Monday, June 23. 2008Manchmal GlückstrefferTrackbacks
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Flaschensammler tun mir irgendwie gar nicht leid. Wer sowas macht, tut es freiwillig. In Deutschland muss keiner verhungern.
#1
on
2008-06-23 13:46
Stimmt, deswegen haben wir in Deutschland auch immer mehr Armut und Hungernot. Genau deswegen bekommt nicht jeder den Standard, den er zum Leben benoetigt. Und genau deswegen Leben immer noch so viele Menschen auf der Strasse. Obwohl wir ja so ein tolles Land sind und niemand verhungern muss.
#1.1
on
2008-06-23 13:50
GENAU!
In Deutschland muß definitiv niemand auf der Straße leben. Entweder leben die freiwillig auf der Straße (Stolz etc.) oder Sie haben es sich selbst zuzuschreiben. Von mir: KEIN MITLEID!!!
#1.1.1
on
2008-06-23 14:06
Nur weil jemand zu stolz ist oder unwissend ob der Möglichkeiten zum Amt zu gehen?
Also bitte, in DE muss keiner Hungern. Gruß Marcel
Man merkt, du hast keine Ahnung von dem, was du schreibst. Nicht umsonst leben ca. 15 % der Deutschen in Armut bzw. an der Armutsgrenze noch einige Mehr. Im Durchschnitt verdienen einige hier weniger als 800 Euro - damit kannst du kaum eine Familie verpflegen. Auf Grund von immer weiter steigenden Lebensmittelpreisen (Alleine Käse ist in den letzten 2 Monaten je nach Packung um 50-100 Cent gestiegen - dieses auch bei vielen anderen Lebensmitteln). Die Armut in Deutschland ist seit 2004 um ganze 2 % angestiegen und nicht - wie die Politiker rund um Merkel uns weiss machen wollen - gesunken oder sonstiges. Es hat NICHTS mit Unwissen oder Dummheit zutun, dass die Menschen so leben. Auch nicht die Leute, die auf der Strasse leben.
Bei der Tafel bekommst du auch nicht immer was. Aber naja, hauptsache man hat n Spruch los gelassen, obwohl man kein Plan hat.
#1.1.2.1
on
2008-06-23 14:57
Es werden immer 15 oder Prozent der Menschen arm sein. Einfach deswegen, weil Armut als die unteren 15 oder 20% definiert sind.
Genauso wie die schwersten 5% Fett sind... Und Arm ist in Deutschland niemand. Wie spülen schließlich unsere Abfälle mit Trinkwasser runter.
#1.1.2.1.1
on
2008-06-23 22:03
Irrtum - in Deutschland sind laut der letzten Statistiken 60 Prozent der Männer "fett" oder übergewichtig und immerhin 50 Prozent der Frauen.
Würdest du mal aus der Statistik die hohen Managergehälter rausrechnen (Oh Gott, was trette ich da wieder los
Oder wie die Zahlen halt dann sind.
#1.1.3
on
2008-06-23 14:11
ich kennen niemanden, der hungert !
#2
on
2008-06-23 14:07
Vielleicht haben die Leute in der Tat keine Lust zum Amt zu gehen, um sich dann von Leuten wie euch als "Sozialschmarotzer" beschimpfen zu lassen.
#3
on
2008-06-23 14:11
Jaja, in D muss keiner verhungern, komisch dass soviele auf Die Tafeln und CO angewiesen sind um ÜBERHAUPT mal was vernünftiges zu essen zu bekommen. Mit Flaschensammeln, bessern sich manche eben das sehr magere Haushaltsgeld auf. Jeder Euro bedeutet etwas mehr zu Essen.
#4
on
2008-06-23 14:14
Dann guck mal wie viele dieser Familien eine Playstation, einen großen Fernseher oder andere "Unterhaltungselektronik" im Haus haben. Dazu noch haufenweise teure Tüten-Lebensmittel obwohl frisch Kochen in vielen Fällen billiger und gesünder wäre.
Hast du für diese Behauptung irgendwelche Belege oder ist das einfach nachgeplappertes Stammtisch"wissen"?
#4.1.1
on
2008-06-23 14:50
Klar habe ich Beweise dafür. Meine Tante arbeitet bei der Stadt im Bereich "Soziales".
Und wo hast du damit deine Aussagen belegt bzw. bewiesen? -.-
#4.1.1.1.1
on
2008-06-23 15:49
Das kann ich mir gut vorstellen, ich kenne diese Sorte allerdings nicht persönlich. Alle Hartz-4-Empfänger in meinem Bekanntenkreis kommen recht gut um die Runden mit dem, was sie haben, keiner muss zur Tafel o.ä.. Sind aber auch alles Nichtraucher, Nichttrinker und aus einer Generation wo scheinbar noch mehr Menschen mit Geld umgehen konnten.
