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Wo ist die H-Milch denn jetzt?!

Ein Stammkunde sprach mich an und erkundigte sich, wo wir denn "jetzt" die H-Milch hingeräumt hätten. Noch bevor ich antworten konnte, warf er nach einer kurzen Pause ein: "Aber das ist ja normal, dass Läden immer alles umbauen. Verkaufspsychologie, damit die Kunden mehr kaufen. Kennt man ja."

Ich versicherte ihm, dass die H-Milch seit dem Umbau vor über zwei Jahren nicht mehr umgestellt wurde. "Nee", sagte er, "kann nicht sein. Die stand doch erst noch da vorne in der Ecke beim Kühlregal."

Da stand sie bis vor dem Umbau, ja. Aber inzwischen wirklich schon seit zwei Jahren im neuen Regal. Er wollte es nicht glauben, aber auch mir kommt es noch nicht so vor, als ob es schon so lange her ist. Das muss ich ja ehrlich zugeben … :o

Sich verkleinerndes H-Milch-Regal

Unser H-Produkte-Regal bietet für die Discount-H-Milch lediglich den Platz für ein paar Kartons jeder Sorte. Trotz des "Aldi-Preises" müssen wir die Sachen auch nicht in größeren Mengen vorrätig haben, die angebotene Ware reicht locker aus, um von Lieferung zu Lieferung nicht ausverkauft zu werden.

Erstaunlich eigentlich. Wenn ich an meine Anfänge im Einzelhandel denke, habe ich den Artikel "H-Milch" als absoluten Renner im Kopf. Die beiden Sorten (Vollmilch und fettarme Milch) standen jeweils als ganze Europalette im Markt und etliche Kunden haben die Milch auch gleich kartonweise gekauft.

Unser H-Milch-Regal H-Produkte-Regal besteht mittlerweile ohnehin fast zur Hälfte aus Alternativen zur Kuh-Milch: Allen voran Sojamilch, aber auch die vielen Variationen Hafermilch, Dinkelmilch, Reismilch, Mandel- und ja sogar auch Erbsenmilch findet man bei uns – und in der Summe verkaufen wir davon mehr, als von der tierischen Variante. Ob das nun aber nur eine Besonderheit in meinem Markt ist und sich unsere Kunden bewusster / alternativer als anderswo ernähren, vermag ich jedoch nicht zu sagen …


Das Oatly-Frische-Desaster

Ein seit Jahren wachsendes Sortiment sind die Alternativen zu Milch. Angefangen haben wir hier im Laden vor 20 Jahren mit ein paar Sorten Sojamilch von Alpro, inzwischen haben wir über 40 (!) Produkte von mehreren Herstellern im Sortiment. Seit einer Weile ist auch Oatly ganz vorne mit dabei. Zumindest bei uns hier im Markt sind deren Produkte der Renner.

All diese Soja-, Hafer-, Mandel-, Reis-, Erbsen- und sonstigen Produkte sind vor allem als nicht kühlpflichtige H-Produkte bekannt. Dass es auch "frische" Alternativen gibt, haben wir vor ein paar Wochen schmerzlich erfahren, als ein Kollege diese zwei neuen Sorten ("Hafer deluxe" und "Hafer fettarm" in der Bildmitte) ins Regal einräumte. Als wir am nächsten Tag von der Oatly-Außendienstlerin Besuch bekamen, der zeitliche Zusammenhang war hier ein großer Zufall, entdeckten wir das Desaster erst. Die Kühlkette war natürlich längst unterbrochen, die Packungen haben wir entsorgt und seitdem haben wir die beiden frischen Variationen auch nicht wieder ins Sortiment aufgenommen.


H-Milch + Protein

Eiweiß, Eiweiß, Eiweiß … Proteine sind neuerdings nicht nur bei Sportlern buchstäblich in aller Munde, Proteinriegel sind nicht nur im Fachgeschäft oder Verkaufsautomaten des Fitnessstudios zu bekommen, sondern liegen längst neben Mars und Duplo an jeder oder zumindest vielen Supermarktkassen. Neu im Sortiment und zum Thema passend haben wir "Mein Q", eine H-Milch mit zusätzlichen Proteinen.

Vielleicht mögen mich ja die Ernährungs-Profis korrigieren, wenn ich hier verkünde, dass das Produkt aus meiner Sicht reichlich unsinnig ist. Ja, mit 8,2 % Eiweiß hat "Mein Q" tatsächlich wie aufgedruckt mehr als doppelt so viel Protein wie vergleichbare Trinkmilch (ca. 3,5 %) – aber letztendlich gibt es viele Lebensmittel mit einem grundsätzlich deutlich höheren Eiweißanteil als Milch, so dass dieser nicht ganz günstige Zusatznutzen regelrecht verdampft, falls man sich nicht zufällig fast ausschließlich von (dieser) Milch ernährt.

Aber wer sie haben möchte, findet sie nun auch bei uns …


Konsequent vegan!

