Friday, August 7. 2009Zu stehenTrackbacks
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Glaube das kommt aus dem Berlinern....
Die sagen dann auch sowas wie 'Ich habe dies und das hier im Regal rumzustehen.'
#1
on
2009-08-07 12:42
Na Björni.....
Was du "beanstandest", ist oft die Sprache einer Region. Was meinst du, wie hier in Kiel gesprochen wird. Nicht immer richtig - aber liebenswert.
#2
on
2009-08-07 12:50
Ich finde das auch total grauenhaft und bei mir stellen sich alle Haare auf. Allerdings weiß ich, dass das im Berliner Raum tagtäglich Millionenfach gebraucht wird.
Echt gruselig!
#3
on
2009-08-07 12:56
Zum "zu gebrauchen" mal kurz...
Ich weiß, dass das regional unterschiedlich ist. Warum? Ganz einfach: Den Spruch "Wer 'brauchen' ohne 'zu' gebraucht..." habe ich regelmäßig von meiner Frau gehört (die - wie ich - hier in Franken aufgewachsen ist). Irgendwann hat's mich dann mal gepackt und ich hab versucht was drüber rauszufinden. Und das Ergebnis: "Darf im Süddeutschen Raum auch ohne 'zu' stehen." Tja... "FAIL!" würd ich mal sagen ;-D bye Sven
Nö, das ist kein Ostdeutsch.
Ich bin Ossi und mir ist dieses 'zu stehen' usw. völlig unbekannt. Wird wohl eher nur in bestimmten Regionen verwendet.
#4.1
on
2009-08-07 13:19
"...zum stehen"
#4.1.1
on
2009-08-07 13:23
Ostdeutsch ist doch kein Dialekt. Es gibt im Osten mehrere Dialekte, wie eigentlich nahezu jeder wissen müßte.
#4.1.2
on
2009-08-07 14:11
nu.
#4.1.2.1
on
2009-08-07 14:19
Da denke ich immer gern an meinen ersten Job in Hamburg 1990 zurück: "Du bist aus dem Osten? Du sprichst doch gar nicht sächsisch!" Und das waren wohlgemerkt Studenten, also vermutlich mit irgendwas Abiturähnlichem.
#4.1.2.2
on
2009-08-07 15:31
Das ist Ostdeutsch mit dem "zu stehen" und "zu liegen" und so. Dazu passt besonders gut dieser Link:
http://www.youtube.com/watch?v=27wkJ6KDolk
#5
on
2009-08-07 13:13
Ich glaube auch dass das aus dem Berliner Raum kommt.
Kenne das nämlich selbst nicht anders
Hier bei uns benutzt man den Ausdruck „zum stehen bringen“. Das sagt man umgangssprachlich.
#7
on
2009-08-07 13:19
"Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen erst gar nicht zu gebrauchen."
Wer den Satz für voll nimmt braucht mehr Bildung.
#8
on
2009-08-07 13:31
Die an sich falsche Wendung "zu stehen" ist schon Dialekt, in Berlin ist es jedenfalls sehr gebräuchlich, schon immer.
Was das fehlende "zu" bei "brauchen" betrifft, geht es mir genauso, daß ich jedesmal zusammenzucke. Zumindest in Hochsprache ist das ganz eindeutig falsch. Es gibt aber dennoch genug Leute, die das, unabhängig von ihrem Lebensalter, nicht begriffen haben. Noch schlimmer finde ich aber die Personen, die zwanghaft "einzig" steigern, da gibt es auch einige.
#10
on
2009-08-07 13:58
Bei 'einzigste' rollen sich mir die Fußnägel...
#10.1
on
2009-08-07 14:03
"Optimalste" und "aktuellste" ist auch ganz grauenhaft.
#10.1.1
on
2009-08-08 09:35
Wer "zu stehen" als "an sich falsche Wendung" bezeichnet, der sorgt bei mir für kaltes Grausen. Welcher Chauvinismus steht denn bitteschön dahinter, einen Dialekt des Deutschen als richtiger zu bezeichnen als einen anderen? Wir Berliner sprechen richtiges Deutsch, die Franken sprechen richtiges Deutsch, die Kölner sprechen richtiges Deutsch und sogar die Bayern sprechen richtiges Deutsch. Das Standarddeutsche ist eine zusammengebastelte Kunstsprache.
Anders als Bastian Sick uns glauben machen will, werden grammatische Regeln nicht von oben aufgedrückt, sondern von den Muttersprachlern (also uns allen) geprägt.
Für "an sich" hätte ich auch "in Hochsprache" schreiben können. Die Aufregung ist also m. E. etwas unnötig, zumal ich Ihnen versichern darf, daß ich als (echter) Berliner auch sehr oft "zu stehen" sage (aber natürlich nicht schreibe).
