Friday, March 19. 2010
Hier ist noch ein letztes Mal das große alte Kühlregal zu sehen, dass wir von unseren Vorgängern mitgekauft haben. Nach Aussage des bei der Marktbesichtigung anwesenden Kältemonteurs war das Ding am Ende seiner Tage angekommen und sollte noch im Laufe des Umbaus entsorgt werden. Das war für uns Grund genug, es als Ersatzteillager zu missbrauchen und auszuschlachten. Dafür habe ich mir irgendwann einen bösen Spruch des Kältemonteurs anhören können, weil die zu entsorgenden Teile offenbar doch noch "weiterverwertet" werden sollten...
An dieser Stelle stand auch Kühlregal. Dort befinden sich heute die Getränkekisten und durch das große Loch in der Wand kann man (nach wie vor) aus dem Kassenbüro in den Laden gucken.
Das Kühlmöbel ist weg, aber der versammelte Dreck der vergangenen Jahre hat deutliche Spuren hinterlassen. Unter anderem hat dort ein altes Regalteil jahrelang vor sich hin gerostet – die Spuren in den Bodenkacheln sind heute noch zu sehen.
Immer wieder versuchten wir während des Umbaus, die Rohrleitungen für das abgebaute Kühlregal zu entfernen. Mit sanfter Gewalt war da nichts zu machen und eines Abends hackte ich mit einem Maurerhammer das ganze Gelumpe durch. Das löste dann auch die Anspannungen der vergangenen Tage etwas.
Thursday, March 18. 2010
Langsam wurde es Zeit, sich um die Bedienungsabteilung für Wurst und Käse zu kümmern. In einem ersten Anflug von Tatendrang habe ich einfach mal eine meiner (ebenfalls mit der bestehenden Einrichtung übernommenen) Aufschnittmaschinen zerlegt. Ich habe wirklich einen stabilen Magen, aber bei dem, was sich da hinter dem Messer angesammelt hatte, drehte er sich sogar mir um. Es wirkte so, als wenn die Verkäuferinnen am letzten Tag nichts mehr gereinigt hätten. Abschalten, Feierabend. Lass den Glibber doch in der Maschine verrotten.
Meine erste Wischmaschine. Die war auch zwingend notwendig, um die Dreckmassen hier im Laden zu bewältigen. Angefangen bei dem Matsch, der durch das Reinigen der Regalböden entstand und schließlich bis zum ordinären Baustaub hatte sich hier alles auf dem Boden angesammelt.
Im Hintergrund stehen die alten Zigarettenständer von den alten Kassen. Die DInger sind unglaublich praktisch – für Ladendiebe. Und so haben wir sie nicht einen Tag verwendet.
Hier noch einmal das zukünftige Tee-Kaffee-Kakao-Regal. Die ersten Böden hängen schon und im Blitzlich der Kamera sieht man, wie schön alles glänzt und reflektiert.
Links im Bild sieht man das alte Wandkühlregal für Molkereiprodukte. Noch hängen die einzelnen Fachböden, aber im Laufe der Umbauarbeiten werden wir das komplette Regal noch – dank kompatibler Bauteile – fast vollständig ausschlachten.
Hurra!!! Einen ganzen Karton mit Einkaufswagengriffen haben wir bekommen. Alle in strahlendem Weiß mit leuchtenden SPAR-Logos bedruckt. Wie schön. Und schon war der erste Wagen umgebaut, einer der ersten Schritte zum neuen Werbeauftritt getan:
Red Puma. Ich mache ja ungern Werbung für die Konkurrenz, aber dieser Energydrink von Plus war nur lecker. Relativ günstig und geschmacklich für mich besser als Red Bull. Kartonweise haben wir das Zeugs gesoffen. Ich glaube, den gibt es mittlerweile schon gar nicht mehr...
Und nach wie vor gilt es: Regale putzen, Regale aufbauen, Regalböden einhängen. Dies hier soll mal das Bierregal werden. Rechts sollen die Sechserträger stehen und auf den großen freien Böden werden wir Bierdosen unterbringen. Massen von Bierdosen. Damals hat ja noch niemand an sowas wie "Einwegpfand" gedacht...
Wednesday, March 17. 2010
In diesem Einkaufswagen hatten wir damals alle Artikel zusammengetragen, die wir hier im Laden hinter und unter den alten Regalen gefunden haben. So ziemlich alles hatte ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum. Von der mumifizierten Wurst, die in der Ecke hinter dem Kühlregal lag, habe ich leider kein Foto...
