Skip to content

Noch mal eben was fragen!

Eine Kundin sprach mich mitten im Laden von hinten an, als ich vor einem Regal hockte und meine Bestellung erledigte: "Ich muss Sie noch mal eben was fragen, wo haben Sie denn diesesjenesundwelches?"

Ich hatte mich erst überhaupt gar nicht angesprochen gefühlt. "Noch mal eben" klang danach, als hätte sie zuvor mit einem anderen Kollegen gesprochen. Rückblickend war ich etwas verwundert, denn es war überhaupt kein Kollege da, mit dem sie mich hätte verwechseln können. Ein vorherige Begrüßungsfloskel wäre zumindest zweckmäßig gewesen, um meine Aufmerksamkeit gleich zu bekommen.

Naja, Leute sind, wie sie sind … :-D

Trockener lieblicher Wein

Ein Mann mittleren Alters sprach mich an, weil er einen "trockenen Rotwein" suchte. Aber ein "schön lieblicher" für ältere Damen sollte es doch schon unbedingt sein. (*)

Keine Ahnung, ob er diese Begriffe ohne Kenntnisse über ihre genaue Bedeutung verwendete oder ob er einfach nur etwas verpeilt war – wir kamen nicht auf einen Nenner und er verließ letztendlich ohne Wein wieder den Laden. Alle Versuche, ihm irgendeine genauere Definition des gesuchten Weins zu entlocken, scheiterten kläglich. Alle vorgeschlagenen Weine wollte er jedenfalls nicht. Auch eine andere Kundin, die mit im Gang stand und das Gespräch mitbekommen hatte, versuchte zu helfen, aber auch sie hatte keinen Erfolg.


*) Erklärung für Unwissende: Trockener Wein ist nicht süß, lieblicher dagegen schon.

Teekannen und Tennisbälle

Ein paar junge Männer sprachen mich an und wollten wissen, ob wir Teekannen verkaufen würden. Da wir noch nie Teekannen im Sortiment hatten, verneinte ich die Frage. (Wir brauchen mehr Platz und eine ausgewachsene Haushaltswarenabteilung!)

Wenige Augenblicke später sprach mich eine Stammkundin an: "Sie haben doch immer alles, haben Sie auch Tennisbälle?" – auch diese Frage musste ich verneinen. Tischtennisbälle haben wir zwar, aber sie suchte die richtigen, beflockten Tennisbälle, da sie die für ihre Wäsche benutzen wollte. (Wir brauchen mehr Platz und eine ausgewachsene Sportabteilung!)

Meinen Schmunzler bekam die Kundin jedoch mit, denn mit einem Lachen berichtete ich, dass erst Sekunden zuvor andere Kunden nach einer Teekanne gefragt hatten. "Tag der ausgefallenen Wünsche", kicherte ich. "Teekannen habe ich da aber eben gesehen", entgegnete die Kundin. Bitte, was?! Seit wann haben wir Teekannen?! Die Kundin begleitete mich zu unserem kleinen Haushaltswarenregal und tatsächlich standen da kleine Teekannen. Wirklich kleine, zwei Tassen passen da vielleicht rein. Die hatte der Fahrer unseres Lieferanten wohl irgendwann mal eigenmächtig mit ins Sortiment aufgenommen. Na, das war ja eine Überraschung, vor allem die Tatsache, dass mir die Kundin den Tipp gegeben hatte. Die eingangs erwähnten jungen Männer waren auch noch da, aber diese kleinen Kännchen waren ihnen dann doch etwas zu klein.

Aber das war mal eine sehr kuriose Begebenheit … :-D

Wo ist die H-Milch denn jetzt?!

Ein Stammkunde sprach mich an und erkundigte sich, wo wir denn "jetzt" die H-Milch hingeräumt hätten. Noch bevor ich antworten konnte, warf er nach einer kurzen Pause ein: "Aber das ist ja normal, dass Läden immer alles umbauen. Verkaufspsychologie, damit die Kunden mehr kaufen. Kennt man ja."

Ich versicherte ihm, dass die H-Milch seit dem Umbau vor über zwei Jahren nicht mehr umgestellt wurde. "Nee", sagte er, "kann nicht sein. Die stand doch erst noch da vorne in der Ecke beim Kühlregal."

Da stand sie bis vor dem Umbau, ja. Aber inzwischen wirklich schon seit zwei Jahren im neuen Regal. Er wollte es nicht glauben, aber auch mir kommt es noch nicht so vor, als ob es schon so lange her ist. Das muss ich ja ehrlich zugeben … :o

Sie haben immer alles!

Eine Kundin suchte Panko (haben wir im Sortiment) und ergänzte ihre Frage direkt noch um den Zusatz: "Sie haben doch sonst auch immer alles."

Schönes Kompliment, das geht runter wie warmes Öl. :-)

Aber wir bemühen uns ja nun auch ernsthaft täglich darum, auf unserer doch relativ kleinen Fläche ein so umfangreiches Sortiment darzustellen, dass wir eine adäquate Einkaufsstätte und nicht nur halbherziger Lückenbüßer für vergessene Einzelteile sind.

Minus mal Minus ergibt Plus

Ein junger Mann sprach mich im Laden an und wollte wissen, ob wir das Produkt Nippon hätten. Ich dachte an Nappo, da ich diese beiden Produkte schon als Kind verwechselt habe und mir das heute immer noch passiert, wenngleich sie nur einen ähnlich Namen haben. Nippon ist Puffreis, Nappo beschreibt eine Raute aus Nougat. Kleines Handicap obendrauf: Beide Produkte sind mit Schokolade überzogen.

