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Unfair

Ein Ladendieb löste mit einigen Teilen der von ihm eingesteckten Ware den Alarm der Warensicherungsanlage aus, was letztendlich der Grund dafür war, das wir uns zusammen mit ihm und der Polizei im Lager versammelt hatten. Das war eigentlich nicht weiter spektakulär, aber ein Gesprächsfetzen war bemerkenswert:

"Warum hat das jetzt eigentlich Alarm ausgelöst?", wollte der Ladendieb von einem der Polizisten im Laufe der Vernehmung wissen.

"Weil die Ware gesichert ist!", erklärte dieser.

Enttäuschter Ladendieb: "Das ist unfair."


Finde ich übrigens gar nicht. :-)

Toastbrot-Oma

So wie in den Boulevardzeitungen bekommen auch bei uns manche Ladendiebe und Kunden einen Namen, wenngleich diese bei uns natürlich nur intern verwendet werden. Okay, manchmal gibt es davon auch anonym hier im Blog was zu lesen.

Seit ein paar Jahren gibt es bei uns die Toastbrot-Oma!

Das klingt so harmlos, bei "Oma" denkt jeder an eine nette, alte Dame. Aber weit gefehlt. Diese Frau hat im Laufe der Jahre für hunderte Euro Ware bei mir gestohlen und einen Kollegen (aber nicht mich, obwohl mich jeder einzelne Ladendiebstahl bei uns aufgrund der finanziellen Verantwortung am stärksten trifft) an den Rand der Verzweiflung getrieben.

Diese Frau, gerade 70 Jahre alt, "kennen" wir schon seit etlichen Jahren. Die erste Anzeige wegen Diebstahls hat sie bei uns im Jahre 2009 bekommen, eine weitere 2012. Danach hat sie, obwohl ausdrücklich Hausverbot auf Lebenszeit erteilt, meinen Laden immer wieder betreten. Dummerweise konnte sich keiner mit Sicherheit an ihr Gesicht oder ihren Namen erinnern. Nicht mal Ines, die sich Gesichter wie ein Elefant merken kann, war sich hundertprozentig sicher.
So konnten wir also nicht auf die Aufzeichnungen im "Ladendiebstahl"-Ordner zurückgreifen, sondern mussten leider warten, bis wir diese Frau auf frischer Tat ertappen. Aber das stellte sich aufgrund der doch eher ungewöhnlichen Zielgruppe als erstaunlich schwierig heraus, denn kein einziges Merkmal war bei ihr nach unserem Raster besonders auffällig. Sie sah eigentlich aus wie die liebe Omi von nebenan. Ein paar wenige Kollegen hätten sie am Gesicht erkannt, aber im Grunde sämtliche Aushilfen und auch alle Mitarbeiter/innen, die noch nicht so lange bei uns waren, hatten natürlich keine Ahnung, mit wem sie es zu tun hatten, wenn die Frau den Laden betrat oder verließ.

Dazu kommt, dass "Toastbrot-Oma" auch noch überaus geschickt bei ihren Diebstählen vor ging. Sie stopfte sich nämlich nicht plump eine Tasche voll und verließ mit der Ware den Laden. Nein, sie füllte ihre jeweils mitgeführte Tasche mit Ware und deponierte diese innerhalb der Ladenfläche in der Nähe einer durch den Eingang / Ausgang leicht zu erreichenden Stelle. Sie ging dann ohne Ware an der Kasse raus und selbst wenn sie in dem Moment jemand angesprochen hätte, wäre nichts dabei herausgekommen, was man ihr direkt hätte anlasten können. Vor oder zumindest in der Nähe des Ladens wartete sie dann eine Weile und wenn sie sich sicher fühlte, vor allem auch, wenn an der Kasse wieder mehr zu tun war und die Mitarbeiter dadurch beschäftigt waren, kam sie kurz rein, griff unauffällig ihre Tasche – und verschwand. Selbst dabei hatte sie einen unglaublich guten Riecher dafür, ob ihr jemand auf den Fersen war. Vor ein paar Monaten lauerte ich mit einem Kollegen hinter einem Regal, nachdem wir bemerkt hatten, dass "Omi" ihre Tasche in der Nähe der Schranke deponiert hatte, aber sie verschwand einfach und ließ ihren Beutel im Laden zurück. Was der Anlass war, misstrauisch zu werden, kann ich bis heute nicht sagen. Vielleicht war ihr nur aufgefallen, dass wir die gefüllte Tasche bemerkt hatten, so dass sie mit einer entsprechenden Reaktion durch uns rechnen musste.