Ich glaube auch kaum das jemand auf der Strasse leben muss, zur Tafel gehen muss oder Flaschen sammeln muss ohne daran teilweise oder ganz selbst schuld zu sein.
#4.1.2
on
2008-06-23 17:36
Jo, ist hier ähnlich.
Klar ist es bitter, als Familie auf Harz IV angewiesen zu sein - da muss man ganz schön kräftig die Arschbacken zusammenkneifen. Aber irgendwie finde ich es schon verwunderlich, dass sich manch einer mit einem 1-Euro-Job einen Sommerurlaub mit der ganzen Familie in der Türkei finanziert (in meinem Bekanntenkreis), aber andere sich kaum etwas zu essen leisten können....
#4.1.2.1
on
2008-06-23 19:47
so weit ich weiß wird der 1-Euro Job (max. 30 Stunden die Woche) auf Hartz IV angerechnet. Ist eine Sauerei. Hartz IV dient der Grundsicherung, wenn man also einen 1-Euro Job zusätzlich hat, sollten die Leute nicht schlechter gestellt sein, als jemand, der einen geringen Verdienst hat und Hartz IV zusätzlich bekommt. Ärgerlich ist in meinen Augen auch, dass in manchen Kommunen aus Spargründen das warme Wasser von den Hartz IV Empfängern selbst bezahlt werden muss.
Die Verteilung ist in meinen Augen ungerecht, aber mit einer detaillierten "Bedarfsprüfung" würde man nur unnötig viele Kosten bei den Behörden produzieren... Flaschensammler halten wenigstens etwas die Stadt sauber.
#4.1.2.1.1
on
2008-06-24 07:28
Naja, vielleicht versucht der gute die Flaschen unterzukriegen weil es teilweise immer noch ältere Modelle der Automaten gibt die den Barcode als Grundlage nehmen...
#5
on
2008-06-23 14:19
Der Barcode ist auch weiterhin essentiell wichtig für den Automat. Das Logo dient nur als Fälschungsmerkmal, mit der EAN wird dann automatisch das Clearing des Pfandes durchgeführt.
#5.1
on
2008-06-23 15:56
Stammtischpalaver
Wohnraum ist knapp, vor allem Wohnraum fuer Obdachlose (nicht erst seitdem staedte und Gemeinden ihre Obdachlosenheime aus Spargruenden schliessen) ohne Wohnraum, also feste Anschrift gibt es kein Hartz IV, ohne ohne den Bewilligungsbescheid vom Amt gibt es auch keinen Berechtigungsschein fuer die Tafel... Redet mal mit den Obdachlosen, begleitet sie nur mal einen Tag, und was frisch kochen angeht: nicht jeder hat eine Kochmoeglichkeit, nicht jeder hat einen Kuehlschrank, und Tuetensuppe ist leider billiger als Frischgemuese !
#6
on
2008-06-23 15:25
Ich find es gut, dass du dich bemühst!
Hm...möglicherweise hat er bei euren Erklärungsversuchen auch einfach nicht erkannt, worauf genau es ankommt? Klar, das ist auch nicht einfach zu erklären, wenn der kein deutsch spricht. Immerhin tippt er als Antwort ja auch immer auf den Strichcode und nicht auf das dpg-Logo, das würd ich als Zeichen dafür sehen, dass er gar nicht wirklich registriert hat, dass das was anderes ist. Zumindest bei den Flaschen, die ich hier noch habe und mal wegbringen sollte, sind die beiden Dinger auch direkt übereinander angeordnet. Als Erklärungshilfe wüsste ich jetzt aber auch nur noch, dass man das dpg-Logo mit einem Stift einkreis, damit klar ist, was genau ihr ihm nun zeigen wollt. Natürlich nur, wenn grad Stift und Zeit zum erklären da ist.
#7
on
2008-06-23 16:34
Ganz ehrlich....wenn ich in Bremen wohnen würde,würde ich dem armen Mann immer mal wieder ein paar Pfandflaschen oder mal einen Euro geben.Warum soll man nicht helfen wenn man kann?Hab zwar auch nicht viel Geld,aber EIN Euro tut nicht so weh als jemanden hungern zu lassen.
