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Oma's-Linsen-Eintopf

Ganz neu im Sortiment haben wir "Deftiger Oma's-Linsen-Eintopf". An das besitzanzeigende Apostroph bei "Oma's" hat man sich ja inzwischen fast gewöhnt und selbst Herr Duden (also zumindest seine Nachkommen) stimmt diesem zu.
Offenbar hatte der Hersteller besondere Angst davor, sich mit dem Deppenleerzeichen zu blamieren und hat vorsichtshalber zwischen "Oma's" und "Linsen" noch einen (vollkommen überflüssigen) Bindestrich gesetzt. Nee, nee, nee... :doh:

(Produkte von Großmüttern scheinen generell beliebt zu sein. ;-) )


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Kommentare

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Amtsleiter am :

Das ist wirklich furchtbares Deutsch. Nicht nur der Apostroph und die Bindestriche, sondern die ganze Konstruktion ist falsch.

Das besitzende Subjekt (Oma) kommt VOR das mit einem Adjektiv (deftig) beschriebene Objekt (Linseneintopf). Zudem schreibt man Linsen-Eintopf zusammen...das ist echt grausaum.

Also richtig ist: "Omas deftiger Linseneintopf". Aber vermutlich darf man das nicht benutzen, weil es eine generische Bezeichnung ist. Also genauso als ob BMW den 3er jetzt "schnelles Auto aus Bayern" nennt.

Vielleicht gibt es auch bald "Herzhaften Oma's-Hack-Braten"

marcc am :

Neinnein, es gibt dann "Oma's Herz-Haften Hack-Braten" ;-)

Calvados am :

Ich *bemühe* mich, einigermaßen fehlerfrei zu schreiben - was mir nicht immer gelingt. Aber was auf einer Konservendose wie geschrieben steht, interessiert mich herzlich wenig, solange es für mich verständlich ist. Bei einer Lebensmittelverpackung kommt es doch vielmehr auf die Qualtität des Inhaltes an als auf die konsequente Einhaltung der Rechtschreibungsnormen.

Calvados am :

das Wörtchen "Qualtität" ist ein Beispiel dafür, dass es von jedermann/frau als "Qualität" interpretiert und verstanden wird :-)

Amtsleiter am :

Ganz im Gegenteil Monsieur Calvados :-)

Wenn man ein Dutzend Kommentare und Blogeinträge pro Tag schreibt, dann fällt ein Schreibfehler nicht groß auf. Bei der Menge an Wörtern und der Relevanz des Geschriebenen ist es nicht so wichtig, daß der Text absolut korrekt ist. Aber bei einer Verpackung mit vielleicht 50 Wörtern sollte man eine Stunde auf die Sprache verwenden können. Es geht ja um ein Produkt, daß im größten Fall millionenfach in deutschen Supermärkten stehen kann.

Es wird wochenlang gegrübelt wie man ein Produkt nennt und welchen Werbespruch es bekommt, aber keiner achtet darauf ob das überhaupt noch korrektes Deutsch ist.

Wenn jemand so nachlässig, ja manchmal sogar mit Vorsatz falsch, schreibt, dann frage ich mich als Verbraucher bei welchen Dingen die Firma genauso "gründlich" vorgeht. Auch frage ich mich, welchen Respekt mir eine Werbeabteilung mit falscher Grammatik und Rechtschreibung entgegenbringt? Bin ich es nicht wert richtig angesprochen zu werden? Will man mich etwa mit diesem Sprachquark zum Kauf animieren? Oder halten sich diverse Agenturen für die Kultusministerkonferenz?

Es reicht ja schon, daß viele Produkte englische Namen haben aber müssen die deutschen Bezeichnungen dann falsch sein?

Ich finde korrekte Artikelbeschriftungen sind ein Zeichen von Genauigkeit und Respekt dem Kunden gegenüber. Das sind für mich neben dem eigentlichen Produkt wichtige Qualitätsmerkmale.

Malik am :

Was für ein billiges Etikett ist das denn! Sowas könnte in einem "Jeder Artikel 50 Cent"-Laden stehen. Und der Deppen-Apostroph ist keinesfalls unfalsch. Auch wenn er weit verbreitet ist, wird er nicht richtiger.

Wolfgang K. am :

Und so stehts auch nach wie vor im Duden – auch, wenn das offenbar kaum jemand genau gelesen hat.

