Thursday, March 8. 2012
Immer wieder fragen Kunden nach leeren Kartons. Wenn möglich helfen wir dann, wenngleich ein Großteil der Pappe in der Presse landet.
Natürlich entdecken die Leute dann auch die unterschiedlichen vollen (und daher normalerweise noch benötigten) Kartons im Lager. Freundlich fragen, ob wir den einen oder anderen Karton irgendwie ausleeren können, ist ja okay. Aber manche Leute werden bei dieser Forderung dreist und verlangen regelrecht, dass man die Schachtel ausleert. Da möchte man dann schon aus Prinzip nicht mehr weiterhelfen.
Saturday, March 3. 2012
Zwei Heranwachsende kauften ein paar Getränkedosen mit einem Cola-Whisky-Mix. Diese Dosen sind bei uns mit Klebeetiketten unserer Warensicherungsanlage gesichert.
Ein Kollege bekam mit, wie einer der beiden eindringlich zum anderen sagte: " Hier, die Etiketten musst du unbedingt abreißen und wegwerfen. Das ist RFID und wenn die an den Dosen bleiben, können die hier sogar sehen, wo wir damit hingehen."
Wenn der wüsste. Wir könnten damit sogar sämtliche Räume ihrer Wohnung per Videoüberwachung ausspähen. Hehehe.
Eine Kundin beschwerte sich an der Kasse auf eine recht unfreundliche Art und Weise vor allen Kunden darüber, dass meine Putzfrau mit der Maschine den Fußboden reinigt: "Muss so ein Krach jetzt sein? Kann man sowas nicht vielleicht mal nach Feierabend machen und nicht, wenn hier Kunden im Laden sind?"
Die Antwort einer Kollegin war ernüchternd: "Och, sie können gerne den Putzjob hier bei uns haben. Das wäre dann regelmäßig von null bis zwei Uhr nachts oder alternativ vier bis sechs Uhr morgens."
Es folgte, loooogisch, keine Antwort.
Monday, February 27. 2012
Ältere Kundin: "Wo haben Sie Kaffeefilter?"
Ich: "Genau links von Ihnen."
Die Kundin drehte sich nach rechts zum Regal.
"Wo denn?"
"Genau hinter Ihnen."
"Na, jetzt wollen Sie sich aber einen Spaß mit mir erlauben, oder? Sie bringen mich ja ganz durcheinander."
Friday, February 24. 2012
Ältere Kundin: "Ich suche alkoholfreien Kaffee."
Ich: "Ähh..?"
"Koffeinfrei. Hihi, koffeinfrei natürlich."
Sunday, February 19. 2012
Wenn wir hier sonntags arbeiten und dazu notwendigerweise die Marktbeleuchtung einschalten, bedeutet das nicht, dass wir auch geöffnet haben.
Manche Zeitgenossen scheinen daraus eine Verpflichtung zur Ladenöffnung abzuleiten. Klopfen, an der Tür rütteln, herumschreien und uns auf unser Nichtreagieren bzw. Kopfschütteln auch noch mit obszönen Gesten zu überschütten. Na, schönen Dank. Jetzt natürlich erst recht nicht.
Tuesday, February 14. 2012
Zwei Heranwachsende betraten den Laden. Sie hatten das szenetypische Outfit der in Banden Gruppen auftretenden Querulanten, die uns hier oftmals am Wochende stressen, und wurden deshalb von einer Kollegin sofort als "verdächtige Person" eingestuft. Wir sprinteten ins Büro an die Videoanlage. Der Adrenalinspiegel stieg, der Puls ging schneller. Wir rechneten schon mit dem Schlimmsten und staunten dann nicht schlecht: "I love Milka" und zwei mit Rosen bedruckte, herzförmige Pralinenschachteln kauften die beiden.
Ach, ja. Valentinstag.
PS: Und heute sogar Valendienstag.
(Die Kalauerkasse füllt sich stetig.)
Ein Kunde suchte Eiswein. Viel Auswahl haben wir davon nicht, aber zumindest einen sehr guten Bio-Eiswein. Eine 0,375l-Flasche kostet bei mir 21,99€ – und das ist schon knapp kalkuliert.
Der Kunde freute sich: " Oh, der ist ja günstig."
Andere zucken zusammen, wenn sie das Preisschild sehen.
Friday, February 10. 2012
Um 1:38 Uhr hat mich vor ein paar Stunden das Klingeln meines Handys aus dem Tiefschlaf gerissen. Ich habe das Gerät für Notfälle immer in greifbarer Nähe liegen - man weiß ja nie...
Den genauen Gesprächsverlauf bekomme ich nicht mehr zusammen, aber es war eine Frau am anderen Ende der Leitung, die im Internet gelesen hatte, dass wir von "0-24 Uhr" geöffnet hätten und davon ausging, dass die Notfallnummer so ähnlich wie die Nachtglocke einer Apotheke funktionieren würde.
