mit dem reichlich angefressenen (nicht wegen uns) Fahrer aus und folgte uns in den Laden.

Außer vier Teilen aus dem Bake-Off-Regal hatte er auch noch eine Tomate eingesteckt, die wir vorher noch gar nicht gesehen hatten.

Er war übrigens ein Angehöriger eines polnischen Handwerkertrupps, wohl auf der Durchreise. Wir haben die Daten von seinem Ausweis abgeschrieben, Anzeige folgt. Ob das für ihn grenzüberschreitende Konsequenzen haben wird, kann ich jedoch nicht annähernd sagen. Die Gerichte sind ja schon mit den einheimischen Tätern überfordert …

Die Sprüche mit Polen und Diebstahl müsst ihr jetzt aber schon selber liefern. :-P

Keine zwei geklauten Dosen

Der Typ, der hier unter Punkt 3 aufgeführt wurde, war wieder im Laden.

Er brachte zwei Dosen eines Engergydrinks in eine etwas weniger frequentierte Ecke, schlich schließlich mehrmals immer wieder in den Bereich, öffnete zwischendurch seinen Rucksack und hätte ganz sicher versucht, die Dosen zu stehlen, wenn er nicht von einem Kollegen, der da unerwarteterweise in der Ecke zu tun hatte, plötzlich abgeschreckt worden wäre. Ich vermute zumindest, dass es so passiert wäre, resp. passiert ist.

Wir waren in Habtachtstellung und hatten den Typen längst auf dem Schirm und hätten ihn auch mit den Dosen nicht aus dem Laden gelassen. Aber dann hätte er neben der Anzeige wegen des begangenen Hausfriedensbruchs auch noch eine für den Diebstahl der beiden Dosen bekommen.