Der Duden "erlaubt" zwar die Verwendung des Apostrophen vor einem Genitiv-s, aber nur zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens. Genannte Beispiele sind "Andrea's Blumenladen" (weil der Blumenladen Andrea, nicht aber Andreas gehört) und "Willi's Würstchenbude" (weil Bruce Willis kein Gastronom ist).

"Oma" ist aber erstens kein Eigenname, und zweitens ist die Gefahr einer Verwechslung des Linseneintopfs mit einem Hersteller edler italienischer Füllfederhalter wohl zu vernachlässigen.

dark* am :

Nicht so ganz, der Blumenladen von Andrea heißt Andreas Blumenladen. Erst wenn das Geschäft Andreas gehört, wird Andreas' Blumenladen daraus, denn der Apostroph ist ein reines Auslassungszeichen in der deutschen Sprache.

http://www.duden.de/index2.html?neue_rechtschreibung/regelwerk/zeichen_11.html

Wolfgang K. am :

Die Onlineausgabe scheint eine verkürzte Version des Regelwerkes zu enthalten. In meinem Duden (22. Aufl., 2000) steht jedenfalls unter Kennziffer K16 die oben zitierte Regel samt genannten Beispielen.

Oder sollte diese Regel tatsächlich wieder zurückgenommen worden sein? Ich würde es ja sehr begrüßen, aber irgendwie wär’s auch zu schön, um wahr zu sein …

Wolfgang K. am :

Vielleicht waren meine Kommentare missverständlich: Der Duden erlaubt zwar die Verwendung des Apostrophs unter den genannten Bedingungen, er schreibt ihn aber keinesfalls vor!

Die genaue Formulierung lautet:
„Nicht als Auslassungszeichen, sondern zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens wird der Apostroph gelegentlich in folgenden Fällen gebraucht:
a) Vor der Adjektivendung -sch.
b) Vor dem Genitiv-s“
(Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 22. Auflage 2000)

Wolfgang K. am :

Grmpf wer erst liest und dann erst kommentiert, ist klar im Vorteil :-/

Auch im o.g. Online-Regelwerk steht’s wie von mir zitiert drin: §97E.

dark* am :

Oh. Diese Verdeutlichungsregel war mir nicht bekannt, lediglich die von mir zitierte. Oder sie war mir bekannt und ich habe sie verdrängt, weil ich sie nicht mag.

"Grmpf wer erst liest und dann erst kommentiert, ist klar im Vorteil :-/"
Das gilt wohl auch für mich. ;-)

Wolfgang K. am :

Kürzlich erklärte mir übrigens eine Germanistin, dass die Apostrophierung des Genitiv-s in der Literatur vergangener Jahrhunderte in Deutschland durchaus üblich war. Das hat mich zwar ein wenig mit den Kapostrophen versöhnt, aber scheußlich finde ich sie immer noch.

dark* am :

Scheußlich insbesondere da bezweifelt werden darf, dass sich diverse Texter von Verpackungen, Geschäftsfassaden, Annoncen und Webseiten dieser Tatsache wohl ebenso wenig bewusst sind wie ich.

Aber es geht noch gruseliger und falscher (hihi), nämlich mit dem Plural-Apostroph, eine Mutation, die im Internet einen Nährboden für unkontrollierbare Vermehrung gefunden hat. Info's, PC's, HP's - um ein paar populäre Beispiele zu nennen. Diese werden in ihrer Abartigkeit nur noch übertroffen von Wortschöpfungen wie nicht's, recht's link's usw. und vorzugsweise verunstaltet durch die Verwendung eines Gravis oder Akut über dem Leerzeichen.

Unappetitliches Thema so kurz vor dem Frühstück ... ;-)

R. Wolff am :

Schild beim Bäcker:

"Sonntag's geöffnet"

Ich glaube, ich habs schon mal gepostet, aber es paßt einfach immer wieder:
http://www.angryflower.com/bobsqu.gif

Martha am :

Ihr liegt doch alle falsch. Das Schild ist fast richtig, weil wahrscheinlich Omas als Fleischeinlage im Linseneintopf enthalten sind. Also das Apostroph muß weg, aber der Bindestrich stimmt und außerdem muß dann natürlich auch davor die Geschmacksbezeichnung deftig stehen. Aber - offen kommentiert - also ich würd's nicht essen. Dann lieber vegetarisch.

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