Und:JA,es gibt auch in Deutschland RICHTIGE Armut und es gibt wirklich Menschen die hier hungern müßen,vor allem Kinder(das habe ich dieses Wochenende leider wieder erleben müßen)
#8
on
2008-06-23 16:37
Hungern... weißt du eigentlich was Hungern ist? Wenn du im Tschad "leben musst" und teilweise mehrere Tage nichts ordentliches zu Essen bekommst das ist Hungern.
Du willst mir doch nicht weismachen dass es ein großer Akt ist jeden Tag ein belegtes Brötchen zu essen? Dat sind cent Beträge. Wenn ich mir aber die fetten Kinder von der sozialen UNterschicht ansehe, die hier in Köln manchmal durch die Strassen "wanken", dann können die keinen Hunger kennengelernt haben.
Jeder der sich hier so unglaublich arrogant über den Armen Mann geäussert hat könnte mit ein bischen Pech innerhalb eines Jahres Selber auf ALG II (nicht Hartz IV, so heist nur das Gesetz!) angewiesen sein. Ob nun der Dort ausgewiesene Regelsatz immer ausreichend ist, zweifele ich schon länger an. Vor allem schockierend finde ich die Tatsache das seit drei Jahren ALLE Kinder von Armen AUCH wenn die Eltern arbeiten die Beiträge zur "LERNMITTELFREIHEIT" zahlen müssen. Das waren bei meinem Sohm mal eben 65 € zu Beginn Klasse 5, von den Kosten für die anderen verlangten Materialien mal ganz zu schweigen.
Es hat vor einigen Wochen im Netz ein Student darüber gebloggt wie er versucht von dem ALG II Satz für Lebensmittel zu Leben. Tja nun es gab mehrmals in jeder woche Nudeln mit Ökoketschup.... Wenn ich das meinem Sohn vorsetze und er es in der Schule erzählt muss ich mich warscheinlich einem Peinlichen Verhör durch die Lehrkraft unterziehen. Klar man muss nicht Hungern oder gar verhungern, aber weshalb muss es vielen ARBEITENDEN Menschen verhältnismäßig schlecht gehen, während die Konzerngewinne stets steigen? Ich bin alleinerziehend, habe ergänzend ALGII (bin ganztags beschäftigt!) und wir haben zwar einen PC aber keinerlei Spielekonsolen oder ähnlichen Luxus. Stattdessen haben wir einen Büchereiausweis. Und im Übrigen koche ich fast täglich frisches "zeugs" Mir tut der Mann aus Björns Bericht auch Herzlich leid, denn wer weiß wegen was für falscher Versprechungen er hierhin gekommen ist.
#9
on
2008-06-23 18:11
Ich war mal selbst ein knappes halbes Jahr von ALG II betroffen und muss im Nachhinein sagen, dass das größte Problem die ständigen Auseinandersetzungen mit dem Amt waren. Der letzte Widerspruch wurde ZWEI JAHRE nach Ende des ALG II-Bezugs bearbeitet...
Was allerdings die Lebensmittel angeht: Wir haben damals zu zweit ca. 250 Euro im Monat gebraucht. Dabei haben wir gespart, aber nicht gehungert. Nudeln mit Ketchup habe ich jedenfalls noch nie essen müssen. Einiges an Planung gehört da allerdings zu. Das können viele nicht.
#9.1
on
2008-06-24 21:04
besser er versucht aus was für gründen auch immer seinen bargeldbestand mit flaschenpfand aufzubessern als das er lange finger macht und algII ist wirklich ein witz,zum leben zu wenig zum sterben zu viel,was die wohnungsnot angeht,wir wohnen in einer wohnung die bis vor einigen jahren zum geförderten bereich nach dem bremer obdachlosenfördergesetz(oder wie sich das schimpfte) gehörte,dieses gesetz gibt es nicht mehr,wer nun hier eine wohnung mieten möchte braucht eine positive schufaauskunft und die hat man ja schon nicht mehr wenn man bei einem versandhaus auf raten kauft oder wenn man ein konto mit dispo hat,
#10
on
2008-06-23 18:32
"wer nun hier eine wohnung mieten möchte braucht eine positive schufaauskunft und die hat man ja schon nicht mehr wenn man bei einem versandhaus auf raten kauft oder wenn man ein konto mit dispo hat"
Wenn man keine Ahnung hat.... Unerträglich wieviel Unsinn hier im ganzen Thread geschrieben wird. Auch ich bin der Meinung Armut in D gibt es nicht wirklich. Jeder hat hier die Möglichkeit ausreichend Nahrung, Bekleidung und Wohnraum zu bekommen. Ohne sich zu schämen. Diese Systeme sind ja auch für Menschen gedacht denen in der Not geholfen wird. Jedoch - und dies vergessen die meisten - bedeutet ALG II nur die Grundsicherung, und nichts anderes! Niemand braucht sich seine Freizeit von der Solidargemeinschaft finanzieren zu lassen, wer so denkt der sollte sich mal ganz kritisch hinterfragen. Und Handy, Premiere-Abo, Playstation etcpp ist definitiv kein Grundbedarf. Und wer über seine Verhältnisse lebt kann nicht auch noch ernsthaft Mitleid erwarten.