So ging es viele Male. Vor ein paar Jahren hatte sie mal ein einzelnes Toastbrot neben die Schranke gestellt, seit diesem Tag heißt sie bei uns "Toastbrot-Oma".

Und dann passierte es plötzlich… Gregor stürmte in mein Büro und jappste: "TOASTBROTOMA IST IM LADEN!"

Blitzschnell reagierte ich und lief mit ihm nach vorne. Ich hatte überhaupt nicht den Anspruch, sie auf frischer Tat bei einem Ladendiebstahl zu erwischen. Ich wollte einfach nur ihre Daten haben und ihr dann für zumindest alle Diebstähle der Vergangenheit, an die wir uns erinnern konnten (resp. mit der Videoanlage dokumentiert wurden), ein ganzes Paket an Anzeigen verpassen. Nachdem ich sie angesprochen hatte, trottete sie brav mit uns ins Lager. Siegessicher, da sie ja keine Ware bei sich führte. Eine Tasche hatte sie dennoch schon gefüllt gehabt, diese stand allerdings noch im Laden in der Nähe der Kasse. Egal, völlig egal.
Nachdem sie mir ihren Ausweis ausgehändigt hatte, guckte ich, wie immer in solchen Fällen, schnell in meine Ladendieb-Liste, ob wir den Täter bereits in der Vergangenheit erwischt hatten. Ist ja für eine weitere Anzeige wegen Hausfriedensbruchs nicht ganz uninteressant. Dort sah ich, dass sie, wie oben schon geschrieben, in der Vergangenheit sogar schon zwei Mal angezeigt wurde.

Mal gucken, was wir an Anzeigen schreiben werden. Mindestens eine wegen des aktuell missachteten Hausverbots. Aber ein paar Diebstähle (unter anderem dieser Diebstahl einer tiefgefrorenen Hühnersuppe!) werden uns sicherlich gemeinsam wieder einfallen.

Was mir persönlich am wichtigsten ist: Ich habe endlich in meinem Kopf ihr Gesicht und ihren Namen gespeichert. Sollte sie auch nur ein einziges Mal wiederkommen, wird sie direkt die Folgen in Form von weiteren Anzeigen zu spüren bekommen – und zwar unabhängig davon, ob wir sie festhalten konnten oder ob sie erfolgreich flüchten konnte. Solange wir sie irgendwie identifizieren und mit einer Tat hier im Laden in Verbindung bringen können, werden wir das der Polizei melden.

Da wir akut nichts machen konnten, habe ich noch einmal ausdrücklich das Hausverbot aufgefrischt und die Toastbrot-Hühnersuppen-Oma achtkantig aus dem Laden geworden.

Ich verbuche dieses Erlebnis mit großer Freude als absolutes Erfolgserlebnis in unserem tagtäglichen Kampf gegen Ladendiebstahl.

Corona

Ein Typ fiel Ines im Laden als VP (verdächtige Person) auf. Sie hatte den Gedanken aber zunächst wieder verworfen, da er doch eher harmlos und unscheinbar wirkte und seine Jacke dazu noch offen stand.

Der Mann versuchte aber vehement, aus unserem Automaten Zigaretten zu ziehen. Das klappte auch, aber als er bezahlen sollte, scheiterte es am Geld. So ging er schließlich ohne Ware und etwas etwas zu bezahlen durch die Kasse und verließ den Laden. Misstrauisch wurden wir nur, weil er sich bei bestem Wetter mit mehreren Minuten Verweildauer doch etwas zu lange im Laden aufgehalten hat.

Also schnell nach hinten ins Büro und auf dem Video nachgesehen. Bingo: Er hatte eine Flasche Corona-Bier geöffnet, zur Hälfte ausgetrunken und die Flasche einfach ins Regal mit den Körperpflegeprodukten gestellt. Wir und unsere Gefühle…

Etwa 150 Meter vom Laden entfernt stellten wir ihn schließlich und forderten ihn auf, uns zurück zum Geschäft zu folgen. Er war insgesamt ganz friedlich dabei und gab uns auch diskussionsfrei seinen Ausweis. Der Rest verlief so wie immer mit Anzeige und Hausverbot.