...aber dafür von dieser Saftpackung. Mist, ich erinnere mich nicht mehr, welche Marke das war in diesen Packungen mit dem Metalldeckel. Auf jeden Fall... Ach, das Datum spricht für sich.
Und tagaus, tagein hieß es: Regalteile putzen. Hier in diesen Einkaufswagen stehen dutzende, nein: hunderte fertig gereinigter Regalbleche und warten darauf, verbaut zu werden.
Wir waren so unheimlich froh, als wir damit fertig waren. Das war eine dermaßen stumpfsinnige Tätigkeit: Mit einem Topfschwamm und etwas Scheuermilch saämtliche sechs Seiten abschrubben, dann noch den Dreck aus den Falzen kratzen, hinterher alles mit klarem Wasser abspülen und dann zum Trocknen aufstellen. Insgesamt rund zweieinhalbtausend solcher Bleche haben wir auf diese Weise bearbeitet...
Ich erwähnte dieses Teil ja schon einem einem der ersten Beiträge, als ich den Rundgang durch den alten Laden gemacht habe: In einem der alten Regale haben wir dieses Dekoteil gefunden. Es ist einfach nur ein Regaleinsatz mit Holzdekor und "Gala"-Schild, das auf einen Fachboden gestellt wird und zur Platzierung von EduScho-Kaffee gedacht ist. Probeweise haben wir eine der abgelaufenen Kaffee-Packungen in das Regal gestellt, die wir hier unter einem der Regale gefunden haben. Diese Taktik haben wir (auch mit leeren Verpackungen aus unserer eigenen Verpflegung während der Umbauzeit) immer wieder angewendet, so lange wir noch keine Waren hier hatten. Aber irgendwie musste man sich ja schon vorstellen, wie es mal aussehen könnte...
Und wie immer hieß es putzen, putzen, putzen. Die alten Regalteile waren in einem unglaublichen Zustand. Wir haben teilweise klebrige Krusten von den Blechen gekratzt und irgendwo lagen sogar ganz viele vertrocknete Fliegenpuppen in einer Kante. Würg.
In diesen Regalen standen in den ersten zwei Jahren des Bestehens meines Ladens Fertiggerichte und Nährmittel. Auf den Stühlen haben wir stundenlang mit dem Ordersatz gesessen und darüber gebrütet, was wir wo und wie platzieren werden. Eine Arbeit, die in dem Umfang für mich neu war, aber unglaublich viel Spaß gemacht und einiges an Erfahrung gebracht hat.
Hier noch einmal der selbe Gang, etwas später und von der andere Seite aufgenommen. Inzwischen sind auf der frisch gereinigten Seite (links im Bild) schon die Arme für die neuen Regalböden eingehängt.
Der Blick auf den Fußboden verrät, dass wir viel Dreck mit viel Wasser weggespült haben. Solange wir im Umbau steckten, war's natürlich völlig egal, wieviel Dreck hier über die Fliesen schwappte...
Tuesday, March 16. 2010
Hendrik hat mir zwei Bilder eines SPAR-Marktes auf der Insel Langeland zukommen lassen. Dazu schreibt er: Hallo Björn,
meinen Sommerurlaub 2009 habe ich auf Langeland verbracht. Die Insel ist wirklich nicht übermäßig besiedelt und genauso wenig überlaufen mit Touristen. Die üblichen Versorger sind der dänische Netto (der mit dem Hund) und Aldi sowie die Dagli‘ und LokalBrugsen der Coop, die alle angemessen anzutreffen sind. Als ich auf der Insel in Richtung Süden unterwegs war, bin ich durch Ort Lindelse (Koordinaten: 54.863670, 10.729391) gefahren und hatte mich mal wieder über den Namen der Ortschaft amüsiert, als mich auf der linken Seite die Spar-Tanne anlächelte. Gegenüber in der Bushalte kurz angehalten, zwei Fotos geschossen und weitergefahren. Insgesamt ein eher dürftiger Repräsentant der Tanne, der aber als einziger im Ort überhaupt Lebensmittel verkauft. Sehr spannend auch die direkt angeschlossene Kneipe links daneben. Ob die wirklich dazugehört, kann ich nicht sagen, wäre aber bestimmt ein gutes Zubrot für den doch wirklich kleinen Spar-Markt. Vielen Dank auch für diese Bilder und die dazugehörigen Infos.
Meine Papppresse. Damals mein ganzer Stolz.  Ich habe das Gerät mit meiner Ladeneinrichtung gebraucht von meinem Vorgänger übernommen und bin all die Jahre mehr als froh gewesen, dass wir sie hatten und immer noch haben.