Sie musste den Rest der Nacht dann wohl ohne ein neues Babyfläschchen auskommen...
Wednesday, February 8. 2012
Sollte man, resp. "Kassiererin", sich Gedanken machen, wenn ein Kunde ihr zur Verabschiedung einen "heiligen Dödel" wünscht?
Ernstgemeint, wohlgemerkt.
Tuesday, February 7. 2012
Zwei angetrunkene Heranwachsende pöbelten an der Kasse herum und beleidigen dabei u.a. meine Mitarbeiterin. Als ich schlichten wollte, zeigten sich die beiden wenig einsichtig, so dass ich sie kurzerhand rauswarf – ohne dass sie ihren Einkauf noch beenden durften.
An der Ausgangstür johlte der kleinere mir noch quer durch den Laden hinterher: " Eeey, weisst' du, wo isch arbeite? Bei der BILD-Zeitung. Und isch nehm' euern Laden hier auseinander!!!"
Ohgott, beleidigte Kinderchen.
Eine Kundin beschwerte sich darüber, dass unser Kühlregal zu kalt sei und sie deshalb kalte (ach, was…) und schmerzende Finger bekommen würde, wenn sie dort hineinfasst.
Technisch wäre es natürlich gar kein Problem, die Temperatur in dem Möbel auf hautfreundliche 22 Grad plus zu stellen. Aber das lasse ich die Frau dann mit der Lebensmittelüberwachung ausdiskutieren.
Wednesday, February 1. 2012
Ein Mann kaufte mit seiner ca. vierjährigen Tochter ein. Plötzlich rief sie: "Papa, lass uns doch ein Eis mitnehmen. Aujaaaa, Eis."
"Nein", antwortete er und ergänze schließlich noch: "Außerdem ist es doch viel zu kalt draußen".
"Aber Papa, Eis passt doch immer. Außerdem will ich das ja zu Hause essen, da ist es doch warm."
Friday, January 27. 2012
Im Laden einen Leergutbon von Oktober 2008 gefunden. Etwas vergilbt, aber noch lesbar.
Den habe ich nun vernichtet und meinen zu versteuernden Gewinn um 1,50€ erhöht. Davon bekommt das Finanzamt noch rund die Hälfte. Der Finanzhaushalt dieses Landes ist gerettet.
Thursday, January 26. 2012
Ein Kunde hat über Jahre hinweg bei uns immer wieder eine bestimmte Sorte getrockneter Mangostreifen aus fairem Handel gekauft. Dabei nahm er durchaus keine kleinen Mengen ab – genauer gesagt packte er sich sogar immer wieder mal unseren kompletten Regalbestand in den Einkaufswagen.
Natürlich kam irgendwann mal die Frage nach einem besonderen Mengenrabatt für ihn auf, vor allem mit der Aussicht, dass der Kunde die Waren dann wortwörtlich kartonweise bei mir kaufen würde. Vor ein paar Tagen unterhielten wir uns nochmal ganz konkret über die Sache und ich versprach, mich darum zu kümmern.
Mal eben ein paar Zahlen:
Eine Packung kostet bei mir 2,79€.
Der Preis für dieses Produkt ist damit absolut marktüblich (da Preisempfehlung des Herstellers) und daher nicht weiter erwähnenswert.
In einem Karton befinden sich 15 Einzelpackungen, das ergibt einen regulären Gesamtpreis in Höhe von 41,85€. Gestern hatte ich über den Einkaufspreis der Mangos ein längeres Gespräch mit meinem Lieferanten. Schließlich einigten wir uns auf einen weiteren Rabatt für mich und so wäre ich in der Lage gewesen, dem Kunden einen kompletten Karton für 35 Euro anzubieten. Das ist ein Rabatt von über 16 Prozent, den ich schon ganz ordentlich und alles andere als "knauserig" finde. Abgesehen davon bleibt bei diesem Preis kaum noch etwas für uns übrig, aber für einen Kunden, der hier drumherum auch noch seine anderen Einkäufe erledigt, hätte ich das schließlich unter der Rubrik Kundenservice verbucht.
Heute Morgen habe ich auf dem Zettel, auf dem ich die Daten des Kunden und die Preise notiert hatte, folgenden Hinweis gefunden: "Er kauft in Zukunft woanders…"
Was war geschen? Gestern Abend hat einer meiner Mitarbeiter dem Kunden telefonisch die gute Nachricht bzgl. des Menrabatts mitgeteilt. Der hatte sich aber wohl einen viel größeren Preisnachlass erhofft. Auch mit dem Hinweis, dass wir mit dem Preis schon an der Schmerzgrenze angekommen sind und eben nicht weiter runtergehen können, ließ sich der Mann nicht umstimmen. Das Gespräch beendete er schließlich mit den Worten, dass er dann in Zukunft seine anderen Einkäufe auch woanders erledigen würde.
Denkt euch, was sich mein Mitarbeiter dachte.
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