#10.2.1
on
2009-08-07 15:11
Stehen mit "zu" habe ich hier im norddeutschen Raum schon des Öfteren zu hören bekommen. Hauptsächlich bei Menschen, die eher die hiesige Mundart, statt Hochdeutsch sprechen. "zu stehen" ist aber trotzdem kein Platt. Da bin ich mir sicher. Ich fand es eigentlich immer niedlich, wenn jemand "zu stehen" sagte. Mich stören eher andere Verdrehungen der deutschen Sprache.
#11
on
2009-08-07 13:59
Platt hat aber ne ganze Menge Dialekte. In Richtung Niederlande könnt's da schon was geben, die benutzen "te staan" ja auch etwas .. anders.
#11.1
on
2009-08-08 00:20
"Das braucht nicht gesäubert werden."
Wo soll denn da das zu rein?
#12
on
2009-08-07 13:59
Vor "werden" natürlich. Was dachten Sie?
#12.1
on
2009-08-07 14:02
Ich bin mir wirklich nicht sicher, aber wie ist denn der Zusammenhang zwischen
"zu stehen" und "zum Stillstand" Der Zug kam vor der Brücke zu stehen. Zu stehen kam der Unfallwagen hinter dem dritten Baum. Das sind Sätze, die mir gar nicht falsch vorkommen. Könnte das irgendwie eine Beschreibung einer abgeschlossenen Bewegung sein? Vorobo
#13
on
2009-08-07 14:13
Sie haben recht. In ihren Beispielen geht es um das Abbremsen von Objekten, insofern ist der Gebrauch o.k. Im ersten, ursprünglichen Beispiel ging es aber um Ware und keineswegs um Bewegung, insofern ist dort das "zu" in Hochsprache überflüssig und damit falsch. Wie bereits hier erwähnt, sagen wir in Berlin trotzdem seit ewigen Zeiten "zu stehen". Dialekt halt, der von eingefleischten Berlinern aber an dieser Stelle nicht immer als solcher empfunden wird.
#13.1
on
2009-08-07 14:33
Fahrzeuge oder auch Lebewesen kommen "zuM Stehen", wie bei "zuM Stillstand".
#13.2
on
2009-10-17 17:26
Ich komme aus Berlin, und wunderte mich im ersten Moment, was denn jemand an "zu stehen" auszusetzen haben könnte. Hach ja, ich komme halt innerhalb Deutschlands nicht viel rum.
#14
on
2009-08-07 14:21
Wie gesagt, ist eben Dialekt aus Berlin.
Ähnlich grusleig finde ich "Hast Du den $GEGENSTAND einstecken?". Buääähhh *schauder*.
#15
on
2009-08-07 14:33
Ist auch die einzige hochdeutsche Wendung, die mir zzt. einfällt (frühere Art der Preisangabe, s. Gugelabfrage mit "Taler zu stehen"). Die Beispiele oben sind falsch, da Auto und Zug zum Stehen kommen.
#16.1
on
2009-08-07 15:43
genau dieses falsche "zu" benuttz die familie meiner freundin und meine freundin selbst natürlich auch. ich finde das auch vollkommen schrecklich vom klang her, aber ansonsten legen sie immer wert auf eine korrekte sprache...
die leben in der altmark, also sachsen-anhälterischer dialekt
#17
on
2009-08-07 15:12
noch schlimmer sind allerdings die Leute die nach Aldi oder nach Spar fahren.
Zu nach in einer Ortsbeschreibung gehört ein Ort und nicht ein Firmenname.
#18
on
2009-08-07 16:29
OK, ich fahre dann jetzt auf Aldi.
(Pott, tiiiefster Pott).
#18.1
on
2009-08-07 17:49
Was mich ja wahnsinnig macht, ist die falsche Verwendung von "dass" an Stelle von "damit".
Beispiel: "Bei Regen öffne ich den Regenschirm, dass ich nicht nass werde", anstatt richtigerweise "Bei Regen öffne ich den Regenschirm, damit ich nicht nass werde." Ok, vielleicht kein schönes Beispiel, aber Ihr versteht was ich meine? Mir ist ja klar, dass sich Sprache weiter entwickelt, aber das tut mir einfach in den Ohren weh!! Sogar von Radiomoderatoren muss ich das so hören ... Auch "schön: indem vs. in dem, das vs. dass, usw ... Ist das wirklich so schwierig??
wieso? wenn man das "dass" als verkürztes "so dass" oder "auf dass" versteht, ergibt das aus meiner sicht absolut perfekten sinn. klingt vielleicht komisch, aber scheint mir grammatisch korrekt.
#19.1
on
2009-08-07 16:46
Nach Aldi, nach Spar und nach Karstadt fährt man in Bremen und umzu nunmal .. völlig ok
Schlimm finde ich auch, die Antwort, die ich letztens im Supermarkt (nicht bei Björn) bekommen habe: "Wo finde ich denn die Rasierklingen?" "Vorne, beie Kasse" örks LG
#20
on
2009-08-07 16:56
Stört mich auch. Genau wie der allgemeine Verfall der Sprache. Neuerdings ist es wohl auch OK zu sagen: "Ich erinnere Vorfall X". Nicht mehr: "Ich erinnere mich AN Vorfall x". Oder: "Ich kann X was leisten". Hä? Soll wohl bedeuten, daß man finanziell etwas für jemanden abzweigen kann. Oder jemandem etwas schenken kann. Das hat jetzt nichts mehr mit Jugendsprache zu tun. Das ist sprachliche Verarmung. Und daraus resultiert Verdummung.
