Eine Kundin hat sich erkundigt, ob wir hier
Bio-Waldmeistersirup im Sortiment hätten. Leider musste ich sie vertrösten und auch mein größter Lieferant für ökologisch korrekt erzeugte Waren konnte mir nicht weiterhelfen.
Enttäuscht verließ die Kundin den Laden.
Ich blieb schmunzelnd zurück. Warum sollte auch es keinen biologiosch angebauten Waldmeister geben? Andererseits habe ich schon im Kindesalter gelernt, dass Waldmeister "nicht gesund" ist (
wie auch hier in der Wikipedia nachzulesen ist) und vielleicht würde deshalb niemand auf die Idee kommen, den auch noch in "Bio" anzubauen?
Immer wieder wollen Kunden eine Weinberatung haben. Ein großer Teil der Kunden nimmt meine Empfehlungen an und oftmals ("Bitte sagen Sie mir doch, ob er Ihnen geschmeckt hat."), aber nunmal
auch nicht immer, liege ich richtig.
Bei anderen Kunden frage ich mich, wozu sie überhaupt eine "Beratung" haben wollen. Alles Empfohlene wird wieder ins Regal gestellt ("Zu teuer", "nicht so einen billigen", "den kenne ich, der schmeckt nicht", "ich glaube, den mögen sie nicht", "zu süß", "zu trocken" usw.) und am Schluss wird es doch der Wein, den der Kunde oder die Kundin am Anfang schon in der Hand gehalten hatte – auch, wenn der nun gar nicht zur ursprünglich geschilderten Beschreibung passt.
Es ist schon gut drei Jahre her, die Mailadresse von Silke und Jens aus Berlin funktioniert schon gar nicht mehr, aber ich möchte die Bilder dennoch hier veröffentlichen, nachdem ich sie jetzt noch aus der alten Installation eines E-Mail-Programmes gerettet habe.
Lieber Björn,
ersteinmal vielen Dank für Dein tolles Blog!
Da wir nicht extra nach Bremen fahren können und bei Dir im Laden tiefgefrorene Lebensmittel verteilen oder sonstiges Unheil anrichten, um ins Blog zu kommen, schicken wir Dir und allen anderen Blog-Lesern diese Fotos von zwei Spar-Märkten aus Berlin-Pankow bzw. Prenzlauer Berg.
Beide Läden sind auf Ihre Weise besonders und deshalb durchaus im Blog erwähnenswert, wie wir finden:
Beim ersten Laden handelt es sich um einen Spar Kiez Markt. Das Maskottchen heißt "Kalle Kiez" - man beachte das Aussehen der Figur und die gelungene Aliteration im Namen
Das "Kiez" soll nähe zur in der Umgebung wohnenden Kundschaft andeuten, so gehen dort auch viele ältere Leute einkaufen. Dieser Laden war schon im letzten Jahrtausend (also schon vor der Wende) ein Lebensmittelladen
Die detaillierte Aufzählung der Werbesprüche am Fenster habe ich jetzt einfach mal aus dem Text gelöscht, die hatten wir ja erst Anfang des Monats hier drin.
Aber es geht ja noch weiter:
Der zweite Laden verfolgt eine andere Strategie. Es handelt sich um einen "Spar express" - ein Tankstellenshop-ähnliches Geschäft mit wenig Grundfläche und langen Öffnungszeiten direkt an einem hochfrequentierten Umsteigebahnhof (S+U Schönhauser Allee) neben einem Einkaufscenter. Auf dem Foto ist neben dem Schild der S-Bahn auch ein Original ostdeutsches Ampelmännchen zu sehen.
Hier kann sich die hippe Partybevölkerung vom Prenz'lberg (fast) rund um die Uhr mit Bier, Bier, Tiefkühlpizza, Chips, Bier, ... eindecken. Daneben haben die aber auch andere Lifestyle-Produkte wie warme Nougatcrossaints. (Man beachte die tolle Spar-Tanne auf dem Cappucino in dem einen Foto - Wär das was für Deine Verköstigungen in der Fairen Woche?)