#10.1
on
2008-06-23 22:53
Wenn man vor der Realität die Augen verschließt, gibt es in Deutschland keine Armut.
#11
on
2008-06-23 23:11
Schonmal dran gedacht das er evtl. an Demenz erkrankt sein könnte?
Muss nicht immer Armut als Hintergrund haben. Mein Dad hat sich zum Lebensende hin ähnlich verhalten, nicht um uns zu verarschen sondern weil er soweit retardiert war, dass er nicht mehr anders kommunizieren konnte. Vorschnelles Urteilen ist nicht immer vorteilhaft.
Mein Gedanke war auch irgendwie: "psychisch krank".
Armut und psychische Probleme gehen eh leider oft Hand in Hand: Wer krank ist, kriegt nur noch wenig auf die Reihe. Wer nur noch wenig auf die Reihe kriegt .... ein Teufelskreis.
#12.1
on
2008-06-24 17:00
Interessant, welche unterschiedlichen Sichtweisen hier aufeinandertreffen. Nur leider finden sich zwischen sozialromantischer Verklärung und misanthropischer Abscheu fast keine Zwischentöne.
Ja, es gibt in Deutschland soziale Sicherungssysteme, und diese funktionieren auch als Grundsicherung, wenn man sich um seine Sachen kümmert. Ja, solche Sicherungssysteme sollten auch gar nicht mehr als eine Grundsicherung sein, um noch Arbeitsanreize zu haben. Ja, auch ich bin kein Freund von "Tafeln" oder anderem, weil da genau die Bedürfnisse befriedigt werden, die eigentlich in der Grundsicherung bereits enthalten sein sollten. Aber: Das ist einfach ein armer Kerl. Da kann man auch mal Mitleid haben, da kann man auch mal mit einer Pfandflasche oder direkt mit einem Euro aushelfen, selbst wenn er vielleicht selbst Möglichkeiten hätte, seine Situation zu verbessern. Vielleicht fehlt ihm die Kraft, an seiner Situation selbst etws zu ändern. Auch das ist ein Symptom von Marginalisierung. Was die "wachsende Armut" angeht: So, wie bei uns "Armut" berechnet wird, wird es logischerweise immer Arme geben. Diese haben aber immer noch alle Möglichkeiten, alles Lebensnotwendige zu bekommen. Diese Wohlstandsarmut dann aber mit der Armut in anderen Ländern zu vergleichen, ist bestenfalls zynisch.
#13
on
2008-06-24 13:04
Die Agentur fuer Arbeit findet immer wieder Gruende, das Arbeitslosengeld zu streichen, im Zweifelsfall erfindet es welche. Ich kenne konkrete Faelle, in denen der Sachbearbeiter den Arbeitslosen Bescheide geschickt hat, in denen er aufgrund irgendwelchen Scheisses das ALG gekuerzt hat, ohne jegliche rechtliche Handhabe. Viele Arbeitslose wissen aber nicht genau Bescheid und glauben dann dem Sachbearbeiter/offiziellen Brief und kommen nichtmal auf die Idee, dass das Unrecht ist. Und wenn ein Mensch in einer psychischen Ausnahmesituation ist und keinen hat, der ihm hilft, verliert er ganz schnell den Boden unter den Fuessen, die Wohnung und die staatliche Fuersorge. Manche Menschen sind einfach nicht so clever/gebildet, wasauchimmer... aber die koennen nix dafuer und sollten deshalb von staatlicher Seite nicht benachteiligt werden. Werden sie aber.
Und ich warte auf den Tag, an dem ein Sachbearbeiter auf die Idee kommt, Prostitution sei eine zumutbare Arbeit fuer eine Frau.
#14
on
2008-06-29 19:04
Das Sozialgericht Speyer entschied anders. "Prostitution [stellt] kein staatlich förderungswürdiges Instrumentarium zur Verminderung von Arbeitslosigkeit" dar.
http://www.arbeitsrecht.de/arbeitsrecht/RechtKompakt/Rechtsprechung/2006/0506/2006_05_17_13_55_97296131.php
#14.1
on
2008-06-29 19:27
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