#21
on
2009-08-07 19:05
das mit dem erinnern finde ich auch ganz schlimm, das ist wieder so eine unart, die aus dem englischsprachigen raum kommt, meiner ansicht nach ist und bleibt das reflexiv, "sich erinnern", genauso halt "ich erinnere mich, dass" und nicht "ich erinnere, dass" ... aber vermutlich fällt das wieder in die kategorie "weiterentwicklung der sprache" ...
#21.1
on
2009-08-11 19:57
Da ich nicht weiss, ob es mir "zusteht", hier einen Kommentar zu schreiben, lasse ich es lieber.
"Zu stehen" beschreibt folgender Zwiebelfisch-Artikel in aller Ausführlichkeit: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,528579,00.html
"Ich hab noch einen Koffer in Berlin - zu stehen. Deswegen hab ich nächstens wieder hin - zu gehen. Die Seligkeiten vergangner Zeiten Sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin - zu sehen."
#23
on
2009-08-07 20:35
Mich machen ja Sätze die mit "oder" AUFHÖREN wahnsinnig.
Von Jung bis alt hör ich das nun seit gut 3 JAhren. "Wollen wir jetzt essen, oder." "War das nicht letzte Woche noch billiger, oder." Ja ODER WAS verdammt noch mal!? Auch manchmal wirklich nervig, wenn mein Freund sich gedankenverloren irgendwo was ansieht dann kann er einige Dutzend Mal wiederholen "Das ist" ohne denn nun zu sagen was es ist. Er steht wie ein Depp da und sagt "Das ist."
#24
on
2009-08-07 20:50
Kommt dein Freund aus Frankfurt an der Oder?
#24.1
on
2009-08-07 20:59
Um den Unsinn am Satz "Wer brauchen ohne zu gebracht..." deutlich zu machen, denke man nur an den Klassicher "Ich brauch keine Schokolade." *sing* Wo ist denn da das zu?
Mich gruselts immer bei "Da kann ich nix für". Gibt es keinen Spruch für: "Wer da und für trennt gehört gesteinigt?" @ Amsel. iiiih, ja! "Ich erinnere..." Gottseidank scheint das nur in Kreisen umzugehen, die ohnehin den ganzen Tag Denglisch denken. "I remember...". Die begegnen mit nicht so häufig - die kaufen nämlich keine Bücher. Wie furchtbar! Mein Mann regt mich damit gern auf, "nach" statt "zu" zu sagen - "Ich geh nochmal nach Mutti." Typisch Kieler. Noch seltsamer und was ich außer in seiner Familie sonst noch nirgendwo gehört habe (scheint ein familieninterner Sprachirrtum zu sein), ist der Ausdruck "bei" für "wenigstens". "So war das bei günstiger als andersrum" oder "Mit dem Anruf hab ich das bei gleich geklärt." Häh? Es würde mich brennend interessieren, ob das noch anderswo gebraucht wird. Seine Mutter war Flüchtling aus Ostpreußen. Vielleicht daher?
Es geht um "brauchen" (Infinitiv). Nicht um das gebeugte Verb "brauch(e)".
So falsch ist der Spruch nicht, wenn man Hochdeutsch schreiben will...
#25.1
on
2009-08-08 18:24
Allen, die an Sprachverfall glauben, sei gesagt, dass jede Sprache normalen Veränderungen unterliegt. Wir sprechen ja auch nicht mehr so, wie die Menschen zu Goethes Zeiten (und auch Günter Grass liest sich, trotz seines schwulstigen Deutschs einfacher als Goethe).
Im Gegenteil - wir haben in unserer heutigen Zeit eine wesentlich höhere Verbreitung des Hochdeutschen. Dass wir gefühlt vom Sprachverfall ausgehen, liegt vermutlich auch daran, dass wir durch das Internet viel mehr schreiben als früher, vor allem in Situationen, in denen wir unser Geschriebenes nicht mehr sorgsam reflektieren. Außerdem kommen wir - um auf die gesprochene Sprache zu kommen - heute mit viel mehr Menschen in Kontakt, als früher. Dialekte unterliegen naturgemäß einem Stigma des "minderwertigen", dabei ist - wie oben schon jemand sagte - die Hochsprache eine willkürlich gewählte Norm, die in nahezu allen Sprachen von einer geringen Minderheit gesprochen wird.
@25 (leocat): Und genau aus dem Grund singt Trude Herr nicht "Ich brauch keine Schokolade" sondern "Ich will keine Schokolade"
#27
on
2009-08-14 17:45
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