Ich dachte also an die Rauten und antworte unter dieser Prämisse ehrlich, dass wir davon leider nur die Beutel mit den Minis im Sortiment haben und nicht die großen, einzelnen. "Super, genau die möchte ich haben", entgegnete der Kunde. Wir gingen gemeinsam nach vorne zum Süßwarenregal, ich griff einen der Nappo-Beutel aus dem Karton und in dem Moment, in dem ich den Schriftzug auf der Spitztüte las, fiel mir erst mein Fauxpas auf: "Ach, Blödsinn. Jetzt hab ich Nappo und Nippon verwechselt. Hier, das ist die richtige Packung!", sagte ich zu ihm, während ich einen langen Arm machte und ein Stück weiter rechts ins Regal griff und nach einer der länglichen, weißen Nippon-Packungen griff.

Der junge Mann schüttelte den Kopf und langte nach der mit den kleinen Rauten gefüllten Tüte, die ich zuerst aus dem Regal genommen hatte: "Nee, ich meinte auch Nappo."

So haben wir beide an das falsche Produkt gedacht und so unbeabsichtigt über das richtige Produkt gesprochen. Das war mal ein sehr genialer Zufall. :-)

TSE an den Kassen

Einem Stammkunden war aufgefallen, dass auf den Kassenbons einiger Mitbewerber und anderer Einzelhändler ein großer Block mit Informationen abgedruckt wird: TSE-Signatur, -Signaturzähler, -Transaktion, Beginn und Ende des Kassiervorgangs und auch die Seriennummer der jeweiligen Kasse. Die Frage lautete, warum das bei uns nicht auf den Bons steht.

Klare Ansage: Die Software für unser Kassensystem ist noch nicht so weit, kommt aber schon bald. (Alle reden davon, Papier sparen zu wollen und dann kommt das Finanzamt und zwingt einen nicht nur, jeden Bon auszudrucken, sondern auch noch einen großen Block mit Zusatzinformationen darauf unterzubringen …)

(Bevor jemand was sagt, weil der 30. September durch ist: Antrag auf Erleichterung)


Ich hamstere wirklich nicht!

Eine Kundin fragte mich nach einem bestimmten Produkt und als ich es ihr zeigte, deutete sie plötzlich hektisch auf den Inhalt ihres Einkaufswagens: "Ich kaufe übrigens für drei Haushalte ein, nicht dass Sie denken, ich hamstere!"

Ach, das ist mir eigentlich auch völlig egal. Momentan gibt es keine (mir bekannten) Versorgungsengpässe bei den Herstellern oder Großlägern und bis dahin ist "hamstern" aus Einzelhändlersicht erstmal nur eine nette Umsatzsteigerung. :-)

Staubsaugerbeutel(los)

Ein Kunde suchte Staubsaugerbeutel, blätterte sich etwas hilflos durch den Katalog und forderte zwischendurch die Hilfe einer Kollegin an.

Nachdem er ein angefordertes Bild des Typenschildes auf sein Handy erhalten hatte, klärte sich die Sache schnell auf. Für das (prinzipiell) beutellose Gerät gibt es sogar die Möglichkeit, mit Staubbeutel zu saugen, jedoch war das Modell (evtl. zu neu) nicht in unserem Katalog zu finden.

Fischfang

Ein Anrufer wollte wissen, ob wir eine Theke mit frischem Fisch hätten. Also nicht abgepackt im Kühlregal, sondern wirklich frische Fische auf Eis in der Bedienungstheke. Haben wir hier nicht, wir haben ja nicht mal Platz für eine Bedienungstheke für Wurst / Käse oder Fleisch. Und gerade Fischtheken sind zumindest in Supermärkten meines Wissens nach eher eine aussterbende Spezies aufgrund der vielen Fallstricke, die einen Betreiber erwarten.

Wie auch immer, ich antwortete ihm wahrheitsgemäß. Seine Reaktion glich eher einem Monolog: "Oh, das ist schade. Ich habe schon bei so vielen Läden angerufen und keiner hatte Frischfisch. Das ist echt schwierig heute". Nach einer Kunstpause ergänzte er mit einem Lachen in der Stimme: "Haben Sie Angeln? Dann fange ich mir selber einen.

Auch damit konnte ich aber leider nicht dienen. :-)

Aber in blau!

Kunde: "Ich hätte gerne was zum auf die Schuhe tun, aber in blau."

Habe dann mal auf meinen Nachbarn verwiesen. Wir haben zwar auch ein Grundsortiment an Schuhpflegeprodukten hier im Regal stehen, aber blaue Schuhcreme, die hat der Herr nämlich gesucht, ist dann eher nicht hier bei mir im Sortiment zu finden. :-)

Mit Namensnennenung

Ein Kunde ging auf eine Kollegin zu, um eine Frage zu stellen und sprach Sie an mit den Worten: "Meiermüllerschulz, guten Tag. Ich suche das xyz-Produkt …"

Ungewöhnlich, aber nicht unangenehm, dass einem ein Kunde so direkt seinen Namen nennt. Ist auf jeden Fall mal eine willkommene Abwechslung und sorgt für mehr Persönlichkeit. :-)