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"Gute Adressen für Diebe sprechen sich in der Szene herum"

Vielen Dank von mir an die LZ Direkt und speziell die Journalistin Kim Eberhardt für das schöne Interview, das in dieser Woche unter dem Titel "Shopblogger Björn Harste: Gute Adressen für Diebe sprechen sich in der Szene herum erschienen ist.

https://www.lzdirekt.de/menschen/news/ladendiebstahl-shopblogger-1755

Über einen Mangel an Ladendieben kann ich mich übrigens nach wie vor nicht beklagen, ich erwähne ja schon gar nicht mehr jeden Vorfall hier im Blog, aber die Serie reißt nicht ab.

Hohe Belastung?

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Anfrage einer regionalen Nachrichtenagentur. Sie suchten einen Laden, um über die gestressten Mitarbeiter im Supermarkt aufgrund der derzeitigen hohen Belastungen einen Bericht gerne auch mit Interview drehen zu können.

Ich freue mich natürlich immer, wenn die Redaktionen und Sender bei sowas immer gleich an mich denken. In diesem Fall hätte ich auch gerne persönlich ein paar alte private Schulden beglichen – aber im Gegensatz zu dem, was man sonst so momentan über die "armen Mitarbeiter im Supermarkt, die an ihre Grenzen gehen" in den Medien mitbekommt, läuft das Leben bei uns in der Firma nach wie vor erstaunlich entspannt ab.

An dieser Stelle möchte ich nicht ausschließen, dass in manchen Unternehmen, gerade auch in den personell nicht stark besetzten Harddiscountern, die Mehrleistung vom selben, grundsätzlich knappen Personalstamm aufgefangen werden muss. Bei uns ist seit ein paar Wochen auch mehr zu tun, aber zu drei neuen Leuten, die in den letzten Wochen von mir ausschließlich zum Ware verräumen eingestellt wurden, haben wir im Grunde durchgängig noch eine Person zusätzlich im Laden, die kassieren und Kundenanfragen bearbeiten kann. Das sind grob 100 Arbeitsstunden mehr pro Woche, die aber das gesamte Team entlasten. Ja, die Arbeit hinter den Spuckschutzen und mit der ständigen Distanz (und den daraus resultierenden Diskussionen) ist anstrengender als "vor Corona. Es ist aber dennoch nicht so, dass hier auch nur einer in den Feierabend geht und nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht.

Aber bei uns im Laden tickten die Uhren ja schon immer etwas anders.

Milch, Rückruf, Interview

Den öffentlichen Milch-Rückruf dürfte inzwischen jeder mitbekommen haben. Ich hatte es heute Morgen schon vorm Aufstehen in den Nachrichten gelesen, sehr schnell und noch bevor die offiziellen Unterlagen bei uns ankamen stand aber schon fest, dass wir von der betroffenen Milch nichts im Laden stehen haben. Vermutlich haben wir auch Milch mit einem oder mehreren der betroffenen Haltbarkeitsdaten bei uns auch angeboten, denn schließlich bekommen wir diese Ware täglich frisch, aber das ist dann nun auch schon wieder ein paar Tage her.

Ein paar Minuten später rief auch schon Nonstopnews an, da konnte ich aber nicht helfen und heute Mittag kam eine Anfrage von Buten un Binnen, ob sie hier ein paar Schnittbilder und Kundeninterviews drehen dürften. Sie durften. Ich hab dann selber auch noch erzählt, dass wir diese Ware gar nicht, bzw. gar nicht mehr im Laden stehen hatten, eine Kollegin hat für die Kamera Milch eingeräumt und nach ein paar Minuten war das Team von Radio Bremen auch schon wieder verschwunden…




Über Plastik

Anfang der Woche habe ich eine Anfrage von Wolfgang Loock bekommen, einem Mitarbeiter von Radio Bremen / Buten un Binnen. Er arbeitete gerade an einer Reportage über Plastik(tüten), insbesondere die kleinen Knotenbeutel, die man aus der Gemüseabteilung kennt, brauchte für den Beitrag noch ein paar O-Töne und da war meine Sicht als Einzelhändler natürlich nicht ganz uninteressant. Netto blieb von dem langen Gespräch im Beitrag nur ein Satz von mir übrig, aber es gibt dazu auch einen lesbaren Beitrag: 3 Milliarden Plastiktütchen – So schummeln Kunden beim Obsteinkauf

Wir redeten eine Weile über das Themas Knotenbeutel und danach auch über das Interview hinaus allgemein über Kunststoff.

Ist Kunststoff so schlimm? Ja ist er. Ohne das Material jetzt pauschal gutheißen zu wollen: Das größte Problem mit Kunststoff ist, dass der Mensch falsch damit umgeht. Man dürfte ihn nicht so sorglos wie Gartenabfall behandeln, sondern hätte ihn konsequent von Anfang an wie andere Schadstoffe gezielt zurückführen und recyclen müssen. Die Realtität sieht anders aus.

Plastik ist überall und die Alternativen sind nicht unbedingt besser. Mehrwegsysteme verbrauchen Ressourcen bei Reinigung und Transport, Papier ist auch nicht so viel besser aufgrund der benötigten Chemikalien für die Aufbereitung der Fasern.