Verspielt wie man nunmal ist, haben wir zu Beginn jeden blöden Papierfetzen in das Ding geworfen, nur um irgendwas zum pressen zu haben.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, gab es hier offenbar auch schon vor meine Zeit Probleme mit Wasser von oben...
Diese Faxe-Dose haben wir hinter einem der alten Regale gefunden. Das aufgedruckte MHD lautet 20. Januar 1986. Die (nach wie vor ungeöffnete) Dose habe ich immer noch, allerdings hat sie leider eine Beule, da sie mir vor einiger Zeit mal auf den Boden gefallen war...
Unbestreitbar haben wir nunmal einen Großteil der Umbau- und Renovierungszeit damit verbracht, Regalteile zu putzen und hinterher wieder zusammenzubauen. Hier ein fertiges Meterstück, in dem wir später Fischkonserven platziert haben:
Das antike Waschbecken bei uns im Aufenthaltsraum, das ich drei Jahre später endlich gegen eine Einbauküche mit einer vernünftigen Spüle ausgetauscht habe. Meine Güte, wenn ich daran zurückdenke, wieviel Geschirr in dem Keramikbecken im Laufe der Zeit zerbrochen ist...
Hier der frisch installierte Wasseranschluss für die Filiale der Bäckerei, die uns hier in den ersten zweieinhalb Jahren begleitet hat. War natürlich wichtig, dass das ordentlich getrennt wird und deshalb hat der Backshop seine eigene Wasseruhr bekommen.
Vollkommen sinnloses Bild. Der Spiegel hängt heute immer noch in der Ecke über dem Kühlregal und verstaubt dort ungenutzt...
Monday, March 15. 2010
Auf diesen beiden Bildern ist das selbe Regal zu sehen. Ganz stolz waren wir damals, da dies die erste komplette sauber geputze Regalreihe war. Nährmittel und Fertiggerichte sollen hier mal platziert werden, aber davon ist bislang noch nicht viel zu sehen.
Im Hintergrund steht noch das alte Kühlregal, das im Laufe der Umbauarbeiten noch durch ein neues Kühlregal ausgetauscht werden wird.
Der Fußboden ist deshalb auf diesem und auf zukünftigen Bildern so extrem schmutzig, da wir ihn erst ganz am Schluss gereinigt haben. Während der Umbau- und Reinigungsarbeiten haben wir der Einfachheit halber alles auf den Boden laufen lassen...
Das zukünftige Feinkostregal. Natürlich sollten da keine Cola-Flaschen stehen und auch die roten Scannerleisten, die hier als Relikt von Kaiser's übrig geblieben waren, dienten nur zu Anschauungszwecken.
Wie man sieht, haben wir schon die meisten Regelböden "auf gut Glück" eingehängt. Diese Vorgehensweise hat in der Folge viel Arbeit gespart, da wir beim Einräumen der Ware nur noch leichte Veränderungen bei den Einhängungen vorzunehmen brauchten.
An dieser Stelle war von Anfang an die Getränkeabteilung geplant. Auf keinem der Fotos zu sehen ist das uralte Kühlregal, das vorher an dieser Stelle stand und von uns direkt verschrottet wurde. Zu erkennen sind aber deutlich die Spuren, die es hinterlassen hat: Die drumherumgestrichenen Stellen an der Wand, die Rohre, Anschlüsse und der Schmutzrand auf dem Fußboden.
Die alten Stühle und einen Tisch (die wir heute übrigens immer noch benutzen) unseres Vorgängers haben wir in den Laden gestellt. Dort dienten sie wahlweise als Büro ...
...oder als Pausenraum.
Saturday, March 13. 2010
Hallo Björn,
anbei mein Beitrag zur Rubrik "Sparmärkte in aller Welt"!
Die Fotos zeigen einen Sparmarkt in Juan-les-Pins (Antibes) an der Cote d'Azur.
Dieser Markt hat wunderbare Öffnungszeiten: 7 Tage die Woche von 8 - 20 Uhr. Da das nahegelegene Wohnheim für Sprachschüler am Sonntag Anreisetag hat, sind diese Öffnungszeiten überlebenswichtig.
Direkt vor der Tür ist eine tolle Abteilung für Frischobst und -gemüse. Einige Düsen an der Wand sorgen mit Wasserdampf dafür, dass das Obst und Gemüse nicht vertrocknet.