Vielen Dank für die vielen Fotos und die langen Texte. Vielleicht lesen Silke und Jens ja noch mit.
Manchmal denke ich, das mit dem "Unterhaltungsprogramm" auf dem Monitor über dem Leergutautomaten soll einfach nicht sein. Die Leergutautomatenkameras liefen nur ein paar Tage, dann hatte sich das erste Netzteil und für lange Zeit die Motivation zum Weiterbasteln verabschiedet. Nun haben wir ein paar Filmchen auf einem ausrangierten Laptop laufen lassen – aber der mochte den Dauereinsatz auch nicht und war nach ein paar Tagen der Meinung, ständig neu starten zu wollen.
Von meinem alten Büro-PC hat sich das Netzteil mit einem lauten Knall verabschiedet und nun stehen wir wieder so da, wie schon die meiste Zeit seit der Installation des Bildschirms. Was aber nicht heißt, dass da nicht doch noch wieder irgendwas passieren soll:
Eine nette Dame der telefonischen Bestellannahme von Coa-Cola rief an und wollte meine Bestellung aufnehmen. Ich fing oben auf unserer Liste an:
Einmal Powerade Wild Cherry
Oh, das kann ich gar nicht eingeben.
Höh? Wieso das?
Die ist wohl nicht gelistet bei Ihnen.
Aber wir haben die doch letzte Woche noch bekommen..!
Tut mir Leid, das steht hier so. Ich krieg' die nicht rein.
Über spontane Auslistungen wundere ich mich nicht mehr. Bekommen kann ich zwar letztendlich jeden Artikel irgendwie, aber das ist eben immer ein ziemlicher Aufwand. Aber, gut, auf die eine Sorte Powerrade kann ich zur Not auch verzichen.
Okay, dann ist's egal. Dann mache ich jetzt weiter mit den 0,33l-Dosen. Einmal Sprite, bitte.
Die ist auch nicht gelistet.
Was?
Ja, ich kann die nicht eingeben.
Hmm… Und Coke?
Auch nicht.
Mann, was soll denn so eine Scheiße. Sind die wieder im Preiskampf, dass alles ausgelistet wurde, oder was?
Keine Ahnung. Ich habe gerade nochmal nachgesehen, ob die Sachen vielleicht einfach nur nicht lieferbar sind. Aber wir haben Lagerbestand.
Weia. Naja, dann eben weiter. Nestea 1,5l, einmal Mango.
Das kann ich auch nicht eingeben.
Das kann doch nicht sein..! Langsam wird das doch echt albern. Was soll denn das? Die können doch nicht von einer Woche zur anderen alles auslisten!?!
Tzja, und was war's? Sie hatte versehentlich die falsche Kundennummer eingegeben und war bei einem Kunden mit ganz knappem Sortiment gelandet.
Hrhr.
Unsere Aufbackbrötchen(rohlinge) werden von der Spätschicht immer schon kurz vor Feierabend auf die Bleche vorgelegt und im (kalten) Ofen, bzw. im Brötchenwagen über Nacht gelagert. Das hat morgens den großen Vorteil, dass man nur noch den Ofen anzuschalten und dann nur noch die Bleche zu wechseln braucht. Die gesparte Zeit für das Belegen der Bleche ist am Morgen wahrlich Gold wert.
Wir haben insgesamt acht verschiedene Brötchensorten und es ist mehr als sinnvoll, die Bleche sortenrein zu belegen. Zum einen ist das Handling insgesamt einfacher, zum anderen haben die Brötchen aber auch andere Backzeiten. Baguettebrötchen oder -Stangen, die z.B. relativ lange im Ofen bleiben können, sollten nicht mit den nur ganz kurz gebackenen Käsebrötchen gemischt werden. Liegen sie auf verschiedenen Blechen, kann man …
Verbesserte Rezeptur: Jetzt mit brandneuen Satzfragmenten! … zum einen nicht genau die Backzeiten steuern, zum anderen hat man auch die Frickelei, wenn man die Brötchen in die Schütten gleiten lassen möchte.
