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Der Zahnbürsten-Bereitleger

Ein junger Mann nahm mehrere Kartons mit Zahnbürsten aus dem Körperpflege-Regal und stellte sie um die Ecke in einen weniger auffälligen Bereich. Vermutlich wohl, um sie später unauffällig einstecken und entwenden zu können. Da sie dort noch standen, sonst wäre die ganze Sache mir wohl kaum aufgefallen, wurde der Mann wohl entweder gestört oder hat sich entschieden, die Tat nicht oder später zu vollziehen. Aber darüber dass da krumme Sachen geplant waren, bin ich mir hundertprozentig sicher.


Sicherungsetikett-Abknabberer

Der Typ wollte eine Flasche Yeni Raki klauen, zumindest gehe ich davon aus. Es gibt zwar auch immer ehrliche Kunden, die von ihrem Einkauf im Laden schon die Klebe-Sicherungsetiketten abfummeln, aber warum sollte jemand dermaßen energisch daran arbeiten, wenn das Ding sowieso an der Kasse entfernt wird? Eben.

Die Flaschensicherungen, unsere "Zippel", halten viel aus und man braucht schon sehr viel Kraft oder ein Werkzeug (oder etwas Glück, z.B. wenn das Material nachgibt oder jemand beim Befestigen nicht aufmerksam genug war), um sie zu entfernen.

Dieser junge Mann hat schließlich sogar noch versucht, unter Einsatz seiner Zähne das Sicherungsetikett von der Flasche zu bekommen. Sein Gebiss hat er sich damit leider nicht demoliert (zumindest habe ich keinen Zahn zwischen den Volvic-Kisten gefunden), aber gegönnt hätte ich es ihm. Für die Ansabber-Aktion folgte bei Flasche und Etikett übrigens ein umfangreicherer Desinfektionsmittel-Einsatz. Brr.


Versuchter Käsediebstahl?

Meine persönliche Meinung dazu: Ja!

Aber mal von vorne: Eher zufällig fiel mir beim Weg durch den Laden einer unserer Einkaufskörbe neben einer unserer Tiefkühltruhen auf. In dem fast vollen Korb lagen oben auf der Ware mehrere Käsestücke, dachte ich zunächst. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich in dem Korb ausschließlich Käsestücke befanden. 17 mal Gouda zu jeweils knapp 4 Euro. Wenn da nicht jemand böse Absichten hatte, würde ich mich sehr wundern.

In der Videoaufzeichnung sah ich, wie ein junger Mann mit einem Rucksack auf dem Rücken den Laden betrat, sich beim Eingang einen leeren Korb schnappte, Richtung Kühlregal ging und dort mehrere Minuten das Angebot begutachtete und dabei aber vermutlich nur auf einen ruhigen Moment mit weniger Kunden wartete. Schließlich stapelte er den Inhalt des Gouda-Kartons in den grauen Korb um und ging die paar Meter zu einer TK-Truhe. Dort stellte er den Korb auf dem Boden ab und begutachtete die Pizza-Auswahl, tat zumindest so. Dann ging er plötzlich ohne den Korb los, quer durch den Laden, an der Kasse vorbei und durch den Ausgang raus. Das war eine knappe halbe Stunden bevor ich den Korb entdeckt hatte.

Vermutlich hat ihn irgendetwas gestört, aber darauf,dass der Typ in seiner ursprünglichen Absicht den Käse klauen wollte, würde ich Wetten eingehen.


Gesegnete Mitarbeiter

Das Katzenfutter Purina Gourmet Gold ist nun nicht gerade ein Luxusartikel, aber mit regulären 59 Cent pro Dose auch nicht das, was sich jeder leisten kann oder will. Wir haben seit Jahren schon ein paar Sorten davon im Tierfutterregal stehen, aber der Renner sind sie nicht.

Da fiel es schon sehr auf, als eine etwas heruntergekommen wirkende Frau sich einen Einkaufskorb nahm, etwa 30 Dosen des besagten Futters dort hineinlegte und in einen anderen Bereich des Ladens verschwand. Das wirkte nicht mehr wie ein normaler Einkauf sondern definitiv wie die Vorbereitung eines Ladendiebstahls. Inzwischen war die Frau auch einer Kollegin aufgefallen, die mich auf sie aufmerksam machte. Das tat sie leider so auffällig, dass die Frau offenbar misstrauisch wurde und auf dem Weg zur Kasse einen Zwischenstopp beim Katzenfutter einlegte und alle Dosen wieder ins Regal stapelte.

Danach ging sie zur Kasse, bezahlte ihre beiden Bierdosen und sagte noch im Gehen zu meiner verwunderten Kassiererin: "Es tut mir Leid, was ich tun wollte. Sie und alle anderen Mitarbeiter hier im Laden seien gesegnet."

Müllermilch in der Hosentasche

Großes Rätselraten unter den Kollegen: Hat der Mann versucht, eine Flasche Müllermilch zu klauen oder wollte er sie tatsächlich nur in die Tasche stecken, um die Hände freizubekommen für den Rest des Einkaufs?

Der Kollege plädierte für ersteres und forderte ein Hausverbot, ich schwankte jedoch und entschied mich dann dagegen.


Bottle-Tag-Abfummelei

Ines und mir fiel ein Mann auf, der den Laden betrat und zunächst anscheinend planlos durch die Gänge irrte. Da er uns sofort verdächtig vorgekommen war, ging ich ins Büro zur Videoanlage und konnte beobachten, wie der Typ inzwischen die Spirituosen entdeckt hatte und gerade mit offenbar allerhand Kraftaufwand dabei war, eines der Sicherungsetiketten von einer Ballentines-Flasche abzureißen. Dabei drückte er den Aluminiumdeckel der Flasche so sehr ein, dass er die Flaschensicherung tatsächlich entfernen konnte.

Noch bevor er die Flasche jedoch einstecken konnte, stellte ich ihn schon zur Rede. Da er keinen Diebstahl vollzogen hatte (mal das Urkundendelikt außer Acht gelassen, denn Flasche und Sicherungsetikett bilden eine zusammengesetzte Urkunde), aber wohl ziemlich sicher vor hatte, die Flasche unbezahlt mitzunehmen, warf ich den Mann aus dem Laden und gab ihm dabei noch ein Hausverbot auf den Weg.

Was ich dafür ertragen musste, ist schon echt widerlich. Es folgte eine Tirade an Beschimpfungen, "Arschloch" war darunter noch die netteste, und am Schluss spuckte der Typ sogar noch in meine Richtung, traf aber zum Glück nur meine Weste.

Was für ekelhafte Subjekte einem immer wieder unterkommen. :-(

Ich hol nur eben schnell Geld!

"Ich hol nur eben schnell Geld!", rief ein Typ meinem Kassierer zu, als er sich hinter der wartenden Schlange in Richtung Ausgang bewegen wollte.

In der Hand hielt er zwei große Tüten voller Feuerwerksartikel im Wert von rund 70 Euro. Er hoffte wohl, die unauffällig an der Schlange vorbei und aus dem Laden tragen zu können. Mit der spontanen Reaktion einer anderen Kollegin hatte er wohl nicht gerechnet: "Die beiden Tüten stellste aber hier an der Kasse ab, bis du wieder da bist."

Tat er dann auch. Wieder kam er natürlich auch nicht.

Erst hinterher fiel uns auf, dass wir den Typen schon als Ladendieb kannten. Da wir dessen Daten haben, folgt nun eine weitere Anzeige wegen des Diebstahls und natürlich auch eine wegen Hausfriedensbruchs noch dazu.