Ein Pärchen kaufte ein und hat alles in vegan und nach Möglichkeit auch als Bioprodukt in den Einkaufswagen gelegt. Schließlich standen sie vor dem Regal mit der H-Milch, das seit zwei Jahrzehnten immer mehr zum Regal mit den Milchersatzprodukten mutiert und guckten sich unsere Auswahl an Alternativen zu Schlagsahne an, von der wir sage und schreibe fünf Sorten haben, nämlich von Alnatura, Natumi, Schlagfix, Oatly und Alpro!

Nachdem sie alle Sorten in der Hand hielten und bei jeder einzelnen überlegten, ob die sich wohl wie richtige Schlagsahne aufschlagen lässt, traf er eine Entscheidung: "Die sind alle blöde, ich gehe jetzt zum Kühlregal und hole normale Schlagsahne."

Dann ging er zum Kühlregal und holte normale Schlagsahne. :-)

Princess and the Pea

Wir haben seit ein paar Tagen ein nicht mehr ganz so neues Produkt im Sortiment den Erbsen-Drink "Princess and the Pea", der uns allen beim ersten Anblick der Packung einen Schauer über den Rücken gejagt hat. Bislang haben wir das Produkt noch nicht getestet, aber der Stern klärt auf: "Unter Erbsenmilch darf man sich keinen grünen, zähflüssigen Brei vorstellen." – okay, genau das haben wir getan, das komplett grüne Design der Verpackung tat recht erfolgreich ihr Übriges dazu.

Aber es handelt sich dabei um eine dünnflüssige, milchähnliche Flüssigkeit aus gelben Erbsen, die auf einer Stufe mit anderen Milchalternativen (Sojamilch, Reismilch, Hafermilch etc.) steht. Dennoch wirkt das Getränk hier im Laden wie ein ziemliches Kuriosum, aber gerade für solche Produkte sind wir ja bekannt. :-)


Kaputte Optik

Ich war dabei, H-Milch zu packen. Nach dem ich die Artikel gerade ordentlich ins Regal gestellt hatte, nahm sich eine Kundin eine der Packungen und entschuldige sich noch dafür, dass sie jetzt die ganze schöne Optik wieder kaputt gemacht hätte. Ich lachte und meinte nur, dass die Ware dafür doch schließlich da wäre. :-)

Das erinnerte mich an etwas, was auch immer in diesen hochqualitativen Klatschzeitschriften aufgeführt wird, wenn mal wieder reißerisch von den unglaublichen psychologischen Tricks die Rede ist, mit denen einem im Supermarkt das Geld aus der Tasche geleiert wird: Dort werden vermeintliche Warenlücken erwähnt, die absichtlich eingebaut werden, damit man als Kunde auch zugreifen mag und einen nicht das Gefühl, die schöne Präsentation zu zerstören, davon abhält, diese Artikel zu kaufen.

Kann ja sein, dass das vereinzelt wirklich so gemacht wird – aber dass sowas irgendwo tatsächlich umgesetzt wird, habe ich selber noch nie erlebt. Weder in meiner gesamten beruflichen Laufbahn vor der Selbstständigkeit, noch in irgendwelchen anderen Supermärkten – und hier im eigenen Laden natürlich erst recht nicht.

(Offene) Penny-Milch bei uns im Regal

Kurioses Fundstück bei uns in der Getränkeabteilung: Jemand hat (vermutlich am "Vorvorabend") eine halbvolle Packung Milch vom Discounter an der Ecke bei uns abgestellt und (vermutlich) vergessen.

Wäre die Packung geschlossen gewesen, hätte man damit ja noch etwas anfangen können – aber so ging sie natürlich direkt in die Tonne. Möchte man wissen, wer eventuell daraus getrunken hat und was da für Keime dran sitzen? Brr … :-O


Zotter-Milch-Hachez

Blick vom zweiten Hauptgang nach hinten in das H-Milch-Regal. Auf dem leeren Stirnregal links wird Zotter seinen neuen Platz finden, rechts hinter dem blauen Rollcontainer steht die Schokolade von Hachez, aktuell nur reingestellt und nicht schön platziert:


B1-Fund #4: Schwälbchen-Zettelchen

Noch ein Fundstück in einem meiner Wareninfo-Ordner: Der Vordruck mit der Kurzmitteilung "zur Kenntnisnahme", der in dem Karton mit der H-Milch für Metallica lag.

Auf einem der Bilder im verlinkten Blogeintrag ist der Zettel auch oben im Karton liegend zu sehen. :-)


+ 10 Cent

Seit einer Weile haben wir auch die "EDEKA fair!"-Milch im Sortiment, bei der noch zehn Cent zusätzlicher Erlös an die Erzeuger gehen.

Was haltet ihr davon? Ist das eine faire Alternative parallel zur billigen Milch mit markttauglichen Preisen oder ist es eher unehrlich und ein Eingeständnis?