Etwas seltsam fand ich ein Schild an der Kasse "Die Kassiererin hat keinen Zugriff auf das Geld". Ich hielt es erst für einen Scherz, aber es ist wirklich so. Scheine werden in einem Schlitz im Kassentisch "weggesaugt" und Kleingeld wird in einen kleinen Kasten eingeworfen. Der gleiche kleine Kasten spuckt am unteren Ende auch das Wechselgeld heraus.
Ob dies Schutz vor Überfällen ist oder einen anderen Grund hat, weiss ich nicht.
Lieben Gruß,
Virra (fleißige Shopblogger - Leserin) Vielen Dank für die Bilder. Das mit dem fehlenden Zugriff auf das Bargeld dürfte sicherlich dem Schutz vor Übergriffen dienen. Wenn die Kassier(innen) das selber einstecken wollten, bräuchten sie das Geld von den Kunden ja nur in einen anderen Behälter zu geben. Außerdem dürfte so ein Verhalten ganz schnell arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Viel interessanter finde ich die Preisschilder in der Gemüseabteilung. Der Laden wirkt von außen eher klein und altmodisch – aber es werden (zumindest teilweise) Preisschilder mit LCD-Anzeige verwendet. Da wird man ja richtig neidisch.
Ungelogen allgegenwärtig war das Putzen der alten Regalteile, vor allem eben der einzelnen Elemente für die Fachböden.
Da wir schneller schrubbten, als die Streifen trocknen konnten, dachten wir uns etliche Methoden aus, sie irgendwo luftig zwischenzulagern. Zum einen gab es dazu ein paar Dutzend Einkaufswagen, die gleich noch den Vorteil mit sich brachten, dass man sie bei Bedarf einfach beiseite schieben konnte.
An der Wand rechts steht das heutige Feinkostregal.
Alte Regale und Aufsteller mussten aber ebenfalls herhalten und dienten gleich als mehrstöckige Ablagefläche für die Regalböden.
Und wenn die Regalteile getrocknet waren, haben wir sie erstmal bis zur weiteren Verwendung zum Trocknen aufgestapelt. Wie gesagt, inzwischen hat die Zeit den Gedanken an diese unendlich monotone und stupide Arbeit verdrängt. Ich glaube, nochmal würde ich das nicht machen...
Die alten Kühlanlagen waren entweder schrottreif (Zumindest sagte das damals der mir empfohlene Kältemonteuer. Inzwischen würde ich diese Information lieber mehrmals prüfen, aber damals blieb mir in der Eile nichts anderes übrig, als das so zu glauben...)
Dieses große Wandkühlregal sollte entsorgt werden. Daher haben wir uns nicht mehr die Mühe gemacht, es zu reinigen. Und nicht nur das: Wir haben im Laufe der Umbauarbeiten die Konsolen aus dem Regal genommen, da sie zufällig zu den normalen Regalgondeln im Laden passten.
Die große Tiefkühltruhe in der Ladenmitte wollten wir behalten. Die musste aber einmal grundlegend gereinigt werden. Glaubt man auf diesem Bild gar nicht, oder?
Anderer Blickwinkel...
Ein Hochdruckreiniger wird mir noch im Laufe der Umbauarbeiten dabei helfen, das da wieder sauberzubekommen.
Friday, March 12. 2010
Einen Großteil der Zeit haben wir hier übrigens damit verbracht, die Bleche der Regalböden zu schrubben. Ja, schrubben. Wir haben sie nicht nur oberflächlich abgewischt, sondern reell von allen sechs Seiten mit Scheuermilch bearbeitet, gespült und hinterher zum Trocknen aufgestapelt. Insgesamt etwa 2500 einzelne Streifen. Das ist selbst für mich heute, über acht neun Jahre später, kaum noch zu glauben...
Hier steht das Grundgestell einer der Regalgondeln in noch schmutzigem Zustand. Mehr als deutlich erkennt man, wie stumpf und gelblich die Rückwandbleche aussehen.
Das selbe Regal – in sauber und mit eingehängten Fachböden. Bestimmt denkt nun der eine oder andere: "Wie konnten die denn schon die Böden einhängen, ohne überhaupt die Ware zu haben?"
Nun: Wir wussten ziemlich genau, in welchem Regalstück welche Artikel stehen sollten. Mit langjähriger Einzelhandelserfahrung kannten wir genug Artikel und die Sortimentszusammenstellung, um die Einhängungen der Böden relativ präzise vorhersagen zu können.
Ohne Übertreibung und nicht ohne Stolz kann ich behaupten, dass wir über 90% der Regale auf diese Weise vorab richtig zusammengebaut haben!
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