Ein Video für "den Einen"

Heute am späten Nachmittag passiert: Ein Mann kommt in den Laden, füllt sich den Rucksack mit Nüssen und ähnlichen Produkten vom Hersteller Seeberger im Gesamtwert von (so weit wir das anhand der Videoaufzeichnung rekonstruieren können) rund 50 Euro und verlässt den Laden. Dabei löste die Ware zwar den Alarm der Warensicherungsanlage aus, aber der Täter rannte so schnell weg, dass mein Mitarbeiter an der Kasse im Grunde keine Chance mehr hatte.

Es passiert wirklich täglich und genau das ist der Grund, warum ich diese "Dududu, mach das nicht wieder"-Strafen einfach nicht nachvollziehen kann. Und jeder, der sagt, dass das ja "nur ein bisschen Geld" ist, erntet von mir nur eins: Unverständnis.

Ja, es ist nur Geld. Und wer mich wirklich gut kennt (und das ist, sorry, keiner von euch da draußen), weiß, dass mir materielle Dinge so ziemlich am A*** vorbeigehen. Dennoch ertrage ich es nicht, wenn sich Leute an fremdem Eigentum (EGAL WESSEN!) vergreifen. Und letztendlich ist es so, dass sich bei arbeitenden Leuten das Geld direkt in Lebenszeit und Zeit mit der Familie umrechnen lässt und so gesehen ist dieses "blöde Geld" auf Kosten der eigenen Lebensgestaltung zu einem geflossen. Ja, da schmerzt und ärgert es, wenn sich dann Leute quasi ungeschoren daran bedienen.


LD-Kommentar

"Der Eine" hat hier folgendes kommentiert:
[…] kleine Ladendiebe sind keine Kriminelle sondern einfach nur Diebe. […]
Sagt jemand, der vermutlich in seiner Heile-Welt-Seifenblase hockt und anscheinend noch nie mit Diebstahl oder anderen Straftaten gegen das eigene Hab und Gut konfrontiert wurde.

Möchte mal sein Gesicht sehen, wenn ihm tagtäglich Dinge gestohlen würden. Ob es dann immer noch nur "die paar Euro die beim Ladendiebstahl abhanden kommen" sind? Und falls "Der Eine" das hier liest: Heute pflückt jemand deine Blumen im Garten ab, am nächsten Tag ist dein Fahrradsattel (war nur mit Schnellspanner angebaut) verschwunden, am dritten Tag deine Deko vor der Tür und danach fehlen die Autoreifen. Einen Tag später hängt einer dein Gartentor aus und wirft es von der Brücke in einen Fluss, danach sprüht einer deine Hauswand mit Graffiti voll und am siebten Tag verschwindet der Rest vom Fahrrad. Und so weiter… Wie viele Tage wird es dauern, bis du ernsthafte Konsequenzen für diese Taten forderst? Das wird nicht passieren, weil das ja alles nur materielles Zeugs für ein paar Euro ist? Alles klar, ich gratuliere dir, dass du in so einem Überfluss lebst und so gerne teilst. Die meisten deiner Mitmenschen arbeiten hart für ihr Geld, mit dem sie dann solche Dinge kaufen.

Garnelenklau um 6:01 Uhr

Samstag Morgen, 6:01 Uhr, der zweite Kunde im Laden steckt sich eine Packung Garnelen ein. Das hab ich am frühen Morgen unbedingt gebraucht…

Der Typ fühlte sich ziemlich sicher, auch während wir auf die Polizei warteten. Mit den beiden Tatsachen, dass a) unsere Videoanlage funktioniert und b) "nicht bezahlte Ware in der geschlossenen Jackentasche" in Deutschland schon ein vollzogener Diebstahl ist, hatte er wohl nicht gerechnet. Da er keine Papiere bei sich führte, gab es noch eine kostenlose Fahrt mit drei Begleitpersonen in einem schnittigen, blau-silbernen Auto.

Auf so eine Frühschicht war ich gestern Abend auch nicht eingestellt. :-(


Antifa-Tattoo

An den Typen mit dem hübschen "Antifa"-Tattoo an der Wade: Tolle Technik, "unauffällig" fast eine halbe Stunde einzukaufen und die kompletten Sachen auf das Förderband an der Kasse zu legen und dann plötzlich während des Kassiervorgangs unter einem Vorwand zu verschwinden – mit einem Rucksack voller (unbezahlter) Ware auf dem Rücken.

