Ein etwas sonderbar anmutender Aufdruck auf einer Getränkedose mit ebenso
sonderbarem Inhalt sonderbarer Füllmenge: Die Dose wirkt zwar zunächst wie eine gewöhnliche Getränkedose mit einem halben Liter Inhalt, tatsächlich befinden sich aber nur 0,485l in der Büchse.
Okay, wenn der Hersteller das so machen möchte. Aber der Aufdruck "
entspricht ca. zwei Gläsern à 250ml" ist doch nun ernsthaft albern.
Was kommt dann wohl als nächstes? Eine Molkerei, die auf ihre Kartonverpackungen mit H-Milch "
entspricht ca. drei Gläsern à 330ml" aufdruckt?
Ein kleiner Verein, der sich für kranke Kinder einsetzt, finanziert sich unter anderem durch den Verkauf von bedruckten Tragetaschen. Eine zähne Diskussion hatte ich vor ein paar Wochen mit der für die Telefonakquise zuständigen Mitarbeiterin.
Natürlich haben die Tüten ihren Preis, aber nur für den guten Zweck konnte/wollte ich hier nicht als Alternative zu meinen SPAR-Tragetaschen qualitativ gleichwertige Tüten für einen höheren Verkaufswert auslegen. Die Differenz wollte ich auch nicht draufzahlen.
Also versuchte ich, den Einkaufspreis für die Taschen so weit zu verhandeln, dass ich zumindest mit plus/minus Null aus der Sache herauskomme. Fehlanzeige. "
Wir müssen die Tüten ja auch einkaufen und da können wir nicht druntergehen!", bekam ich zu hören.
Nun ist es aber so, dass ich meine Tragetaschen selber direkt beim Hersteller kaufe und daher die Preise kenne. Vermutlich liegen meine Mengen sogar noch unter denen des Vereins, so dass dieser mit großer Wahrscheinlichkeit noch bessere Konditionen bekommen dürfte. Mein Angebot fand ich daher ausgesprochen fair: Der Verein verdient zwar weniger an den an mich verkauften Tüten, aber doch zumindest immer noch etwas, und die Werbung wird ja trotzdem gestreut.
Ich stieß leider komplett auf taube Ohren, regte mich über diese Stuhrheit auf und wies die Anruferen mit einem Gruß an ihren Chef noch, bevor das Gespräch endete, darauf hin, sich mal einen neuen, günstigeren Tütenlieferanten zu suchen.
Am nächsten Tag rief ihr Vorgesetzer an.
(Leider habe ich bislang noch nichts wieder von ihm gehört. Bin ja schon neugierig, was aus der Sache geworden ist.)
Von einem Gebäude unmittelbar hinter dem Hafenhochhaus hier in der Überseestadt wurde eine Hälfte abgerissen. Auf diese Weise geteilte Räume wurden im noch stehenden Trakt mit Folie abgedichtet. Bin gespannt, wie es damit weitergeht. Ob der noch stehende Teil erhalten und saniert wird?
Ein etwas heruntergekommen wirkender Mann kam an die Lagertür und wollte Kaffee reklamieren: In einem Glas mit Melitta-Instantkaffee hätte ein Bekannter von ihm eine große Scherbe gefunden. Das Glas hatte er zwar nicht dabei, aber es wäre doch wohl angemessen, wenn er als Ersatz ein neues Glas bekäme.
Bekam er aber nicht, schon gar nicht ohne Vorlage der beanstandeten Ware. Also empfahlen wir ihm, sich mit seiner Reklamation direkt an den Hersteller zu wenden. Er bedankte sich und ging. (Und drohte erstaunlicherweise nicht damit, die Berufsgenossenschaft, das Ordnungsamt oder das Gesundheitsamt einzuschalten…)
Bei späteren Résumé kamen wir im Kollegenkreis zu dem Schluss, dass er mit ziemlicher Sicherheit auf diese Weise nur zu einem Gratisglas Instantkaffee kommen wollte.
Beim noch späteren Nachdenken, immerhin hat mir die Sache keine Ruhe gelassen, fiel mir erst auf, dass es von Melitta überhaupt gar keinen Instantkaffee im Glas gibt.
Alles klar?
Holger hat mir ein Foto eines (
uns schon bekannten) SPAR-Marktes in London zugemailt. Vielen Dank für das Bild.
Ein gestandener Mann war er die ganzen Jahre, die ich ihn hier als Kunden kannte. Im Rentenalter, aber ein kräftiger Kerl. Freundlich und gesprächig, so dass man immer gerne mal ein Wort gewechselt hat.