Ich habe keine Ahnung, wer am Abend die Brötchen vorgelegt hatte. Aber das war diesmal die reinste Lückenfüllerei: Hier ein Mohnbrötchen zwischen den Sonnenblumenbrötchen, da ein Blech halbvoll mit "Krossen" und halbvoll mit Käsebrötchen, hier eine Baguettestange neben ein paar Mehrkornbrötchen usw.
Argh!
Eine Kundin kaufte ein paar Teile ein, die sich während ihrer Runden durch den Laden in ein paar mehr Teile verwandelten. Sie balancierte inzwischen einen recht unübersichtlichen Berg auf den Armen.
Eine Kollegin sah sie und bot ihr einen unserer roten Einkaufskörbe an, den die Kundin allerdings ablehnte: "
Ich brauche nur noch ein Teil, dann habe ich alles."
"
Nicht, dass Ihnen da etwas herunterfällt und kaputt geht."
"
Neimnein, geht schon."
Dann stapelte sie noch eine 10er-Packung Eier ganz oben auf den Turm und ging damit zur Kasse. Keine 20 Sekunden später, sie war bereits kurz vor der Kasse, hörte man nur ein lautes "
PLATSCH" quer durch den Laden.
Ich muss nicht weiterschreiben, oder? Es waren übrigens alle zehn Eier zerbrochen. Totalschaden. Aber den durfte die Kundin bezahlen.
Der Unfall war ja schon regelrecht provoziert.
Diese beiden Flaschen lagen im Mülleimer vor dem Leergutautomaten. Auf die (vermutlich vormals pfandlosen) Einwegflaschen hat irgendjemand zwei Etiketten geklebt: Einmal von einer kleinen Bier-Mehrwegflasche und einmal von einer 1l-Saft-Mehrwegflasche.
Natürlich hat der Automat die Annahme der beiden Flaschen verweigert. Und als erfahrene Blogleser wisst ihr auch warum: Die Etiketten waren mit Klebefilm befestigt und der Streifen verlief genau durch den Strichcode.
Ein etwa zwölfjähriger Junge fuhr auf seinem
Waveboard durch den Laden, während seine Eltern einkauften. Ich bin ja inzwischen bzgl. Personen auf
Inlinern relativ tolerant, vor allem wenn sie sich langsam und sichtbar sicher auf den Dingern bewegen.
Ich hatte ernsthaft Mühe, den Jungen einzuholen, so schnell fuhr er durch die unterschiedlichsten Gänge. Das war eigentlich schon Beleg genug dafür, dass er zu schnell war.
Das sagte ich ihm schließlich auch genau so und bat ihn darum, sein Board hier im Laden zu tragen.
Vor ein paar Wochen berichtete ich erstmalig über einen Artikel, den wir ganz neu im Sortiment haben: "I can't believe it's not butter" heißt das Produkt. Der, glaube ich zumindest, Originalbecher wurde für den deutschen Markt mit einem Einwickler versehen, auf dem sich die relevanten Informationen auf Deutsch befinden:
Über kurios gestaltete Strichcodes bin ich schon häufiger gestoßen, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären, was
das, dieses weiße Gebilde mit diesen beiden Fortsätzen, darstellen sollte:
Wenn man die Banderole allerings abzieht und sich die Originalverpackung von "I can't believe it's not butter" ansieht, wird man schlauer: In Kombination mit diesen beiden annähernd quadratischen, goldgelben Dingern, kann man die Silhouette um den Strichcode als Toaster erkennen. Achsooo…
Juhu, das neue Fußpedal für die Kasse ist eben geliefert worden. Jetzt werde ich das mal eben ranschrauben und dann sollte eigentlich erstmal wieder für die nächsten Jahre Ruhe sein.
Mit der Post kam ein Schreiben der DGzRS hier an, in dem man sich für die
Spende in Höhe von 420€ bedankt. Bittesehr, gerne geschehen.