Diesmal seid ihr zwar entwischt, aber wir haben die Videobilder von dir und deiner Begleiterin und wir sind und bleiben wachsam.

Ich hasse dich, du Penner!

DREIstigkeit

EINS: Gegen 17:30 Uhr meldete meine Mitarbeiterin an der Kasse, dass ein Mann den Laden verlassen hätte, ohne etwas zu kaufen. Das passiert zwar öfter, aber dieser kam ihr dabei irgendwie auffällig vor.

Wir guckten uns kurz die Videoaufzeichnung an und mussten dort leider sehen, dass er sich zwei Dosen Bier in die Jacke gesteckt hatte. Auf der Straße war der Mann nicht mehr zu sehen. Mist. Aber da er eine ausgesprochen auffällige Jacke trug, hielten wir alle die Augen offen.

ZWEI: Knapp zwei Stunden später meldete die Mitarbeiterin, dass der Typ wieder da wäre. Da er etwas bezahlte und auch diese Jacke nicht mehr bei sich hatte, machte sich bei mir Unsicherheit breit und ich beschloss, ihn nicht festzuhalten.
Er war es dann zwar doch und auf der Videoaufzeichnung war zu sehen, wie er zwei Packungen Käse einsteckte und zumindest einen davon an der Kasse, vermutlich verunsichert durch die Präsenz eines Kollegen in der Nähe der Eingangstür, wieder aus der Tasche holte, auf das Förderband legte und mit bezahlte.

Ich ärgerte mich über mich selber und hegte die Hoffnung, dass der Dieb auch ein drittes Mal wieder auftauchen würde.

DREI: 21:50 Uhr. Der Man stand an der Kasse und wollte einfach nur eine Flasche Bier bezahlen. Eine andere Mitarbeiterin erkannte ihn und wir zogen ihn mit ins Lager, wo er gemeinsam mit uns auf die Polizei warten durfte, da er nämlich keine Papiere mit sich führte. Zunächst grinste er noch blöde, weil er davon ausging, dass wir ihm nichts nachweisen könnten. Nachdem wir zusammen mit den netten Herrn der Polizei die Videoaufzeichnung angesehen hatten, hatte er eine nicht mehr ganz so große Klappe.

Früher oder später kriegen wir sie alle. :-)

Bio-Brot, hmm?

Wir sind uns nicht 100%-ig sicher, aber schon ziemlich, dass sich der Typ da eben ein Bio-Brot in seine Jackentasche gestopft hat.

Ich hatte keine Lust zu pokern, auf dem Video war es nicht sicher zu erkennen und im Zweifel für den Angeklagten – aber sollte er noch mal hier in den Laden kommen, werden wir alle wachsam sein.

Käse in Brottütchen

Eine reichlich heruntergekommen wirkende Frau fiel mir vor dem Leergutautomaten auf. Ich musste einfach über die Videokameras ihren Weg durch den Laden beobachten und meine viele Erfahrung wurde wieder einmal bestätigt: Auf recht umständliche Art verteilte sie nach und nach mehrere Packungen Käse aus dem Kühlregal in ihren Hosentaschen. Aus irgendeinem Grund wickelte sie die Päckchen dabei vorher noch einzeln in mitgebrachte Kunststoff-Frühstücksbeutel. Vielleicht, um im Zweifel noch behaupten zu können, dass sie die Sachen mitgebracht hätte und dass sie nicht von uns wären. Keine Ahnung. War aber nicht ganz undankbar, dass sie die Verpackungen nicht einfach so in ihre spackigen Hosentaschen geschoben hat.

So weit war das noch gar nicht sonderlich erwähnenswert. Am Ausgang sprachen wir die Frau an und nahmen sie mit nach hinten ins Lager. Da sie keinen Ausweis, sondern nur eine alte Versichertenkarte ohne Foto dabei hatte, mussten wir die Polizei zur Überprüfung ihrer Identität rufen.
Während wir warteten, greinte und jammerte die Frau mit dicken Krokodilstränen, dass sie gar keine Zeit hätte, weil sie zu einer Veranstaltung müsse, für die sie nun extra über eine Stunde aus dem Norden der Stadt mit Bus und Bahn angereist sei. Diese Veranstaltung gibt es wirklich, bei uns um die Ecke befindet sich das "Jesushaus", ein Rückzugsort mit Bibelstunden und Teestube für Bedürftige. Und sowieso sei sie eine total ehrliche Frau, die an Gott glaubt und ihr ganzes Leben für und mit Gott lebt.

