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Staubsaugerbeutel(los)

Ein Kunde suchte Staubsaugerbeutel, blätterte sich etwas hilflos durch den Katalog und forderte zwischendurch die Hilfe einer Kollegin an.

Nachdem er ein angefordertes Bild des Typenschildes auf sein Handy erhalten hatte, klärte sich die Sache schnell auf. Für das (prinzipiell) beutellose Gerät gibt es sogar die Möglichkeit, mit Staubbeutel zu saugen, jedoch war das Modell (evtl. zu neu) nicht in unserem Katalog zu finden.

Fischfang

Ein Anrufer wollte wissen, ob wir eine Theke mit frischem Fisch hätten. Also nicht abgepackt im Kühlregal, sondern wirklich frische Fische auf Eis in der Bedienungstheke. Haben wir hier nicht, wir haben ja nicht mal Platz für eine Bedienungstheke für Wurst / Käse oder Fleisch. Und gerade Fischtheken sind zumindest in Supermärkten meines Wissens nach eher eine aussterbende Spezies aufgrund der vielen Fallstricke, die einen Betreiber erwarten.

Wie auch immer, ich antwortete ihm wahrheitsgemäß. Seine Reaktion glich eher einem Monolog: "Oh, das ist schade. Ich habe schon bei so vielen Läden angerufen und keiner hatte Frischfisch. Das ist echt schwierig heute". Nach einer Kunstpause ergänzte er mit einem Lachen in der Stimme: "Haben Sie Angeln? Dann fange ich mir selber einen.

Auch damit konnte ich aber leider nicht dienen. :-)

Aber in blau!

Kunde: "Ich hätte gerne was zum auf die Schuhe tun, aber in blau."

Habe dann mal auf meinen Nachbarn verwiesen. Wir haben zwar auch ein Grundsortiment an Schuhpflegeprodukten hier im Regal stehen, aber blaue Schuhcreme, die hat der Herr nämlich gesucht, ist dann eher nicht hier bei mir im Sortiment zu finden. :-)

Mit Namensnennenung

Ein Kunde ging auf eine Kollegin zu, um eine Frage zu stellen und sprach Sie an mit den Worten: "Meiermüllerschulz, guten Tag. Ich suche das xyz-Produkt …"

Ungewöhnlich, aber nicht unangenehm, dass einem ein Kunde so direkt seinen Namen nennt. Ist auf jeden Fall mal eine willkommene Abwechslung und sorgt für mehr Persönlichkeit. :-)

Kapital-Pizza

Eine junge Frau rief hier im Laden an und erkundigte sich, ob wir die neue Pizza hätten, die heute rauskommen sollte und "in allen Edeka-Märkten" zu bekommen sein soll. Aufgrund ihrer Ausdrucksweise ahnte ich schon was, erkundigte mich aber dennoch nach dem Namen. "Kapital Pizza oder so", antwortete sie.

Haben wir nicht, hatten wir noch nie und kriegen wir auch nicht rein. :-P

Ich gab ihr dann den Tipp, einfach mal die anderen Edekas hier in Bremen anzurufen.

Komischer Anruf aus dem Osten

Ein Anrufer wollte wissen, ob es bei uns möglich ist, die Einkaufswagengriffe vor Benutzung zu desinfizieren. Der Kollege, der den Anruf entgegengenommen hatte, bejahte dies. Der Anrufer bedankte sich und legte auf.

Das Kuriose an der Sache war, dass die übermittelte Rufnummer zu einem REWE-Markt in Potsdam gehört. Das Fragezeichen wird noch eine Weile bleiben, denke ich.

Gepackt, verkauft, perfektes Timing!

Vor ein paar Jahren haben wir mal Konjak-Nudeln von Kajnok im Sortiment gehabt. Erst als Aufsteller, dann eine Weile im Regal. Die Ware verschwand irgendwann wieder und seitdem hat zumindest bei uns hier kein Kunde mehr danach gefragt.

Bei der Überarbeitung des Sortiments unseres Lieferanten für Länderspezialitäten fiel mir auf, dass es auch dort zwei Sorten Shirataki-Nudeln gibt, die ich auch gleich mitbestellt hatte. Keine Viertelstunde (!), nachdem ich die Ware nach ihrer Anlieferung verräumt hatte, schlich eine junge Frau um die Regale und fragte mich schließlich, ob wir zufällig diese asiatischen Konjak-Nudeln hätten.

Was für ein Timing. Ich glaube, einen größeren Zufall habe ich hier selten erlebt. :-)

Betreutes Einkaufen

Eine ältere Stammkundin stand vor einem Regal und fragte mich nach einem Produkt, das nur eine Armlänge von ihr entfernt stand. "Steht genau vor Ihnen, im zweiten Fachboden von unten", antwortete ich.

Sie klatschte sich mit der Hand vor die Stirn und lachte: "Betreutes Einkaufen."

Hihi. :-)

Zeitgefühl

Ein Kunde wollte wissen, ob wir gar keine Ostersachen hätten. "Doch, vorne auf dem Restetisch", antwortete der Kollege wahrheitsgemäß.

Der Mann war erleichtert: "Puh, ich dachte schon, ich müsste zu Ostern ohne Schokoladeneier auskommen. Das wäre wirklich enttäuschend gewesen."

Da hat ihm wohl das Kontaktverbot das Zeitgefühl zerhauen. :-D

Wie lange geöffnet?

Heiligabend waren wir nach Ladenschluss noch eine Weile in der Firma und die ganze Zeit über klingelte andauernd das Telefon. Ich hatte zunächst keine Lust, den Anruf entgegenzunehmen. Es wurde eine Handynummer angezeigt und mir war ziemlich klar, was der Anrufer wollte. Ich wäre Wetten darauf eingegangen.

Als wir nach Hause wollten, ich schaltete gerade im kleinen Büro alle Bildschirme aus, klingelte es wieder. Ach, sch… drauf, dachte ich mir und meldete mich trocken mit meinem Namen. "Hallo, wie lange ist heute geöffnet?" Ich erklärte wahrheitsgemäß, dass wir schon seit 14 Uhr geschlossen haben und ließ mich auch nicht auf die Diskussion ein, noch irgendetwas vorne an der Tür zu verkaufen. Die imaginäre Wette hatte ich damit übrigens gewonnen.


Eierlikör-Röllchen

Eine ältere Kundin fragte ganz enttäuscht nach einer bestimmten Sorte Eierlikör-Biskuitröllchen, die wir bei uns immer im Keksregal hatten. "Die habe ich immer so gerne gekauft", argumentierte sie noch. Wenn wirklich sie die Kundin war, die zumindest ab und zu welche von diesen Röllchen gekauft hat, dann war sie vermutlich auch die einzige Kundin, die sich überhaupt für diesen Artikel interessiert hat. Teilweise ist nämlich quasi der gesamte Bestand hier im Regal abgelaufen, weswegen wir dieses Produkt nach mehrere erfolglosen Versuchen wieder aus dem Sortiment verbannt haben.