Was mich allerdings wundert und mir schon beim ersten Durchlesen des Briefes aufgefallen war: Es steht "
aus dem Erlös der Tombola vom Markt in Findorff" in dem Text. Davon hatte ich in der Überweisung (wäre so ein langer Text neben der Adresse überhaupt möglich?) nichts erwähnt und auch ansonsten habe ich bei der DGzRS nichts dergleichen anklingeln lassen.
Ich habe mich über diese Erwähnung der Quelle des Geldes allerdings
sehr gefreut. Zeigt es doch, dass entweder ein oder mehrere Helfer der DGzRS hier im Blog mitlesen, vielleicht auch Kunden von mir sind – oder sich aber zumindest die Mühe gemacht und recherchiert haben, ob irgendetwas über mich und/oder den Ursprung der Spende herauszufinden ist. Ein 0-8-15-Dankesschreiben hätte mir letztendlich vollkommen gereicht, aber dies ist einfach eine große persönliche Freude für mich!
Dafür also von mir nochmal vielen Dank und hoffentlich brauche ich eure Hilfe trotzdem niemals.
Christian hat mir folgende E-Mail geschrieben:
Folgendes Problem trat auf:
Es gibt hier bei uns im Süden einen größeren Markt, der die Biersorte Astra-Rotlicht aus Hamburg führt. Da ich dieses Bier sehr mag, habe ich einen Kasten gekauft. Hierzu muss man sagen, dass die Flaschenform und der Rahmen der Flaschen nicht der Norm entspricht sondern die Marke besondere Kästen mit 27 Flaschen verwendet.
Heute wollte ich jetzt den leeren Kasten zurückgeben. Nach 5 Versuchen am Leergutautomaten habe ich es schließlich aufgegeben. Kam immer wieder vorne raus.
Ich habe kurz mit dem Marktleiter gesprochen. Dieser erklärte mir, dass der Pfandautomat diese Kästen nicht zurücknehmen kann, da das technisch nicht geht. Er kann den Kasten auch nicht manuell annehmen, ich soll ihn doch einfach in einem Getränkemarkt abgeben.
Da dieser Markt die Kästen direkt verkauft und in der Getränkeabteilung noch etwa 30 Kästen stehen, empfand ich das als ziemlich dreist, und habe das auch (OHNE beleidigend zu werden oder mich im Ton zu vergreifen) deutlich Mitgeteilt. Der unfreundliche Herr, der nach eigener Angabe "Chef" in dem Laden ist hat mich daraufhin einfach stehen lassen und ist in sein Büro verschwunden. (Er meinte noch etwas wie, "Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie können den Kasten in jedem Getränkehandel zurückgeben".
Meine Frage:
Darf der Laden die Rücknahme von Gebinden ablehnen, die er selbst aktuell im Sortiment hat und verkäuft?
Was hältst du von der Situation und der Reaktion des vermeintlichen Chefs?
Mit den Astra-Kästen (und auch Herforder, die ich gerade selber manuell angenommen habe, während ich diese Zeilen schreibe) haben die Rücknahmeautomaten offenbar tatsächlich häufiger mal probleme. Nicht nur die flache Bauform, vor allem die diagonale Anordnung der Flaschen innerhalb des Rahmens erschwert die automatische Erkennung. Aber warum der Herr Marktleiter sich geweigert hat, die Kiste von Hand anzunehmen, ist mir ein Rätsel.
Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, (Mehrweg-)Leergut zurückzunehmen (diese Regelungen gelten nämlich nur für Einwegpfand), aber spätestens dann, wenn wie in diesem Beispiel sogar noch volle Ware im Laden steht, dürfte die Verweigerung der Rücknahme nur noch abschreckend auf Kunden wirken.
Viel gibt es dazu nicht zu sagen, außer wie so oft in solchen Fällen: Einfach mal den Marktbetreiber und/oder Vorgesetzten über den Vorfall informieren!