Und nun? Keine Ahnung, was passiert ist. Ein Schlaganfall möglicherweise? Wenn er durch den Laden humpelt und scheinbar nichts mehr wahrnimmt, kommt es mir so vor, als würde er mit Scheuklappen durch einen Tunnel laufen. Korb nehmen, Ware einpacken, zur Kasse gehen. Er grüßt nicht mehr, allerdings nicht aus verlorengegangener Höflichkeit. Es wirkt, als würde er mich und andere überhaupt nicht erkennen, ist gar nicht ansprechbar.
Traurig, sowas mitzubekommen.
Ein Kunde mittleren Alters hatte einen kleineren Einkauf zusammengesucht. An der Kasse stapelte er die Artikel auf das Förderband, eine Kiste Mineralwasser ließ er im Wagen stehen. Aber dennoch löste irgendetwas den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Beim genaueren Nachsehen stellten wir fest, dass unter der Kiste noch eine Packung Tofu, nicht aus der Vitrine, lag. "
Oh, die ist da wohl irgendwie druntergerutscht", erklärte der Mann. Wir haben die Aussage erstmal so hingenommen, zumal der Kunde insgesamt recht glaubwürdig wirkte.
Dennoch hat uns der Vorfall keine Ruhe gelassen und wir haben uns hinterher die Videoaufzeichnung angesehen. In der Getränkeabteilung hat er in den zu dem Zeitpunkt noch relativ leeren Wagen die flache Packung Tofu gelegt und dann unmittelbar danach die Wasserkiste darüber gestellt. Danach setzte er seinen Einkauf fort und ging schließlich zur Kasse.
Man kann sagen, was man will –
so verpeilt ist doch niemand. Für mich war das ein knallharter Diebstahlsversuch!
Ein Kunde klingelte an der Lagertür und zeigte schließlich auf den Leergutautomaten, an dem die rote Lampe leuchtete. Er erklärte mir: "
Da steht 'Annahmekanal nicht frei
' auf dem Display. Das heißt wohl, dass da irgendwo noch eine Flasche drinliegt."
Wow, ein Kunde, der lesen kann.
Notiz an einem ec-Terminal, die einer meiner Mitarbeiter dort angebracht hat: "
Gerät funktioniert, aber der Aufdruck ist gar nicht zu erkennen!"
Manchmal hilft es, bei Thermopapier zumindest, die Rolle einfach mal umzudrehen und die richtige Seite bedrucken zu lassen.
Seit ein paar Jahren schon fahren wir in der Gemüseabteilung bei etlichen Artikeln zweigleisig. Ein paar wichtige Eckartikel wie z.B. Tomaten, Gurken, Zucchini und Zitronen haben wir immer doppelt platziert gehabt. Immer als konventionell angebaute Früchte, aber auch in Bio-Qualität – und das bei unserer ohnehin viel zu kleinen Gemüseabteilung.
Damit soll jetzt Schluss sein. Die Umstellung klappt zwar nicht von einem Tag auf den anderen, aber so nach und nach möchte ich sämtliche Artikel, die wir auch als Bioware bekommen können, nur noch als solche anbieten.
Ich bin gespannt, wie die Kunden reagieren werden. Wahrscheinlich nicht durchgängig positiv, denn auch, wenn ich die Preise etwas harmonisieren möchte, werden sie doch über denen des konventionell angebauten Obst und Gemüses liegen.
Ein Kunde wunderte sich über unsere Kaffeevitrine:
Das ist ja was, dass der Kaffee eingeschlossen ist. Sieht ja aus wie früher in der DDR. Warum ist das so?
Weil der Kaffee hier bei uns sonst immer auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist.
Und jetzt nicht mehr?
Naja, geht ohne Schlüssel ja schlecht.
Da stimmt dann wohl eher mit Ihrem Sicherheitssystem hier etwas nicht.
Doch, die Vitrine ist unser System. Das funktioniert perfekt.
Dazu fiel ihm dann nichts mehr ein.
Dieser –ähhm– "Rollbehälter" hat seinen Namen eigentlich nicht verdient. Immerhin sind 50% der Rollen nicht mehr funktionsfähig bis quasi nicht mehr vorhanden. Aber dafür stand das Ding auch bis oben hin mit Getränken voll.
Ich habe bei mir im Büro die Heizung eingeschaltet.
Absichtlich!
Ein Mitarbeiter unseres wichtigsten Bio-Lieferanten erkundigte sich bei mir, ob wir einen kleinen Gefallen für sie erledigen würden: Im Laufe der Monate/Jahre hatte sich durch falsche Leergutrückgaben ihrer Kunden eine beachtliche Menge klarer Milchflaschen bei denen im Lager angesammelt, die sie nicht an die Bio-Molkerei zurückschicken könnten.
Ob ich die wohl en gros zurücknehmen und an einen meiner anderen Lieferanten zurückgeben könnte, wollte er wissen.
Ach, klar!