Man kann es drehen und wenden, wie man will – so wie wir jetzt leben, sind das alles nur Kompromisse. Ich habe seit gestern überlegt, dass man daraus mal einen großeren Artikel oder vielleicht auch ein YouTube-Video machen könnte. Die Idee hatte aber mit fast identischem Inhalt (aber 100% guter Gestaltung) schon das Team vom deutschen Kurzgesagt-Kanal. Der Film ist auch erst ein paar Wochen alt, aber absolut sehenswert, der Vergleich mit König Midas ist mehr als verständlich und ich glaube, besser kann man das Thema (und auch das Problem mit den nicht weniger problematischen Alternativen) kaum zusammenfassen.


Ich liebe den Euro dafür …

Letzten Samstag war im Weser Kurier übrigens ein Artikel über den Euro und die D-Mark zu finden. Eine Weile davor hatte ich ein längeres Telefongespräch mit einem Redakteur zu dem Thema, unter anderem ging es darum, dass wir hier ja immer noch D-Mark annehmen. Ob ich die Mark vermissen würde, war eine der Fragen. Nein, eigentlich nicht – und eine Aussage von mir, was ich am Euro so toll finde, hat es fett als Zitat zwischen die Zeilen des Artikels geschafft. :-)


Shopblogger-Interview für das HK-Magazin

Vor ein paar Tagen hatte eine Mitarbeiterin der Handelskammer, die am Magazin "Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven" arbeitet, nach einem Interview gefragt. Es ging speziell um dieses Blog und welchen Einfluss es auf meine wirtschaftliche Situation hat.

Es waren nur eine Handvoll Fragen, die, vermute ich jedenfalls, in der Dezemberausgabe zu finden sein werden.

Ich werde berichten. Ist ja klar. :-)

Zum Ethylenglycol-Erpresser

Mich hat gestern gleich zweimal Radio Bremen (Sowohl Hörfunk, für den ich dann auch ein kurzes, unverfängliches Interview gegeben habe, als auch das regionale Fernsehmagazin "Buten & Binnen") kontaktiert. Es ging um die Erpressung mit der Drohung, Lebensmittel / Babynahrung mit Ethylenglycol zu vergiften.

Ich denke, dass es auf jeden Fall nicht angebracht ist, in Panik zu verfallen. So lange man original verschlossene Produkte kauft, hat daran auch niemand herummanipuliert. Auf korrekt verschlossene Verpackungen zu achten, kann sowieso generell nicht schaden, damit man keine verdorbenen oder sonstwie verunreinigten Lebensmittel konsumiert.

Zur Kontamination mit Ethylenglycol: Das ist ein (dick)flüssiger Stoff, den man folglich ohnehin nur unauffällig in "nasse" Lebensmittel mischen könnte. Gerade diese sind aber meistens wirklich manipulationssicher verpackt. ("Knack"-Deckel, Siegel, Banderolen, Folie)

Dazu kommt, dass man davon relativ viel dieser Substanz (oral) aufnehmen müsste, damit es eine stark gesundheitsgefährdende bis tödliche Wirkung hat. 30-100ml lassen sich davon aber nicht mehr unauffällig in irgendwelche Verpackungen schummeln. Gerade Flaschen und Gläser tragen eben nicht den Aufdruck "Füllhöhe technisch bedingt", sondern sind meistens relativ gut gefüllt.

Ernsthaft kritisch könnte es eben tatsächlich bei den Babygläsern werden, da das Körpergewicht dieser Kundengruppe nun tatsächlich sehr gering ist. Also auch da unbedingt auf das Knacken beim Öffnen der Deckel achten! Wer das berücksichtigt, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

(Erfolgloser) Anruf von Radio Bremen

Gestern Nachmittag hatte mich übrigens eine Redakteurin von Radio Bremen angerufen und wollte ein bisschen was über Weihnachtsware wissen – die wir hier ja noch gar nicht bekommen haben. So konnte ich nicht viel weiterhelfen, da sie unbedingt ein Geschäft suchte, bei dem Lebkuchen und Spekulatius schon herumstehen.

Aber schön, dass, als dort in der Redaktion die Frage aufkam, welchen Supermarkt man mal fragen könnte, gleich unisono in meine Richtung gezeigt wurde.

Ich hätte ja auch gerne geholfen, aber…

Interviewanfrage / Verpackte Bioprodukte

Anruf eines Redakteurs von Radio Bremen. Er wollte wissen, ob wir ein kleines Interview über diese immer wieder in den Medien auftauchende Problematik der einzeln verpackten Bio-Produkte in der Gemüseabteilung machen könnten.

Ich wollte erst ablehnen, da ich das Gefühl hatte, nicht genug erzählen zu können. Dann telefonierten wir eine Weile, ich kam dabei von einer Ausführung zur anderen und irgendwann stellte der Anrufer fest, dass das doch genau das ist, was er für seinen Beitrag haben wollte.

Nun ist er auf dem Weg zu mir. :-)