Ich sah ihr mit schief gehaltenem Kopf in die Augen und sagte: "Sie kennen das siebte Gebot? Du sollst nicht stehlen?"

Darauf bekam ich aber keine Antwort mehr.

Es geht aber noch weiter: Sie war auch die ganze Zeit am jammern, dass das doch auch ohne Polizei gehen müsse. Polizisten würden sie nämlich immer so grob behandeln. Konnte ich mir pauschal erst mal gar nicht vorstellen. Nachdem sie aber gegenüber den Polizisten recht renitent war, die Beamten sogar anschrie und schon gar nicht mitarbeiten wollte, stand sie nämlich plötzlich mit gespreizten Beinen und dem Gesicht an der Wand hier herum. Selbstgemachtes Leid, würde ich sagen.

(Anzeige, Hausverbot, Tralala…)

Diebstahl oder kein Diebstahl?

Sven hatte mir folgende Frage geschickt:
Moin Björn,

nachdem ich gerade eine gefühlte Ewigkeit in der Schlange beim Rewe am Bahnhof verbracht habe, da mir ausgerechnet heute ein lächerliches Stück Hefe fehlte, stellte ich mir folgende Frage:

Wenn ich die Hefe genommen und 50 Cent (war Bio-Hefe :-) ) in das Regel gelegt hätte und dann den Laden ohne Besuch der Kasse verlassen hätte, wäre das dann technisch gesehen Diebstahl?
Ich bin doch kein Anwalt, aber…

Ein Kaufvertrag, geschlossen entweder schriftlich, mündlich oder sogar auch stillschweigend (wie es im klassischen Einzelhandel an der Kasse unzählige Male täglich passiert) zwischen Käufer und Verkäufer, besteht aus zwei aufeinander bezogenen, inhaltlich korrespondierenden Willenserklärungen, die als Angebot und Annahme bezeichnet werden.

Wenn man nun im von Sven genannten Fall die beiden Willenserklärungen sucht, wird man feststellen, dass eine fehlt. Folglich ist kein Kaufvertrag zustande gekommen und damit dürfte man den Artikel, auch wenn der Gegenwert in Form von Geld zurückgelassen wird, nicht einfach mitnehmen.

Wie weit das nun als "Diebstahl" (immerhin fehlt da offensichtlich die kriminelle Absicht) vor Gericht gewertet würde, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist ja auch nicht auszuschließen, dass das im Regal hinterlegte Geld überhaupt jemals in der Ladenkasse ankommt. Und dann steht man da und hat doch eine erhebliche Erklärungsnot…

Nee, nicht gut. Ich würde das lassen.

Zigarettenstangenfolie

Auf einem Aufsteller lag die zusammengeknüllte Folie einer Zigarettenstange. Panik! Sollte da etwa wirklich jemand, vielleicht an der Kasse, irgendwie eine Stange gegriffen und sich den Inhalt eingesackt haben? Urgs. Und das, wo wir doch bei dieser so extrem diebstahlsgefährdeten Ware immer so gewissenhaft arbeiten. :-O

Nachdem ein Kollege und ich die Videoaufzeichnung angeguckt hatten, ging der Adrenalinspiegel wieder runter. Ein weiterer Kollege hatte das Knäuel dort Stunden zuvor abgelegt, als er nach dem Auffüllen der "Räucherware" auf dem Weg zum Lager von einem Kunden angesprochen und auf diese Weise abgelenkt wurde.

Puuhhh. :-)

Heißes Pflaster

Ein (nicht Stamm-) Kunde mit oberdeutschem Akzent, also offenbar irgendwo aus dem tiefsten Süden des Landes, staunte über den eingeschlossenen Kaffee in unserer Vitrine.

Eine Kollegin erklärte ihm die Problematik.

Seine offensichtlich erstaunte wie ernst gemeinte Antwort lautete: "Ich hätte nicht gedacht, dass Bremen so ein heißes Pflaster ist."

Hrhrhr… Unser Alltag. Leben am Limit. :-P