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Haferflocken, heute: "Porridge"

Vor ein paar Tagen kam in mir eine vier Jahrzehnte alte Kindheitserinnerung wieder auf: Bei meiner Urgroßmutter hatte ich manchmal mit Honig gesüßte Haferflocken in heißem Wasser gegessen. Was bei dem einen oder anderen schon beim Gedanken zu Würgereizen führen mag, habe ich als sehr lecker in Erinnerung, kombiniert mit Gedanken an meine Urgroßeltern.

So kam ich auf die Idee, mir das zum Frühstück einfach auch mal zu machen: Haferflocken (die blütenzarten) auf einen Teller, einen Teelöffel Honig da rein und alles mit heißem Wasser aufgebrüht. Schon nach wenigen Rührbewegungen hatte ich jedoch nur noch Matsche auf dem Teller, da die Flocken sich mehr oder weniger aufgelöst haben. Erkenntnis: Das ist also das Trendprodukt "Porridge", früher als Haferschleim verhasst. Der Inhalt meines Tellers war allerdings alles andere als lecker (vor allem nicht hinsichtlich der Konsistenz) und wollte so gar keine Kindheitserinnerungen wecken.

Meine Liebste schlug vor, dass ich es noch einmal mit kernigen Haferflocken probieren sollte, denn diese würden nicht gleich zu diesem Pampf zerfallen. Also nahm ich einen neuen Teller, diesmal eine Portion Kernige von Kölln, wieder einen Löffel Honig dazu und heißes Wasser darüber. Das Ergebnis sah schon mehr nach dem aus, an das ich mich aus meiner Kindheit erinnern konnte.

Geschmacklich brachte auch das leider keinen Wow!-Effekt. Ob's der falsche Honig war oder die falsche Wassermenge, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht habe ich auch einfach nur einen völlig verklärten Gedanken an die Vergangenheit gehabt und die Zubereitung schmeckte tatsächlich so (oder ähnlich) wie das, was ich als Kind gegessen hatte. Ich weiß es nicht. Meine Uroma ist inzwischen seit rund 35 Jahren tot und ich werde keine weiteren Versuche unternehmen und mich einfach über die Erinnerungen aus meiner Kindheit freuen.


Ein Gebäude mit Geschichte

Was ihr hier seht: Ein in der Cramerstraße in Delmenhorst stehendes, mehrere Jahrzehnte altes und inzwischen ziemlich runtergerocktesGebäude ohne architektonische Highlights, in dem sich bis Ende 2019 ein EDEKA-Markt befunden hat und das inzwischen vollständig leer steht.

Was ich hier sehe: Unglaublich viele Erinnerungen. Wie es dazu kam, hatte ich in diesem Beitrag vor ein paar Jahren mal kurz angedeutet.

Hier fing meine ganze Laufbahn im Einzelhandel an. Vom Schülerjob zum Arbeitgeber, fast die berühmte Tellerwäscher-Karriere, nur das mit dem Millionär hat noch nicht geklappt. Muss auch nicht, so lange meine Familie gut davon leben kann, bin ich auch so glücklich! Für mich war das damals schon immer mehr als nur ein Job. Für alle Bereiche habe ich mich interessiert und war zeitweise fast schon eine Art Faktotum. Es gibt keinen Raum, den ich nicht kenne (Wer vom Supermarktpersonal interessiert sich für die Infrastruktur eines Gebäudes?) und irgendwie habe ich auch im Grunde jede dort anfallende Arbeit mal erledigt, teilweise weit über den Supermarktalltag hinausgehend.

Als ich dort anfing, war es ein "Comet", der später zu einem "extra"-Markt wurde. Später hat mein ehemaliger Ausbilder, der inzwischen schon seit ein paar Jahren mit einem SPAR-Markt selbstständig war, dort auch als "SPAR" einen weiteren Markt betrieben, der nach der Übernahme durch die EDEKA erst zu einem "E Aktiv"-Markt und dann zu einem "EDEKA" wurde.

Und nun? Alles vorbei. Der Mietvertrag wurde Ende 2019 beiderseitig nicht mehr verlängert, der Betreiber ist in Rente und das Gebäude wird wohl, wenn die Gerüchte stimmen, abgerissen, um mit der Fläche dahinter Platz für eine kleine Wohnsiedlung mit einem neuen Markt zu schaffen. (Nein, ich möchte den nicht betreiben!)

Eigentlich würde ich da ja gerne noch einmal reingehen. Ich kenne sogar zwei Leute, die wiederum mehr oder weniger guten Kontakt zu den Eigentümern haben, oder diese zumindest persönlich kennen – aber warum sollte sich da jemand Zeit nehmen, um mit einer unbekannten Person (nämlich mir) da eine Sightseeing-Tour durch den alten Laden zu unternehmen? Vielleicht ergibt sich auch eine Chance für eine Besichtigung, wenn das Objekt irgendwann an ein Abbruchunternehmen übergeben wurde. Da ich da häufiger dran vorbeifahre, wird mir da sicherlich nichts entgehen.

Als Gebäude ist das Ding zwar ziemlich zweckmäßig – und unbestreitbar pottenhässlich, aber wenn es irgendwann so weit ist, wird es mir fehlen, das ist sicher. Es ist wirklich komisch, das Bild zu betrachten, an die erste Hälfte der 90er zu denken und sich daran zu erinnern, wie viel Zeit ich hier verbracht habe. Alleine im Außenbereich – aufräumen, fegen, Schnee schippen …

(Regelmäßige Berichte hier im Blog über die weitere Geschichte der Immobilie werden parallel zu Achim und Findorff folgen.)


Fast Leer: EDEKA Cramerstraße

Ende 2017 hatte ich hier schon angekündigt, dass das Ende eines EDEKA-Marktes in Delmenhorst absehbar ist. Seit dem 31. Dezember 2019 ist der Laden mittlerweile geschlossen und wenn ich die Arbeiten richtig verfolgt habe, dürfte das Gebäude inzwischen ausgeräumt sein. Nur vorne ist noch ein kleiner Bereich aktiv, denn die Bäckerei verkauft nach wie vor an dem Standort Brot und Brötchen. Der ehemalige Verkaufsraum ist mit einer Holzwand abgetrennt.

Bin gespannt, wie es dort weitergeht. Das Gebäude soll abgerissen oder zumindest massiv umgebaut werden. Da hängen auch für mich viele Emotionen dran, viele Jahre habe ich dort verbracht und letztendlich begann dort meine Laufbahn im LEH.